Thema: Fundort Leine
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Alt 23.06.2018, 00:30   #4
2augen1nase
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Nachtrag:

Bei dem Stein mit der Zahl handelt es sich definitiv um einen Sockelstein - das verrät die aufgespitzte Oberfläche. Ds wurde gemacht um dem Mörtelbett ausreichend Platz und Halt zu geben, früher wurde ja mit Knirschfugen versetzt und Granit hat den Nachteil, dass die damals üblicherweise verwendeten Kalkmörtel da einfach nicht gut dran haften, daher die grobe Oberfläche.

Die Zahl hat sicherlich nichts mit einer Jahreszahl zu tun. Es könnte sich um eine Rohblocknummer handeln (man ist mit Material früher sehr sparsam umgegangen). Wäre die Zahl auch mit versetztem Grabmal zu sehen könnte es sich auch um eine Grabnummer handeln, allerdings wäre diese dann besser ausgearbeitet - daher tendiere ich zu Rohblocknummer. Ich kenne solche Nummern zwar nur in Ölfarbe oder heutzutage mit Chip, aber da gab es sicherlich Unterschiede von Land zu Land oder Bruch zu Bruch.

Ansonsten sehe ich einen Einfassungsstein (halbrund oben), das schwarze profilierte Teil könnte der Sockel eines Obelisken oder einer kleinen Säule der Umrandung gewesen sein. Die Steine unter Wasser erkennt man schlecht auf dem Foto, es könnte sich bei den Vertiefungen aber um Nischen handeln, in denen früher mal Emaillefotos oder geätzte / gravierte Glasplatten eingesetzt waren. War früher nicht unüblich.

Der Stein mit der "aufwendigen" Bossenbearbeitung ist sicherlich mal ein Urnengrab gewesen. Diese Ausführung gibt es häufig in Sandstein und dann eben besetzt mit besagten Glasplatten.

Generell scheint das ja unter einer Brücke zu sein, also wird es sich um Verfüllmaterial handeln - nur eben nicht richtig geschreddert, was für die meisten ein wenig pietätlos wirken mag... Aber irgendwo muss man halt auch mit diesem "Abfall" hin...

Nur die Juden machen es besser... da bleiben die Steine auf ewig stehen - selbst wenn sie umfallen. Für jüdische Friedhöfe gibt es da Ausnahmen, die für keine anderen Friedhöfe durchsetzbar wären. Deswegen sind die jüdischen Friedhöfe oft auch so superschön anzusehen - sofern noch erhalten.
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