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Bleierzbergbau der römischen Kaiserzeit im Raum Brilon
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Bleierzbergbau der römischen Kaiserzeit im Raum Brilon
Bereits im 19. Jh. waren archäologische Funde römischer Provenienz im Zusammenhang mit dem Bergbau und Hüttenwesen im Gebiet der Germania magna bekannt. Zahlreiche Bleifunde an Siedlungsplätzen um Brilon im Sauerland zusammen mit römischen Importfunden führen zu Fragen hinsichtlich Datierung, Umfang und Organisation des Bleierzbergbaus sowie der Metallverarbeitung. Schwierigkeiten bei der Beurteilung ergeben sich u.a. dadurch, dass bisher keine archäologischen Untersuchungen unter Tage stattfanden. Nachdem das Fundmaterial zunächst vor allem ausgehend von epigraphischen Befunden behandelt wurde, sollen im folgenden die montanarchäologischen Quellen vorgestellt werden.
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Bleierzbergbau der römischen Kaiserzeit im Raum Brilon
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Martin Straßburger
19.11.2009
Bereits im 19. Jh. waren archäologische Funde römischer Provenienz im Zusammenhang mit dem Bergbau und Hüttenwesen im Gebiet der Germania magna bekannt. Zahlreiche Bleifunde an Siedlungsplätzen um Brilon im Sauerland zusammen mit römischen Importfunden führen zu Fragen hinsichtlich Datierung, Umfang und Organisation des Bleierzbergbaus sowie der Metallverarbeitung. Schwierigkeiten bei der Beurteilung ergeben sich u.a. dadurch, dass bisher keine archäologischen Untersuchungen unter Tage stattfanden. Nachdem das Fundmaterial zunächst vor allem ausgehend von epigraphischen Befunden behandelt wurde, sollen im folgenden die montanarchäologischen Quellen vorgestellt werden.
Geologie und Bleierzlagerstätten
Blei-Zink-Erzgänge der Briloner Hochfläche, Siedlungsplätze der römischen Kaiserzeit und Barrenfundstellen
Blei-Zink-Erzgänge der Briloner Hochfläche, Siedlungsplätze der römischen Kaiserzeit und Barrenfundstellen (Entwurf und Zeichnung M. Straßburger).
Das Sauerland ist der nordöstliche, zu Westfalen gehörende Teil des Rheinischen Schiefergebirges und besteht hauptsächlich aus devonischen sowie karbonischen Gesteinen. Die Briloner Hochfläche wird von mittel- und oberdevonischen Kalken aufgebaut. Sie hat eine maximale Erstreckung von 16 km in Ost-West-Richtung und etwa 7 km in Nord-Süd-Richtung. Diabase bilden im Süden und Westen die Grenzen, im Norden sind es die Gesteine des Kulm. Die während des Tertiärs entstandenen Erze sind an die Kalke des Mitteldevons und Cenomans sowie an Kalkspatgänge gebunden (Abb. 1). Als Lagerstättentypen werden unterschieden (Schriel 1954, S. 348): Störungen und Lettenklüfte auf Kalkspatgängen, Drusen und Nester im Kalkspat und Massenkalk, Vererzungen "Typ Bleiwäsche", Dolinentyp, metasomatische Vorkommen im dolomitisierten Massenkalk entlang von Störungen. Gangartige Blei-Zink-Lagerstätten sind im Massenkalk, im Kontakt zwischen devonischem Schiefer und Massenkalk, Kalkstein und Kieselschiefer sowie Kalkstein und Diabas bekannt. Bei Bleiwäsche treten mehrere Erzgänge mit Blei, Kupfer und Eisen zutage.
Weitgehend unklar ist die Bedeutung von Karsthohlräumen für die Ausbildung der Vererzungen. Die Verkarstungsprozesse im Briloner Massenkalk setzten bereits im Karbon ein und die kreidezeitliche Verfüllung der Nehdener Höhle zeigt, dass bereits in diesem Abschnitt der Erdgeschichte größere Höhlen vorhanden waren. In den Klüften und Dolinen des Massenkalks finden sich Bleiglasurerze, Galmei und Schalenblende in Verbindung mit Kalkspat und Letten in Nestern und Trümern. Mit Mineralien gefüllte Karsthohlräume waren vermutlich die reichsten Funde. Sie waren durch Wasser natürlich sortiert in Bleiglanz und Kalkspat bzw. Kalk. Aufgrund der Charakteristika der Vorkommen fehlen klare Anhaltspunkte für Rückschlüsse auf Erzverteilung, -quantität und -qualität. Die Erzführung der einzelnen Vorkommen konnte innerhalb eines Ganges stark schwanken. Sie besaßen keine große Mächtigkeit und größere Ausdehnung, wechselten die Richtung oder teilten sich auf (Schriel 1954, S. 332ff., 348).
Fundplätze der römischen Kaiserzeit mit Bleiverarbeitung
Bleifladen von Altenbüren
Abb. 2: Bleifladen von Altenbüren (Foto M. Straßburger)
Trapezförmige Bleibarren von Bleiwäsche
Abb. 3: Trapezförmige Bleibarren von Bleiwäsche (Foto M. Straßburger)
Zylindrischer Barren von Bleiwäsche
Abb. 4: Zylindrischer Barren von Bleiwäsche (Foto M. Straßburger)
Denare von Cotta (1), Marc Anton (2) von Bleiwäsche
Abb. 5: Denare von Cotta (1), Marc Anton (2) von Bleiwäsche (Foto M. Straßburger)
Bisher liegen für das Sauerland keine archäologischen Befunde vor, die verlässlich Auskunft über Umfang und Dichte der Besiedlung oder das Aussehen der Siedlungen während der römischen Kaiserzeit geben könnten. Die Spuren von Bleiverarbeitung bei Brilon wurden durch Feldbegehungen entdeckt. Je nach Bewirtschaftung wurden die Funde durch den Pflug aus dem ursprünglich.........
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Ich habe die Beiträge zusammengeführt.
Besonders die Fotos mit den Bleibarren sollte man sich ansehen, denke ich...
Glückauf! Deistergeist"The Man Who Saved the World" -S. J. Petrow-Kommentar
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Auch der Lokalforscher Felix Bierhaus, aus dem Lipper Raum, berichtet kurz über röm. Bleibarrenfunde. Ein interessantes Thema:
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Hallo
Verwunderlich ist,das in den angeblichen Römerlager Kneblinghausen.
Nur das Tor und Keramik gefunden wurde.Bei der letzten Nachgrabung nur ein einziges Eisenteil und wieder nur Keramik an Licht kam.
Mehr als mager,im Bezug auf einen Bleierzbergbau im Sauerland.
Auch habe Ich mit einem Bekannten vor Jahren im Umfeld von Kneblinghausen,bis Brilon dort nicht ein Krümmel Blei gefunden.
Zuletzt geändert von sirente63; 22.12.2009, 09:38.Kommentar
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Schau mal bei Felix Bierhaus unter den Bericht. Der ist zwar vielleicht neu ins Netz gestellt, aber doch schon etwas älter.
Ganz unten steht die Quelle:
Aus: Bonner Jahrbücher, Heft 124/1917 (Auszüge)
Die neuen Römerspuren sind also schon deutlich in die Jahre gekommen, während es sich bei dem Artikel auf Archäologie Online um die neuesten Erkenntnisse auf dem Gebiet handelt.Kommentar
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Das könnte eventuell auch daran liegen, dass der Autor des Artikels gründlich gearbeitet hat und es nichts neues mehr zu ergänzen gibt...Zuletzt geändert von AdM Michael; 22.12.2009, 17:55.Kommentar
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Die dünne These im Bezug auf Fundplätze der späten Kaiserzeit zu untermauern,halte Ich für fraglich.
Das alles basiert auf folgende Vermutungen.
"Möglicherweise bestand um die Zeitwende ein kaiserlicher Bergwerksbezirk,mit dessen Überwachung eventuell das Militärlager bei Rüthen-Kneblinghausen in Verbindung zu bringen ist."
Diese Schlussfolgerung wurde hinzugezogen,aufgrund eines
Bleistückes.Was in einem Schiffswrack vor Sardinien gemacht wurde.
Hier auf Seite 5
Der Rest aus dem verfassten Bericht auf AO ist auch in der bekannten Fachliteratur ausführlicher nachzulesen.
Und für gewisse Regionen dazu eher anzuraten
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Das ein Teil der Informationen bereits in "Bleibergbau und Bleiverarbeitung während der römischen Kaiserzeit im rechtsrheinischen Barabaricum" zu lesen ist mag vielleicht auch daran liegen, daß zumindest ein Text darin von dem gleichen Verfasser stammt? Im übrigen hätte ein Blick in die Literaturangabe auf AO den gleichen Erfolg gehabt.
Jedoch ist der Text in AO um einiges aktueller. Der Auto wehrt sich eigentlich gegen die Thesen der einiger anderer Autoren, und zeigt aus archäologischer Sicht das Pro und Contra, und das basiert gerade nicht auf
"Das alles basiert auf folgende Vermutungen.
"Möglicherweise bestand um die Zeitwende ein kaiserlicher Bergwerksbezirk,mit dessen Überwachung eventuell das Militärlager bei Rüthen-Kneblinghausen in Verbindung zu bringen ist."
Diese Schlussfolgerung wurde hinzugezogen,aufgrund eines
Bleistückes.Was in einem Schiffswrack vor Sardinien gemacht wurde."
, sondern auf mehrjähriger noch andauernder eigener Forschung des Autors. Einige Grundlagen (Funde) werden jedoch in veschiedenen Arbeiten berücksichtigt, so daß es hier durchaus zu Überschneidungen mit ähnlichen oder entgesetzten Ergebnissen kommen kann.Kommentar
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Hallo
Auch wiederum nur eine These,die sich obendrein an anderen Vermutungen anlehnt.
Die spärlich gemachten Bleifunde(Ackerfunde,Lesefunde),und die Publikation bei AO beziehen sich in der Regel auf einer Ackerpflugtiefe von max. 30cm, als Fundtiefe angegeben.
Nur wird oder kann diese Fundtiefe nicht zeitgemäss authentisch sein.
Die Fundträchtige Suchtiefe z.B im Zwischenlager Holsterhausen bei Dorsten an der Lippe.Und etwas weiter das bekannte Hauptlager in Haltern am See sind in der Regel bei Kellertiefe(Fundtiefe) um 2Meter anzusiedeln.Und Luftlinie von den besagten Römerlagern an der Lippe bis zum Sauerland ist die Entfernung unter 100km!
Pro und Kontra,is klar ne!
Es wurde auch vor den Besatzerzeiten der Römer in den besagten Breitengraden Bleiverarbeitung betrieben.
Für mich als einfacher Arbeiter stand eigentich die Frage des Bleierzbergbaues im Sauerland im Raum.
Zitat von AO,2Seite zur Thematik.
"Bisher fehlen für den Raum Brilon-Bleiwäsche archäologische Erkundungen unter Tage fast vollständig. Daher bleiben im Wesentlichen die Berichte aus dem 19. Jh., in denen immer wieder Altbergbau erwähnt wird. Hinweise auf eine Datierung fehlen. Die Berichte zeigen, dass gerade um Brilon nur mit kleineren Bergwerken und Schachtbergbau zu rechnen ist." Zitatende
Ein wenig dürftig diese Aussage.
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Auch wenn es 'nur' 100km von den Lagern an der Lippe ins Sauerland sind, so sind die Bodenverhältnisse dort doch deutlich anders und Du wirst gerade in den Bergbaugebieten im Sauerland große Probleme haben überhaupt 2m tief zu kommen. Römische Funde im gewachsenen Fels sind doch eigentlich sehr selten und mir bisher nicht bekannt. Ausnahmen sind hier lediglich Funde aus nachweislich römischen Bergwerken außerhalb des Sauerlandes.
Was an der Aussage dürftig sein soll kann ich nicht nachvollziehen. Es handelt sich um laufende Forschungsarbeiten und gut Ding will Weile haben. Viele Archäologen arbeiten halt nicht nur auf einer 'Baustelle' und müssen ihre Zeit gut einteilen. Da die Ergebnisse hieb und stichfest sein müssen und auch einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten müssen, ist das alles gar nicht so einfach und ohne die entsprechenden Beweise bleibt halt erstmal vorläufig die Aussage des Autors. Ich bin mir aber sicher, das er weiter am Ball bleibt und wir uns noch über weitere Berichte freuen können.
Aber wenn Du ein paar bahnbrechende Erkenntnisse selber beisteuern kannst wäre das natürlich schön und würde die archäologische Forschung auf diesem Gebiet um Meilen voranbringen und der nächste Bericht wird dann nicht mehr so "dürftig" ausfallen.
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Hab ich wohl übersehen....



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