Glückauf! oder Glück Auf!

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  • Hajo
    Heerführer

    • 29.09.2003
    • 3112
    • NRW
    • C-Scope 1220 B

    #1

    Glückauf! oder Glück Auf!

    Mal so kurz eingeworfen...
    Hallo Omega-Team,
    wenn ich den Bergmannsgruß "Glückauf" noch einmal in 2 Wörtern (Glück Auf ) bei Euch lese,komme ich Euch auf's Dach!
    Ein Bergmann weiß das!!

    Glückauf
    Uli
    Wenn ich nur darf,wenn ich soll,aber nie kann wenn ich will,dann mag ich auch nicht,wenn ich muß....
  • kapl
    Landesfürst

    • 30.08.2002
    • 719
    • NRW. Ruhrstadt Essen. Kulturhaupstadt 2010

    #2
    Ich steige dem Uli mal aufs Dach!

    Laut Duden sind beide Schreibweisen erlaubt!
    In der 23. Ausgabe zusammen!

    Aber eigentlich heisst es:
    Als Grußformel, so, wie wir es hier auch nutzen, und mit einem Ausrufungszeichen versehen (Betonung auf "auf")sollte es m.E. getrennt geschrieben werden. Wenn ich aber schreibe, "er hat mit Glückauf die Runde begrüßt" schreibe ich es zusammen.

    Oder auch:
    als reine Grußformel schreibt man "Glück auf". Das ist laut Duden richtig, richtig
    ist aber laut Duden auch die Zusammenschreibung z. B. bei "Mit freundlichem Glückauf"
    oder "Ein herzliches Glückauf" oder einfach "mit Glückauf", also das "Glückauf" .




    wenn Du das Thema "Glückauf" vertiefen möchstest, nachfolgend einige Literaturhinweise:

    1. Gerhard Heilfurth: GLÜCKAUF! Geschichte, Bedeutung und Sozialkraft des Bergmanngrusses, 225 Seiten, Essen 1958

    2. Otto Dünbier: Der Kumpel, Driter Band, Düsseldorf 1936, Seiten 295 - 307

    3. Alfred Drißen: Die Deutsche Bergmannsprache mit zahlreichen Bildern, einigen Karten und vielen Einlagen auf Kunstdruckpapier, 2. völlig veränderte und erheblich vermehrte Auflage, Bochum 1939, Seiten 15 - 18.


    Tja Uli
    Ich verabschiede mich also von dir mit Glückauf und rufe dir ein freundliches "Glück auf !" zu

    kapl

    Oder wir halten es mit Goethe, der war Bergmann. Siehe Bild!
    Zuletzt geändert von kapl; 02.03.2006, 11:38.
    (vorerst) nur noch lesend. Schreibend? Woanders! Wo? pn!

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    • Deistergeist
      Moderator

      • 24.11.2002
      • 19773
      • Barsinghausen am Deister

      #3
      Moin!

      Das sind halt auch regionale Unterschiede, da muss man etwas Toleranz zeigen. Ich habe schon erlebt, wie Bergleute vom Deister und der Ruhr in Streit geraten sind. Die Sache war schnell geklärt, die Jungs hatten einfach nur aneinander vorbei geredet-gleiche Fachausdrücke, aber mit unterschiedlicher Bedeutung.

      Gut Fund! Thomas
      "The Man Who Saved the World" -S. J. Petrow-

      Kommentar

      • Deistergeist
        Moderator

        • 24.11.2002
        • 19773
        • Barsinghausen am Deister

        #4
        1. Gerhard Heilfurth: GLÜCKAUF! Geschichte, Bedeutung und Sozialkraft des Bergmanngrusses, 225 Seiten, Essen 1958


        225 Seiten nur über den Gruss??? Ich fass es nich ....
        "The Man Who Saved the World" -S. J. Petrow-

        Kommentar

        • Hajo
          Heerführer

          • 29.09.2003
          • 3112
          • NRW
          • C-Scope 1220 B

          #5
          Zitat von kapl
          Ich steige dem Uli mal aufs Dach!

          Laut Duden sind beide Schreibweisen erlaubt!
          In der 23. Ausgabe zusammen!

          Aber eigentlich heisst es:
          Als Grußformel, so, wie wir es hier auch nutzen, und mit einem Ausrufungszeichen versehen (Betonung auf "auf")sollte es m.E. getrennt geschrieben werden. Wenn ich aber schreibe, "er hat mit Glückauf die Runde begrüßt" schreibe ich es zusammen.

          Oder auch:
          als reine Grußformel schreibt man "Glück auf". Das ist laut Duden richtig, richtig
          ist aber laut Duden auch die Zusammenschreibung z. B. bei "Mit freundlichem Glückauf"
          oder "Ein herzliches Glückauf" oder einfach "mit Glückauf", also das "Glückauf" .




          wenn Du das Thema "Glückauf" vertiefen möchstest, nachfolgend einige Literaturhinweise:

          1. Gerhard Heilfurth: GLÜCKAUF! Geschichte, Bedeutung und Sozialkraft des Bergmanngrusses, 225 Seiten, Essen 1958

          2. Otto Dünbier: Der Kumpel, Driter Band, Düsseldorf 1936, Seiten 295 - 307

          3. Alfred Drißen: Die Deutsche Bergmannsprache mit zahlreichen Bildern, einigen Karten und vielen Einlagen auf Kunstdruckpapier, 2. völlig veränderte und erheblich vermehrte Auflage, Bochum 1939, Seiten 15 - 18.


          Tja Uli
          Ich verabschiede mich also von dir mit Glückauf und rufe dir ein freundliches "Glück auf !" zu

          kapl

          Oder wir halten es mit Goethe, der war Bergmann. Siehe Bild!
          @ Kapl

          Vielen lieben Dank für Deine Ausführungen,ich habe wieder etwas dazugelernt,denn Daß Goethe Bergmann war,entzog sich absolut meiner Kenntnis! Ich kenne ihn nur als Schreiberling ect.

          Ansonsten schreibe ich Glückauf weiterhin zusammen,wie schon seit 1963,denn da begann mein Berufsleben im Bergbau.Hat ein Ausbilder gesehen,daß "glück Auf" auseinander geschrieben wurde,gab es echt schmerzhaft eins zwischen die Löffel! Wer meinte,darüber dann zu diskutieren,bekam umgehend die nächste Ohrfeige...
          Sieste Kapl,so haben wir damals die Deutsche Sprache gelernt (u.A.).

          Glückauf
          Uli

          PS: Kapl,hast Du schon die Pisa-Studie gelesen? da geht es ähnlich Deinen Ausführungen zu...
          Zuletzt geändert von Hajo; 02.03.2006, 17:11.
          Wenn ich nur darf,wenn ich soll,aber nie kann wenn ich will,dann mag ich auch nicht,wenn ich muß....

          Kommentar

          • GWIA
            Lehnsmann


            • 01.03.2006
            • 32
            • allianz

            #6
            @
            Das Glückauf (alternative Schreibweise Glück Auf; als Ausruf „Glück auf!“) ist ein Bergmannsgruß, der im sächsischen Erzgebirge Ende des 16. Jahrhunderts entstand.

            Kommentar

            • sepp
              Ritter

              • 13.09.2002
              • 416
              • Hagen-Haspe

              #7
              Auffi!
              Ende des 16 ten Jahrhunderts klingt zwar schön ,ist aber nicht belegt.
              Da wird meistens auf die Hoftrinkordnung des sächsischen Kurfürsten Christian II. zurückgegriffen.Leider gibt es von dieser "Nagelprobe"nur Abschriften,die aber nicht aus jener Zeit sind.
              Die ältesten Belege des Bergmannsgrußes sind von 1670-72.Ab da aber regelmäßig.
              beetpott.de

              Kommentar

              • masterTHief
                Landesfürst

                • 27.11.2001
                • 985
                • In einer Höhle in der Erde
                • Schlumberger Titan

                #8
                Hallo Hajo & all

                Unter Bergarbeitern und Kruppianern im Essener Nachkriegs-Westen aufgewachen, habe ich mir bisher kaum darüber Gedanken gemacht, wie der Gruß richtig zu schreiben wäre.
                Kannte bisher (und so auch von mir gebraucht) die Form "Glück Auf".
                Getrennt und beides groß angefangen.

                Find ich äsTHetisch und sehr vernünftig, da es den Gruß betont.

                Dies vielleicht auch zur Unterscheidung, weil
                es daneben sowohl den Bergmanns-Fluch "Glück Zu" als auch den letzten Gruß "Glück Ab" für einen Bergmann bei dessen Grablege gibt
                (oder geben soll, jetzt bin ich verunsichert, weil ich von diesen Formeln gehört und gelesen habe, ihnen aber in der Praxis noch nicht begegnet bin!).

                Einer meiner besten Freunde ist ein alter Herr, der früher als Bergmann unter Tage tätig war. Wenngleich dies im Kohlebergbau im Ruhrgebiet, so hat er sich endgültig im früheren Erzbergbaugebiet um Rheinbach in der Voreifel zur Ruhe gesetzt. Dort haben uns dann meine Forschungen über antiken Bergbau, Zwergen, Nibelungen und Versteckmöglichkeiten für Schätze zusammengeführt.

                Wenn dieser Herr, dem ich wirklich sehr viel zu verdanken habe, vor mir in die Erde gelassen würde, wie sollte der traditionsreichen bergmännischen Sakralkultur entsprechend mein letzter Gruß für ihn beispielsweise auf der Kranzschleife lauten?
                Diese Frage bewegt mich schon seit einiger Zeit.
                Da ich mit ihm selbst nicht darüber sprechen kann und möchte - obwohl es sonst keine Geheimnisse gibt - hier meine Frage an alle Bergbeflissenen:
                Wäre ein "Glück Ab" zutreffend?
                Groß-, Kleinschreibung, getrennt oder zusammen sind dabei nebensächlich,
                da ich - wie oben erläutert - zu der von mir angegebenen Schreibweise neige.

                Bei dieser Gelegenheit:
                GoeTHe - nur echt mit TH - war meines Wissens sogar "geheimer Bergrat".
                In einer Rede vor Bergleuten soll er einmal gesagt haben, daß "Redlichkeit und Verstand die beiden Dinge sind, die einem alle Schätze der Welt eröffnen". Er kannte sich also auch in Schatzsuche aus.
                Würde mich daher auch nicht wundern, wenn gerade die Bergleute an der Neffelquelle in der Voreifel im 4. Jhdt. (damals noch als Zwerge gesehen) zuerst auf den seit Caesars Zeiten versteckten oder vergrabenen Stammesschatz der Eburonen gestoßen wären, der dann als Nibelungenschatz heute noch die Gemüter beschäftigt. erst recht die von Schatzsuchern und Bergleuten.
                Hierzu läßt GoeTHe seinen Faust sprechen:
                "Wie nur dem Kopf nicht jede Hoffnung schwindet, der unentwegt an schalen Zeuge klebt, mit gier´ger Hand nach Schätzen gräbt und froh ist,
                wenn er Regenwürmer findet"!
                Dazu bedurfte es keines Internets und keiner Schatzsucher-Foren.

                Mit freundlichem Grüßen und einem "Glück Auf"

                masterTHief
                - nur echt mit "TH" -

                Kommentar

                • Hajo
                  Heerführer

                  • 29.09.2003
                  • 3112
                  • NRW
                  • C-Scope 1220 B

                  #9
                  @ Master Thief

                  Ich muß leider aus Erfahrung bei der letzten Fahrung von einigen Bergbaukollegen berichten...

                  Nie,nie hat es jemand gewagt,bei der Beerdigung eines Bergmannes Floskeln,wie "Glückab" oder dergl. zu benutzen!!

                  Man hat dem verstorbenen immer! ein "letztes Glückauf" gewünscht,wobei der Gedanke an eine Gückliche " letzte Fahrt" in den Bergmannshimmel nicht von der Hand zu weisen ist.

                  Glückauf

                  Uli
                  Zuletzt geändert von Hajo; 04.03.2006, 07:31.
                  Wenn ich nur darf,wenn ich soll,aber nie kann wenn ich will,dann mag ich auch nicht,wenn ich muß....

                  Kommentar

                  • kapl
                    Landesfürst

                    • 30.08.2002
                    • 719
                    • NRW. Ruhrstadt Essen. Kulturhaupstadt 2010

                    #10
                    Was für einen Sinn soll denn auch "Glück ab" haben?

                    Zur Erläuterung:
                    Wenn die Höhlenforscher z.B. "Glück tief" sagen, meinen sie etwas komplett anderes als wenn ein richtiger Bergmann "Glück auf" sagt.
                    Beides ist zwar eine Großformel aber der Ursprung vom GA hat nichts damit zu tun, dass man wieder raus kommt oder ähnliches.
                    Der Sinn ist recht simpel, es sollte sich ein (z.B. Erz)- Gang auftun, den man dann folgen konnte. Der Bergbau in der Frühzeit war ja meist das Folgen eines Gangausbisses.
                    Da hatte man eben Glück gehabt, wenn sich vor einem so ein schöner und mächtiger ERZ-Gang AUF getan hat.

                    GA
                    kapl
                    Zuletzt geändert von kapl; 04.03.2006, 09:04.
                    (vorerst) nur noch lesend. Schreibend? Woanders! Wo? pn!

                    Kommentar

                    • GWIA
                      Lehnsmann


                      • 01.03.2006
                      • 32
                      • allianz

                      #11
                      @kapl
                      In der Luftschifffahrt wird der entgegengesetzte Gruß „Glück ab!“ verwendet. Die Luftlandetruppe der Bundeswehr (von der ein Drittel im Saarland stationiert war) verwendet die Abwandlung: „Glück ab und fette Beute!“

                      Kommentar

                      • kapl
                        Landesfürst

                        • 30.08.2002
                        • 719
                        • NRW. Ruhrstadt Essen. Kulturhaupstadt 2010

                        #12
                        Zitat von GWIA
                        @kapl
                        In der Luftschifffahrt wird der entgegengesetzte Gruß „Glück ab!“ verwendet. Die Luftlandetruppe der Bundeswehr (von der ein Drittel im Saarland stationiert war) verwendet die Abwandlung: „Glück ab und fette Beute!“
                        Mag ja sein, ist aber historisch vollkommen falsch!
                        GA
                        kapl

                        Zitat: Das Kleine Bergbaulexikon. (Verlag Glückauf , Essen. 8. Auflage 1998)
                        Glückauf, auch Glück auf, Bergmannsgruß, Ursprung wohl vor 700 Jahren. Man wünschte sich "Glück", der Gang möge sich "auf" tun. (Im Gegensatz zum noch älteren Gruß "Glück zu") Im Tiefbau wünschten sich Bergleute eine gute "Grubenfahrt" und glückliche Rückkehr


                        Leider wird "Glück zu" nicht erklärt.

                        Also hat sich die usrpüngliche Bedeutung vom GA geändert. Bedingt durch den Tiefbau und dem damit verbundenen Tradtionsverlust gegenüber den "alten".
                        Zuletzt geändert von kapl; 04.03.2006, 09:18.
                        (vorerst) nur noch lesend. Schreibend? Woanders! Wo? pn!

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                        • kapl
                          Landesfürst

                          • 30.08.2002
                          • 719
                          • NRW. Ruhrstadt Essen. Kulturhaupstadt 2010

                          #13
                          Uups, habe wohl das Goethe Bild beim editieren gelöscht. Voila:
                          Angehängte Dateien
                          (vorerst) nur noch lesend. Schreibend? Woanders! Wo? pn!

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                          • omegateam
                            Bürger

                            • 28.02.2001
                            • 135
                            • Sachsen-Anhalt (Naumburg)
                            • Verschiedenes zur Hohlraumortung

                            #14
                            Hallo Hajo,
                            die laufende Diskussion hat ja nun ergeben das Du uns nicht "aufs Dach" kommen mußt.
                            @Alle
                            Trotzdem eine sehr interessante Diskussion zu den Hintergrümnden des Bergmannsgrußes, die man so tiefgründig noch nicht kannte.
                            Glück Auf
                            OMEGATEAM

                            Kommentar

                            • masterTHief
                              Landesfürst

                              • 27.11.2001
                              • 985
                              • In einer Höhle in der Erde
                              • Schlumberger Titan

                              #15
                              Hallo Hajo,

                              herzlichen Dank für die Aufklärung, Du warst mir eine große Hilfe.
                              Das "Letzte Glück Auf" werde ich mir merken.
                              Meine bisherige Auffassung gründete sich auf
                              "Gerhard Heilfurth, Bergmann und Bergbau in der deutschsprachigen Sagenüberlieferung Mitteleuropas, Band I, Quellen, N. G. Elwert Verlag 1967"
                              Kann sein, daß dort mittlerweile überholte Traditionen zu finden sind.
                              Super-Werk für den Bergbau-Begeisterten, sehr empfehlenswert.

                              Gruß

                              masterTHief
                              - nur echt mit "TH" -

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