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Zeichnerisch

 

 Wie oft passiert es,
 

  • das ein entsprechender Grubenplan beim zuständigen Bergamt nicht vorliegt?
  • das ein Plan einfach nicht zu besorgen ist?
  • das für ein Anlage überhaupt keine Pläne existieren, sei es, weil sie vernichtet wurden, 
    oder es sich einfach um einen nicht dokumentierten Altbergbau handelt?
  • das die vorliegenden Pläne nicht vollständig sind?
  • das die vorliegenden Pläne von den örtlichen Begebenheiten abweichen?


Dann ist die Zeit für die Anfertigung von eigenen Gruben- und Stollenplänen gekommen.


Selbstgefertigte Pläne werden in zwei Kategorien eingeordnet:

Stufe 1:   Skizzenhaft  -  ausreichend für den Hausgebrauch
Stufe 2:   Genau -  mit erhöhtem Anspruch an zeichnerische Darstellung und
                Maßgenauigkeit

Im Normalfall fertige ich Pläne der Stufe 1 an.

 Die Hilfsmittel hierfür sind ohne großen Aufwand preisgünstig zu besorgen.

 

  • ein Skizzenbuch mit hartem Rücken/Einband, Format DIN A 6 damit es in die Tasche passt
  • Kugelschreiber, damit auch bei Feuchtigkeit nichts verwischt
  • ein Kompass mit Gradeinteilung egal ob BW-Einteilung bis Marschzahl 64, Outdoor mit 360 oder 400 Neugrad
  • einen Zollstock und ein 25 m Maßband
  • ein Ultraschall-Entfernungsmesssgerät
  • anstelle vorbeschriebener Mess-Utensilien ein geschultes Auge und die Fähigkeit Entfernungen richtig einschätzen zu können - wir sind ja nur in Stufe 1 ...
  • Transparentpapier und Zeichenutensilien

 

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Die Anwendung
 

Das Aufmaß:

 

 

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Skizze R-Sohle

 

 

 

Skizze T-Sohle

 


Mit dem Kompass wird die Himmelsrichtung der Stollen- oder Hallenwände ermittelt. Die gemessene Marschzahl wird an der entsprechenden Stelle der unmaßstäblichen Skizze angetragen. Bei der Messung ist es egal, in welche Blick-/Laufrichtung gemessen wird bei der Reinzeichnung nimmt alles Bezug auf Marschzahl 0 = Norden.

Bei parallel verlaufenden Wänden muß natürlich nur eine Seite gemessen werden, bei nicht rechtwinkligen Hallen dafür jede Seite.

Die Abstände bzw. Strecken werden entweder grob geschätzt, in Meterschritten abgelaufen, mit Maßband oder Zollstock genau gemessen oder mit dem Ultraschall-Meßgerät erfaßt. Es handelt sich hierbei zwar nur um ein 40,-- DM Gerät mit einer Reichweite von ca. 12-15 m, aber z.B. in Hallenmitte stehend können ohne weiteres auch Hallengrundrisse bis 30/30 m aufgemessen werden. Für die schnelle Höhenmessung ist es sowieso unerläßlich.

Wichtige Informationen, Details, Verstürze, Gefahrenstellen, Einbauten etc. werden entsprechend mit aufgenommen und eingetragen.

Sollte auf der Grundskizze hierfür kein Platz sein, wird eine Extraskizze angefertigt, auf der genau der Anschlusspunkt an die Grundskizze vermerkt ist.

... wie nun jeder unschwer auf obigen Skizzen erkennen kann, sind diese recht "wüst" abgefaßt. Etliche Details befinden sich nicht unbedingt immer auf dem Papier, liegen aus welchen Gründen auch immer oft nur im Gedächtnis. Es empfiehlt sich daher, recht zügig nach Heimkehr das Aufgemessene sauber aufzuarbeiten. 
... nach einem halben Jahr würde das Ergebnis sonst ganz anders aussehen - auch ohne Alzheimer ...

 

 

Die Reinzeichnung:

Die Reinzeichnung per PC und CAD-Programm hört sich zwar modern an, ist allerdings sehr umständlich und Zeitaufwendig. Ich bevorzuge die Zeichnung von Hand.

Nun hat nicht jeder zu Hause eine DIN-A 0 Zeichenmaschine oder ein Reißbrett stehen, aber ein Tisch und verschieden lange Lineale tun es auch.

Das Original zeichne ich immer auf Transparentpapier, da kann man z.B. später verschiedene Grundrisse übereinander liegender Ebenen auf Übereinstimmungen prüfen. Das Unterlegen von immer wiederkehrenden Details oder Linienverläufen ermöglicht ebenso ein schnelles Durchzeichnen.

Die Strichführung erfolgt übrigens meistens freihändig die Stollenwände sind ja auch nicht mit dem Lineal gezogen. Sieht einfach lebendiger aus ...

Die Lineale werden eigentlich nur für die Ermittlung/Übertragung der Stollenrichtung per Parallelverschiebung benötigt. Grundlage hierfür ist die Anfertigung einer großen Kompassrose (ca. A3-Blatt-Größe) mit entsprechender Unterteilung des Kreises nach allen Marschzahlen (sieht dann aus wie ne Torte ...)

Die Beschriftung erfolgt dann wahlweise Freihand oder per Schablone.

Der fertige Plan wird dann in entsprechend erforderlicher Anzahl kopiert, das Original wandert ins Archiv.
 

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Arbeitsplatz                                                         Reinzeichnung

 

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Reinzeichnung T-Sohle

 

 

 

Originalplan T-Sohle

 

 

 

Im Nachhinein hat sich für eine Anlage diese Technik schon als sehr genau erwiesen, da die Skizzen anhand dann doch noch aufgetriebener Originalpläne entsprechend überprüft werden konnten.

Es wurden sogar Unstimmigkeiten bzw. Abweichungen zu den Originalen gefunden, die ein genaueres Nachschauen erforderlich machten ...

Die Genauigkeit der Pläne hängt allerdings immer von der Gewissenhaftigkeit des/der Aufmessenden ab ...

 

 
SDE Pressespiegel