Wracktauchen
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Teil 4
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Wir nutzen die Zeit, um in der Stadt Cavalaire bumnmeln zu gehen. Dabei
schauen wir mal wieder in dem neueröffneten Tauchladen (Basis) rein. Viel
Brauchbares gibt`s dort nicht wirklich, doch finde ich in der Bücherecke ein
interessantes Buch. Wracks natürlich; mit konkreter Positonsangabe. Da es
neueren Datums ist, gehe ich mal davon aus, daß es sich um WGS84 - Angaben
handelt. Doch muß ich das Buch (auszugsweise) wohl erstmal übersetzen. Das
beschriebene Gebiet: Nordfrankreich, westlich Dieppe.
Es wandert für 29 Euro grinsend in meine Tasche.
Mit einem Klick springt der Außenborder an und wir legen zum 2. TG ab.
Schnell sind wir am Spot. Erschreckend nehme ich war, daß gerade ein kleines
Fischerboot in der Nähe sein(e) Netz(e) auslegt. Die Peilung der
Fischereibojen ergibt: Der Kerl hat tatsächlich sein blödes Netz quer über
das Wrack ausgelegt!
In der Hoffnung aber unter Einplanen aller Eventualitäten, er möge mit
seinem Netz knapp neben dem Wrack liegen, bereiten wir uns dennoch auf den
2. TG vor.
Das Werfen der Boje gestaltet sich routiniert und platziert; die
Dampfmaschine wird präzisiös anvisiert. Das Ankermanöver dagegen ist
schwieriger; nichts ist schlimmer, als wenn sich nach dem TG der Anker nicht
bergen läßt (Fischernetz) und ich ggf. nochmal runter muß.
Der Spot ist nicht tief und die Sicht in Ordnung, abgesehen davon, daß heute
am Vormittag einige Taucher wiedereinmal ihre Flossenbewegungen und ihre
Hände nicht unter Kontrolle hatten und etwas Moos vom Wrack gelöst haben ..
.. sollen.
Das Risiko ist also kalkulierbar und die Gegebenheiten sind eine nette
Trainingseinheit. Mal sehen, was so passiert - was wir vorfinden werden.
Der Fischer in einigen Hundert Metern erntet unbemerkt eine geballte Faust,
meine Freundin wird eingewiesen - sich u.a. deutlich über mir beim Abtauchen
zu halten... aber das macht sie ja eh .. immer.
Zack! Da is` dat Scheiß! Genau 90° , von rechts nach links oder von links
nach rechts , ..mittschiffs "durchtrennt" das Netz das Wrack genau vor der
Dampfmaschine am Kessel.
Sofort geht das Stop-Zeichen nach oben zu meiner Freundin.
Ich sehe ein dickeres Netz, war ich doch auf ein dünnes ("Angelschnur")
vorbereitet und bin im Schneckentempo abgetaucht. Ich sehe aber nur eine
Schwimmerleine, welche das Netz trägt und somit ist die Wahrscheinlichkeit
mehr als gering, daß ein dünneres noch oberhalb dem dicken angebracht ist -
denn irgendwie muß das dünne Netz ja auch aufschwimmen.
Meine Freundin wartet an der Leine , und ich taste mich derweilen an diese
tötliche Taucherfalle heran. Mir läuft es kalt über den Rücken;
Frischwasserschwall im Halbtrocki oder Furcht?
Die Abtauchleine (das Bleilot) liegt wenige Zentimeter vor dem Netz, Nahe
dem Kessel. Ich muß eh an das Netz um das Bleilot mit der daran befindlichen
(nunmehr) Auftauchleine vom Ort der Gefahr entfernen und über die Grenze in
die sichere Schweiz bringen.
Beim weitern Abtauchen entferne ich mich von der Leine in Richtung Vorschiff
um beim Abtauchen dem Netz fern zu bleiben. Knapp über dem Wrack neutral
tariert mache ich 180° Kehrt und nähere mich dem Teufelszeug. Beide Arme
sind ausgestreckt, voraus, in Körperlängsachse und bewegen sich nun
horizontal im Viertelkreis zur Seite von einander weg und wieder nach vorne,
zwischendurch ein Arm mal im Halbkreis vertikal. Damit ist ein ausreichender
Sektor kontrolliert. Ich versuche immer mit Sachen zu rechnen, die ich nicht
sehe, nicht sehen kann und man weiß ja nie...
Das Bleilot mit Leine und wartender Freundin .. dran.. wird Richtung
Vorschiff und dann zur Seite, außerhalb des Wracks gebracht. Das kostet
büschen Kraft und Luft, doch ist hier der TG für heute eh eingeschränkt.
Die Freundin taucht nunmehr gänzlich ab, und ich signalisiere ihr wo/wie
konkret das Netz verläuft und lege fest, daß wir uns _beide_ im
Vorschiffbereich aufhalten werden. Unter keine Umständen schwimmt einer von
uns über das Netz - auf "die andere Seite"! Der Grund ist klar wie logisch.
Das Netz kann schnell in Vergessenheit geraten sein, weil:
* einer dem anderen schnell seinen eben gefundenen
Goldbarren zeigen will
* weil einer ein Problem bei dem anderen vermutet und
ihm schnell zu Hilfe eilen möchte
Es bleibt nun noch etwas Zeit das Mittelschiff, tendenziell Richtung
Vorschiff, zu untersuchen. Wir werden allerdings nicht mehr fündig. Zudem
beginnt die Freundin im HT an zu frieren. Die Deco muß auch noch getätigt
werden, ivm. etwas Zeitzuschlag.
Das Austauchen und die Bergemanöver von Anker und Markierungsleine klappen
ohne Zwischenfälle.
Nach dem Duschen gibt es ein schönes Abendbrot, danach Kaffee, und
anschließend feiern wir bei einer Picolo Sekt an Bord den silbernen
Löffel... endlich!
Das Kupferrohr wurde über Mittag in eine Decke gewickelt. Von einem
Obsthändler besorgten wir uns Meterware stabiler Folie, welches darin
eingehüllt, mit Tauwerk umwickelt so nahezu hermetisch gegen Geruch und
Feuchtigkeitsverlust verschlossen wurde und halbwegs ins Auto paßte.
Nun ist schon
Freitag, der 16.06.2006
und ich habe nix wirkich spannendes und/oder "katastrophales" auf die Reihe
gekriegt. Das Wetter ist top am heutigen Morgen, und ich rödel meine "große"
Ausrüstung zusammen: 2mal 40L - Super-Wabbeldeifreit-Wing an D12 (Luft) mit
innen angehängter 2L - Rein-Sauerstoff-Flasche + 100erKowalski-Soße, gewürzt
mit Sammelnetz und Backup-Maske; es soll zum Achterschiff der "Togo" gehen -
SoloTauchgang auf nahezu 70m .. unter Umständen.
Das hatte ich am Abned mit meiner Freundin abgesprochen und für mich so
beschlossen. Das einzige, was mich daran hindern sollte, ist ein Verhaftung
durch Interpol ivm. dem sofortigem Außerlandesbringen...
Fortsetzung (letzter Teil) folgt ...
(c) Rene Heese 2006
Rechtlicher Hinweis:
Die hier beschriebenen Tauchgänge sind grundsätzlich lebensgefährlich! Ich
rate von Tauchgängen dieser Art ab, sie sind nicht zur Nachahmung empfohlen.
Dieser Bericht hat lediglich unterhaltenden Charakter.
Keiner dieser Tauchgänge hat in Wirklichkeit jemals und so stattgefunden.
Ich lehne jeglich Verantwortung bzgl. Nachahmer ab!
Nicht auf Rechtschreibung geprüft (Entwurf)
