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Alt 13.06.2020, 13:58   #1
Bergedienst
Bürger

 
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Wappen gesucht, mittelalterlich

Hallo, nach dem ich jetzt bei meinen Forschungen am Ende bin, noch mal ein Versuch hier. Ich suche Hilfe bei der Bestimmung eines kürzlich gefundenen Siegel. Der Fundort ist Gartz/Oder bei Stettin, in der nähe einer seit 1150 existierenden Mühle. Die Umschrift lautet "Ser Henninges de Nidvm", bemerkenswert ist das die "N" in verschiedenen Schriftformen sind. Ich habe bei der Suche bisher Prof der Uni Greifswald, Stralsund, Berlin, Göttingen und Kopenhagen bemüht, ohne Erfolg, ich habe alle möglichen Heraldikgruppen im Netz angefragt aber ohne Erfolg. Im Landesamt auch nichts , kein Heimatforscher, nix. Der Stand ist aktuell das wahrscheinlich ein Bezug zu dem Ort "Nieden" besteht der zwischen Prenzlau und Pasewalk liegt, Nieden war Grenzburg zwischen Pommern und Brdburg aber auch schon vorher befestigt. Nedam verweist auf die alte germ Bezeichung von "Neudamm" hin und bezeichnet ev die Furt.

Die Wappenbücher habe ich auch alle durch, Problem ist das die Vögel viele sein können, Adler, Bussarde, Milan etc. Der Bezug zum lat "Nest" war auch da, führt aber nicht weiter. Bemerkenswert ist das Henning eine Form von Johannes ist, auch hier, ohne Erfolg.

Das Wappen ähnelt dem von Pasewalk aber wie gesagt, die passende Person dazu war noch nicht zu ermitteln. Das Material ist Bronze in guter Qualität. Wenn jemand helfen kann wäre die Fachwelt sehr dankbar! https://de.wikipedia.org/wiki/Nieden
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Alt 07.08.2020, 11:21   #2
DerExperte
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Hi, das schildförmige Siegel gehört seiner Art nach in das 13., vielleicht noch beginnende 14. Jhdt. Die korrekte Umschrift lautet: + S' H/ERHENNIN/GESDENID/VM. Das S steht für Siegel. Merkwürdig ist jedoch, dass zwischen den einzelnen Worten keinerlei Trennungen existieren. Normalerweise werden die durch Punkte oder Sternchen kenntloich gemacht. Auch scheinen dt. (her) und latein. Worte (de) verwendet worden zu sein. "her" deutet entweder auf einen Ritter oder aber einen Geistlichen/Kleriker hin. Im Wappen meine ich drei Kannen mit nach heraldisch rechts gerichteten Ausläufen erkennen zu können. MfG
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Alt 07.08.2020, 21:49   #3
Crysagon
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Sehr spannend. Das Kreuz sollte ein Tatzenkreuz sein. Für MVP gab es diverse Komtureien der Johanniter. Passt auch regional zusammen. Nun müsste man mal schauen auf welche Gemeinde und deren alter Name die beschriftung passen könnte.

https://upload.wikimedia.org/wikiped...uropa_1300.png

Könnten diese "Vögel" nicht auch Korngarben sein ?

Geändert von Crysagon (07.08.2020 um 22:00 Uhr).
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Alt 07.08.2020, 22:43   #4
ghostwriter
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Zitat:
Malteserkreuz, Johanniterkreuz
Griechisches Kreuz mit zunehmend breiter werdenden Seiten, jedes Ende hat zwei tiefe Einkerbungen, wodurch das Kreuz acht Spitzen hat.
oder

Zitat:
Tatzenkreuz, Templerkreuz
Griechisches Kreuz, bei dem die Seiten zunehmend breiter werden.
http://www.mneuhold.at/reli/kreuzformen.html
__________________

ich lasse mir nicht in meinem gehirn rumwühlen,
ich lasse mir nicht meine kleine show stehlen!?

dr. koch - "1984"
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Alt 07.08.2020, 23:11   #5
Bergedienst
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Zitat:
Zitat von DerExperte Beitrag anzeigen
Die korrekte Umschrift lautet: + S' H/ERHENNIN/GESDENID/VM. Das S steht für Siegel. MfG

Hallo und danke für die Mühe. Prof Dr Biermann hat die Umschrift als "Ser Henninges de Nidvm" erklärt und Kannen, hmm, hat noch niemand darin gesehen aber ich werde die Wappenbücher noch mal wälzen.

Der nahe Ort Nieden war eine feste Burg, ein Grenzübergang, "Nidam" steht verm für "Neuer Damm". Pasewalk hat ein ähnliches Wappen und das ist nur 20 min entfernt
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Alt 07.08.2020, 23:12   #6
Bergedienst
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Beiträge: 141

Zitat:
Zitat von DerExperte Beitrag anzeigen
Auch scheinen dt. (her) und latein. Worte (de) verwendet worden zu sein. "her" deutet entweder auf einen Ritter oder aber einen Geistlichen/Kleriker hin.
Und merkwürdig ist das die beiden "n" unterschiedlich sind!
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Alt 15.08.2020, 10:29   #7
DerExperte
Einwanderer

 
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Beiträge: 5

Unbekanntes Wappen

Hallo, habe mir noch mal das Wappen akribisch angesehen. Natürlich erkennt man darin drei Adler- oder Greifenköpfe. Die Schnäbel sind hier deutlich auszumachen (ich hatte wohl die falsche Brille auf). Habe mal das Meckl. Urkundenbuch für den entsprechenden Zeitraum (1280-1320) gewälzt, leider ohne Erfolg. Hier müsste mal ein Adels- bzw. Wappenexperte aus Meck.-Pomm./Brandenburg ran. Ich kann nicht ausschließen, dass das Adelsgeschlecht des Siegelführers ausgestorben ist und gar nicht mehr existiert. Merkwürdig ist doch, dass die nahe Stadt Pasewalk ebenfalls drei Greifenkopfe im Wappen trägt, die unserem Siegel sehr ähneln. Gibt es hier einen Zusammenhang ? Siegelschneider und -träger wollten ursprünglich wohl die Umschrift auf deutsch "durchziehen". Darauf deuten "her" und hin und "Henninges". Bei einer latein. Umschrift hätte es "Henningi" lauten müssen. Doch einsetzender Platzmangel führten dann zum Gebrauch des latein. "de" statt des "van". Mit besten Grüßen aus Sachsen, Thomas
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