Schiffsfriedhof stoppt die Ostsee-Pipeline

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  • ogrikaze
    Moderator

    • 31.10.2005
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    • Leipzig
    • Aktuell: DEUS, ORX, CZ21, MI 4, Garrett THD, Abgelegt: Blisstool,ACE250, Minelab Excalibur, Minelab Terra 70, Goldmaxx Power, Rutus Solaris

    #1

    Schiffsfriedhof stoppt die Ostsee-Pipeline

    Versunkene Welten
    Schiffsfriedhof stoppt die Ostsee-Pipeline
    Es ist das größte und längste Schiffsmassengrab in der Geschichte. Südöstlich von Rügen sollte es einst andere Schiffe in die Tiefe ziehen, Feinde abschrecken und die Dänen stoppen. Nun werden die Wracks zum Hindernis für die Ostsee-Gaspipeline, die 2010 von Russland nach Lubmin verlaufen soll.


    Es ist eines der größten - und vor allem längsten - Massengräber in der Geschichte der Schiffsfriedhöfe, und es entstand nur zu einem Zweck: Weitere Schiffe in die Tiefe zu ziehen und Feinde abzuschrecken. Es war im Jahr 1715, als die schwedische Marine 20 ihrer größten Schiffe mit Gesteinsbrocken belud. Auf hoher See schlugen die Männer die großen Segler leck, ließen sie vollaufen und schickten sie hinab in die eisige Ostsee - südöstlich von Rügen verschwanden die Schiffe auf dem Grund des Greifswalder Boddens.
    Weiterführende links
    Heute erscheint das unzugänglichste Bollwerk Europas nur noch als eine Kette von dunklen Flecken aus der Vergangenheit, die - aus der Luft betrachtet - auf einer Länge von etwa einem Kilometer den Zugang zum Bodden versperren. Aber ihren Zweck erfüllen die fauligen Schiffsgerippe noch immer zuverlässig: Die Wracks, die einst die feindliche dänische Flotte stoppen sollte, werden nun zum Hindernis für die Ostsee-Gaspipeline, die spätestens 2010 von Russland nach Lubmin verlaufen soll.
    Eine Lücke in der maroden Schiffsblockade sucht nun der Bauherr der Pipeline, das Firmenkonsortium Nord Stream. "Wir wollen noch in diesem Sommer Taucher zu den Wracks hinunterschicken", sagt der für den deutschen Genehmigungsprozess zuständige Projektleiter Jens Lange. Die Taucher sollen schon bald mit der Erkundung der historischen Wrackkette beginnen. Die Reste der unter Denkmalschutz stehenden Wracks waren 1990 wiederentdeckt und anschließend mit einem Spezialscanner vermessen worden. Voraussichtlich im kommenden Jahr werde dann eines der Wracks geborgen, sagt Lange. Durch die so entstehende Lücke soll später die Gaspipeline gelegt werden.


    mehr hier: http://www.welt.de/wissenschaft/arti...-Pipeline.html
    Gruß Sven

    Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum.
    Eventuell vorhandene Rechtschreibfehler sind beabsichtigt und dienen der Unterhaltung.

  • dersucher
    Heerführer


    • 30.08.2006
    • 1122
    • -

    #2
    Hä?
    wie muß ich das verstehen?
    Die ham damals 20 ihrer größten Segler nebeneinander versenkt, um damit Feinde abzuschrecken? Und andere Schiffe nach unten zu ziehen?
    Ob sich das gelohnt hat?
    Grüße Jürgen

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    • Sorgnix
      Admin

      • 30.05.2000
      • 26204
      • Pöhlde - (=> Süd-Nds.)
      • Große Nase, Augen, Ohren, Merlin, Whites XLT, Tesoro, Nokta Impact, Rutus, Minelab XTerra, OGF-L, UW 720C, Mariscope Spy, Chasing M2 Pro ...

      #3
      ... wenn Du dadurch in einer Durchfahrtsrinne so etwas wie ein künstliches Riff schaffst, an dem sich die, die da nicht durch sollen den Boden aufreißen und ebenfalls sinken ...

      Geht natürlich nur, wenn die Stelle nicht mehrere Hundert Meter tief ist.
      Flacheres Wasser also

      Jörg
      Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hat
      zu tun mit der Blödheit ihrer Bewunderer ...

      (Heiner Geißler)

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      • aquila
        Heerführer


        • 20.06.2007
        • 4522
        • Büttenwarder

        #4
        Ja, davon habe ich auch gelesen; es sollte eine Barriere errichtet werden.

        Der Greifswalder Bodden ist im Verhältnis zu den anderen Bodden recht tief, aber kaum tiefer als 5 Meter.
        Sicherlich sind die Überreste der Wracks keine Bedrohung der heutigen (Sport)Schifffahrt mehr. Aber ob sie es jemals waren? Als Bodendenkmal sind sie allerdings ein ernstzunehmendes Problem für die Pipline.

        Wäre eigentlich mal ein interessanter Diskussionsansatz; BDM´s und wirtschaftlichen Nutzen gegeneinander aufzurechnen.

        Gruß Aquila
        Ich sehe verwirrte Menschen.

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        • aquila
          Heerführer


          • 20.06.2007
          • 4522
          • Büttenwarder

          #5


          Noch eine Nachreichung. Ein Link zu einer Karte.

          LG Aquila
          Ich sehe verwirrte Menschen.

          Kommentar

          • berti071
            Ritter


            • 06.02.2006
            • 591
            • 19374
            • Lorenz P3, Schiebel,Ebinger UW720C, Förstersonde Ferrex 4021

            #6
            Zitat von aquila
            Wäre eigentlich mal ein interessanter Diskussionsansatz; BDM´s und wirtschaftlichen Nutzen gegeneinander aufzurechnen.

            Gruß Aquila
            Mal aus dem Gedächtnis:

            Beim Bau der Ostsee- Autobahn wurde, laut Lübecker Nachrichten, alle 300m ein BDM zerstört.

            Die Archies kamen nicht mal mit den Notgrabungen hinterher!

            Aber das muß vorher auch so "abgesprochen" worden sein. Von meinem Scheffe weiß ich das es schon mehrere Baustellen fast an de Ruin getrieben hat wenn die Taucher im Wasser einen Eichenpfahl gefunden haben ;-)

            (Die Grünen scheinen da aber noch Schlimmer zu sein, habe schon eine Baustelle sterben sehen weil in dem Bach, über den die Brücke gehen sollte ein Flußneunauge gesehen wurde....)

            Ich denke die russ. Petro. Gesellschaft wird einen der Kähne auf ihre Kosten bergen, dem Land "vermachen" und somit eine Genehmigung "kaufen".bzw. die Kosten für Bergung und Konservierung im Gegenzug für Genehmigung übernehmen.

            Wenn es so läuft soll es mir Recht sein, sonst würden die Sachen ja doch nur im Bodden verrotten, Staat hat kein Geld und der Pfahlbohrwurm (Muschel) nimmt sich die Teile dann gerne zum Frühstück ;-)

            lg

            Nils
            Dieser Beitrag wurde 23x mal editiert, User steht unter Überwachung der Administratoren!

            Kommentar

            • aquila
              Heerführer


              • 20.06.2007
              • 4522
              • Büttenwarder

              #7
              Hi,

              dazu mal eine Ausschnitt:

              In Mecklenburg-Vorpommern gilt gemäß § 6 Abs. 5 DSchG-MV das sog. „Verursacherprinzip“:
              „Wird in ein Denkmal eingegriffen, so hat der Verursacher des Eingriffes
              alle Kosten zu tragen, die für die Erhaltung und fachgerechte Instandsetzung, Bergung
              und Dokumentation des Denkmals anfallen.“


              Wenn nun alle 300 Meter ein BDM zerstört worden wäre, müsste es hochgerechnet in MV ca. 2,5 Millionen BDM´s geben.

              Diese Zahl halte ich für äußerst übertrieben. Würde es so sein, würde kein Bauunternehmer mehr einen Spaten in die Erde stecken.

              Gruß Aquila
              Ich sehe verwirrte Menschen.

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              • berti071
                Ritter


                • 06.02.2006
                • 591
                • 19374
                • Lorenz P3, Schiebel,Ebinger UW720C, Förstersonde Ferrex 4021

                #8
                Okay, wenn man das so sehen will, hört es sich wohl recht viel an ;-)

                Deshalb ja auch: "Aus dem Gedächtnis!"

                Aber davon ab, da das in den LN stand, geht es sowieso erstmal nur um den Abschnitt um HL herum, also Lübecker Einzugsgebiet. (Ich wohnte damals noch in Lübeck!)

                Dann wäre noch die Frage was die Archies damals alles als BDM angesehen haben. Lübeck ist, soweit ich weiß, eine der wenigen, wenn nicht die einzige Stadt die ein eigenes Landesdenkmalamt nur für sich hat. Vielleicht ticken dort die Uhren anders und dort wird ja auch schon eine ehemalige Lagerstätte, ein Lagerfeuer als BDM angesehen, wer weiß das schon.

                Vielleicht meinten die auch nur "verwertbare Gegenstände" die ja auch schon als Einzelfunde eine Art BDM darstellen und da sind alle 300m doch noch relativ wenig, wenn ich bedenke was man beim Sondeln im Wald alles finden kann.
                (Wie Breit ist eine Autobahn eigentlich genau? Da kommen doch Quadratmeter ohne Ende zusammen!!)


                Mit MVP hatte ich in diesem Zusammenhang keine Daten, bezog sich wirklich nur auf den Ausschnitt aus der LN!

                Als weiterer Kaususknacktus kann auch noch die Presse angegeben werden die ja auch gerne mal aus 3000m eine 300m macht.

                Vielleicht war es ja auch nur eine statistische Angabe, der Fund eines Kettenhemdes mit 12.369 Kettenringen geteilt durch die Gesamtlänge der Autobahnstrecke... Ich hab keine Ahnung...

                lg

                Nils
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                • berti071
                  Ritter


                  • 06.02.2006
                  • 591
                  • 19374
                  • Lorenz P3, Schiebel,Ebinger UW720C, Förstersonde Ferrex 4021

                  #9
                  Zitat von aquila
                  Hi,

                  „Wird in ein Denkmal eingegriffen, so hat der Verursacher des Eingriffes
                  alle Kosten zu tragen, die für die Erhaltung und fachgerechte Instandsetzung, Bergung
                  und Dokumentation des Denkmals anfallen.“

                  Gruß Aquila
                  Ich denke das dieser Satz, dieser Paragraph genau in den Eingriff der Pipline- Gesellschaft passt.

                  Im übrigen denke ich das damit tatsächlich "Beklannte" BDMs gemeint werden. Wenn Du einen Ringwall beschädigst, mußt Du ihn auch wieder richten.

                  Ich bezweifle das ein Richter einen Bauunternehmer auch nur Vorlädt wenn dieser bei Grabungsarbeiten ein neues BDM entdeckt und dabei aus Versehen beschädigt.....

                  Wie gesagt, denke ich das der § hauptsächlich für bzw. gegen Vandalen und "nötige" Bauarbeiten angewandt wird.

                  Ähnlich wie im "Grünenbereich bei Bauarbeiten: Willst Du hier bauen und diese Bäume fällen, mußt Du, um die Genehmigung zu erhalten, an anderer Stelle Anzahl X Bäume pflanzen.

                  Verursacherprinzip halt...

                  lg

                  Nils
                  Dieser Beitrag wurde 23x mal editiert, User steht unter Überwachung der Administratoren!

                  Kommentar

                  • Immelmann
                    Heerführer


                    • 23.12.2004
                    • 5638
                    • Hessen

                    #10
                    Hab mir mal das Luftbild angesehn, zwischen den Schiffen ist doch noch jede menge Platz.
                    Und wenn nicht, baut man einfach drumrum.
                    Wenn man soviel Geld hatt so eine Aktion zu starten dann kann man das Geld auch darin verwenden drumrumzu bauen.
                    Meine Rechtschreibfehler sind mein Eigentum, unanfechtbar, natürlich immer gewollt, und einfach knorke
                    "Semper Fi - you rat, you fry!"

                    Kommentar

                    • berti071
                      Ritter


                      • 06.02.2006
                      • 591
                      • 19374
                      • Lorenz P3, Schiebel,Ebinger UW720C, Förstersonde Ferrex 4021

                      #11
                      Zitat von Immelmann
                      Hab mir mal das Luftbild angesehn, zwischen den Schiffen ist doch noch jede menge Platz.
                      Problem ist nur:

                      Das gesamte Gebiet ist nun BDM. Wenigstens der Breite nach ;-)


                      Ist ungefähr so als wenn Du IN einem Ringwall ein Haus bauen möchtest, greifst ja den Wall nicht an ;-)

                      lg

                      Nils
                      Dieser Beitrag wurde 23x mal editiert, User steht unter Überwachung der Administratoren!

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