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Alt 12.03.2002, 19:18   #1
tichy
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Die Geschichte des Reinhard Mohr

Hallo liebes Forum


Heute habe ich folgende wahre Geschichte für Euch.

Es fing damit an dass ich vor circa 10 Jahren in einem
alten Komunnenschreibtisch zwei kleine Büchlein fand.
Es stellte sich heraus das es zwei alte Kalender waren.
Und zwar einer aus dem Jahr 1944 und einer aus 1945.
Der Eigentümer war ein gewisser Gefreiter Reinhard Mohr.
Also ein deutscher Soldat. In diesen Kalendern waren
seine Erlebnisse und Eindrücke aufgeschrieben.
Er hatte leider eine schlampige Schrift und ich brauchte
einige Wochen um (fast) alles zu übersetzten.
Eine besonders tragischer Eintrag behandelte den Tod seiner
Schwester Theklar die bei einem Bombenangriff amerikanischer Flieger um Leben kam. Im Zuge seines letzten Heimaturlaubes
Ende 44 Anfang 45 grub er sie selbst einige Tage nach dem Angriff aus den Trümmern eines Hauses aus!!!
Als der Urlaub zu Ende ging musste er an die Ostfront in die heutige Slovakei und ging im Zuge des Rückzuges der 8 Armee
über den Fluss March und kam so in meinen Heimatort.
Seine Aufzeichnungen enden Anfang April 45 und die rote Armee
überquerte die March am 11 April 45. Und um diese Zeit fand der
Gefreite Reinhard Mohr wahrscheinlich den Tod. Er war nur knapp vor seinem 20 Geburtstag gefallen und wurde im dem Ort auch beerdigt. In diesem kleine Ort fielen insgesamt 26 deutsche Soldaten die russischen Verluste wurden nicht bekannt.
Als ich ein kleiner Bub war wurden die Gefallen exumiert und ich hab damals zugesehen. Vieleicht hab ich da seine Gebeine gesehn nur wusste ich nicht das er mir nochmals "über den Weg laufen" würde. Er starb zu einem Zeitpunkt in der dieser
Krieg die meisten und unnötigsten Opfer wenn man überhaupt von unnötigsten Opfern sprechen kann forderte.

Ja das war eine wahre Geschichte die ich mir nun von der Seele
geschrieben habe.

Ehre seinem Angedenken

Tichy
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Alt 12.03.2002, 19:26   #2
Wigbold
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Re: Die Geschichte des Reinhard Mohr

Zitat:
Original geschrieben von tichy
Hallo liebes Forum


Ehre seinem Angedenken

Tichy
Hallo Tichy,

danke für die Geschichte. Vor allem den letzten Satz.

20 Jahre....

Wigbold
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Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben, zu leben.

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Alt 13.03.2002, 14:57   #3
tichy
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Hallo

Hallo liebes Forum

Was noch dazu zu bemerken wäre ist der Umstand das mir
auch seine Bewaffnung, Schuhgrösse, Handschuhgrösse etc.
und auch sein Heimatort bekannt ist. Er stammt aus dem Rheinland Gemeinde Brohl es liegt in der Nähe von Bonn.
Also ganz schön weit weg von seinem Zuhause.

Das wirklich interessante an dem ganzen ist eben der Umstand
das es eine echte Geschichte mit einem tragischem Schicksal ist.
Ich habe mich dabei zeitweise wie ein richtiger Detektiv gefühlt.
Der Wast ist die Geschichte (sogar mit Grabnummer) natürlich bekannt da es sich hier ja um keinen Vermissten handelte.


Tichy
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Tichy aus Österreich
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Alt 13.03.2002, 22:20   #4
Wigbold
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Hallo Rotti,

so recht Du hast, in einem Punkt habe ich Hoffnung:
Die nächste oder übernächste Generation wird die Wahrheit wissen wollen.

Was wir heute im kleinen Kreis denken, wird ( hoffentlich ) in ein paar Jahren eine breitere Masse interessieren, sofern wir bis dahin nicht restlos verblödet sind.

Nur: Die können dann keine Zeitzeugen befragen, die Suche nach der Wahrheit ist dann ungleich schwerer als heute.

WIR sind die letzte Generation, die noch Informationen aus erster Hand beziehen kann.

Ich hab lange überlegt, ob ich den Link setzen soll, da ich nicht eine entgleisende Diskussion entfachen will.

Aber ich riskier es jetzt einfach.
Lest DAS hier mal durch, vielleicht regt es zum Nachdenken an, es passt gut zu Tichys Beitrag.

Allerdings frage ich mich, warum eine solche Diskussion hier in diesem Forum immer schiefgeht.

Daher bitte nur sachliche Beiträge. Es wäre schade, wenn dieser Thread hier ausarten würde. Ich garantiere jedenfalls, daß ich verbale Entgleisungen gnadenlos löschen werde, so leid es mir auch täte.

Ernsthafterweise, Wigbold
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Alt 14.03.2002, 12:15   #5
Rotti
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Lightbulb Da schau her....

Hi Wigbold!
Nachdem ich die ersten Sätze Deines Beitrages gelesen habe, kam mir sofort der Einwand ,daß wir die letzten sind, die´s aus erster Hand erfahren konnten.Manchmal ähneln sich die Gedanken halt sehr....
Das ganze Thema bewegt sich auf extrem dünnen Eis,denn es hat mehrere Fallstricke.Das machen auch die Folgebeiträge des Links deutlich,denn die Leute, die jetzt 18 o.ä. sind haben trotz aller Bemühungen das Interesse totzukriegen einen gewissen Wahrheitsdurst entwickelt.Wie leicht der fehlzuleiten ist, sei dahingestellt.Ist eigentlich offensichtlich.
Ich habe lange gezögert ,auch nur das Follow-up ins Netz zu stellen, aber es hat mich letztlich ein Gedanke dazu veranlasst:Wenn man die Freiheit, seine Meinung zu äußern aus Furcht vor Repressalien -gleich welcher Art- nicht nutzt, dann wird man sie zwangsläufig verlieren.Und darauf kann ich getrost verzichten.
Ich hasse hohle Phrasen und Parolen, wie sie auf den Pamphleten der angeblichen "Nationalisten" wiedergegeben werden,denen es letztlich nur um die Durchsetzung eigener Interessen auf Kosten Anderer geht.Nur haben es unsere Berufsgutmenschen geschafft,vor allem junge Menschen genau in die Hände dieser Bauernfänger zu treiben.Denn wenn man in den 80er Jahren als Punk mit Nasenring und rotem Irokesenschnitt das Establishment schocken konnte, geht das heute schon nur noch mit Glatze und Doc Maertens...
Das Ganze ist ein Spiel mit dem Feuer,nur die Risiken sind anders gelagert.Während der Punk von damals heute entweder gesettelter Karrieremensch mit Bauch und Halbglatze ist(oder trunksüchtiger Penner), wird ein 16 Jähriger ,der heute aus Dummheit ein Asylheim anbrennt ein Zuchthäusler.No Return...
Daß sich die Generation von damals verarscht vorkommt, liegt auf der Hand.Unsere "moralischen Instanzen" machen sich ja noch nichtmal die Mühe, sich mit der damaligen Zeit auseinanderzusetzen ,die Mentalität, die Geschichte und das daraus entstandene Lebensgefühl dieser Leute zu erkennen,geschweige denn zu akzeptieren.Da wird mit heutigen Wertmaßstäben beurteilt, was nicht zu beurteilen ist,weil man schlichtweg keine Ahnung davon hat.Wie sagten es doch schon Beavis und Butthead in ihrer unnachahmlichen Komik?: " ...that was long ago, way back when people were stupid..!" Wer hat da gelacht?!Soso....
Die alte Generation hat es nach dem Krieg versäumt, radikal mit den KZ-Schergen und Verbrechern (die es durchaus gab!) zu brechen.Zum Dank schlägt ihnen jetzt die geballte Ignoranz zweier Nachfolgegenerationen entgegen.Wenn man vorher immer wüsste , was nachher geschieht.Nur einen Unterschied gibt es tatsächlich: Während die Leute dieser Generation die Folgen ihrer Fehleinschätzung tragen müssen( und zwar im Spektrum zwischen Diffamierung und Galgen),kann ein Politiker heutzutage nicht für die Folgen seines teilweise verbrecherhaften Tuns belangt werden.Im Gegenteil:Er kriegt fette Rentengelder dafür.Beispiele entnehmen sie bitte täglich Ihrer Morgenzeitung.... Aber über Politikverdrossenheit jammern...
Wer die Wahl zwischen 4 Tellern faulem Fisch hat,wird wahrscheinlich lieber fasten.....Und nachdem auch der letzte Grünen -Abgeordnete festgestellt hat, daß sich das Land schöner vom Rücksitz eines Dienst-Audi A8 regiert als vom Eisenbahnsessel mit Dauerkarte in der Tasche(wie angekündigt und versprochen!!!),ist es mit der Querdenkerei sowieso vorbei.Pecunia non olet.Aber es ist schon wichtig, eine "Alternative" zu haben.So wie beim Castor,dem Schächten,den Auslandseinsätzen der BW.... Toll, daß es noch Menschen mit soooo viel Rückgrat und Charakter an den Schalthebeln der Macht gibt!Die haben es doch wirklich verdient, mal eine Wehrmachtsausstellung zu eröffnen,und mit Leichenbittermine die Betroffenen zu spielen.Und wenn der Karriereknick kommt, schreibt man einfach ein Buch.Titel"Mein Vater, der Nazi und seine Schuld an meinem verkorksten Leben"
Es hilft nichts, über Geldmafia, Weltverschwörer und Umerzieher zu jammern.Ersteren muss man keinen Vorschub leisten, das Konsumverhalten jedes Einzelnen gibt oder entzieht ihnen in der Summe den Boden.Den Rest kann man nur durch umfassende Informationen bekämpfen.Und durch 101% nachvollziehbare Recherche und Untermauerung seiner Argumente.
Es ist aber immer wieder interessant, wie die selbsternannten Gutmenschen über Krieg, Kriegsverbrechen und dann im Gegensatz dazu von "heiligem" oder "gerechtem" Krieg sprechen mögen.
Jeder Krieg ist an sich ein Verbrechen.Was während eines Krieges passiert immer furchtbar.Egal von wem und an wem.KEINE AUSNAHMEN.
Ich beschäftige mich enorm viel mit den momentanen Tendenzen,und es ist erstaunlich, wie geflissentlich alle Grundsätze gesunden Menschenverstandes ignoriert werden, wenn die Themen anfangen heikel zu werden.Und welches Demokratieverständnis hierzulande und anderswo herrscht.Demokratische Entscheidungen sind nämlich nur solange akzeptabel ,wie sie den Wortführern in den Kram passen.SIEHE ÖSTERREICH -Wahl und die Sanktionen,die nachkamen.Sowas nenn ich wirklichen Respekt vor der Meinung Anderer.Hut ab.Setzten, sechs.Oder das getue der Ö.Grünen um Temelin, weil Jörgiboy ihnen die Show gestohlen hat.Da wird so´n Schrottmeiler gleich richtig ökologisch wertvoll.

Es ist eigentlich offensichtlich, was abläuft.Aber wenn man die Augen -aus welchen Gründen auch immer- nicht aufmacht ist man halt leider gezwungen ,die Geschichte zu wiederholen.Jeder, der Kinder hat, wird sich mit Grauen abwenden bei dem Gedanken.Es sei denn,er hat seine dreijährige Tochter grad dem Nachbarn "zur Verfügung " gestellt. Ja. Polemik muss sein, soviel Unsachlichkeit gönn´ich mir.Schließlich bin ich ja auch satt,zufrieden und kann im Fernsehn Talk am Mittag kucken!Da brauch ICH mir doch keine Gedanken machen....oder?

Ach ja Zuguterletzt: Die Wehrmacht und WSS hatte schätzungsweise 13 Millionen Männer und halbe Kinder unter Waffen oder an den Schreibtischen.Daß da auch Verbrecher,Rohlinge,Bestien oder was auch immer dabei waren,ist logisch.Sagen wir doch mal jeder Fünfhundertste, was eigentlich eher niedrig angesetzt ist.Wer hat einen Taschenrechner???
Richtig.Das wären an der Zahl 26000.Vier Divisionen, eine unterernährte Armee.Mehr zu erklären wäre müßig.
-----------------------------------------------
Der Mensch an sich ist gut- Aber die Leut´sind a G´sindel! (Bayerische Volksweisheit)

Geändert von Rotti (14.03.2002 um 12:47 Uhr).
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Alt 15.03.2002, 09:33   #6
Wigbold
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Hi Rotti und Tichy,

irgendwie liegt anscheinend das Österreich - Forum ein wenig im Windschatten...

Nicht gerade viele Zugriffe...

Schade eigentlich, es hätten mich noch ein paar andere Meinungen interessiert.

Mal sehen, vielleicht kommt noch was.

Hoffnungsvollerweise, Wigbold
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Mark Twain



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Alt 15.03.2002, 19:45   #7
tichy
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Hallo

hallo wertes Forum

Ja ja good old Austria ist eben ein kleines Land und
das merkt man "leider" auch hier im Forum.
Die Geschichte die ich hier geschrieben habe soll
einfach gelesen werden und nachdenklich stimmen.
Und ich denke das das ja passiert ist.
Nicht jeder kann bzw.muss dazu auch eine Meinung
niederschreiben.
Obwohl ich es mir natürlich wünschen würde keine Frage.

Euer Tichy

from good old Austria
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Tichy aus Österreich
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Alt 15.03.2002, 21:16   #8
IMP
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Ort: Sachsen
Detektor: MD 3009, ich hatte ja auch nie vor tief zu graben :D
Beiträge: 155

Question

Zitat:
Original geschrieben von Wigbold

so recht Du hast, in einem Punkt habe ich Hoffnung:
Die nächste oder übernächste Generation wird die Wahrheit wissen wollen.


Ernsthafterweise, Wigbold
Ja was ist denn nu DIE Wahrheit?:


@tichy Finde die Geschichte wirklich "gut", dieses Thema gehört nämlich auch zu unseren Hobby!!!

IMP
IMP ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.03.2002, 21:50   #9
Humbug
Guest
 
Beiträge: n/a

Ewig Gestrige....

Hallo Leute.

Für diese verspätete Meldung bitte ich um Entschuldigung.
(bin grad furchtbar mit sondeln eingespannt und wollte mit
den dick mit Dreck verschmierten Fingern nicht an meine Tastatur)

Ich bin einer der 18 und etwas ältern, und ihr habt völlig recht.
Bei uns in Österreich wird den Schülern "nur" der 2. Weltkrieg
als Greultat (was er ja auch war) dargestellt und die daran beteiligten werden als "ewig Gestrige", oder noch schlimmer, gar als Kriegsverbrecher hingestellt.
In den Hauptschulen wird dieser Thema zum Ende der Schulzeit durchgedrückt, um möglichst noch den ganzen Stoff zu vermitteln.
(meistens im Eilzugverfahren, zwei, höchstens 3 Wochen müssen reichen)
Keiner der Jugendlichen erfährt von den menschlichen Tragödien die sich nicht "nur" in den Lagern abgespielt haben, nein auch auf den Schlachtfeldern, den Schützengräben und in der Gefangenschaft passierten.
Kein junger Mensch erfährt von den damals oft gleichaltrigen, die in den Krieg zogen (und mussten), die ihr Vaterland (und wieder sind wir beim unangenehmen Wort) und ihre Angehörigen verteidigten (sowohl auf deutscher als auch auf anderer Seite).
Klar wären die meisten gerne daheim geblieben, wären wie man heute sagt, mit gleichaltrigen rumgehangen und hätten ihr Leben gelebt.
Keiner erfährt von Schicksal tausender Kriegsgefangener, die in den Lagern Zentralasiens ums Leben kamen, keiner erfährt von den flüchtenden Massen, und keiner sieht das Elend kurz nach Kriegsende.

Ich bin bei Gott kein "ewig Gestriger"(Exzivi), aber man sollte mit dem Wort Nazi oder gar Kriegsverbrecher ein bisschen vorsichtiger umgehend.


Euer
Humbug
(polier grad die Schatzsucherlanze", morgen gehts wieder ins "Turnier")
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Alt 16.03.2002, 23:08   #10
Rotti
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Unhappy ewiges Gestern

Hi Humbug! Warum sollte es in Österreich anders sein, als auf allen deutschen Schulen? Mein Abi liegt jetzt knapp 20 Jahre zurück, und ohne Eigeninitiative wüsste ich über die tieferen Zusammenhänge genausoviel wie 90- 95% der Bevölkerung, nämlich nur das, was uns im Eilverfahren vorgekaut wird.Nur da muss man nicht 1923 oder 1914 anfangen, sondern mindestens 50 Jahre früher.Und viele leider auch teure oder seltene Bücher lesen.Und Nachdenken.Beides ist kaum Jedermanns Ding.Um so erfreulicher, daß es doch einige aus Eurer Generation (die irgendwie auch die Meine ist, zumindest mental) nicht über einen Kamm scheren lassen, mit der sog. Spaßgeneration.Ist hier im Forum sicherlich zu erwarten, aber doch erfreulich wenn man´s sieht!
Was die "Ewig gestrigen " oder "Nazis" betrifft, kann ich sagen, es verhält sich ähnlich wie mit "den Schwulen", "den Juden","den Kommunisten".Jeder redet drüber ,und kaum einer weiß, worüber er daherschwadroniert.Schubladendenken.Erinnert mich irgendwie an meinen Sohn ,der ,mal aus dem Kindergarten kam, und den Nachbarsjungen als "Mixer" titulierte.Auf die Frage, was das sei antwortete er mit lakonischem Achselzucken, daß er das nun beim besten Willen nicht wisse, sei aber auch egal- hauptsache der Andere sei beleidigt.Und nachdem der auch nicht wusste, was ein "Mixer" ist, war´s doppelt schön.
Kein Grund zum Lachen....
Wenn Du wirklich den Kopf schütteln willst, dann frag doch mal 10 oder 20 Leute aus Deiner Umgebung, was denn per Definition ein "Nazi " sei.Du wirst überrascht sein, was Du da haarsträubendes zu hören kriegst.Ich wette um nahezu jeden Betrag, daß sich die meisten Leute nicht über die Antworten a."Ein Nationalsozialist"(Toll, und weiter...?)
b.Irgendeine sachlich meist unbedarfte Erklärung eines Neonazis (gefragt war aber der Nazi, nicht der Neo...!) oder
c.irgendeine Schubladenerklärung (Antisemit, Ausländerhasser,Brandstifter...)hinauswagen.
Wirklich geil, wird es allerdings, wenn Du jemanden fragst, der sich selbst für einen "Nazi" hält .Da biegen sich die Balken,und wenn´s nicht so traurig wäre, könnte man drüber lachen.


Aber mit der Vergabe dieses Attributes schneller bei der Hand sein ,als mein Filius damals mit dem "Mixer"!Du hast recht, man sollte mit dem Wort vorsichtiger umgehen, und wenn es nur ist, um sich nicht bis auf die Knochen zu blamieren.....
Was die Nachfolgeverbrechen des Krieges, sprich die Gefangenelager, die Gulags, die Vertreibung angeht, so ist diese bestens dokumentiert.Nur will es halt keiner hören.Und so nimmt es auch nicht Wunder, wenn nicht die deutschen Politiker (-hatten die nicht geschworen ihrem Volk zu dienen????Also auch den Vertriebenen?!) sich jetzt an den Benesch-Dekreten stören, sondern unwirsch zusehen, wie andere Europäer ihre Arbeit tun.Man könnte ja irgendwie schräg angeschaut werden.Genauso wie einer, der zuviel über Dinge wissen will die keiner mehr hören will.Ein Problem übrigens, dem auch die Holocaust- Mahner gegenüberstehen.Wie ähnlich doch manchmal die Standpunkte sein können, wenn man aufhört ,vorfabrizierte Meinungen nachzudenken...
Hoffnungsvollerweise
Rotti
PS:@Wigbold
Vielleicht garnicht mal so schlecht, so ein kleines Forum.


___________________________________________-

Gute Idee mit dem oben stehenden User.....obwohl der oben Liegende zumeist mehr Spaß hat...!

Geändert von Rotti (16.03.2002 um 23:14 Uhr).
Rotti ist offline   Mit Zitat antworten
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