Dicke runde Glas-Teile

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  • Erdspiegel
    Heerführer


    • 16.07.2008
    • 7046
    • zwischen Schutt & Scherben
    • Spatengabel,Kartoffelharke,Fisher CZ-6a,XP-Gmaxx II

    #1

    Dicke runde Glas-Teile

    Auf dem Hinterhof eines Altberliner Gewerbekomplexes bauen wir grade eine zerfallene Werkstattruine um.
    Eine Art Kellergrube wurde früher mit Gewerbemüll und Schutt verfüllt.Unzählige verschiedene Porzellanfassungen,bunte Glasscherben,uralte Stromkabel usw.wurden da verklappt.Dabei auch etliche dieser Glasteile.
    Die großen messen 9,5 cm,die kleinen 7 cm im Durchmesser.Die großen haben mittig eine Vertiefung,die kleinen eine Nuppe.Scheinen also ineinandergelegt gehört zu haben.Passende kleine runde Pappscheiben als Zwischenlage lassen sich da auch finden.Alles sieht danach aus,als wurden da Leuchtreklamen hergestellt,etwa 20er Jahre.
    Wofür waren die Glasdinger? Vielleicht eine Art Isolatorenfüße auf denen die Reklamen gestellt wurden?
    Sonst war bisher nichts brauchbares dabei.Einige Buchstaben aus Messingblech wurden noch gefunden,rückseitig ehemals mit Stuckfüllung.Waren wohl von einem Firmenschild.
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  • Brainiac
    Heerführer


    • 21.12.2003
    • 3194
    • Berlin
    • Augen, Ohren, Nase und Verstand

    #2
    Interessante Sache! War damals scheinbar tatsächlich mal eine Fabrik für Leuchtreklame. Das würde ja auch super in die Berliner 1920er Jahre passen.
    Die runden Glasteile würde ich dabei aber nicht unbedingt als Isolatoren sehen. Bei Leuchtreklame gab es ja keine hohen Spannungen, da wurde auch schon auf Stromverbauch geachtet, gerade bei langezeitiger Beleuchtung. Ich sehe das eher als Lichtverstärker ähnlich einer Lupe um das Licht hinter so einer beleuchteten Werbetafel zu brechen, zu verteilen und zu verstärken. Eben weil hinter jeder Lichtquelle nur eine schwache punktuelle Glühlampe stand und keine helle Flächenbeleuchtung wie Neonröhren oder so...
    ______________
    mfg Swen


    2006 n. Chr. - und wir sind noch immer Jäger und Sammler...

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    • 2augen1nase
      Heerführer


      • 13.03.2007
      • 5567
      • Chemnitz
      • keiner.. leider

      #3
      Halte die Blechbuchstaben in Ehren, sowas ist heutzutage sündhaft teuer.

      Habe für ein Projekt hier neulich ein Angebot gebracht, da kam ein Schriftzug mit ca. 11 Buchstaben knappe 4000 €...

      Und nein, nicht gelasert, sonder richtig als Blechkasten, vergleichbar mit den hier vorliegenden Buchstaben...

      Erstmal einen finden, der sowas noch macht war ne Tortur - Ogri hatte dann den entscheidenden Tipp...
      Genossen und Genossinnen! Geniesset den genuß der Genossenschaften, denn es könnte vorkommen, dass die
      Nachkommen mit dem Einkommen der Vorkommen nicht auskommen und daher umkommen!

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      • Erdspiegel
        Heerführer


        • 16.07.2008
        • 7046
        • zwischen Schutt & Scherben
        • Spatengabel,Kartoffelharke,Fisher CZ-6a,XP-Gmaxx II

        #4
        Die Teile sind aber recht schwer,jedenfalls in einer Menge.
        Es liegen dort massenweise Glasröhrchen rum,etwa 1 cm Durchmesser.Die Länge ist unbestimmt,da alles zerbrochen ist.Sowas wäre aber als Lichtbrecher bzw.-verteiler besser geeignet,da leichter und zuschneidbar.
        Der Bauherr weiß nicht allzu viel über die ehemalige Belegung der Gewerbeeinheiten.Erbaut wurde der Komplex 1895.Die Erdgeschosse waren fast alle mit Blechschlossereien belegt mit Garagen und Stallungen für Fuhrwerke.
        Über die Grube kommen jetzt Stahlträger,dann Beton & Estrich.'Klappe zu - Affe tot' sozusagen.
        Wir stemmen eine Kellerdecke weg,auf der schon große Bäume stehen.Tonnen an Schutt und Eisenträgern.Andere Bereiche mit Altverfüllungen werden wir ausschachten.Vielleicht ist da mal was dabei,wenn's nur 'ne alte Bierpulle ist.

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        • Erdspiegel
          Heerführer


          • 16.07.2008
          • 7046
          • zwischen Schutt & Scherben
          • Spatengabel,Kartoffelharke,Fisher CZ-6a,XP-Gmaxx II

          #5
          @2augen1nase:
          Die Buchstaben scheinen vergoldet,eine '2' kam auch noch ans Licht.Wir buddeln da noch ein bisschen rum.

          Noch ein paar Impressionen:
          1.)Die Klinkerwand an der Grube von vorn.Die Wand bleibt und wird restauriert.Sie soll wohl später einen Büroraum teilen,als Baurelikt.
          2.)An der wackelnden Klinkerwand gehts abwärts.Gestern wollten wir den Träger rausnehmen,das war's dann fast.......mit der Wand.
          3.-7.)Der Kellereingang,die Decke,und der Keller selbst.Unten befindet sich noch eine Art Brunnen.
          8.9.)'Inside looking out'
          10.)11 Kubikmeter Schutt haben wir raus,XX Kubikmeter werden noch kommen.Vielleicht sind wir ab morgen zu dritt.Früh rennt da immer eine fette Ratte rum,also dann vier.
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          • TBG
            Ratsherr


            • 06.06.2006
            • 292
            • Rheinland

            #6
            Bild 1 erinnert mich an Glasminen aus dem 2 WK
            Bei aller Aufregung, sollten wir aber nicht vergessen,dass Al Bundy 1966 vier Touchdowns in einem Spiel gemacht hat und den Polk High School Panthers damit zur Stadtmeisterschaft verholfen hat!

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            • silex1
              Ritter


              • 14.03.2015
              • 373
              • DD-SN
              • Augen und Hände

              #7
              Nun, für Glasminen sind die Teile ungeeignet. Passt ja nix zum sprengen dazwischen...

              Jedoch nicht uninteressanter Fund und Fundplatz. Denn in Berlin wurde ja die Leuchtreklame "erfunden" bzw. erstmals dort in D eingesetzt.
              Und da die ersten Reklamen nur aus Glühbirnen bestanden, kann dies schon ne Manufaktur für Leuchtreklame sein. Vielleicht sogar die erste in D???

              Und da 1939 eh Schluss war mit rumleuchten, ist der Zeitrahmen wohl eng begrenzt für die ganzen Teile.

              Die Glasteile erinnern mich an heutige LED´s, wo ähnliche Plasteteile vor die LED´s kommen, um die Leuchtkraft zu verstärken.
              Kannst es ja mal mit einer Taschenlampe testen...
              VG
              René

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              • ogrikaze
                Moderator

                • 31.10.2005
                • 11360
                • Leipzig
                • Aktuell: DEUS, ORX, CZ21, MI 4, Garrett THD, Abgelegt: Blisstool,ACE250, Minelab Excalibur, Minelab Terra 70, Goldmaxx Power, Rutus Solaris

                #8
                Zitat von 2augen1nase

                Habe für ein Projekt hier neulich ein Angebot gebracht, da kam ein Schriftzug mit ca. 11 Buchstaben knappe 4000 €...

                Und nein, nicht gelasert, sonder richtig als Blechkasten, vergleichbar mit den hier vorliegenden Buchstaben...

                Erstmal einen finden, der sowas noch macht war ne Tortur - Ogri hatte dann den entscheidenden Tipp...
                ist ja heftig...ich sattel um und bau nur noch Buchstaben....
                Interessanter Keller Erdspiegel passt ja für Dich, Hobby und Beruf....
                Gruß Sven

                Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum.
                Eventuell vorhandene Rechtschreibfehler sind beabsichtigt und dienen der Unterhaltung.

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                • Erdspiegel
                  Heerführer


                  • 16.07.2008
                  • 7046
                  • zwischen Schutt & Scherben
                  • Spatengabel,Kartoffelharke,Fisher CZ-6a,XP-Gmaxx II

                  #9
                  Die Glasteile geben keinen guten Effekt.Habe das mit Taschenlampe sowie Schreibtischleuchte ausprobiert.Das Glas ist sehr dick und schlierig.Richtiges einfaches Industrieglas,sehr wahrscheinlich auch in Berlin hergestellt.Die Insel Rohrwall bei Grünau ist zB.aus solchen Glasresten aufgeschüttet worden.Sind wohl doch eine Art Standfüße oä.
                  Wir wühlen immer noch in der Grube rum,da wir dort Stahlträger einziehen werden.Ich weiß jetzt das die Grube ein Öl-,oder Kühlwasserauffangbecken war.Darauf stand früher eine große Maschine zum Schneiden von Eisenbauteilen.
                  Habe noch ein paar nette Buchstaben gefunden.Das 'K' ist 13 cm groß,die anderen 8 cm.Werde sie etwas reinigen und als Erinnerung an die Schufterei aufbewahren.
                  Im zweiten Hinterhof steht noch eine ältere Maschine.Der Klumpen ist eine Blechschere mit Riemenantrieb.Hat eine Schnittbreite von 1,70 m.Steht da wohl schon ewig und wird es weiterhin auch tun.Nix für die Uhrentasche.
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                  • ogrikaze
                    Moderator

                    • 31.10.2005
                    • 11360
                    • Leipzig
                    • Aktuell: DEUS, ORX, CZ21, MI 4, Garrett THD, Abgelegt: Blisstool,ACE250, Minelab Excalibur, Minelab Terra 70, Goldmaxx Power, Rutus Solaris

                    #10
                    Die Blechschere ist genial...danke fürs zeigenschön das sowas vorm Schrott gerettet wird
                    Zuletzt geändert von ogrikaze; 30.04.2015, 08:05.
                    Gruß Sven

                    Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum.
                    Eventuell vorhandene Rechtschreibfehler sind beabsichtigt und dienen der Unterhaltung.

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                    • silex1
                      Ritter


                      • 14.03.2015
                      • 373
                      • DD-SN
                      • Augen und Hände

                      #11
                      Oh, Ihr könnt ja sogar Scrabble spielen während der Arbeit! Cool!
                      "Schoko" könnte Punkte bringen...

                      Wenn die Glasdinger nicht zum leuchten geeignet sind, dann scheint mir es, es sind Glasrohlinge für Glasisolatoren.

                      Dazu müsste es aber wohl nen Ofen in der Fabrik gegeben haben...
                      VG
                      René

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                      • Erdspiegel
                        Heerführer


                        • 16.07.2008
                        • 7046
                        • zwischen Schutt & Scherben
                        • Spatengabel,Kartoffelharke,Fisher CZ-6a,XP-Gmaxx II

                        #12
                        Meines Wissens nach wurden solche Isolatoren in einem Stück aus Glasmasse hergestellt.
                        In dem Gebäude wurde kein Glas geschmolzen.Jedenfalls gibt es keinerlei Spuren als Beleg.Nur glatte kleine bunte Scherben,oft eine Seite weiß,die andere Seite farbig.Und eben noch den Porzellankram für Lichterketten.
                        Ein Exemplar der fragwürdigen Glas-Ufos (das größere) wurde vor Jahren auf dem Kleinen Rohrwall bei Berlin/Köpenick gefunden.Diese kleine Insel besteht zu einem großen Teil aus Abraum der Marienglashütte.Schlacke,Scherben,Asche und eben so ein Ding.Damals ging ich davon aus,das es ein Parkettschoner ist.Sowas gab es für Klaviere,Flügel und auch schwere Möbel als Unterlage für die Füsse.Die sahen aber doch anders aus.
                        Ich vermute immer noch,das die beiden Gläser und die runden Pappscheibchen ein zusammengehöriges Ensemble sind.Vielleicht hat man damit einen beleuchteten Glaskasten von seiner Halterung getrennt die am Haus oder Mast befestigt war.

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                        • Mc Coy
                          Heerführer


                          • 22.02.2006
                          • 1289
                          • Berlin

                          #13
                          Ich kenne diese Teile aus Batterielagern, da wurden die Batterien draufgestellt. Habe sowas mal in einem DDR- Bunker in größerer Stückzahl im Batterieraum gefunden.

                          Beste Grüße
                          MC

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                          • Erdspiegel
                            Heerführer


                            • 16.07.2008
                            • 7046
                            • zwischen Schutt & Scherben
                            • Spatengabel,Kartoffelharke,Fisher CZ-6a,XP-Gmaxx II

                            #14
                            Zitat von Mc Coy
                            Ich kenne diese Teile aus Batterielagern, da wurden die Batterien draufgestellt. Habe sowas mal in einem DDR- Bunker in größerer Stückzahl im Batterieraum gefunden.

                            Beste Grüße
                            MC
                            Das wäre als Sekundärverwendung durchaus denkbar.
                            Meine Fundstücke sind weder zeitlich,noch geographisch mit der DDR zusammenhängig.In einem anderen Forum gab es auch einen interessanten Gebrauchsvorschlag:

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                            • silex1
                              Ritter


                              • 14.03.2015
                              • 373
                              • DD-SN
                              • Augen und Hände

                              #15
                              Ich kenne solche Füße u.a. von alten Betten, (wir hatten selber früher auf dem Dachboden noch solch ein altes Millitär-Krankenbett). Der Rand wurde mit Petroleum ect. gefüllt, um angeblich Ungeziefer abzuwehre.
                              Macht zumindest Sinn und erscheint logisch, wenn es einem so gut erläutert wird.
                              VG
                              René

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