Feldpostbriefe 1943/1944

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  • dragon_66
    Heerführer


    • 07.09.2005
    • 1642
    • Duisburg

    #1

    Feldpostbriefe 1943/1944

    Ein nächtliches Hallo an die SDEler und ein frohes neues Jahr gehabt zu haben.

    Hier möchte ich Euch einen meiner letzten Sperrmüllfunde präsentieren:

    Letzten Monat in Essen-Überruhr. Ich hole meine bessere Hälfte von der Arbeit ab und im Augenwinkel sehe ich schon den großen Haufen Hausrat. Ich denke mir - Opa ist noch nicht kalt, und schon landet alles auf der Straße.

    <Emotion eingeschaltet> Wenn ich so etwas sehe könnte ich k....., aber leider hatte ich nicht so viel gegessen. Bergeweise Bücher, Hausrat der 60er/70er, eigentlich alles, was einen Menschen ausmacht. Selbst die Kleidung lag verstreut im Straßendreck <Emotion ausgeschaltet>

    Ok, dachte ich mir, halte mal an und seh nach, was noch wert ist, gerettet zu werden.

    In Summe habe ich 4 Klappboxen Bücher eingesammelt - u.a. Kunstbände der Villa Hügel, Trivialliteratur und weiteres.

    Ich wollte zu dem Zeitpunkt schon weiter fahren, da sah ich den Aktendeckel auf dem Haufen - hielt inne - hob ihn auf, öffnete ihn und mir fielen dutzende handschriftliche Seiten aus den Jahren 43/44 entgegen.

    Was war es ? Gesammelte Feldpostbriefe von der Front an die Kollegen. Durchschläge der Antworten an den Soldaten. Gedichte zu Geburtstagen in Rohform. Auch war ein Exemplar dabei, welches mit Aquarellen aufgewertet wurde. Auf jeden Fall genug Material, um sich Monate ausschließlich mit Sortieren und Lesen zu beschäftigen.

    Gut - ich habe aufgrund der Menge (ca. 100 Seiten und mehr) bisher nur quer lesen können. Trotzdem weiß ich bis jetzt, daß der im Felde stehende Kollege beim Essener Bergbauverein beschäftigt war. Er war sowohl in Frankreich (Loire) als auch im Osten (Warschau und weiter) bei der kämpfenden Truppe.

    Auf jeden Fall hat sich der hier verstorbene Mensch die Mühe gemacht, diese Briefe aufzuheben. Ob er der Soldat war, kann ich jetzt noch nicht nachvollziehen.

    Für unsere Fliegerfreunde ist auch etwas dabei. In einem der Briefe an die Front wird berichtet, daß am 22.02.43 ein anderer Kollege - in Köln auf der FLAK stationiert - einen 4-Mot-Bomber vom Himmel geholt hat.

    Im Anhang ein paar Fundbilder.

    Doch keine Rose ohne Dornen. Mir stellen sich ein paar Fragen, auf die ich bisher keine Antwort gefunden habe.
    • Wofür steht der Essener Bergbauverein ?
    • Welche Bedeutung hat die immer wiederkehrende Abt.Bez. TK bzw. ITK ?
    • Wie lautet die Übersetzung des Briefkopfes ?

    Solange ich auf Eure Antworten warte, werde ich versuchen, die Dokumente in eine chronologische Reihenfolge zu bringen. Vielleicht könnt Ihr, liebe SDEler, mir bei meinen Fragen helfen.

    PS: Bei meiner GOOGLE Recherche bin ich über folgenden Link gestolpert: http://www.antik-falkensee.de/catalo...htskarten.html Ich denke, daß der eine oder andere daran Spaß haben könnte.

    Zuerst die Bilder der Aquarelle:
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von dragon_66; 07.01.2007, 02:58.
    Grüße aus dem POTT
    Glückauf - der Andre
  • dragon_66
    Heerführer


    • 07.09.2005
    • 1642
    • Duisburg

    #2
    Peldpostbriefe

    Ohne vorerst näher auf die Inhalte einzugehen, hier weitere Impressionen meines Sperrmüllfundes
    Angehängte Dateien
    Grüße aus dem POTT
    Glückauf - der Andre

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    • dragon_66
      Heerführer


      • 07.09.2005
      • 1642
      • Duisburg

      #3
      Feldpostbriefe

      Mir ist aufgefallen, daß viele Karten und Briefe mit Klebefilm auf DIN-A4 Blättern fixiert wurden. Hat jemand eine Ahnung, seit wann es TESA gibt ?

      Darüber könnte ich bestimmen, ob diese akurate Sammlung schon zu Kriegs- oder Nachkriegszeiten angelegt wurde.
      Grüße aus dem POTT
      Glückauf - der Andre

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      • Matthias45
        Heerführer


        • 28.10.2004
        • 4300
        • Damme, Niedersachsen
        • MD3009, Der Schrottfinder..

        #4
        1935 entwickelte die Beiersdorf AG erstmals einen transparenten Klebefilm, der zunächst unter dem Namen „Beiersdorf-Kautschuk-Klebefilm" in den Handel gelangte, sich jedoch nicht sonderlich gut verkaufte. Der Beiersdorf-Mitarbeiter Hugo Kirchberg kam deshalb auf die Idee, das Produkt auf den Namen tesa zu taufen. In einem Brief von 1936 spricht Kirchberg erstmals vom tesa-Klebefilm. Doch der findige Kaufmann hatte weitere geniale Vermarktungsideen. Um den Verbrauchern eine praktische Verarbeitungshilfe anbieten zu können, entwickelte er den Tischabroller, der auch heute noch in nur leicht weiterentwickelter Form auf fast jedem Schreibtisch steht. Mit Werbeslogans, die den Zeitgeist trafen, führte er Produkt und Namen zu einem beispiellosen Erfolg.

        Entnommen aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Tesa
        Glück Auf!
        Matthias

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        • ruhrpotrrover
          Lehnsmann


          • 19.11.2006
          • 38
          • Dinslaken/Niederrhein

          #5
          Der Essener Bergwerksverein ist glaube ich eine der Vorläufergessellschaften die in den 60ern zu RAG zusammengefasst wurden (Koalitionsvereinbarungen Groosse Koalition). Damal sollte aus allen Bergwerksbetreibern ein grosser entstehen.
          Ab Montag arbeite ich wieder und dann werde ich mich mal genau kundig machen!!!

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          • voodooprinz
            Heerführer


            • 10.06.2005
            • 1222
            • Berlin - Johannisthal
            • Tesoro Silver Max

            #6
            ITK - Informations- und TeleKommunikationsindustrie.
            Gab´s so etwas da schon ??
            Wenn die Neugier sich auf ernsthafte Dinge richtet, dann nennt man sie Wissensdrang.

            Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), östr. Schriftstellerin

            Suche privat Fotos aus Berlin-Johannisthal (bis ca. 1990)

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            • Sugambrus
              Geselle


              • 11.11.2006
              • 54
              • Baden-Württemberg
              • Keiner

              #7
              Zitat von dragon_66
              Ohne vorerst näher auf die Inhalte einzugehen, hier weitere Impressionen meines Sperrmüllfundes
              Absender auf Bild 5 ist die Staatsbank der UdSSR. Um die Abteilung zu identifizieren, reicht mein Russisch leider nicht. Vielleicht kann hier ein Russlanddeutscher oder ein echter "Ossi" weiterhelfen ... "Tartuskoje-Abteilung" ... echt keine Ahnung. Ich kenne nur Tartinka, das ist ein Brötchen oder Butterhörnchen
              Zuletzt geändert von Sugambrus; 07.01.2007, 13:48.
              Viele Grüße,
              Sugambrus

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              • Terra Inc.
                Landesfürst


                • 22.10.2005
                • 671
                • Holzland->Franken->Leipzig
                • 2 Augen & ein Feldstecher ;o)

                #8
                ..Tartuskoje otdelenije.. und dann steht da rechts noch:
                Gor. Tartu. Gor. == gorod==Stadt. Und Tartu ist der Name....
                Da haben wirs doch!
                ----------------------
                Thou hast no right but to do thy will.
                Do that, and no other shall say nay.

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                • Sugambrus
                  Geselle


                  • 11.11.2006
                  • 54
                  • Baden-Württemberg
                  • Keiner

                  #9
                  ... oder doch? Oben rechts scheint der Ortsvermerk Tartu zu stehen. Dann wäre es die Abteilung Tartu der sowjetischen Staatsbank, also Estland. Ob und welchen Sinn das in Zusammenahng mit dem 11. August 1941 ergibt werden Dir andere sagen können. Das war damals ja wohl schon diesseits der Front. Vielleicht hat aber die Staatsbank noch gearbeitet, sozusagen in Abwicklung. Aber wie gesagt, da gibt es andere Experten.
                  Viele Grüße,
                  Sugambrus

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                  • Sugambrus
                    Geselle


                    • 11.11.2006
                    • 54
                    • Baden-Württemberg
                    • Keiner

                    #10
                    Jau, mit vereinten Kräften geht's doch!
                    Viele Grüße,
                    Sugambrus

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                    • dragon_66
                      Heerführer


                      • 07.09.2005
                      • 1642
                      • Duisburg

                      #11
                      So - ich habe die Briefe mittlerweile genauer studiert. Wie schon beschrieben, handelt es sich um die Feldpost der Mitarbeiter des Essener B.V. und die Antworten des B.V. an die Soldaten.

                      Im großen und ganzen geht es um Alltägliches. Firmenfeiern, Geburtstage, Dankesschreiben für Päckchen an die Front.

                      Es werden allerdings auch tragische Momente im Detail beschrieben:
                      • Luftangriffe auf Essen mit Opferzahlen
                      • Genau datierte Abschüsse eine 4-Mot-Bombers durch dtsch. FLAK im Raum Köln (hier war ein Mitarbeiter des B.V. stationiert)
                      • Der Tod eines B.V. Angestellten, der anno 44 durch Tieffliegerbeschuss auf der Reichsautobahn ums Leben kam. Er wollte seine Famile aus Süd-Deutschland zurück holen.


                      Alles in allem dtsch. Kriegsalltag pur. Fast zu lesen wie eine Chronik. Die handschriftlichen Briefe sind teilweise sehr schwer zu lesen, weil der Schreiber eine "Sauklaue" hatte. Das nur nebenbei.

                      Deshalb auch meine Frage an Euch. Macht es Sinn, bestimmte Briefe zu posten ? Ich habe keine Lust, dass mal wieder ein Nebenschauplatz wie in den Threads zum Thema DACHAU und SÜDBAHNHOF DORTMUND aufgebaut wird.

                      Was ist mit Namen - sollten diese ausgeblendet werden ? Ok - es war ein Sperrmüllfund und so gesehen wurden die Rechte aufgegeben. Aber aus ethischer Sicht habe ich Respekt vor den Personen - obwohl ich sie nicht kenne. Aber alleine das Lesen verbindet.

                      Ich denke, dass Ihr meine Bedenken versteht. Es geht mir nicht um Effekthascherrei.

                      Noch zur Info: Es handelt sich um weit über 100 Dokumente (Briefe und Postkarten). Genug Material für eine Magisterarbeit im Fach Soziologie. Sollte jemand ernsthaftes Interesse haben, bin ich bereit, das Mat. leihweise z.V. zu stellen. Doch dann sollte der Kontakt über PM laufen.
                      Grüße aus dem POTT
                      Glückauf - der Andre

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                      • HGdR
                        Geselle


                        • 12.01.2007
                        • 97
                        • M-V Usedom

                        #12
                        hallo dragon 66

                        Hallo erstmallll,
                        habe das gleiche Problem mit der Feld.-Luftpost.Ich selber kann die Altdeutsche nicht mehr lesen und fragst du nen älteren sehen sie dich gleich schief an!Habe ca. 25 Feld.-Luftpostbriefe+120 Fotos die zu einem Besitzer gehören und kann nur wenige lesen,gerade soviel wie auf den Fotos steht. Bin ''OSSI'' aber mein Russisch ist leider eingerostet,aber mächtig ;-)
                        Gruß
                        Zuletzt geändert von HGdR; 12.01.2007, 23:43.

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