Zeche Zollverein: Von Kohle zu Kunst
Die Zeche Zollverein in Essen ist die am vollständigsten erhaltene Zechenanlage Europas und wurde 2001 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.
Abreißen, Planieren, Neubebauen - das ist das übliche Schicksal von Industrielandschaften, die ausgedient haben. Stätten der Arbeit galten lange als unästhetisch und reizlos, deshalb sind nur wenige historische Industriestandorte heute noch intakt.
Die Zeche Zollverein wurde 1986 stillgelegt, aber schon lange vorher war geplant, sie für künftige Generationen zu erhalten. Umwidmung und aufwändige Restauration sind Stichworte für einen neuen Umgang mit dem alten Industrierelikt: Der Weg führt von der Kohle zur Kunst. Im Kesselhaus der Zeche, wo einst der Dampfdruck für die Bewetterungsanlagen des Untertagebaus erzeugt wurde, ist heute das Designmuseum Nordrhein-Westfalen. Im Turbinenhaus genießt man jetzt im Gourmetrestaurant "Casino Zollverein" exklusive Speisen zwischen Stahlträgern und alten Kesseln. Im Salzlager der Kokerei fand Kabakovs "Haus der Träume" Platz. In der großen Lesebandhalle wurden früher an vielen Bändern Gesteinsbrocken aus der Kohle gelesen - nun finden hier Konzerte statt.
Seit ihrer Planung 1928 war die Zeche Zollverein eine Attraktion für Architekten und Grubenbetreiber. Den Industriearchitekten Martin Schupp und Fritz Kemmer ist es gelungen, einen Gesamtentwurf zu konzipieren, in dem nicht wie bei den meisten Fabrikationsstätten einzelne Bauelemente aneinander gestückelt und je nach Bedarf verändert wurden, sondern Funktion und Ästhetik eine Einheit bilden. Von Anfang an wurde Zeche Zollverein bei aller Zweckmäßigkeit auch als ein repräsentatives Symbol der Arbeit, als Denkmal der Industrialisierung geplant.
Dokumentation von Gisela Mahlmann (2006)
Fr, 06.10.06, 21.30 Uhr
Sa, 07.10.06, 00.30 Uhr
So, 08.10.06, 12.00 Uhr


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