Amerikanische/Englische "Kampf"-Planierraupe(?!) gesucht

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  • scirocco85
    Ritter


    • 16.02.2009
    • 322
    • Saarland
    • ACE 250

    #1

    Amerikanische/Englische "Kampf"-Planierraupe(?!) gesucht

    Mir ist wieder einmal eine seltsame Story zu Ohren gekommen.
    Hier im Saargebiet sollen Planierraupen im Einsatz gewesen sein die an der Front (im Dillinger/Pachtener Raum) Bunker übererdet/angeerdet und damit unschädlich gemacht haben sollen.
    Das ganze soll natürlich mit besetzten Bunkern geschehen sein.
    Kommt mit ein wenig, naja, unglaublich vor die Geschichte.
    Was haltet ihr davon, bzw. habt ihr schonmal etwas ähnliches gehört?

    Gruß Christian
  • Das Hemmert
    Heerführer


    • 12.02.2008
    • 3124
    • 12345

    #2
    Das war eine bevorzugte amerikanische Technik, die meist im pazifischen Raum, gegen befestigte Stellungen der Japaner eingesetzt wurde. Ab der Landung in der Normandie, wurden Spezialfahrzeuge (Funny´s) auch in Europa eingesetzt. Dazu gehörten auch gepanzerte Caterpillar Bulldozer und Shermans mit vormontierter Räumschaufel. Der Einsatz solcher Fahrzeuge in Deutschland, ist mir nur gegen offene Stellungsysteme bekannt.

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    • scirocco85
      Ritter


      • 16.02.2009
      • 322
      • Saarland
      • ACE 250

      #3
      Zitat von Das Hemmert
      Der Einsatz solcher Fahrzeuge in Deutschland, ist mir nur gegen offene Stellungsysteme bekannt.
      Also MG-Stellungen?!

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      • Vimoutiers († 2010)
        Heerführer


        • 19.07.2004
        • 1016
        • Freiburg
        • -

        #4
        Diese Einsätze gegen Bunker gab es zumindest beim Saarübergang der Amerikaner bei Dillingen. Es gibt dazu Gefechtsberichte. Unser User 20P7 kann dazu sicher mehr sagen...

        Der Bulldozer war meines Wissens ein Caterpillar D8-8R.
        Gruß
        Sebastian
        Mitglied der http://westwallig.forumprofi.de/images/fp_forum_logo_custom.jpg westwall-ig.de

        Vimoutiers hat uns am 27.04.2010
        nach schwerer Krankheit für immer verlassen.
        In stillem Gedenken,
        das SDE-Team

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        • Das Hemmert
          Heerführer


          • 12.02.2008
          • 3124
          • 12345

          #5
          Zitat von scirocco85
          Also MG-Stellungen?!
          Na klar, die sind ja auch in den Stellungsystemen mit eingebunden.

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          • Dackelfreund
            Heerführer


            • 25.11.2006
            • 4708
            • .........
            • -------------

            #6
            nein die stellungen waren unbesetzt und wurden eingeebnet oder meinste die landser haben zugeschaut wie die begraben wurden.
            so ne planierraupe war nicht gepanzert und ausse rim vollrausch hätte man sich des fahrers durch nen gezielten schuss entledigt.
            bei den gepimpten sherman war wohl eher die variante lauf kanichen lauf angesagt.
            ich sage nur gelbe Nummerschilder

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            • Das Hemmert
              Heerführer


              • 12.02.2008
              • 3124
              • 12345

              #7
              Zitat von Dackelfreund
              nein die stellungen waren unbesetzt und wurden eingeebnet oder meinste die landser haben zugeschaut wie die begraben wurden.
              so ne planierraupe war nicht gepanzert und ausse rim vollrausch hätte man sich des fahrers durch nen gezielten schuss entledigt.
              bei den gepimpten sherman war wohl eher die variante lauf kanichen lauf angesagt.
              Speziell für die Landung in der Normandie, gab es den Caterpillar D8-8R auch in einer gepanzerten Version. Deren Einsatz gegen Stellungen der deutschen Truppen, sind mir aus Frankreich, Holland und Deutschland bekannt.
              Natürlich waren das wohl nur Einzelfälle, weil der deutsche Soldat nicht wie der japanische Soldat seine Stellung verteidigte.
              Das Bunker in Deutschland im Kampf zugeschüttet wurden und später nicht mehr geöffnet wurden, scheint mir nicht sehr wahrscheinlich.

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              • Vimoutiers († 2010)
                Heerführer


                • 19.07.2004
                • 1016
                • Freiburg
                • -

                #8
                Zitat von Das Hemmert
                Das Bunker in Deutschland im Kampf zugeschüttet wurden und später nicht mehr geöffnet wurden, scheint mir nicht sehr wahrscheinlich.
                Die Kämpfe um die Bunker z.B. bei Dillingen waren z.T. recht hart, da wurden alle Mittel eingesetzt - auch die gepanzerten Bulldozer. Allerdings habe ich nie behauptet, dass sie - nach den Kämpfen - nicht wieder geöffnet wurden. Oft war es auch die moralische Wirkung, wenn der Bulldozer mit seiner Arbeit begann, so dass die Besatzung aufgab bzw. den Bunker durch den Notausgang verliess.
                Gruß
                Sebastian
                Mitglied der http://westwallig.forumprofi.de/images/fp_forum_logo_custom.jpg westwall-ig.de

                Vimoutiers hat uns am 27.04.2010
                nach schwerer Krankheit für immer verlassen.
                In stillem Gedenken,
                das SDE-Team

                Kommentar

                • scirocco85
                  Ritter


                  • 16.02.2009
                  • 322
                  • Saarland
                  • ACE 250

                  #9
                  Zitat von Vimoutiers
                  Diese Einsätze gegen Bunker gab es zumindest beim Saarübergang der Amerikaner bei Dillingen. Es gibt dazu Gefechtsberichte. Unser User 20P7 kann dazu sicher mehr sagen...

                  Der Bulldozer war meines Wissens ein Caterpillar D8-8R.
                  Ja, genau so hab ich es auch erzählt bekommen, scheint ja was dran zu sein.
                  Mal sehen ob ich über 20P7 Infos bekommen kann.
                  Danke für die Info!

                  Gruß Christian

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                  • Vimoutiers († 2010)
                    Heerführer


                    • 19.07.2004
                    • 1016
                    • Freiburg
                    • -

                    #10
                    Falls du 20P7 nicht erreichst, sag Bescheid - ich komme auch über die WIG an ihn ran.
                    Gruß
                    Sebastian
                    Mitglied der http://westwallig.forumprofi.de/images/fp_forum_logo_custom.jpg westwall-ig.de

                    Vimoutiers hat uns am 27.04.2010
                    nach schwerer Krankheit für immer verlassen.
                    In stillem Gedenken,
                    das SDE-Team

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                    • 20P7
                      Ritter


                      • 06.08.2004
                      • 470
                      • Sarralbe, FRANKREICH
                      • Minelab Musketeer Advantage

                      #11
                      Hallo Leute,

                      In einschlägiger Literatur zum Thema Westwall, und After Battle Reports (Kampfberichten der Amerikaner) ist einiges über das Vorgehen zum knacken der Bunker beschrieben.

                      Unter anderem wird darin auch beschrieben, Bunker die hartnäckig verteidigt werden und nicht zur Aufgabe gezwungen werden können, mit Bulldozern zuzuschieben.
                      Das bezieht sich erstens auf die Schartenbereiche (wegnehmen des Schußfeldes), sollte dies nicht zur Kapitulation führen, zuschieben des Eingangshofes...

                      Diese Methode wird als letzte beschrieben, falls alles andere (Artillerie- und Panzerbeschuß, Pionierangriff mit Sprengmitteln und Flammenwerfer) keine Wirkung zeigt. Natürlich müssen die umliegenden Anlagen dann, genau wie beim Pionierangriff ständig unter Feuer gehalten werden (Scharten- und Beobachtungsöffnungen), und ggf. vernebelt, um das Vorgehen der Pionier oder der Bulldozer zu decken, bzw. das Gelände schon eingenommen sein.
                      Oft war es der Fall, daß sich einzelne Bunker nicht ergeben wollten, auch wenn die komplette Umgebung schon eingenommen war. Dies geht auf einen
                      Befehl Hitlers zurück, der die Besatzung mit dem Standgericht bedrohte und sogar die Familie mit Sippenhaft, falls bekannt würde, wer den Bunker aufgegeben hatte, ohne bis zur letzten Patrone gekämpft zu haben...
                      Diese Anweisung mußte von der Besatzung bzw. vom Bunkerkommandanten gegengezeichnet werden.

                      Um Euch gleich die Schatzsucher Illusionen zu nehmen:
                      Natürlich sind die Besatzungen in den meisten Fällen wohl durch die Notausgänge wieder raus gekommen, bzw. konnten sich herausgraben.
                      Für diesen Fall war natürlich Werkzeug im Bauwerk vorhanden.

                      Allerdings war das zuschieben auch eher die Ausnahme, meist wurden die Besatzungen zur Aufgabe gezwungen, oder getötet und verwundet. Der Panzerbeschuß zerstörte oftmals die Schartenplatten, teilweise auch die Bauwerke selbst (unter Baustärke B). Sprengmittel an den Scharten und Türen, oder in den Kamin eingeworfen taten das übrige. Nachdem unbesetzte Bunker teilweise Nachts wieder von Deutschen Truppen besetzt wurden, gingen die Amerikaner dazu über, die Bauwerke unbrauchbar zu machen:
                      Zuschweißen der Türen, heraussprengen ganzer Schartenplatten, Zerstörung des Inventars und aller Türen, Lüftung und Bewaffnung.

                      Nach den harten Kampfhandlungen im Bereich Dillingen/Pachten wurden viele Gefallene aus den Bunker und dem Umfeld geborgen und bestattet, dies geschah durch einige freiwillige Helfer und einen damaligen Pastor.
                      Hierüber gibt es auch Aufzeichnungen, wer wo gefunden wurde, wenn man es
                      noch nachvollziehen konnte.

                      Es gibt nur noch wenige unberührte Bauwerke, die kurz nach den Kriegshandlungen bei Hochwasser abgesoffen sind, und seither nicht mehr betreten wurden. Diese kann man an einer Hand abzählen, zudem sind sie
                      den Westwallspezis bekannt und wurden teilweise schon abgepumpt, begangen, Material geborgen und wieder verschlossen...

                      Da gibt es nichts, was man noch groß entdecken könnte.

                      Zu den Bulldozer selbst, damit hab ich mich nie beschäftigt, kann Euch also nicht sagen, welches Modell dies war.
                      Allerdings ist bekannt, daß es den Amerikanern nur schwer gelang, genügend Panzer und schwere Fahrzeuge in den Brückenkopf Pachten zu bringen, wegen dem Hochwasser und dem ständigen Ausfall der Fähre durch deutschen Artilleriebeschuß...

                      Soweit mal bis hier

                      Gruß

                      Markus
                      Zuletzt geändert von 20P7; 30.07.2009, 10:38.
                      ehrenamtlicher Denkmalbeauftragter für den Westwall im Saarland

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                      • scirocco85
                        Ritter


                        • 16.02.2009
                        • 322
                        • Saarland
                        • ACE 250

                        #12
                        Vielen Dank für die Antwort, ich merke dass ich mir doch mal passende Lektüre zulegen muss :-)

                        Gruß Christian

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                        • Das Hemmert
                          Heerführer


                          • 12.02.2008
                          • 3124
                          • 12345

                          #13
                          Leider immer noch kein passendes Bild gefunden.

                          Zuletzt geändert von Das Hemmert; 07.08.2009, 12:25.

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                          • sledge
                            Ritter


                            • 08.02.2005
                            • 421
                            • Saarbrücken in der schönen Westmark
                            • Augen, Ohren und mein Gespür

                            #14
                            Den Sherman Dozer gab es recht häufig, er wurde in der Normandie benutzt um Hindernisse aller Art aus dem Weg zu räumen.
                            Um Bunker ausser Gefecht zu setzen wurde auch oft die Version mit dem 29cm Ladungswerfer eingesetzt.
                            Diese Fahrzeuge kamen wie bereits von 20P7 erwähnt, auch am Westwall (z.B. Dillingen, Saarlautern, Bliesgau , Zweibrücken usw.) zum Einsatz um hartnäckige Bunker auszuschalten.
                            Der Caterpillar Bulldozer war zwar auch teilweise gepanzert wurde aber nur an von der Wehrmacht aufgegebenen und unbesetzten Anlagen eingesetzt.

                            Auf Basis des britischen Churchill entstand eine Reihe ähnlicher gepanzerter Pionierfahrzeuge, der Churchill AVRE (Armoured Vehicle Royal Engineers)

                            Anbei noch ein paar Bilder:
                            Angehängte Dateien
                            Zuletzt geändert von sledge; 07.08.2009, 18:51.
                            __________________
                            Grüße sledge

                            Diese Nachricht wurde von meiner Android Mobiltoilette mit kot.de gesendet.

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                            • 20P7
                              Ritter


                              • 06.08.2004
                              • 470
                              • Sarralbe, FRANKREICH
                              • Minelab Musketeer Advantage

                              #15
                              Prima Sledge!
                              ehrenamtlicher Denkmalbeauftragter für den Westwall im Saarland

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