Fundmunition Drucken

Vorwort


Fundmunition oder Kampfmittel

Egal mit welcher Motivation ein Sondengänger durch die Botanik streicht. Über kurz oder lang wird er mit einem Überbleibsel der vergangenen Kriege konfrontiert werden.

Solange dieses Relikt aus der Zeit der Armbrust und Schwerter stammt ist es ja noch harmlos, oder sogar Objekt der Begierde. Anders sieht es da schon aus mit 1. und 2. Weltkrieg!
Diese Fundsachen sind nicht nur zum Teil verboten, sondern auch noch höchst gefährlich! Die Brisanz dieser Kampfmittel hat auch nach 55 Jahren nicht nachgelassen, im Gegenteil. Erst einmal verrotten Sprengstoffe nicht, sie behalten ihre explosive Eigenschaft. Dann rosten durch die lange Liegezeit im Boden die Zünd- und Sicherungsmechanismen, so dass eine zunehmende Handhabungsunsicherheit eintritt. Manchmal genügt ein Fall aus geringer Höhe, oder sogar nur eine Lageveränderung.
Auch die Größe, oder das Aussehen vermitteln keinen Eindruck ihrer Gefährlichkeit.

Deshalb gilt prinzipiell: Kampfmittel, die nicht einwandfrei identifiziert sind (und als ungefährlich eingestuft werden können), sind erst mal gefährlich und werden nicht berührt!

Eine solche Identifizierung kann aber nur ein Fachmann vornehmen, keinesfalls ein Laie, mag er auch noch so ein begeisterter Sammler sein.

Die Definition "Kampfmittel" ist in Deutschland natürlich reglementiert. Obwohl Ländersache, ist man sich im Wesentlichen einig, was den Umgang damit angeht.
Um jetzt nicht 16 fast gleichlautende Verordnungen hier aufzulisten, stellvertretend für alle Bundesländer eine

Kampfmittelverordnung


1

Kampfmittel im Sinne dieser Verordnung sind gewahrsamslos gewordene Gegenstände militärischer Herkunft und Teile solcher Gegenstände, die


1. Explosivstoffe enthalten oder aus Explosivstoffen bestehen (z. B. Patronen, Granaten, Bomben, Zünder, Minen, Spreng-, Treib- und Zündmittel; dazu gehören auch Raketen für militärische Anwendung einschließlich der Treibsätze), 

2. Kampfstoffe, Nebelstoffe, Brandkampfstoffe und Reizstoffe enthalten.


2

Wer Kampfmittel entdeckt oder in Besitz hat, ist verpflichtet, dies unverzüglich der nächsten örtlichen Ordnungsbehörde oder Polizeidienststelle anzuzeigen.


3

Sammeln, Bearbeiten und sonstiges Behandeln von Kampfmitteln sowie deren Besitz ist nur den Stellen gestattet, die durch den Regierungspräsidenten mit der Beseitigung der Kampfmittel beauftragt sind.


4

Das Betreten von Flächen, auf denen Kampfmittel entdeckt worden sind, ist nur den Angehörigen der für die Gefahrenabwehr zuständigen Behörden sowie den Angehörigen der Stellen gestattet, die durch den Regierungspräsidenten mit der Beseitigung der Kampfmittel beauftragt sind.


5

(1) Ordnungswidrig handelt, wer

  1. entgegen 2 die Entdeckung oder den Besitz von Kampfmitteln nicht oder nicht unverzüglich anzeigt.
  2. entgegen 3 Kampfmittel sammelt, bearbeitet oder sonst behandelt, ohne durch den Regierungspräsidenten mit deren Beseitigung beauftragt zu sein,
  3. entgegen 4 Flächen betritt, auf denen Kampfmittel entdeckt worden sind.

(2) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu tausend Deutsche Mark geahndet werden. Zuständige Behörde für die Ahndung ist gemäß 31 Abs. 2 des Ordnungsbehördengesetzes die örtliche Ordnungsbehörde.

(3) Gegenstände, die durch eine Ordnungswidrigkeit nach Absatz 1 gewonnen oder erlangt sind, können eingezogen werden.


6

(1) Die Verordnung ist auf die Bundeswehr, die Stationierungsstreitkräfte, den Bundesgrenzschutz, den Zollgrenzdienst und die Polizei nicht anzuwenden.


(2) Das Gesetz über die Kontrolle von Kriegswaffen vom 20. April 1961 (BGBl. I S. 444), das Waffengesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 8. März 1976 (BGBl. I S. 432), und das Sprengstoffgesetz vom 13. September 1976 (BGBl. I S. 2737) in der jeweils geltenden Fassung bleiben unberührt.


Zu der Problematik 6 Ziffer 2 kommen wir später noch!

 

Zuvor aber für sondelnde Laien ein paar Beispiele zum

Erkennen von Fundmunition

 

 

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Handfeuerwaffenmunition

wird vielfach in ihrer Gefährlichkeit unterschätzt. Die Geschosse können mit Spreng- oder Brandsätzen gefüllt sein, die sich bei direkter Sonnenbestrahlung umsetzen können.
Links aussen: 2 cm Flak

Beim Auffinden wieder mit Erde bedecken  - Melden

 

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Granatwerfermunition

ist oft mit sehr labilen Zündern versehen. Bildmitte: eine Splittergranate mit hochempfindlichem Zünder. Unsachgemässe Handhabung kann den Körper zur Detonation bringen.

Beim Auffinden nicht berühren  - Melden

 

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Granaten

können auch mit gefährlichen Zeitzündern versehen sein, die versagt haben, nun aber bei Berührung ansprechen. Durch die lange Liegezeit ist auch der nicht angeschnittenen Führungsring für "nicht abgeschossen = nicht entsichert" kein zuverlässiges Indiz.

Beim Auffinden nicht berühren  - Melden

 

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Zünder

hier eine kleine Auswahl an spreng- und zündkräftigen Zündern der unterschiedlichsten Munitionsarten. Einzelne Zünder sind meist ebenso gefährlich, wie komplette Kampfmittel, da sie oft mit starken Detonatoren versehen sind.

Beim Auffinden nicht berühren  - Melden

 

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Munitionsteile und -bruchstücke

mit Sprengstoffanhaftung. Sprengstoffe verrotten nicht, ihre Sprengkraft bleibt erhalten! Zudem ist Sprengstoff meist giftig.

Beim Auffinden nicht berühren  - Melden

 

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Sprengbomben

sind wegen ihrer sehr grossen Spreng- und Zerstörungskraft und der empfindlichen Zündertypen besonders gefährlich.

Beim Auffinden nicht berühren  - Melden

 

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Nahkampfmittel

eine Auswahl von Panzerfäusten

Beim Auffinden nicht berühren  - Melden

 

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Nahkampfmittel

Handgranaten sind in ihrer Gefährlichkeit nicht zu unterschätzen, da die Zündvorrichtungen oft durch starken Federdruck vorgespannt sind. Durch die lange Lagerung sind die Sicherungselemente äusserst labil und erfüllen ihre Aufgabe nicht mehr.

Beim Auffinden nicht berühren  - Melden

 

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Minen

Beispiel einer Schützen- (li) und einer Panzermine (re). Minen sind häufig gegen Wiederaufnahme (Ausgraben, Anheben) gesichert, deshalb gilt hier erst recht:

Beim Auffinden nicht berühren  - Melden

Erkennen von Fundmunition mit freundlicher Genehmigung StMBD Brandenburg. Homepage: MI Brbg http://www.mi.brandenburg.de

 

(c) SDE & cdf 2002

 
SDE Pressespiegel
Landesverband der Bergbaubetroffenen Saar e.V.
Landesverband der Bergbaubetroffenen Saar e.V.

Superbeben erschüttert Saarland
Externe Links: - ARD Tagesschau (Filmbeitrag) (http://www.tagesschau.de/inland/saarlandbeben2.html) - ZDF (Filmbeitrag) (http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/438234?inPopup=true) - Spiegel (Textbeitrag) (http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,537345,00.html) Saarwellingen/Nalbach.23.02.2008. Das bisher stärkste Erdbeben, verursacht durch den Steinkohleabbau, erschütterte am...

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"Download Anlage 1 zum Vertrag zwischen der RAG und dem Landesverband der Bergbaubetroffenen Saar e.V. : Entschädigungszahlung für Wohnwertminderung durch bergbaubedingte Erderschütterungen (/images/stories/allgemein2012/Vertrag-Wohnungsinhaber.pdf)"