Spuren im Keller

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  • sugambrer
    Heerführer


    • 16.02.2004
    • 1475
    • Wolkenkuckucksheim

    #1

    Spuren im Keller

    Hallo,
    nur ein paar Stufen bis zur nächsten "U-Anlage?Habe mir einmal den Keller eines Wohnhauses(Bj.20er Jahre) angeschaut, und diesen ehemaligen,behelfsmäßig mit Reichsformat-Steinen zugemauerten Fluchttunnel(oder wie auch immer) entdeckt.Diese verbanden ganze Häuserzeilen in den Großstädten in Zeiten schwerer Flächenbombardements,damit sich verschüttete Personen in die benachbarten Kellerräume flüchten konnten,welche bei Luftangriffen aufgesucht wurden.In diesem Zusammenhang könnten auch die Bleistift-Notierungen auf den Wänden interessant sein.Wer hat ähnliches in seinem Keller?
    Gruß,sugambrer
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    "Denken, was wahr, und fühlen, was schön, und wollen, was gut ist, darin erkennt der Geist das Ziel des vernünftigen Lebens."

    Johann Gottfried von Herder
  • sugambrer
    Heerführer


    • 16.02.2004
    • 1475
    • Wolkenkuckucksheim

    #2
    Spuren im Keller

    ...hier noch das pic einer Notiz eines Datums.Ob es wirklich zu dem genannten Zeitpunkt dort hingekritzelt wurde,weiß ich natürlich nicht,im Gesamten wirkt der Keller wie in "Originalzustand" belassen.
    Gruß,sugambrer
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    Johann Gottfried von Herder

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    • Claus
      • 24.01.2001
      • 6219
      • Bernau bei Berlin
      • Pulse Star II pro, modifiziert ...und einen guten Freund mit Bergeunternehmen :-)

      #3
      hmmm

      die rote Umrandung deutet für mich auf einen Notausgang hin...

      Was ich mich aber nun frage; offensichtlich war der Ausgang ja mal vermauert. wurde dann aufgestemmt (Die Spuren auf dem Foto) und erst danach laienhaft mit den Ziegelsteinen vermauert...

      Könnte bedeuten, dass nach Kriegsende das Loch ordentlich verschlossen wurde, man aber nicht daran dachte, dass es neugierige Leute gibt (auch allierte Beutetrupps) und hat deshalb die Markierung nicht entfernt.
      Irgendwann fiel das dann jemandem auf und er hat nachgesehen.
      Da das zurückgelassenen Loch dann störte, oder eine Gefahr darstellte, hat man es wieder provisorisch verschlossen.

      Auf jeden Fall interessant. Ich glaub, würd ich da wohnen, wär das ein wirkliches Loch!

      claus
      Vertrauen ist eine sehr zerbrechliche Angelegenheit!

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      • Brainiac
        Heerführer


        • 21.12.2003
        • 3194
        • Berlin
        • Augen, Ohren, Nase und Verstand

        #4
        Was soll es denn dahinter interessantes zu finden geben, außer den Keller des Nachbarhauses?! Geh mal rüber in den Keller dann ist wirst du die andere Seite des Durchgangs sehen...
        ______________
        mfg Swen


        2006 n. Chr. - und wir sind noch immer Jäger und Sammler...

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        • Claus
          • 24.01.2001
          • 6219
          • Bernau bei Berlin
          • Pulse Star II pro, modifiziert ...und einen guten Freund mit Bergeunternehmen :-)

          #5
          Hättest du

          das mal damals jenen erzählt die das Loch aufgestemmt haben...
          Dass es wieder aufgestemmt wurde, sieht man doch deutlich an den Spuren.
          Da ich den Leuten aber so viel Intelligenz zutraue, dass sie den Weg über den Nachbarkeller gewählt hätten, gehe ich davon aus, dass es keinen gibt, jedenfalls keinen direkten.

          claus
          Vertrauen ist eine sehr zerbrechliche Angelegenheit!

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          • sugambrer
            Heerführer


            • 16.02.2004
            • 1475
            • Wolkenkuckucksheim

            #6
            Spuren im Keller

            ...so ist es!Die Bewohner der Häuser haben in ihren Kellern Schutz vor Bomben gesucht.Manche Häuser wurden von Bomben getroffen,stürzten ein und verschütteten somit die Kellerausgänge,und manche Häuser blieben halt stehen.Somit konnten sich die Personen,die sich in den verschütteten Kellern befanden ins Freie gelangen.Das ist alles,finde ich jedoch gar nicht so langweilig. Von mysteriösen Gängen,hinter denen sich noch Mysteriöseres verbirgt,habe ich auch gar nichts geschrieben
            Es handelt sich schlichtweg um Notausgänge.
            Gruß,sugambrer
            "Denken, was wahr, und fühlen, was schön, und wollen, was gut ist, darin erkennt der Geist das Ziel des vernünftigen Lebens."

            Johann Gottfried von Herder

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            • Brainiac
              Heerführer


              • 21.12.2003
              • 3194
              • Berlin
              • Augen, Ohren, Nase und Verstand

              #7
              Ist diese Kellerwand dort eigentlich aus Beton? Wäre ziemlich ungewöhnlich, große Miethäuser in dem Alter sind doch immer mit Ziegel gemauert...
              Bist du sicher das es überhaupt eine Außenwand ist? Schornsteine werden doch nicht in die Außenwand gebaut...
              ______________
              mfg Swen


              2006 n. Chr. - und wir sind noch immer Jäger und Sammler...

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              • sugambrer
                Heerführer


                • 16.02.2004
                • 1475
                • Wolkenkuckucksheim

                #8
                Spuren im Keller

                Ja,es ist Beton,und soviel ich weiß,hat man auch damals schon Beton für Kellergeschosse verwendet,wenn vielleicht auch nicht üblich.Die Öffnung befindet sich an der Giebelseite des Hauses,also im direkten Anschluß zum Nachbarhaus.Habe so etwas schon mehrmals in Düsseldorf gesehen,denke,daß solche Verbindungen in dichtbewohntem Gebiet "usus" waren.
                Gruß,sugambrer
                "Denken, was wahr, und fühlen, was schön, und wollen, was gut ist, darin erkennt der Geist das Ziel des vernünftigen Lebens."

                Johann Gottfried von Herder

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                • Muecke
                  Heerführer

                  • 12.10.2003
                  • 2414
                  • Deutschland

                  #9
                  Zitat von Brainiac
                  Bist du sicher das es überhaupt eine Außenwand ist? Schornsteine werden doch nicht in die Außenwand gebaut...

                  Von Außenwand war ja auch gar keine Rede, oder? In großen Mietskasernen war es zu damaliger Zeit Gang und Gebe Durchbrüche zu den benachbarten Kellerräumen herzustellen. Im Falle des " Verschüttetwerdens " konnte man mit Hilfe geringer Hilfsmittel durch das Nachbarhaus ins Freie gelangen. Meistens wurde nur ein halber Stein gemauert um den Durchbruch leicht aufzubrechen.
                  Für mich ein sehr schönes Stück, wenn auch trauriger, Zeitgeschichte und total original. Ich würde mal rechechieren, ob an den eingezeichneten Daten Luftangriffe in diesem Gebiet zu verzeichnen waren. Manchmal wurden auch Fluchtwege und besondere Gegebenheiten mit fluoreszierender Farbe gekennzeichnet. Die hat ihre Wirkung auch teilweise nach über 60 Jahren noch nicht verloren. Wenn dann im Keller das Licht ausgeht sieht das sehr imposant aus. Gibt es mehr Fotos ( Türen o.ä.)?

                  Gruß Uwe

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                  • Brainiac
                    Heerführer


                    • 21.12.2003
                    • 3194
                    • Berlin
                    • Augen, Ohren, Nase und Verstand

                    #10
                    Aha, dann steht das Nachbarhaus also doch noch, das würde auch die Anordnung des Schornsteins erklären... denn ein "freiligender" Schornstein, wäre mit Kohle/Holz Beheizung ganz schön ungesund...
                    ______________
                    mfg Swen


                    2006 n. Chr. - und wir sind noch immer Jäger und Sammler...

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                    • Muecke
                      Heerführer

                      • 12.10.2003
                      • 2414
                      • Deutschland

                      #11
                      Zitat von Claus
                      Dass es wieder aufgestemmt wurde, sieht man doch deutlich an den Spuren.
                      claus
                      Das wiederum wage ich zu bezweifeln. Wie wir ja jetzt wissen, ist die Wand aus Beton. Ich denke, daß der Luftschutzwart, oder ein anderer Zuständiger, diese Durchbrüche " vorgezeichnet " hat und dann kam das " Stemmkomando ". Diese Menschen wiederum haben sich nicht genau an die aufgezeichneten Linien gehalten und diese damit auch bearbeitet. Deshalb sieht es aus, als wenn jemand das nachträglich aufgestemmt hat. Im E-Fall kann keiner erst anfangen Beton zu knacken. Mit diesem Verfahren wurde er " schlüpfrig " gemacht.

                      Uwe

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                      • sugambrer
                        Heerführer


                        • 16.02.2004
                        • 1475
                        • Wolkenkuckucksheim

                        #12
                        Spuren im Keller

                        Hallo Uwe,
                        Du hast es völlig richtig erkannt.Es ist tatsächlich so,daß in den Jahren '43und'44 die meisten Luftangriffe auf Düsseldorf stattgefunden haben.Mache mich jetzt nochmals auf den Weg in den Keller...
                        Gruß,sugambrer
                        "Denken, was wahr, und fühlen, was schön, und wollen, was gut ist, darin erkennt der Geist das Ziel des vernünftigen Lebens."

                        Johann Gottfried von Herder

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                        • Brainiac
                          Heerführer


                          • 21.12.2003
                          • 3194
                          • Berlin
                          • Augen, Ohren, Nase und Verstand

                          #13
                          Als Berliner Junge der selbst in den typischen Mietkaseren gelebt hat muß ich vielleicht noch mal kurz die Bauweise erklären...
                          Diese Häuser wurden immer autonom gebaut, also da haben sich nicht zwei aneinander gebaute Häuser eine Außenwand geteilt. Was bedeutet das es notwendig war um von einem Häuserkeller zum anderen zu gelangen zwei Außenwände zu durchbrechen waren. Diese Außenwände sind tragende Wände die vom Keller bis zur obersten Etage um jeweils ein Stein schmaler wurden um dort die Deckenbalken auflegen zu können. Das bedeutet das die Außenwände im Keller immer am dicksten waren. Einen durchbruch schon lange vor dem Krieg eingeplant zu haben ist unwahrscheinlich da es der Statik des Hauses sehr schaden würde... Ich sitze gerade selbst in so einem Haus (Erdgeschoß) und habe mal die Außenwand gemessen, es sind ca. 65cm (!). Die nichttragenden Wände innerhalb des Kellers haben nur Halbsteinbreite und konnten relativ mühelos durchbrochen werden, aber das macht nicht viel Sinn innerhalb eines Kellers da es genug Türen und Gänge gibt...
                          ______________
                          mfg Swen


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                          • Muecke
                            Heerführer

                            • 12.10.2003
                            • 2414
                            • Deutschland

                            #14
                            Hergestellt wurden diese Durchbrüche trotzdem und zwar nach Vorgaben des Reichsluftschutzgesetzes. Hier mal eine Aufzählung von einzelnen Gesetzblättern.



                            Selbst wenn die Grundmauern sehr stark waren, was ja aus statischer Sicht normal ist, mußten Fluchtwege geschaffen werden.Diese wurden eben nur so stark wie nötig verschlossen. Es gab auch Grundausstattungen wie " Feuerpatsche, Sandeimer, Kübelspritze, Spitzhacke, Luftschutzapotheke u.s.w. in den Schutzräumen. Ob nun immer ein halber Stein gemauert wurde weiß ich natürlich nicht. Ich war ja nicht dabei.
                            Aber so oder ähnlich ging das von statten.

                            Gruß Uwe

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                            • sugambrer
                              Heerführer


                              • 16.02.2004
                              • 1475
                              • Wolkenkuckucksheim

                              #15
                              Spuren im Keller

                              Hallo,
                              bin nun aus dem Keller zurück,habe ein paar Bilder gemacht,die für sich sprechen.Habe den zweiten Durchgang,der auf der anderen Giebelseite liegt,ausfindig machen können,was bedeutet,daß man den Keller in das links und rechts benachbarte Wohnhaus verlassen/betreten konnte.Schaut selbst!
                              Gruß,sugambrer
                              Angehängte Dateien
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