Flaschen für Kampfstoffgranaten im Wk1

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge
  • Erdspiegel
    Heerführer


    • 16.07.2008
    • 7059
    • zwischen Schutt & Scherben
    • Spatengabel,Kartoffelharke,Fisher CZ-6a,XP-Gmaxx II

    #1

    Flaschen für Kampfstoffgranaten im Wk1

    Angeregt durch einen Beitrag von 'Lucius' in einem anderen Thema,will ich hier mal gesondert auf diese Ampullen eingehen.
    Zitat von Lucius:
    "Doch, die Amis kennen sich durchaus mit sowas aus...
    Hab mal von Irren gehört (anders kann man das nicht sagen...), die auf WKI-Schlachtfeldern in Frankreich Gasgranaten suchen, die Zünderersatzstücke mit Säure auflösen und die Ampullen mit der Flüssigkeit zu Höchstpreisen nach Amiland verkaufen, wo sich reiche Sammler das Zeug in die Vitrine packen."

    Diese Flaschen sind auf dem Sammlermarkt zwischen 80 bis 200 Euro erhältlich,leer natürlich.In der Bucht gibt's grade eine für 199,-E.Also nicht unbedingt was für Reiche.
    Aber Irre sind die schon.Und das auch noch ins Land der Trumpete zu schaffen grenzt an Terrorverdacht.
    Wären die Flaschen gefüllt,weiß man nie was drinn ist.Oft ist von Clark 1 die Rede,ein Stoff aus der Blaukreuzgruppe.Also ein 'Maskenbrecher' aus diversen Bromessig-Verbindungen =>Tränengas.Das Zeug hat die Westberliner Polizei noch in den 70er/80er Jahren im Strassenkampf verballert,entwickelt hatten es aber die Franzosen zu diesem Zweck schon vor dem 1.Weltkrieg.
    Es können aber auch Stoffe der Grünkreuzgruppe (Lungengifte) oder der Gelbkreuzgruppe (Haut & Lunge) in den Flaschen sein.Wer damit hantiert muß das Leben schon ziemlich satt haben.
    Bei Bauarbeiten im belgischen Ypern-Gebiet wurden wohl mal ca.300 leere Flaschen gefunden.Nachforschungen ergaben,das deutsche Kriegsgefangene Gas-Munition zwecks Metallgewinnung delaborieren mußten.Nichts für schwache Nerven,denn die Ampullen sind in den Granaten im Spengstoff fest eingegossen.
    Am Sammlermarkt gibt es Exemplare mit Absplitterungen am Flaschenboden,sicher vom rausprepeln der Pulle aus ihrer Einbettung.Die Flaschen waren mit der Mündung nach unten eingegossen.
    Was ich hier eigentlich kundtun wollte ist,das diese Ampullen auch bei uns findbar sind.Wenn man weiß wo man gucken muß und eine Kartoffelharke hat.Und leer sind sie dann auch noch,denn die Flaschen blieben in der Produktion liegen und wurden umgenutzt,zB.für Haushaltsartikel oder Medizin.
    Ich hatte im Sommer 2009 eine gefunden und die war hier damals auch zu sehen.Völlig unscheinbar,denn ich wußte nicht,was das für ein Teil ist.
    Vor einiger Zeit fragt mich dann zufällig ein Buddelkollege.......grüne Flasche?......schonmal gefunden?........ist wohl für Giftgas?....blabla? Ja,habe ich,aber wohl weggeschmissen.😡
    Also die ganze Bude umgekramt,komplett,tagelang.Und im letzten Karton unter ollen Lampenschirmen war sie dann doch.😊
    Es ist die kleinere Ausführung,15,5 cm groß,4 cm Durchmesser.Die größere hat mein Kollege mir überlassen.Er findet die gelegentlich.Größe 19,5 cm,Durchmesser ebenfalls 4 cm.Die Flaschen haben keinerlei Markung und es gibt noch eine dritte Ausführung mit etwa 6 cm Durchmesser.Die fehlt mir noch.
    Aber alle Modelle haben diese eigentümliche Öffnung.Die gibt es nur bei diesen Kampfstoff-Flaschen,sonst noch nie gesehen.Ich habe auch noch nicht erfahren können,wo die Gläser produziert wurden.Eventuell im Glaswerk Stralau.
    Hier noch etwas Lesestoff zum Gaskrieg:
    Rainerregiment, IR 59 Erzherzog Rainer SALZBURGER WEHRGESCHICHTLICHE RAINERFORSCHUNG KOMPETENZZENTRUM FÜR DIE MILITÄRHISTORISCHE ERFORSCHUNG DES IR 59 "ERZHERZOG RAINER" UND ÖFFENTLICHKEITSUNTERSTÜTZUNG


    Mittlerweile sind bei mir auch zwei potenzielle Stopfen angelandet.Der weiße aus Porzellan ist stimmig.Bei dem aus Grünglas bin ich noch nicht 100%ig sicher.
    Angehängte Dateien
  • Lucius
    Heerführer


    • 04.01.2005
    • 5872
    • Annaburg;Sachsen-Anhalt
    • Viel zu viele

    #2
    Angeblich hatten die, wenn sie gefüllt waren, einen Aufdruck, was drin ist.
    Den Typ, der sie damals delaboriert hat, kann ich nicht mehr fragen, der lebt leider nicht mehr (Nein, nicht durchs Giftgas, da war eher die abendliche Flasche Wodka dran schuld...)
    Mein Therapeut hat mir geraten, die Namen der Menschen, die ich hasse, auf kleine Zettel zu schreiben, sie ins Feuer zu werfen und zuzusehen, wie sie verbrennen. Das habe ich getan, und ich muss sagen, jetzt fühle ich mich viel besser.
    P.S. Was mache ich jetzt mit den Zetteln??

    Kommentar

    • Erdspiegel
      Heerführer


      • 16.07.2008
      • 7059
      • zwischen Schutt & Scherben
      • Spatengabel,Kartoffelharke,Fisher CZ-6a,XP-Gmaxx II

      #3
      Könnte mir gut vorstellen das die mit Emailfarbe beschriftet waren,oder Flußsäure.Das wäre beständiger als ein Papieretikett gewesen.
      Wir hatten hier im Forum mal einen Link zu einem TV-Bericht.Thema war die Beräumung einer Gasgranatenanstalt durch den KMRD.Ich glaube das war eine Nordreportage aus Hamburg oder Kiel.Da lagen hunderte von den leeren Flaschen rum,die die dann weggebaggert haben.
      Habe nach dem Bericht schon gesucht,auch bei YT,aber nichts gefunden.

      Kommentar

      • Deistergeist
        Moderator

        • 24.11.2002
        • 19705
        • Barsinghausen am Deister

        #4
        So einen Stopfen aus Glas habe ich auch, Kippenfund. Steht aber MAGGI drauf. Die Farbe, da bin ich unsicher, grün oder braun.

        Sehr unscheinbare Flaschen, tatsächlich!

        Glückauf!
        "The Man Who Saved the World" -S. J. Petrow-

        Kommentar

        Lädt...