Erkennungsmarken Drucken
FAQ Erkennungsmarken

 

Ich habe eine Erkennungsmarke gefunden! Was nun?!

Nun ja, das hängt davon ab, ob im Zusammenhang mit dem Fund noch die sterblichen Überreste des Trägers auftauchen. Wenn dem so sein sollte, ist der Gang zu den entsprechenden Behörden unerlässlich. Zum Einen ist solch ein Fund meldepflichtig, Außerdem wird wohl niemand in Frage stellen, daß Derjenige, den man da gefunden hat, ein anständiges Begräbnis verdient hat. Die Polizei ist also der erste Ansprechpartner, das sollte in diesem Zusammenhang einleuchten. Ein respektvoller Umgang mit den Toten eines verbrecherischen Krieges ist eindeutig Ehrensache, Ausnahmen kann und darf es in diesem Zusammenhang nicht geben, genauso wenig wie falsche Tabus oder Profitgier.
Wenn es sich um eine weggeworfene oder verlorene Marke handelt, ist die Meldung bei der WASt. ,also der Wehrmachtsauskunftsstelle in Berlin unabdingbar. Die heißt mittlerweile "deutsche Dienststelle zur Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von gefallenen Wehrmachtsangehörigen".
Die haben auch eine Internetsite, die Meldung kann folglich sogar bequem online gemacht werden. Wenn die Näheres wissen wollen, melden sie sich, das kann und wird allerdings dauern. Die WAST kann (falls gewünscht!) mitteilen, ob etwas zum Verbleib des Soldaten bekannt ist. Sie kann und darf aus Datenschutzgründen keine Namen des Trägers nennen. LEIDER!
Hier die URL! http://com-de.com/wast/

Muss ich die Marke abgeben?

Nein. Die Marke gehört dem Finder. Falls sich Angehörige melden, die das Stück vielleicht als letztes Andenken an einen gefallenen Familienangehörigen haben wollen, sollte die Überlegung im Vordergrund stehen, wie es einem wohl selber gehen würde in diesem Fall....

Speziell für Österreich gilt:
Das ÖSK , also das österreichische schwarze Kreuz ist hier der zuständige Ansprechpartner. Man kann allerdings auch bei der WASt in Berlin melden, im Gegensatz zum ÖSK schickt diese eingesandte Marken nämlich wieder an der Finder zurück.

Was ist so eine Marke wert?

Material: Einige Cent. In Sammlerkreisen zwischen 5 und einigen hundert Euro.5 für eine
Landesschützen-Ersatzeinheit, einige Hundert für spezielle SS- Marken .Marken dieser Art bringen immer etwa 30- 40 Euro selbst in schlechtem Zustand. Ist nur eine Hälfte vorhanden, die Hälfte (Logisch, nicht?!). Es gilt wie überall beim Sammeln: Bezahlt wird, was der Markt oder der einzelne Sammler zu zahlen bereit ist.


Warum findet man so häufig Erkennungsmarken?

Viele Soldaten hatten nach dem Krieg schlichtweg die "Schnauze voll". Also weg damit. SS-Angehörige wollten manchmal auch einfach nicht als solche erkannt werden . Nicht selten wurden die Marken in Kriegsgefangenenlagern eingesammelt, erfasst und schließlich einfach "entsorgt".

Ich habe meine Marke gemeldet , aber nichts mehr gehört! Was ist los?

Nur Geduld! Die Mühlen der Verwaltung mahlen langsam , aber stetig. Kaum ist ein Jahr vorbei.....kommt unerwartet Post!



Warum überhaupt Erkennungsmarken?

Der Grund ist praktisch und makaber zugleich: Ein Soldat - sofern er erst mal "auf dem Felde der Ehre" sein Leben ausgehaucht hat- muss für Diejenigen, die ihn bestatten sollen identifizierbar sein. Egal, ob am Stück oder in Fetzen, ganz oder verbrannt. Die einzige Möglichkeit dies sicherzustellen ist das Tragen einer Marke mit seinen persönlichen Daten. Sie helfen auch nach Jahrzehnten ,dem Knochenhaufen einen Namen und somit ein würdiges Begräbnis zu verschaffen. Außerdem können so seine Angehörigen benachrichtigt und über sein Schicksal in Kenntnis gesetzt werden. Um dem Ruch der Menschenverachtung vorzubeugen: Das ist und war die Realität. Krieg ist immer menschenverachtend, immer ein Verbrechen. Wer den Text bis hierher aufmerksam gelesen hat, wird verstehen, was gemeint ist. Die Erkennungsmarke dient nur dazu, ein Schicksal zu klären, den Angehörigen Gewissheit zu geben. Sie hat - wenn man so will- einen humanitären Zweck.

Seit wann gibt es Erkennungsmarken?

Die ersten (selbstgefertigten!) Marken stammen aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg.
Flächendeckend wurden sie in Deutschland im ersten Weltkrieg eingeführt, bei anderen Staaten dürfte es ähnlich ausgesehen haben. Zunächst bestanden sie aus einem Stück Metall ohne Trennschlitz, auf dem der volle Name und die Einheit des Trägers (ausgeschrieben )standen. Die Form war auch damals schon oval. Beispiel einer Aufschrift:
Herrmann Joseph Georg
Rosenberg 57
22.5.97
II.Ers.Batl. bayer.6.JR
Rekr.Dep1 Nr 1300
Bay 19 J.R.11.K
1006
Die Angaben waren also noch sehr persönlich.

Worin bestehen die Unterschiede zwischen dt. Marken des 1.WK und des 2.WK?

Seit den Zeiten der "schwarzen Reichswehr" in den zwanziger Jahren haben die Marken einen Trennschlitz. Dieser teilt die Marke mittig und ermöglicht, sie in 2 Teile auseinander zubrechen. Die obere Hälfte verblieb bei der Leiche , die untere ging erst an die Einheit, dann in die Heimat zur Wehrverwaltung. Beide Hälften waren identisch beschriftet ,die obere hatte 2 Löcher um ein Band hindurchzuführen und um den Hals zu hängen, die untere ein sog. " Sammelloch", um die unteren Markenhälften von Gefallenen miteinander zu verbinden.
Im Verlauf des 2.Weltkrieges waren die deutschen Marken alle gleich groß und hatten alle 3 Trennschlitze. Natürlich gab es Ausnahmen, vor allem zu Kriegsende hin, wo Selbstanfertigungen an der Tagesordnung waren. Materialknappheit und schlechte Versorgungslage zwangen zu diversen "Basteleien". Hatte ein Soldat seine Marke verloren, musste er sie ersetzen. Grund genug zum Basteln! Es gab auch große Metallplättchen, die beschriftet waren, etwa so groß wie eine Spielkarte oder etwas kleiner. Das waren jedoch Gepäckanhänger, keine E-Marken.
Ferner waren nur noch die Einheit ,die Blutgruppe und die Stammrollennummer auf der Marke vermerkt, nicht jedoch der Name oder der Dienstgrad.
AUSNAHME: Bei der Kriegsmarine. Die hatten kleine, eloxierte Alumarken mit Trennlinie (kein Schlitz!) und dem vollen Namen des Trägers. Ferner sein Eintrittsjahr und als Buchstaben seine Laufbahn.

Was steht auf einer deutschen Erkennungsmarke des 2. Weltkrieges eigentlich drauf?

Zuerst einmal die Personalnummer, soweit es sich um Heer, Waffen-SS oder Luftwaffe handelt.(1 bis über 10000!)
Weiterhin die Einheit und schließlich noch die Blutgruppe. (A, AB, B, oder Null)

Beispiel für Heeresbeschriftung:
156
1/Art. Ers. Abt. 8 AB
Das heißt eingedeutscht: Personalnummer 156, 1.Batterie ,Artillerieersatzabteilung 8 Blutgruppe AB

Beispiel für eine Luftwaffen-Beschriftung:
12
Fl.Ers.BATL XVII 0
Flieger Ersatz Battaillon 17 Personalnummer 12 Blutgruppe Null (Einheit war in Wien)

Beispiel für eine Beschriftung der Waffen-SS:
2549
SS- Kav. Ausb . u. Ers. Abt. 10 A
SS Kavallerie Ausbildungs- und Ersatz -Abteilung 10 Personalnummer 2549 Blutgruppe A

Beispiel für eine Beschriftung bei der Kriegsmarine:
Kurt Stratmann
Seeoffizier 1938 E
Das bedeutet :Eingestellt 1938 zur Ergänzungsausbildung Marineartillerie

Interessant ist hierbei, dass es bei allen Waffengattungen "Ersatz- und Ausbildungs- -......" hieß, bei der Waffen - SS hingegen immer "Ausbildungs- -und Ersatz-....."

Manche Marken hatten auch nur Nummern.


Auf meiner Marke stehen nur Nummern! Was heißt das?

Einheiten, bei denen mit schnellem Feindkontakt gerechnet wurde und /oder bei denen im Fall einer Gefangennahme durch den Gegner verschleiert werden sollte, um welche Einheit es sich handelt ,bekamen nur Nummern auf die Erkennungsmarke. Es konnte sich dabei hauptsächlich um Grenzwacheinheiten oder Fallschirmjäger handeln Ohne die entsprechenden Unterlagen ist hier jedoch absolut nichts zu machen, der Rückschluss , dass jede Marke mit Ziffern automatisch eine Fallschirmjäger-Marke ist, stimmt natürlich nicht.

Beispiel für eine Fallschirmjäger-Marke:

217 440
26
Stabskompanie Fallschirmjägerregiment 9 Mitgliedsnummer 26

Wer hatte überhaupt alles Erkennungsmarken?

Alle!
War nurn Scherz...kommt der Wahrheit aber am Nächsten. Vorgesehen war, dass jeder Soldat aller 4 Waffengattungen eine Marke zugeteilt bekam. Ferner RAD (Arbeitsdienst) ,NSKK, Organisation Todt ,Polizei ,Werksmitarbeiter in kriegswichtigen Betrieben, Volkssturm , Feuerwehr, Helferinnen aller Art, Nachrichten und- Verwaltungspersonal, Technische Nothilfe und Hiwis.
Nicht zu vergessen: Kriegsgefangene! Deren Marken waren allerdings eckig.

Wurden die immer um den Hals getragen?

Theoretisch? Ja! Praktisch ? Gelegentlich. Viele hatten sie auch in der Tasche, in der Gasmaskenbüchse oder im Tornister. Da halfen sie zwar nichts, aber das war den Betreffenden oftmals egal. Abergläubische Soldaten haben die Marken oft als "Eintrittskarte" zum Massengrab angesehen. Häufig wurden sie in kleinen Täschchen um den Hals getragen ,begleitet von Glücksbringern aller Art.


Aus welchem Material bestehen die Marken?

Normalerweise aus Alu oder Zink, bei Panzerbesatzungen u.ä. auch Edelstahl. Vor allem bei späten Kriegs -und Eigenfertigungen gab es auch welche aus Eisen, Messing oder Weißblech. Das trifft allerdings auf die wenigsten Marken zu.

Wie reinige ich eine Erkennungsmarke, die ich ausgebuddelt habe?

Zunächst mal: Vorsichtig!
Korrosion hat nach 60 Jahren im Boden meist schon zugeschlagen, leicht verdirbt man das Teil durch scharfe Reinigungsmittel. Unter fließend Wasser abspülen, auf einem glatten Untergrund mit einer harten Zahnbürste , weiter eventuell mit ganz feiner Stahlwolle und Ballistol. Ein probates Mittel für stark vergammelte Stücke ist das Einlegen in Coca Cola (über Nacht), die darin enthaltene Phosphorsäure bewegt mehr als man denkt, ohne wirklich zu schaden. Bei gut erhaltenen Marken sollte man sich eh überlegen, ob man ihnen ihre Patina nicht einfach lässt. Schließlich sind es ja auch Bodenfunde .

In meiner Alumarke ist ein/mehrere Löcher ,mit weißlichem Pulver darin! Was tun?

Also: Das Zeug muss raus! Der Lochfraß schreitet noch weiter fort, wenn man es lässt und die Marke wird zerstört! Man nimmt also einen Glasborstenradierer oder einen anderen Gegenstand, der geeignet ist, das Pulver zu entfernen ohne die Marke zu zerkratzen und pult das Loch sauber. Wenn die Rückstände entfernt sind, erzielt man guten Luftabschluss (notwendig!!!) mit Plastikfarbe. Die gibts in jedem Modellbaugeschäft in recht passenden Farbtönen.

Auf der gereinigten Erkennungsmarke steht nichts drauf!

Künstlerpech. Es gab viele Soldaten, die aus Aberglaube oder Faulheit keine Angaben auf ihrer Marke hatten. Möglicherweise ist es auch ein weggeworfener Rohling. Wer weiß???

Die Marke ist auseinandergebrochen! Was tun?

Je nach Gusto kann man ein Stück Pappe nehmen und dahinter kleben. Ich für meinen Teil belasse sie, wie sie sind. Ansonsten: Kreativ sein!

Was für Rückschlüsse lassen sich aus der Personalnummer ziehen?

Bedingt, einige. Es war nicht automatisch so, dass ein Soldat mit niedriger Personalnummer immer gleich der Chef der Einheit war. Anzunehmen ist allerdings, dass die Offiziere wohl als Erste ihre Hundemarken bekamen.

Wo finde ich eine Liste mit den gebräuchlichen Abkürzungen auf den Marken?

Es gibt bis dato genau ein gutes Buch in deutscher Sprache, welches sich mit der Thematik auseinandersetzt. Es heißt
"Deutsche Erkennungsmarken des 2.Weltkrieges", Autor ist Jean Höidal.
ISBN 3-931533-40-9
Kostenpunkt etwa 45 Euro. Es ist extrem interessant und kompetent geschrieben, wenn auch leider etwas teuer. Ich will dem Autor nicht schaden, indem ich seine Arbeit veröffentliche.
Deshalb: Buch kaufen, selber nachlesen! Oder einfach Mail an mich via PN.
Ich kann im Einzelfall auch Daten über die Einheit in Erfahrung bringen....

Ist das Sammeln von Erkennungsmarken nicht gleichbedeutend mit Leichenfledderei, bzw. unterstützt es die Fledderer nicht?

Gute Frage!Es hängt in erster Linie davon ab, woher man seine Marken bezieht, beziehungsweise wie man selbst mit der Thematik umgeht.Natürlich verbietet es sich, einen gefundenen toten Soldaten auszuplündern und ihn seiner Habseligkeiten zu berauben.Auch (so warnt zumindest die Wast) sollte man bei Besuchen in Ostblockländern keine feilgebotenen Marken kaufen.
Die überwiegende Anzahl der heute auf dem Markt befindlichen Marken stammt jedoch vom Besitzer selbst, der das Stück aus dem Krieg mit nach Hause gebracht hat.Oder aus Bodenfunden bei Abrüstplätzen bzw. Gefangenenlagern.
Wer schon mal ein Loch von 2 auf 1 Metern mit 1 Meter Tiefe gegraben hat, wird bestimmt nachvollziehen können, daß das unmöglich ein rentables Geschäft sein kann, einen Soldaten wegen seiner Marke auszugraben. Das dauert nämlich ewig lang und ist extrem anstrengend. Die Theorie, die immer wieder durch die Foren und Newsgroups geistert, es gäbe Horden von Leuten, die davon leben, Marken zu fleddern und zu verhökern ist wohl eher ein Fantasieprodukt. Gleichwohl gab und gibt es in der Gegend rund um Berlin immer noch Leute, die gesucht, gefunden und nicht gemeldet haben. Die Bilder von herumliegenden Gebeinen, die wegen ihrer Ausrüstung ausgebuddelt wurden, und dann achtlos fortgeworfen wurden sind eine Schande für jeden ernsthaften Sondengänger und ein Armutszeugnis für den Umgang mit Toten. Es wird wahrscheinlich immer Leute geben, die versuchen, mit dem wohl unseligsten Teil unserer Geschichte Geld zu verdienen, egal ob mit Leichenfledderei, dem Verhökern von neuproduzierten NS- Devotionalien oder der Vermarktung geschichtsträchtiger Orte wie z.B. dem Obersalzberg oder Bunkern zu "Event- Zwecken". Wie weit man solchem, nur auf Kommerz ausgerichteten Treiben Vorschub leisten möchte, muss jeder für sich selbst beantworten, Alles eine Frage der Ethik, auf die in diesem Zusammenhang nicht näher eingegangen werden muss und kann

SDE & Rotti

 
SDE Pressespiegel
Landesverband der Bergbaubetroffenen Saar e.V.
Landesverband der Bergbaubetroffenen Saar e.V.

Superbeben erschüttert Saarland
Externe Links: - ARD Tagesschau (Filmbeitrag) (http://www.tagesschau.de/inland/saarlandbeben2.html) - ZDF (Filmbeitrag) (http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/438234?inPopup=true) - Spiegel (Textbeitrag) (http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,537345,00.html) Saarwellingen/Nalbach.23.02.2008. Das bisher stärkste Erdbeben, verursacht durch den Steinkohleabbau, erschütterte am...

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Download: Entschädigungszahlung für Wohnwertminderung durch bergbaubedingte Erderschütterungen
"Download Anlage 1 zum Vertrag zwischen der RAG und dem Landesverband der Bergbaubetroffenen Saar e.V. : Entschädigungszahlung für Wohnwertminderung durch bergbaubedingte Erderschütterungen (/images/stories/allgemein2012/Vertrag-Wohnungsinhaber.pdf)"