Der Teetempel auf dem Donnerberg…

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge
  • Columbo
    Heerführer


    • 12.07.2020
    • 1371
    • Bayern

    #1

    Der Teetempel auf dem Donnerberg…

    …wurde 1827 vom Architekten Georg Ludwig Friedrich Laves als Aussichtspunkt für Graf Ernst zu Münster errichtet.
    In einem anderen Thread wurde darüber schon geschrieben, hier ist der Beitrag vielleicht besser platziert .

    Zitat von mun_depot
    Zum Teetempel habe ich noch etwas.
    Ein Foto vor seiner Restaurierung zeigt den damaligen unschönen Zustand. Nicht in 1945 fotografiert, sondern 1984:

    Bildschirmfoto vom 2025-12-05 09-35-39.png
    Leider konnte ich zu der mysteriösen Inschrift an der rückwärtigen Sockelecke nichts näheres finden.

    Inschrift IMG_6372.jpg

    Inschrift-IMG_6371.jpg

    Inschrift.jpg
    Die kryptische Inschrift lautet, soweit ich es erkennen kann: "H. ü. d. SP. d. Ost. See" "592 C.F."
    Sie sieht nicht optimal ausgearbeitet aus. Es könnte sein, dass sich hier vor vielen Jahrzehnten ein Besucher (mit viel Zeit) verewigt hat.
    Oder doch ein Hinweis auf einen versteckten Schatz? 🤓
    ​Leider wurde eine schlüssige Erklärung von BOBO, Opfer eines „Kollateralschadens“ .
    Vielleicht ist er so nett, diese hier nochmals mitzuteilen .
    Auch (ernsthafte! ) Überlegungen zu den letzten beiden Buchstaben sind willkommen.
  • Bergedienst
    Heerführer


    • 16.09.2019
    • 1893
    • TH

    #2
    Zitat von Columbo
    …wurde 1827 vom Architekten Georg Ludwig Friedrich Laves als Aussichtspunkt für Graf Ernst zu Münster errichtet.
    In einem anderen Thread wurde darüber schon geschrieben, hier ist der Beitrag vielleicht besser platziert .



    Leider wurde eine schlüssige Erklärung von BOBO, Opfer eines „Kollateralschadens“ .
    Vielleicht ist er so nett, diese hier nochmals mitzuteilen .
    Auch (ernsthafte! ) Überlegungen zu den letzten beiden Buchstaben sind willkommen.
    Eindeutig ein Hinweis auf einen Goldzug in Schlesien!
    Wenn man tot ist, ist das für einen selber nicht schlimm, weil man ja tot ist, nur die anderen müssen leiden. Genauso ist das, wenn man dumm ist.

    Kommentar

    • mun_depot
      Heerführer


      • 04.09.2004
      • 1538
      • 3rd stone from the sun
      • brain 2.0

      #3
      BOBO wird sich das eventuell noch überlegen, nicht dass jetzt wieder die Gefahr von möglichen Kollateralschäden besteht … 😉
      Grüße,
      Rainer

      Kommentar

      • Zardoz
        Heerführer


        • 27.02.2004
        • 4127
        • Hasufurth
        • 6.Sinn

        #4
        Das "H. ü. d. SP. d. Ost. See" "592 C.F." steht für "Höhe über dem Swinemünder Pegel der Ostsee, 592 (Preußische Fuß) .

        "CF" könnte für "Conform" (Konformität) stehen, eine ältere Bezeichnung für die Abweichung von einem idealen Ellipsoid, oder einen regionalen Festpunktcode darstellen, der die Höhenbasis festlegt, aber genaue Definitionen hängen vom historischen Kontext und der Region ab.

        Häufig wird es in Verbindung mit alten Pegelständen oder Höhennetzen (z.B. Preußisches Höhennetz) verwendet.

        592 preußische Fuß sind umgerechnet etwa 180,7 Meter (1 Fuß = 0,305 Meter), wobei der preußische Fuß ein altes Längenmaß mit 12 Zoll war und oft dem Rheinischen Fuß entsprach, was eine Umrechnung in moderne metrische Einheiten erleichtert, wenn man den Wert von ca. 30,5 cm pro Fuß annimmt.

        Die Höhenmessungen im
        preußischen Staatsgebiet wurden vor 1879 auf verschiedene, für den jeweiligen Zweck gewählte
        Nullpunkte bezogen. Weit gebräuchlich waren
        Höhenangaben vom Nullpunkt eines Meerespegels
        (langjährig beobachteter Mittelwasserstand), ins
        besondere des Amsterdamer oder des Swinemünder
        Pegels, aber auch anderer Häfen der Ost- oder Nordsee.
        Teilweise wurden für Spezialvermessungen auch der
        Nullpunkt eines in der Nähe liegenden Flusspegels oder
        ein anderer geeignet erscheinender Punkt zugrunde
        gelegt. Es war nicht möglich, die in verschiedenen
        Landesteilen ausgeführten Messungen miteinander zu
        verbinden und auf einen gemeinschaftlichen Nullpunkt
        zu beziehen. Zwischen den Systemen gab es Sprünge
        in der Höhenlage.
        Vom preußischen Central-Direktorium der Vermessungen wurde im Jahr 1876 beschlossen, einen Normalhöhenpunkt als sichtbare Bezeichnung für sämtliche Höhenbestimmungen im preußischen Staat
        festzulegen.
        Als Nullpunkt wurde der Amsterdamer Pegel gewählt.
        Der Normalhöhenpunkt sollte an einem Ort in zentraler
        Lage eingerichtet werden, und zwar weder an der Küste noch im Gebirge, sondern auf altem Boden, der Hebungen und Senkungen weniger ausgesetzt ist.
        Auf Basis eines Gutachtens des Direktors der Königlichen
        Sternwarte zu Berlin, Prof. Dr. Foerster, wurde der
        Normal-Höhenpunkt an einem der Beobachtungspfeiler
        der Berliner Sternwarte angebracht.
        Dieser zentrale Punkt wurde “Normal-Höhenpunkt für
        das Königreich Preußen” genannt; für die vom Normal-
        Nullpunkt gezählten Höhen galten die Bezeichnung
        “Höhe über Normal-Null” bzw. “Höhe über N.N.”. Dieses
        Höhensystem galt bis zum Jahr 2000.

        Der "Teetempel" liegt nach dem neuen Maß bei 140m Höhe über
        Normalhöhennull bzw. "Höhe über NHN”.

        “Nullpunkt” des Systems ist übrigens weiterhin der Pegel in
        Amsterdam. Der Unterschied zwischen N.N. und NHN
        beträgt in Berlin in etwa 1 Dezimeter.

        Gruß
        Zardoz
        Oder einfach mal da nachfragen:
        Ursprünglich wies der Zugang zum Tempel, der an seiner Rückseite liegt, auf eine lange, von Eichen gesäumte Allee, die jedoch nach dem 2. Weltkrieg abgeholzt

        Die sollten es doch genau wissen
        Zuletzt geändert von Zardoz; 06.12.2025, 18:21.
        Das Dilemma der Menschheit ist, dass die Idioten so selbstsicher und die Intelligenten so voller Zweifel sind. (Oscar Wilde)

        Kommentar

        • mun_depot
          Heerführer


          • 04.09.2004
          • 1538
          • 3rd stone from the sun
          • brain 2.0

          #5
          Danke für die Auflösung! 👍
          Grüße,
          Rainer

          Kommentar

          • BOBO
            Heerführer


            • 04.07.2001
            • 4744
            • Coburg
            • Nokta SimpleX+

            #6
            Da war ich ja mit „Höhe über dem Spiegel der Ostsee“ evtl. schon mal auf der richtigen Fährte. „C. F.“: Das könnte ein Kürzel für ein früher genutztes Höhenbezugssystem bzw. für einen Vermessungs- bzw. Kartierungsbezug sein - eventuell eine Abkürzung für eine alte Referenz oder Einheit, oder den Namen des Vermessers / Pegels.
            Zardoz Seine Erklärung ist zwar gut - aber für mich nicht schlüssig.
            Die 592 sind in meinen Augen dato noch nicht geklärt.
            Worauf wir ich mich einigen könnte, es handelt sich um eine Höhenmarkierung. Aber der genaue Bezugspunkt (Null) ist für mich nicht klar. Könnte genau so "Schöneberger" Pegel sein - liegt dieser ja fast genau nördlich an der Küste. Und die genaue Umrechnung der 592 ist auch offen. Denn laut der Theorie mit den preußischen Fuß und dem realen Höhenwert haben wir immer noch eine Differenz von ca. 40 Metern.
            Oder check'e ich da irgendwas nicht ganz
            MfG BOBO

            Das menschliche Haar wächst mit 4,6 Yoctometer pro Femtosekunde

            Kommentar

            Lädt...