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Grundausrüstung

 

... lieber 2 Kg zuviel und unbenutzt im Rucksack dabei, als die Gesundheit aufs Spiel gesetzt ...

 

1.  Schuhwerk

Die Wahl des Schuhwerks richtet sich natürlich nach den örtlichen Begebenheiten.
Grundsätzlich hat das Schuhwerk fest, bequem und zumindest wasserabweisend zu sein.
Ebenso ist es nicht unvorteilhaft, wenn Schuhe und Füße (!!) einem 1015 Km-Marsch standhalten :-))

Turnschuhe erfüllen diese Kriterien mit Sicherheit nicht!
(Auch wenn einige es immer wieder beweisen wollen ... )


Wir bewegen uns bei der Ausübung unseres Hobbys schließlich nicht auf der Tartanbahn, sondern in Steinbrüchen, auf Geröll- und Abraumhalden, in Wäldern, an steilen Hängen, in feuchten Stollen, schlammigen Tunneln, gesprengten Bunkern halt meist dort, wo der Untergrund nicht gerade mit der Harke glattgezogen ist ...

Am gebräuchlichsten sind hier BW-Kampfstiefel, Wanderstiefel oder Trekkingschuhe.
Die Schuhe sollten stiefelartigen Charakter haben, bzw. zumindest hochschäftig sein. Dies mindert die Gefahr des Umknickens auf unwegsamen Terrain ungemein.

 

 

2.  Bekleidung

Es gehört zum Grundwissen, daß in den meisten Höhlen und Stollen eine Durchschnittstemperatur von ca. 8 Grad, verbunden mit einer hohen relativen Luftfeuchtigkeit herrscht. Darauf sollte die Kleidung abgestimmt sein.

Bei der Bekleidung sollte das Zwiebelschalen-Prinzip gelten, d.h. mehrere dünne Teile sind wenigen dicken vorzuziehen. So kann man je nach Bedarf Teile ab- bzw. zulegen.

Als Beinkleid sind z.B. BW-Hosen oder eine Panzerkombi vorteilhaft auf jeden Fall eine Hose mit genügend Taschen und Stauraum für Kleinigkeiten.
... wobei ich hier eher an die "alten" Ausführungen in oliv denke. Auftritte in Flecktarn sind mir absolut zuwider.

Eine Weste mit vielen kleinen Packtaschen kann ebenfalls gute Dienste leisten.

Die Kleidung sollte eng anliegen und verschließbare Taschen haben. Nichts ist lästiger, als beim Durchkriechen von Engstellen hängen zu bleiben oder Ausrüstungsteile unbemerkt zu verlieren.

Ebenfalls zur Bekleidung zählt ein paar Handschuhe. Unentbehrlich bei kleinen Klettereien, Überwinden von Schmutzpassagen oder Räumaktionen.

Ein Satz Reserve-Klamotten im Auto ist ab und an auch nicht von Nachteil.

 

 

3.  Rucksack

Je nach Größe der geplanten Aktion gibt es Rucksäcke in verschiedenen Größen.

Im Normalfall tut es auf jeden Fall ein BW oder US-Rucksack.

Ich bevorzuge hierbei grundsätzlich keine Neuware, da diese sowieso spätestens nach der dritten Tour genauso aussieht, wie ein Second-Hand-Modell. Das Geld für den Neukauf kann man also getrost sparen. Aus gleichem Grund täte es mir um ein Spitzenmodell aus dem Trekkingangebot ebenfalls leid.

Gefragt ist beim Rucksack ein bequemer Tragekomfort ob mit oder ohne Gestell, Robustheit, mehrere extra Fächer für das Verstauen von Kleinteilen und die Möglichkeit der Einfachen und sicheren Handhabung der Verschlüsse, so daß man auch im dunkeln leicht alles finden kann.

... wer nur Hardcoremäßig unterwegs ist, kann auch einen speziell für Höfos erhältlichen Schleifsack nehmen. Der wird am Seil hinterhergeschliffen - wenn man den Hauptteil der Tour sowieso auf allen Vieren oder in noch tieferer Gangart unterwegs ist ....

 

 

4.  Sicherheit

Grundsätzlich hat niemand in einen Berg, Stollen oder Höhle einzufahren, wenn er nicht im Besitz eines geeigneten Helms ist und diesen natürlich auch benutzt!

Das eine Lampe dabei ist, versteht sich wohl von selbst.

Das Vorhandensein einer Notlampe sollte aber ebenso selbstverständlich sein.
Das Mitführen eines Taschenmessers, Ersatzbatterien und Reserveglühbirnchen für die Lampen ist empfehlenswert.

Da es bislang - außer beim Schach - kein Hobby ohne Verletzungsgefahr gibt, sollte auch eine Erste-Hilfe-Ausrüstung mitgeführt werden. Ein kleiner Verbandskasten, wie er für Motorradfahrer erhältlich ist, genügt hier im Allgemeinen. Wer diesen für entbehrlich hält, sollte jedoch wenigstens einige Pflaster mitführen.
Eine Rettungsdecke unter der Helmschale befestigt, stört eigentlich überhaupt nicht und ist nicht schwer - sie kann im Notfall vor Auskühlung schützen.

Für den Bereich der passiven Sicherheit gilt folgender Grundsatz:

Niemand geht irgendwo hinein, ohne draußen bei irgend jemandem eine entsprechende Information über Ort und Dauer der geplanten Expedition zu hinterlassen!

Die Vereinbarung einer Rückmeldung innerhalb eines vorher festgelegten Zeitfensters sollte genauso selbstverständlich sein, wie das Mitführen eines Handys an sich.

 

 

5.  Verpflegung

Auch wenn eine Tour nur über kurze Zeit gehen soll ein Müsli-Riegel und ein Getränk sind immer dabei!

Ansonsten sind auf einer Tagestour immer ca. 1 Ltr. Getränke und einige belegte Brote oder Brötchen sowie einige Süßigkeiten oder Müsli-Riegel im Rucksack das, was man im Normalfall am Tag so vertilgt plus einen kleine Schwerarbeiterzulage.

Hierbei ist natürlich aus Gewichtsgründen auf die Art der Verpackung zu achten. Bei den Getränken sind dies nicht etwa Glasflaschen, sondern PET-Flaschen, Büchsen oder Tetrapacks.
... und Alkohol bleibt draußen


Wer das bei sich selbst für unnötig hält, sollte wenigstens die Bedürfnisse seiner Begleiter nicht unterschätzen - ich habe noch keine Tour erlebt, wo nicht mindestens einer mal am Hungerast hing ... (meistens ich selbst ...).

Und wenns denn wider erwarten mal länger dauern sollte, dient mitgeführter Proviant eher der Erhöhung der Sicherheit. Starke körperliche Anstrengung in Verbindung mit dem Höhlenklima lässt die Kräfte schneller schwinden als üblich ...

Und was an Verpackung in den Berg hinein geschleppt wird, sollte auch wieder mit heraus genommen werden!!!

 

 

6.  Apres Höhle

Und wenns mal wieder länger dauert und richtig hart war:
 

  • Erleichtert, wer sich nach Abschluß der Tour über die Notvorräte
    im Auto hermachen kann ...
  • Glücklich, wer nach Rückkehr zum Lager einen schon glühenden Grill vorfindet ...
  • Nobel, wer die Gastronomie der Gegend schon vor Tourbeginn
    ausgekundschaftet hat ...

 

Auch das Hinterher gehört zur gewissenhaften Vorbereitung und Planung einer Tour!

 

 

 

 
SDE Pressespiegel