(Sommer 2005)
Teil 1
Aus dem Inhalt:
* chronologischer Reiseablauf mit:
- Routen, Stationen, Aufenthalten
- Preisen
- Tauchgängen
- namentliche Wracks; TG-Ansprüche
- Ausrüstungsmanagement
- Tauchplätzen; Genehmigungen
- Zeltplatzbeschreibung
- Tauchbasenbeschreibung
- Land und Leute
- ???
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"Was soll ich?
Jetzt noch ein Fahrwerk und Räder eintragen?
Es ist Freitag - Nachmittig, 15.50 Uhr!
Ich hoffe, du hast "ihn" jetzt nicht angenommen."
"Nein, deshalb frage ich dich ja. Ich weiß daß du 16 Uhr abhaust und mich
hier alleine läßt." sagt mein Kollege im Range eines Meisters. Er darf das
schließlich nicht. Der § 19 (2) STVZO ist ausschließlich dem Ingenieur beim TÜV
vorbehalten, und dieser möchte sich am Freitag 05.08.2005 um konkret 16 Uhr
zum Urlaub verabschieden.
Der Tag war anstrengend genug; der Bus ist noch zu beladen; die Katze
braucht gequältes und die Blumen gegossenes. Das Bügeleisen muß überprüft
werden ob Stellung "AUS" eingestellt ist; Gashahn absperren, Fenster
schließen - damit nach 2 Wochen auch schön stinkt, Fische in`s Klo und
Aquarium absaugen ... ... und noch vieles mehr ist zu tätigen, bevor der
Motor startet und mit dem 1. Gang die Fahrt in Richtung Wrackabenteuer
beginnt und man nach bereits 10 km feststellt, daß doch noch so einiges zu
Hause vergessen wurde.
Nach 5 km stellen meine Freundin in der Nacht zu Samstag gegen 02.00 Uhr
fest, daß so einiges zu Hause vergessen wurde! Lebenswichtiges .. wie eine
EC-Karte mit gültigem/richtigem/nicht vergessenem PIN zum
Cash-Kohle-Abholen.
Nach 50 km kommt der Dosenöffner dazu und nach weiteren 20 die Katastrophe
schlechthin; meine Freundin hat die (ihre) Haarbürste liegen gelassen!
"Wir müssen umkehren!" schreit sie. "Nein" sage ich "ich kaufe sofort bei
nächster Gelengenheit eine für dich!". Die Stimmung ist _jetzt_ wieder okay.
Ich fahre durch. Nach Marseille steige ich wie im Frühjahr aus. Ich kann
nicht mehr. Hatte ja zu Hause am Vorabend auch nicht mehr geschlafen, und
die Arbeit beim TÜV ist oft soo stressig, daß der Kopf vom ständigen
Aufschlagen auf den Schreibtisch stark schmerzt.
Meine Freundin übernimmt relativ ausgeruht das Steuer. Sie erreicht
kurzzeitig die 99 km/h, dann ist Sense; Stau! Und das bis zur span. Grenze!
Urlaubszeit .. für alle! Na ja... ;-//
Wir verlassen nun endlich die AB und Fahren die französisch-spanische
Küstenstraße entlag. So geht es wenigstens vorwärts , und man sieht was.
An dem kleinen Strand, an dem im Frühjahr der Junge versuchte dem Mädchen
liebevoll an die Wäsche zu gehen suchen wir für die Dämmerung etwas
Erholung. Es gibt Eintopf .. Erbseneintopf ..wie immer! ;-// Ich erinnere
mich an meinen Opa; wie er sich vor Stalingrad liegend darüber sicher
gefreut hätte. Immerhin; es sind Würstchen drin! Die Klappstühle sind wie
immer recht bequem und nachdem die 800 Gramm in meinem Magen verschwunden
sind macht sich auch schon der ersten Pups lose. Ich sage zu meiner Freundin
..das muß so, denn dann kannst du hinten besser schlafen. Außerdem ist das
wiedereinmal ein Vertrauensbeweis. Andere machen das eben nicht. Viele Ehen
scheitern, weil Pupse unter Schmerzen unterdrückt werden und operativ
entfernt werden müssen. Die Gelder kommen aus der Urlaubskasse und
überhaupt!
Ich schaue auf das friedliche Mittelmeer und sinne über vergangene
Wrack-Tauchgänge und hoffe auf weitere. Ich liebe das Meer, ich liebe das
Mittelmeer und Schiffe .. besonders die Alten. Gäbe es sie alle noch, müsste
ich nicht tauchen. Ich könnte Tauchen, müsste es aber nicht!
Gegen 22 Uhr setzen wir die Reise fort. Es wird schnell dunkel, kaum
Dämmerungsphase. Wir wechseln jetzt öfter, und 100 km vor Cabo de Palos
(Nähe Cartagena) fährt sie eine Tanke an. Es ist nun Feierabend für beide,
beiden schlafen wir, es geht nicht mehr.
Sonntag, 8.30 Uhr
..kommen wir endlich im Hafen an der TB von Jesus und Manoli in Cabo de
Palos an. Ich habe auch diesen Ort neben Marseille und Torre Faro (Messina)
tief in mein Herz geschlossen. Ich habe hier alles was ich brauche.
Jesus ist krank , Manoli nimmt uns auf das Herzlichste in Empfang. Welch
eine Freude .. auf beiden Seiten .. obwohl man sich noch gar nicht lange
kennt und eigentlich auch nicht gut genug kennt .. um sich so zu freuen.
Egal .. es ist aber so!
Wir überreichen die Holzkiste als Geschenk. Was mag da wohl drin sein ..
spiegelt sich in Manolis Augen wieder mit einem schönen Lächeln auf den
Lippen.. ?
Mit einem riesigen Kuhfuß wird brutal der vernagelte Deckel aufgebrochen,
die liebevoll in tagelanger Tüftellei gebundene Schleife ächst erst, dann
platz sie regelrecht auf. Traurig und zerfetzt hängt sie herunter. Das Stroh
wird brutal aus dem Schlaf gerissen und zu Boden geschleudert bis, ja bis
der Inhalt sichtbar wird: Drei gute Flaschen Wein vom Bodensee aus Meersburg
in verschiedenen Farben.
Manoli freut sich sehr, gibt es hier doch keinen guten Wein zu kaufen. ;-)
Nein .. zumindest nicht diesen .. vom Bodensee. Sie freut sich wirklich!
;-))
Eine Tüte wird von ihr herüber gereicht. "Für mich?" frage ich. "Ja" sagt
sie "konkret für dich!" und grinst. Wie ein Tier zerfetze ich die Tüte und
dann die undurchsichtige Pappschachtel. Ist da nun etwa mein lang erträumtes
5.70er GFK-Festrumpfschlauchboot mit 90 Ps AB drin? Wenn ja, wo ist dann der
Trailer dazu? Hmmm..
Es ist der "Madelman" .. jääääähh! Man! Ich hatte im Frühjahr das span.
Ken-Püppchen als Helmtaucher im Schaukasten von Jesus gesehen.. in voller
Montur! Der Typ ist handlang groß, voll beweglich und als klassischer
Taucher angezogen. Jesus hatte die Puppe damals nicht rausgerückt, und
Manoli hatte mein Entzücken beobachtet. Selbst ein organisierter Einbruch in
die TB in Verbindung mit einer spektakulären Entführung des Madelman hatte
nichts gebracht; Jesus hat die 1 Mio. Euro gezahlt und ich mußte Madelman
freigeben. Da ich 999.999 Euro an das org. Verbrechen abgeben mußte, wegen
der entstandenen Kosten und so, blieb mir nicht viel.
Und jetzt hatte ich ihn .. den Helmtaucher-Madelman! Man .. scheiß auf das
Boot! Manoli hat alles in Bewegung gesetzt, dieses Püpchen zu besorgen .. es
ist ein Auslaufmodel !!! Ich freu mich riesig!
Etwas später legt sie die eben erst kreierten und gerade eingetroffenen
T-Shirt`s in gelb und blau auf den Tisch und überreicht mir ein blaues als
weiteres Geschenk. Auf dem Rücken sind die 3 bekannten großen Wracks
schematisch und übereinander dargestellt mit Tauchtiefe und Schiffslänge.
Sie hatte meine Kleidung im Frühjahr scheinbar nicht nur oberflächlich
betrachtet; denn ich trage üblicherweise zu solchen "Anlässen" meine
international zusammengetragenen Tauch - T-Shirt`s, so auch diese bei denen
auf dem Rücken diverse Wracks verschiedenst dargestellt sind.
Manoli hat sich scheinbar inspirieren lassen .. von wem auch immer ... auch
von dem Wrackwahn, den wohl einige (wenige) Menschen entwickeln können....
Der Bus wird entladen. Ich hatte zuvor Manoli angemailt, ob ich dort oder in
der Nähe dort Sauerstoff und/oder Nitrox füllen kann.
Da dieses nicht möglich ist, reise ich wie folgt an:
2x 12er lang, 2x 10 Liter, 1x 7 Liter, 1x FixD6 und 1x 4 Liter mit Luft
(15er Butzen Luft kann mir Jesus zur Verfügung stellen); weiterhin 5x 2
Liter, 4x 4 Liter, 1x 5 Liter in 100% Sauerstoff sowie 1x 7 Liter, 1x 5
Liter Nitrox32. Mehr Flaschen habe ich _diesmal_ nicht eingeplant; bin ich
doch in Reichweite einer TB.
1x diverite Superwing 40Liter, 1x Cressi S108, 1x diverite 23Liter;
UW-Werkzeug, Reparatur-/Ersatzteilkoffer, Sackkarre, nur Halbtrocki`s,
8x vollst. bestückte Regler, 2x Kowalski, Hebe-/Deco - Bojen, 4 Computer,
Tabellen, Signalraketen (bis 70m Tauchtiefe druckfest), ..und noch so
allerhand Kram sorgen dafür, daß der Bus aus den Federn kommt!
Alles liegt erstmal kurzzeitig vor der hübsch gekachelten Steinbank vor der
TB. Dann verrichtet die Sackkarre ihren Dienst und die TB geht nun in die
Federn.
Die Guide`s kratzen sich am Kopf...
Am Nachmittag wird "die einfache" Ausrüstung zusammen gebaut und ein
no-pay - TG am schönen Cap per Landeinstieg getätigt.
20,1m und 49 min. stehen danach zu Buche. Einfach herrlich hier zu tauchen:
Wunderschöne UW-Felsen, viel Fisch und klassische Seegraswiesen. Und glatte
See .. wie sich herausstellen sollte, der einzige Tag so.
Danach besuchen wir die Geisterstadt La Manga am Mar Menor. Von wegen ..
Geisterstadt. Im Frühjahr war sie eine, jetzt ist davon keine Spur mehr!
Trubel ohne Ende. Es ist immernoch mehr als heiß; deulich über 30 Grad
Celsius. Das Wasser mißt 26°C.
Wir legen uns im Bus schlafen, ist doch der Zeltplatz erst ab morgen,
Montag, 08.08.05
reserviert.
Der Handy-Wecker klingelt um 7.30 Uhr.
9.00 Uhr ist Ablegen zum Trainigs- / Eingewöhnungs-TG zum Frachter
"Naranjito" auf 43m geplant.
Jesus ist noch krank , und wir haben den guten Mann noch nicht zu Gesicht
bekommen, geschweigedenn Gelegenheit zum Knuddeln gehabt.
Es sind wie besagt Diveguid`s angagiert worden um den Laden zu schmeißen.
Ist doch jetzt in der Hochsaison deutlich mehr los, wenn auch überschaubar
und keine Massenware Taucher anzutreffen sind. Den Jungs und dem Mädel wird
ein kurzes freundliches "Hola" entgegengebracht und geerntet. Das war`s. Man
läßt uns in Ruhe.. absolut... lag wohl entweder an dem mitgebrachten
Flaschenberg oder der "kurzen Ansage" Manolis.
Wir rödeln uns zu einem "70m-TG" zusammen, soll es doch mit dem _neuen_
diverite-23Liter-Tec-Jacket mit Transepack an D10 meiner Freundin und meinem
neu-getrimmten Wabbeldiverite-Doppel-40Liter-superwing an D12 mit
angeflanschter 4er-Rein-O2 zwischen den D12 zu einer Trainigseinheit werden.
Wir hatten 2 Wochen zuvor mit dieser neuen und neu getrimmten Ausrüstung
bereits einen Sonntag in Portofino verbracht und
trainiert/getrimmt/gebastelt.
Jetzt wollen wir uns den ganzen Spaß mal am/im Wrack "ansehen". Bin ich für
meinen Teil im Frühjahr damit doch ziemlich heftig durch den Maschinenraum
der "Naranjito" gepoltert , habe scheißääääh in den Regler gebrüllt und für
den Rest der Tage im Frühjahr dort das Wabbel-diverite in die Ecke getreten.
9:19 ist Abtauchen, Wind, Seegang .. die Frisur sitzt!
Mein Superwing ivm. D12 wabbelt immer noch etwas, ich stoße mir zudem den
Hinterkopf beim Kopfüberabtauchen an den ersten Stufen; die D12 ist
immernoch oder schon wieder zu hoch angebracht. Ich dringe in den Dampfer
ein und durchdringe den MR. Schwimmlage besser, doch drehe ich noch leicht
um die Längsachse. Dennoch .. deutlich besser. So könnt`s was werden .. bei
den großen Frachtern ..und dem Passagierdampfer "Sirio" (4500 BRT).
Meine Freundin kommt absolut super mit ihrer neuen Einheit zurecht, sie
möchte auch flache TG`s nicht mehr mit dem ProQD machen.
Mit 42,7m und 49 min. ist dieser TG schön und friedlich zu Ende. Unser
flachster und kürzester Wrack-TG am Cabo de Palos.
Fortsetzung folgt
(c) Rene Heese, 2005
rechtlicher Hinweis:
(nicht auf Rechtschreibung geprüft. Die Schilderungen sind grundsätzlich
übertrieben und Ähnlichkeiten mit lebenden Personen rein zufällig, dieser
Bericht soll
lediglich unterhaltenden Charakter tragen und zur Belustigung dienen- kein
Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Die Tauchgänge sind
grundsätzlich
gefährlich und sind nicht zur Nachahmung empfohlen)
