Vor hundert Jahren, als die junge Türkische Republik noch um ihre Existenz rang, lag das kleine Dorf Akviran etwa vierzig Kilometer südöstlich von Konya in den welligen Hügeln der anatolischen Hochebene. Heute steht es leer – seit genau einem Jahrhundert. Die Häuser aus Lehm und Stein sind halb eingestürzt, die Dächer fehlen, und zwischen den Mauern wächst wilder Thymian und Ginster. Nur der Wind und gelegentlich ein Schakal stören die Stille.
Ich bin zurzeit beruflich in Konya und hatte an einem freien Nachmittag von der Legende gehört. Ein alter Kollege aus dem Hotel erzählte mir flüsternd davon. Angeblich soll hier im Frühjahr 1925 ein wertvoller Schatz versteckt worden sein. Damals tobten noch die letzten Nachwehen des Unabhängigkeitskrieges. Griechische und türkische Truppen hatten die Region mehrmals durchzogen. Ein reicher örtlicher Grundbesitzer namens Mehmet Ali Bey, ein enger Vertrauter des damaligen Gouverneurs von Konya und Bewunderer Mustafa Kemal Paschas, soll seine gesamte Habe – Goldmünzen aus osmanischer Zeit, Schmuck, wertvolle Kalligraphien und sogar einige seltene Handschriften aus der Zeit Sultan Abdülhamids – in einer geheimen Kammer unter dem alten Hamam des Dorfes versteckt haben. Er fürchtete, dass plündernde Banden oder verbliebene irreguläre Einheiten ihm alles nehmen würden.
Mehmet Ali Bey starb wenige Wochen später bei einem Gefecht nahe Afyon. Sein treuer Diener, der aus dem Dorf stammte, soll das Versteck mit seinem Leben verteidigt haben. Die Bewohner flohen kurz darauf – einige wegen Dürre, andere wegen der neuen republikanischen Steuern und der Angst vor weiteren Unruhen. Das Dorf wurde nie wieder besiedelt.
Bis heute suchen Historiker und Schatzsucher nach dem „Gold von Akviran“. Türkische Forscher der Universität Ankara und sogar ein Team der UNESCO haben in den letzten Jahren mit Metalldetektoren und Bodenradar das Gelände untersucht, ohne Erfolg. Die Legende hält sich hartnäckig, weil ein Brief Mehmet Ali Beys an einen Freund in Istanbul aus dem Jahr 1925 erhalten geblieben ist. Darin heißt es: „Der Reichtum meiner Väter ruht nun unter der alten Erde, wo niemand ihn finden soll, bis das Vaterland sicher ist.“
An meinem freien Tag mietete ich mir einen Wagen und fuhr hinaus. Die Straße endete schon nach zwanzig Kilometern in einer Schotterpiste. Danach ging ich zu Fuß. Die Sonne brannte heiß auf die Ruinen. Die Stille war beeindruckend. In den verfallenen Häusern fand sich nix mehr; nicht mal Müll. Der alte Hamam war nicht zu lokalisieren. Nichts. Nur Staub, Spinnen und das Gefühl, dass mich die Geister der Vergangenheit beobachteten.
Als die Sonne tiefer sank, machte ich mich auf den Rückweg. Ich hatte nichts gefunden außer einer tiefen Ehrfurcht vor dieser vergessenen Epoche. Vielleicht liegt der Schatz wirklich noch dort unten, gut geschützt vor der modernen Welt. Vielleicht wird er eines Tages von einem Historiker entdeckt. Oder er bleibt für immer das Geheimnis von Akviran – ein Symbol für die unruhigen Jahre, in denen die Türkei geboren wurde.
Auf der Rückfahrt nach Konya dachte ich über die Ironie nach: Während Atatürk in Ankara die Republik formte, versteckte ein einfacher Mann in einem unbedeutenden Dorf seinen Reichtum, um die Zukunft seiner Familie zu sichern. Heute suchen Experten mit modernster Technik, was ein einzelner Mann vor hundert Jahren mit bloßen Händen verborgen hat. Und ich, ein kleiner Hobbyschatzsucher aus der Gegenwart, durfte für ein paar Stunden in diese verlassene Welt eintauchen – ohne Erfolg, aber reicher an Geschichten.
Mein türkischer Arbeitskollege versucht jetzt verzweifelt einen Metalldetektor in Konya leihweise aufzutreiben ... der hat Blut geleckt. Ich schau mir dann aber das Ganze mit entsprechendem Abstand von außen an ???

Das menschliche Haar wächst mit 4,6 Yoctometer pro Femtosekunde


Bei den drei Buchstaben bekomme ich immer Puls 
- habe es auch versucht ihm klar zu machen, dass das nicht mal in 2-3 Stunden an einem Nachmittag geht
, und schon ganz andere Kaliber da am Suchen, Sondeln uns sonst was waren. Aber die Mentalität dieser Landsleute ist, sagen wir mal human
, resistent, ... vorsichtig ausgedrückt
.
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