Cavalaire 06-2006, Bericht Teil 4

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  • diverhans
    Ridderkreuzträger &
    Ritter


    • 03.11.2005
    • 444
    • BW

    #1

    Cavalaire 06-2006, Bericht Teil 4

    Reise vom 10.06. - 18.06.2006, Cavalaire-Marseille

    Wracktauchen
    ________________________________________

    Teil 4
    ________________________________________


    Wir nutzen die Zeit, um in der Stadt Cavalaire bumnmeln zu gehen. Dabei
    schauen wir mal wieder in dem neueröffneten Tauchladen (Basis) rein. Viel
    Brauchbares gibt`s dort nicht wirklich, doch finde ich in der Bücherecke ein
    interessantes Buch. Wracks natürlich; mit konkreter Positonsangabe. Da es
    neueren Datums ist, gehe ich mal davon aus, daß es sich um WGS84 - Angaben
    handelt. Doch muß ich das Buch (auszugsweise) wohl erstmal übersetzen. Das
    beschriebene Gebiet: Nordfrankreich, westlich Dieppe.
    Es wandert für 29 Euro grinsend in meine Tasche.

    Mit einem Klick springt der Außenborder an und wir legen zum 2. TG ab.
    Schnell sind wir am Spot. Erschreckend nehme ich war, daß gerade ein kleines
    Fischerboot in der Nähe sein(e) Netz(e) auslegt. Die Peilung der
    Fischereibojen ergibt: Der Kerl hat tatsächlich sein blödes Netz quer über
    das Wrack ausgelegt!
    In der Hoffnung aber unter Einplanen aller Eventualitäten, er möge mit
    seinem Netz knapp neben dem Wrack liegen, bereiten wir uns dennoch auf den
    2. TG vor.
    Das Werfen der Boje gestaltet sich routiniert und platziert; die
    Dampfmaschine wird präzisiös anvisiert. Das Ankermanöver dagegen ist
    schwieriger; nichts ist schlimmer, als wenn sich nach dem TG der Anker nicht
    bergen läßt (Fischernetz) und ich ggf. nochmal runter muß.
    Der Spot ist nicht tief und die Sicht in Ordnung, abgesehen davon, daß heute
    am Vormittag einige Taucher wiedereinmal ihre Flossenbewegungen und ihre
    Hände nicht unter Kontrolle hatten und etwas Moos vom Wrack gelöst haben ..
    .. sollen.
    Das Risiko ist also kalkulierbar und die Gegebenheiten sind eine nette
    Trainingseinheit. Mal sehen, was so passiert - was wir vorfinden werden.
    Der Fischer in einigen Hundert Metern erntet unbemerkt eine geballte Faust,
    meine Freundin wird eingewiesen - sich u.a. deutlich über mir beim Abtauchen
    zu halten... aber das macht sie ja eh .. immer.
    Zack! Da is` dat Scheiß! Genau 90° , von rechts nach links oder von links
    nach rechts , ..mittschiffs "durchtrennt" das Netz das Wrack genau vor der
    Dampfmaschine am Kessel.
    Sofort geht das Stop-Zeichen nach oben zu meiner Freundin.
    Ich sehe ein dickeres Netz, war ich doch auf ein dünnes ("Angelschnur")
    vorbereitet und bin im Schneckentempo abgetaucht. Ich sehe aber nur eine
    Schwimmerleine, welche das Netz trägt und somit ist die Wahrscheinlichkeit
    mehr als gering, daß ein dünneres noch oberhalb dem dicken angebracht ist -
    denn irgendwie muß das dünne Netz ja auch aufschwimmen.
    Meine Freundin wartet an der Leine , und ich taste mich derweilen an diese
    tötliche Taucherfalle heran. Mir läuft es kalt über den Rücken;
    Frischwasserschwall im Halbtrocki oder Furcht?
    Die Abtauchleine (das Bleilot) liegt wenige Zentimeter vor dem Netz, Nahe
    dem Kessel. Ich muß eh an das Netz um das Bleilot mit der daran befindlichen
    (nunmehr) Auftauchleine vom Ort der Gefahr entfernen und über die Grenze in
    die sichere Schweiz bringen.
    Beim weitern Abtauchen entferne ich mich von der Leine in Richtung Vorschiff
    um beim Abtauchen dem Netz fern zu bleiben. Knapp über dem Wrack neutral
    tariert mache ich 180° Kehrt und nähere mich dem Teufelszeug. Beide Arme
    sind ausgestreckt, voraus, in Körperlängsachse und bewegen sich nun
    horizontal im Viertelkreis zur Seite von einander weg und wieder nach vorne,
    zwischendurch ein Arm mal im Halbkreis vertikal. Damit ist ein ausreichender
    Sektor kontrolliert. Ich versuche immer mit Sachen zu rechnen, die ich nicht
    sehe, nicht sehen kann und man weiß ja nie...
    Das Bleilot mit Leine und wartender Freundin .. dran.. wird Richtung
    Vorschiff und dann zur Seite, außerhalb des Wracks gebracht. Das kostet
    büschen Kraft und Luft, doch ist hier der TG für heute eh eingeschränkt.
    Die Freundin taucht nunmehr gänzlich ab, und ich signalisiere ihr wo/wie
    konkret das Netz verläuft und lege fest, daß wir uns _beide_ im
    Vorschiffbereich aufhalten werden. Unter keine Umständen schwimmt einer von
    uns über das Netz - auf "die andere Seite"! Der Grund ist klar wie logisch.
    Das Netz kann schnell in Vergessenheit geraten sein, weil:
    * einer dem anderen schnell seinen eben gefundenen
    Goldbarren zeigen will
    * weil einer ein Problem bei dem anderen vermutet und
    ihm schnell zu Hilfe eilen möchte

    Es bleibt nun noch etwas Zeit das Mittelschiff, tendenziell Richtung
    Vorschiff, zu untersuchen. Wir werden allerdings nicht mehr fündig. Zudem
    beginnt die Freundin im HT an zu frieren. Die Deco muß auch noch getätigt
    werden, ivm. etwas Zeitzuschlag.
    Das Austauchen und die Bergemanöver von Anker und Markierungsleine klappen
    ohne Zwischenfälle.
    Nach dem Duschen gibt es ein schönes Abendbrot, danach Kaffee, und
    anschließend feiern wir bei einer Picolo Sekt an Bord den silbernen
    Löffel... endlich!
    Das Kupferrohr wurde über Mittag in eine Decke gewickelt. Von einem
    Obsthändler besorgten wir uns Meterware stabiler Folie, welches darin
    eingehüllt, mit Tauwerk umwickelt so nahezu hermetisch gegen Geruch und
    Feuchtigkeitsverlust verschlossen wurde und halbwegs ins Auto paßte.

    Nun ist schon


    Freitag, der 16.06.2006


    und ich habe nix wirkich spannendes und/oder "katastrophales" auf die Reihe
    gekriegt. Das Wetter ist top am heutigen Morgen, und ich rödel meine "große"
    Ausrüstung zusammen: 2mal 40L - Super-Wabbeldeifreit-Wing an D12 (Luft) mit
    innen angehängter 2L - Rein-Sauerstoff-Flasche + 100erKowalski-Soße, gewürzt
    mit Sammelnetz und Backup-Maske; es soll zum Achterschiff der "Togo" gehen -
    SoloTauchgang auf nahezu 70m .. unter Umständen.
    Das hatte ich am Abned mit meiner Freundin abgesprochen und für mich so
    beschlossen. Das einzige, was mich daran hindern sollte, ist ein Verhaftung
    durch Interpol ivm. dem sofortigem Außerlandesbringen...


    Fortsetzung (letzter Teil) folgt ...


    (c) Rene Heese 2006


    Rechtlicher Hinweis:
    Die hier beschriebenen Tauchgänge sind grundsätzlich lebensgefährlich! Ich
    rate von Tauchgängen dieser Art ab, sie sind nicht zur Nachahmung empfohlen.
    Dieser Bericht hat lediglich unterhaltenden Charakter.
    Keiner dieser Tauchgänge hat in Wirklichkeit jemals und so stattgefunden.
    Ich lehne jeglich Verantwortung bzgl. Nachahmer ab!

    Nicht auf Rechtschreibung geprüft (Entwurf)
    ..man kann nicht alle Wracks dieser Welt betauchen, aber .. man kann`s versuchen!
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