Teil 8
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Keiner ist uns böse .. wegen der recht langen Tauchgänge und hinsichtlich
des klassischen Sporttauchens mit Preßluft doch eher ungewöhnlichem
Verhalten
von (meiner Freundin) und mir.
Mehr als aufrichtig hinterfragen kann ich das bei den Teilnehmern
selbstverständlich nicht; der andere hat schließlich die Wahl, mir
ebenbürtig zu antworten und seinen Gedanken freien Lauf zu lassen.
Damit ist für mich das Thema der langen Tauchgänge diesbezüglich moralisch
abgehakt. Schön so!
In Alicante war es am gestrigen Nachmittag noch recht interessant.
Wir sind auf der Suche nach einer TB im groß angelegten Yachthafen gelandet
und haben doch tatsächlich zwei Typen , oben auf so`m Dachausbau an der
Reeling der Dachterasse gesehen, die gerade ein Padi-Banner abbauen wollten.
Schnell sind wir die Stufen raufgelaufen und haben diese beiden Dauergrinser
angesprochen.
Nach US-Manier zeigten sie selbstverständlich ihre hell-gelben Zähnchen von
korrektem Wuchs beim Dauergrinsen.
(....Ich versuch` das ab und zu als Selbstversuch vorm Spiegel ..bei mir zu
Hause .. und danach auch nochmal in Manoli`s gepflegtem Bad der TB, .. es
will mir nicht so recht gelingen , und zudem so ganz behaglich fühle ich
mich nicht dabei .. aber egal .. nur mal so am Rande gesprochen... ich
kriegs nicht hin!....)
Jedenfalls ist in der Bude selbst, noch ein asiatischer Angestellter ..
komisch.. im meinem Padi-OWD - Buch habe ich "den" auch schon gesehen. Das
beflügelte mich, ihn besonders nett anzusprechen .. wie einen Freund halt.
Das wiederum nahm er sehr persönlich und ging sehr tiefgründig auf meine
(allgemeinen) wrackspezifischen Fragen ein.
Doch schaltete sich nun einer der andern beiden Dauergrinser von der
Dachterasse ein: "Komm .. langweile die beiden mal nicht mit dem 20m langen
Holzkutter auf 25m Tiefe! Laß es einfach .. schau mal auf das T-Shirt!" ,
dabei zeigte er gleichzeitig auf mein Geschenk von Manoli, auf dem 3 große
Frachter abgebildet sind, mit Tauchtiefen zwischen 65 und 45 Metern, am Cabo
de Palos, mit Logo von Manoli und Jesus´s Tauchbasis. Zweck erfüllt und von
der Gegenseite erkannt. Schön so!
Nun kamen wir gemeinsam auf mein eigentliches Thema; es sollen hier doch
noch 2 stattliche Frachter liegen. Sogleich erzählte man mir davon: Der eine
liege so auf 80 Merter, der andere auf 65.
Die Troika wird mich da sicher nicht rauskarren, und sogleich reichte mir
mein Gegner .. äähmm ..sorry.. Gegenüber die Telefonnummer eines
ambitionierten Wrack- und Mischgastauchers rüber. Ich möge ihn doch mal
anrufen.
"Und übrigens liegt 50 km weiter nördlich ein UBoot, auf freier See!" sagte
der Asiate, und auf die zwingende Frage meinerseits, ob es ein deutsches
sei, zuckte er nur mit der Schulter.
Ich hatte nun was ich brauchte. Es gab noch ein Eis für meine Freundin ..und
dann die Rückfahrt.
Lange, sehr lange Ausschlafen ist heute am
Montag, den 15.08.2005
angesagt. Erst um 17.00 Uhr solles zur "Sirio" gehen. Meine Freundin und ich
einigen uns nach langem hin und her darauf, die Schiffswrack-Liste der
"Neulinge" nicht(!) zu vervollständigen; getreu meinem Motto: Man kann nicht
alle Wracks dieser Welt betauchen .. aber man kann`s versuchen! ... sondern
wieder zum Achterschiff zu gehen. Au man .. diese Entscheidung fiel schon
sehr grenzwertig aus!
Wir sind gegen 12.00 Uhr an der TB und wollen den Termin mit dem dicken Mann
wahrnehmen, doch der kommt nicht. Stattdessen teilt uns Manoli einen neuen
mit, der dann morgen sein soll.
Also kaufen wir uns ein ganzes Huhn und fressen es gemütlich am Cap (mit
Meerblick statt Ketchup) auf.
Wieder Wind und ordentlich Welle.
Rülpsend und mit fettigen Mäulern schauen wir zufrieden dem guten Jesus zu,
wie er unter uns das Siebenfünfziger verankert und die diveguides mit samt
Beginnern auf 7,8m Tiefe rausschmeißt .. und sich anschließend nahezu nackt
auf den Wulst zum Sonnenbad geschützt in der Bucht danieder legt.
So einer ist dat also .. so , so!!
16.30 sitzen wir beide aufgeregt vor der TB.
Es ist nun doch schon eher 16.50 .. mitlerweile, und das geliebete
Siebenfünfziger dümpelt immer noch nicht an der Pier. Was ist hier los, wo
ist Jesus?
Anna kommt pitsch naß angetorkelt .. wahrscheinlich weil sie diesmal ihre
Schnürschuhe bewußt oder unbewußt nicht an hat... getorkelt .. meine ich.
Schade eigentlich .. dat hübsche Ding!
"Der 200er Yamaha ist putt." sagt sie. Ich grinse und denke mir, egal ..
fahren wir halt mit einem anderen (Leih-) Boot raus. Jesus kriegt das
kurzfristig schon hin .. irgendwie.
Manoli kommt nun etwas später auf uns beide mit bedrücktem Gesicht zu und
sagt, daß der TG an der "Siro" ausfällt.
Ich denke mir nichts dabei und grinse immer noch.
"Er-fällt-aus-Rene!"
"Wie-so-dat-denn?" stehe ich nunmehr kerzen gerade vor ihr und grinse nicht
mehr.
Wir erfahren, daß die TG`s zu diesem Riff der Sehnsüchte und Hoffnungen
nicht nur von der Anzahl her limitiert und nicht nur personenbezogen sind,
sondern zudem auch noch tauchbasenbezogen, bootsbezogen und skipperbezogen
sind!!
Weiterhin muß (der Skipper) noch eine besonders seltene Art von Fußpilz
vorweisen können, sowie den Kopf um 360° drehen können und das
Siebenfunfziger muß nicken können .. aber welches Siebenfünfziger in Gottes
Namen kann hier .. außer dem da draußen.. _noch_ nicken?
Ich stehe doch ziemlich bescheuert da .. gerade ..mal eben.. so ... ! Das
war`s für heute ..das war`s für diesen Aufenthalt hier, das war`s für dieses
Jahr! Verdammt .. ich kann mir das (heile) Geschirr erst nächstes Jahr holen
.. ähmm .. betrachten ! (???)
Augenblicke später sitze ich wieder auf der schönen Steinbank vor der TB und
mein Gesicht sinkt den Tränen nahe in meine Hände!
(...)
Abends kaufe ich mir in La Manga Schuhe .. ich weiß nicht mehr was sie
gekostet haben.
Dienstag, 16.08.2005
Wir kippen 13.58 Uhr ab in die See, es geht zur "Stanfield" .. ohne
Zwischenfällen und relativ unspektakulär.
(...)
Ich hatte mir die Räumlichkeiten unter der Brücke vorgenommen, langfristig
die Sicht versaut und beim Heimweg auf/in der zerstörten Brücke dann doch
noch `ne Bierflasche gefunden.
Dat is nu also der Grund, warum der Rudergänger nicht den anlaufenden
Torpedo gesehen hat .. geschweige denn das 500m aufgetaucht daneben liegende
deutsche UBoot .. am Tage . denke ich mir so!
Nach "gnädigen" 82 Minuten und glatt 50 Meter Maximal-Tiefe ist dieser TG zu
Ende, einschließlich Rein-O2 - Deco ab 6 Meter.
Ich kann mich nicht (mehr) dem Eindruck erwehren, daß die "Stanfield" eher
aus dem 1. Weltkrieg ist. Konstruktion des Schiffe, entsprechend
fortgeschrittene Korrosion, Lage so (relativ) dicht unter der Küste eines im
2. Weltkrieg neutralen Staates.... etc.!
Habe ich doch nun schon so einige TG`s an dem Dampfer getätigt, und
tatsächlich: Wie sich später bei tiefgründigeren Recherchen (vor Ort)
herausstellt, sie ist 1917(!) gesunken; Ursache: ein deutsches UBoot!
...Dann war`s im Frühjahr also ganz sicher kein G7e!... Hmm .. na ja.. so
ganz auszuschließen war es damals aber nicht!
Fortsetzung folgt ....
(c) Rene Heese, 2005
