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Alt 31.08.2020, 17:03   #1
Martin Ammon
Einwanderer

 
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Question Bituminöser Kalkstein: Wechelwirkung mit Wasser???

Hallo Allerseits an die vielen Kenner der Erdegeschichte!

Ich habe sicher eine etwas ungewöhnliche und leider auch etwas spezielle Frage. Aber vielleicht findet sich hier jemand, der mir weiterhelfen kann. Ich hoffe dass dieses Thema hier gut aufgehoben ist, wenn nicht, freue ich mich über Tips, wo es besser hinpasst!
Aber das Wasser auch ein Schatz, sogar ein ganz besonderer, ist, denke ich, dass ich hier auch richtig bin!

Ich bin einer merkwürdigen Sache auf der Spur und dabei dreht sich wahrscheinlich alles um sogenannten bituminösen Kalkstein, auch Stinkkalk oder Asphaltkalk genannt. Das sind, nach allem, was ich bisher herausfinden konnte, Kalkgesteine die einen hohen organischen Anteil haben.
Aber ganz sicher bin ich mir mit der Zuordnung dieses Steines natürlich auch nicht.

Aber zum Zusammenhang: Ich habe eine Tiefbohrung auf etwa 75m für Wasser in einer Kalk-/Sandsteingegend. Hier liegen zahlreiche Sedimenthorizonte teilweise in ihrer natürlichen Schichtung übereinander, teilweise durch tektonische Verschiebungen und Faltungen kreuz und quer durcheinander. Die Bohrung befindet sich in der Nähe des Atlantiks und man kann nicht weit davon in den Steilküsten auch manchmal einen ebensolchen mattschwarzen Stein finden, der nicht besonders fest ist und beim ankratzen oder aufbrechen stinkt.
Bei der Bohrung scheint es nun, dass wir genau eine solche Schicht angebohrt haben. Nachdem wir sehr viele härtere und weichere Schichten aus Kalkstein durchbohrt haben, kamen wir durch eine ca. 20m starke Schicht von Tonen oder Tonsteinen. Das ging anfangs von aschgrau und verfärbte sich dann langsam bis ins rostrote. Danach kamen etwa 15m ebenjener mattschwarze stinkende Stein. Es kann auch ein Tonstein sein, da bin ich mir eben nicht ganz sicher. Aber nach allem, was ich recherchieren konnte, vermute ich eben diesen Stinkkalk, bzw. bituminösen Kalkstein. Wenn es ein Tonstein ist, haben wir es im Grunde auch mit einem Tonstein mit organischen Anteilen zu tun - also Bitumen, Asphalt, oder andere organische Reste, die erdgeschichtlich verändert wurden...

Jetzt zu den EIGENTLICHEN FRAGEN:
Das Wasser, welches wir daraus entnehmen, ist zwar kristallklar, aber es ist für meine Begriffe vollkommen sonderbar:
Es ist ungenießbar, sprich man kann es nicht schlucken, weil man es reflexartig ausspucken muss, weil es scheußlich schmeckt. Gleichzeitig hat es eigentlich gar keinen beschreibbaren Geschmack: es ist definitiv nicht salzig, vielleicht könnte man es als leicht bitter beschreiben, aber das trifft es auch nicht. Es hinterlässt ein pelziges Gefühl auf der Zunge, aber es ist vollkommen irritierend, dass man den Geschmack überhaupt nicht beschreiben oder vergleichen kann und gleichzeitig reflexartig das Wasser ausspucken muss...

Nach einigem Recherchieren, habe ich herausgefunden, dass man mitlerweile davon ausgeht, dass der Mensch einen 6. Geschmackssinn für Calcium hat. Das sei eine Kombination aus bitter und scharf und gleichzeitig keines von beidem. ??? Aber das ist nur eine Spur von vielen.

Meine Frage ist also: Wenn es sich dabei um bituminösen Kalkstein oder anderes Gestein mit fossilen organischen Anteilen handeln würde, was gibt der dann an das Wasser ab, was diesen "Geschmack" verursacht?
Es geht mir darum, das Wasser analysieren zu lassen, aber wonach soll ich suchen lassen?
Kann das Bitumen eine Wechselwirkung mit dem Wasser haben? Aber solche Bitumen sind doch eigentlich gar nicht wasserlöslich, oder? Was wären das chemisch für Verbindungen?
Die üblichen Parameter scheinen mir hierbei nicht so zielführend und ich hätte gerne ein paar Tips dazu! Auch das achsoschlaue Internet hat mich bisher nicht mehr weiter geführt. Über bituminöse Kalkstein u.ä. findet man fast nichts.

Ich weiß es sind sehr spezielle Fragen, aber vielleicht hat jemand eine Idee!
Ich bin für jeden Tipp dankbar!!!

Vielen Dank!
Martin Ammon
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Alt 31.08.2020, 18:57   #2
ogrikaze
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Ich bin kein Geologe...aber ich würde auf Kohlenwasserstoffverbindung testen lassen...
Lies mal hier
https://www.mare.de/der-schatz-aus-d...e-content-2221

Und willkommen im Forum
__________________
Gruß Sven

Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum.
Eventuell vorhandene Rechtschreibfehler sind beabsichtigt und dienen der Unterhaltung.

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Alt 31.08.2020, 21:59   #3
Deistergeist
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Smile

Naturasphalt wurde ja bei Hannover abgebaut, die DASAG war auch in Eschershausen aktiv. Von nicht trinkbarem Wasser habe ich in dem Zusammenhang leider nie etwas gelesen...

Glückauf!
__________________
S. J. Petrow war ein Oberstleutnant a. D. der Sowjetarmee. 1983 verhinderte er das Auslösen eines Atomkriegs.

DER TERMIN Weihnachten 2020 : 27.-29.11.2020
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Alt 31.08.2020, 22:08   #4
trilobit
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Ort: thüringen
Beiträge: 419

Evtl. Schwefelverbindungen wie beim ,, stinkschiefer,, ?
Wenn wasser komisch riecht und komisch schmeckt dann ist es komisch
Mal die härte gemessen?
__________________
Fotowettbewerbgewinner März 2020
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Alt 01.09.2020, 08:48   #5
Zappo
Heerführer

 
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Beiträge: 1,914

Zitat:
Zitat von Martin Ammon Beitrag anzeigen
[size="5"].....
Es ist ungenießbar, sprich man kann es nicht schlucken, weil man es reflexartig ausspucken muss, weil es scheußlich schmeckt. ......Es geht mir darum, das Wasser analysieren zu lassen, aber wonach soll ich suchen lassen?....
Analysieren ist ein wenig was anderes als "Schau mal, ob da XYZ drin ist".

Wenn das Wasser analysiert werden soll - evtl. auf die Eignung für Trinkwasser - , dann kommt raus, was so an relevanten Inhaltsstoffen so drin ist - auch ohne Verdachtsmomente. Und wenn die "Wirkung" so extrem ist, wie Du schilderst, dann wird sich da im normalen Procedere wohl auch was finden.


Gruss Zappo
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Alt 01.09.2020, 11:14   #6
Martin Ammon
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Beiträge: 4

Hallo Sven!
Vielen Dank für Deine Antwort und den Artikel. Ja, in Richtung Kohlenwasserstoffe hatte ich auch vermutet. Ich habe gerade mit einem Labor telefoniert, die meinten sie würden auf PAK also polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe untersuchen. Möglicherweise lösen diese sich aus dem Naturbitumen...
Damit bin ich auf jedenfall ein Stück weiter!
Danke!
Martin Ammon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.09.2020, 11:18   #7
Martin Ammon
Themenstarter
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Ort: Portugal
Beiträge: 4

Hallo Deistergeist und Trilobit,
ja danke für die Hinweise. Schwefelverbindungen sollen ja eigentlich riechen und das tut das Wasser definitiv nicht. Es riecht nach nichts, ganz neutral und der Geschmack ist auch kein bißchen faulig/eiig. Mal schauen, ich werde aber auch nach Schwefel und Sulfiten schauen lassen.
Wie auf Svens Post schon geschrieben, könnten es Kohlenwasserstoffe sein.

Danke auf jedenfall für die Tipps!
Martin Ammon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.09.2020, 11:20   #8
Martin Ammon
Themenstarter
Einwanderer

 
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Ort: Portugal
Beiträge: 4

Hallo Zappo,

nun meine Sorge war, dass das in der normalen Trinkwasseranalyse eben nicht unbedingt drin ist. Die Suchen nur nach bestimmten Parametern und die oben erwähnten polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe sind da z.B. nicht unbedingt drin. Da es ein ungewöhnlicher Geschmack und ein sehr seltenes Gestein zu sein scheint, wollte ich gezielt in die Richtung suchen lassen!

Danke und liebe Grüße!
Martin Ammon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.09.2020, 19:02   #9
siegmund
Ritter

 
Benutzerbild von siegmund
 
Registriert seit: Nov 2010
Ort: Eichsfeld/Thüringen
Beiträge: 354

Hallo,

das ließt sich als hätte man Jura-Schichten angehört.
Wenn das so ist, dann sind diese Wässer stark eisen- und schwefelhaltig.
Sehr bitter, Alaun eben.

Grüße,
Sigmund
siegmund ist offline   Mit Zitat antworten
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