UW-Kopfhörer im Selbstbau

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  • Swordfish
    Bürger


    • 03.08.2009
    • 118
    • NRW
    • So Dies und Das

    #1

    UW-Kopfhörer im Selbstbau

    Gelegentlich hat man das Bedürfnis, auch unter Wasser eine Sonde einzusetzen. Aus einem PVC-Rohr ein nicht nur Wasserdichtes sondern auch druckfestes Gehäuse zu basteln ist nicht so schwer. Ein Kollege mit einer Drehbank wäre nicht schlecht, so ein Rohr schreit nach zwei Deckeln. Bohren und PVC kleben sollte man schon selber können, O-Ring gedichtete Wellendurchführungen zur Bedienung des Ganzen bietet der Handel. Wo nun noch einen Wasserdichten Kopfhörer hernehmen? Vor Jahren baute ich ich in einem Anfall von Langeweile meine erste PI-Sonde für den UW-Einsatz. Nachdem die Elektronik fertig gestellt, wasserdicht und druckfest verpackt war, Stand ich vor dem gleichen Problem. Die Lösung war recht einfach. Immer wieder wurden (und werden immer noch) auf Flohmärkten (heute E-Bay) uralt Kopfhörer mit Bakelit Hörkapseln, und Metallmembranen angeboten. So ein Dingen besorgte ich mir für wenig Geld und schraubte es auf, Iötete das original Kabel von einer Kapsel ab und eine robuste Gummiaderleitung an. Das Loch in der Kapsel für das Kabel bohrte ich so weit auf, dass das Kabel ganz stramm durch passte. Vorsicht beim Bohren, Bakelit springt leicht. Dann legte ich die Kapsel plan auf den Tisch und füllte sie so weit mit flüssigem Epoxydharz auf, dass die beiden Spulen darin grade so eben bedeckt waren, aber die Metallmembrane nach ihrem Wiedereinbau noch frei schwingen konnte. Wenn das Epoxydharz ausgehärtet ist, müssen noch zwei Druckausgleichsbohrungen in 2 mm Durchmesser durch Harz und Gehäuse gebohrt werden. Aber aufpassen, dabei nicht durch Kabel oder Spulen bohren. Das Teil wäre sonst unwiederbringlich zerstört. Zwischen Membrane und Kapsel waren Pappringe als Abstandshalter angebracht, die entfernte ich und ersetzte sie durch selbst geschnittene Ringe aus einer dünnen Kunststofffolie (Pappe quillt im Wasser auf und kann das Gehäuse sprengen). Die Membrane sprühte ich beidseitig mit klarem Lack ein. Das Gummikabel wurde am PI-Sondengehäuse mit einer PG-Verschraubung abgedichtet. Die Kapsel schiebe ich beim Tauchen einfach an einer bequemen Stelle unter die Kopfhaube, wo sie nicht drückt. Durch die Schallleitfähigkeit des Wassers muss sie nicht direkt auf dem Ohr sitzen. Diese Konstruktion tut nun seit mehr als 14 Jahren ihren Dienst und bedurfte bis heute nicht einer Sekunde Pflege. Wer weiteres Interesse an Details hat, einfach anfragen.

    What lost must be found

    Mit dem Glück ist es wie mit dem Pupsen.
    Wenn du es erzwingst, wird es Sch.....

    Distinguendum est inter et inter.
  • ODAS
    Heerführer

    • 19.07.2003
    • 2350
    • Niedersachsen
    • Minelab XT70

    #2
    Interessant. Besteht die Möglichkeit Fotos zu machen?

    Gruß,
    ODAS

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    • Swordfish
      Bürger


      • 03.08.2009
      • 118
      • NRW
      • So Dies und Das

      #3
      Klar doch. Bilder gibt es auch. Versuchen wir es mal.:-)UWH 1.jpg

      UWH 2.jpg

      UWH 3.jpg
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      • ODAS
        Heerführer

        • 19.07.2003
        • 2350
        • Niedersachsen
        • Minelab XT70

        #4
        Danke für die Bilder! Nun kann ich mir das besser vorstellen.
        Drücken die so nicht etwas?
        Ein bischen Gummi, etc. an den Rändern der Muschel wäre noch ganz gut.
        Mal bei Gelegenheit nachbauen, wollt ich eh mal bauen, für einen UW-Umbau.

        Gruß,
        ODAS

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        • Holck
          Heerführer


          • 16.09.2004
          • 2323
          • sachsen,in der nähe von dresden
          • Whites XLT,Ebinger 720

          #5
          Kannst auch mal ein Bild deiner UW-Sonde zeigen? Gruss Uwe

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          • Swordfish
            Bürger


            • 03.08.2009
            • 118
            • NRW
            • So Dies und Das

            #6
            Auch von der Sonde gibt es Bilder. Einmal das zerlegte Gehäuse mit den Komponenten Elektronikteil und Akku, dann die komplette, gebrauchsfertige Sonde. Zu sehen ist, dass die Spule über einen wasserdichten Stecker mit der Elektronik verbunden ist. So lassen sich bei Bedarf verschiedene Spulen benutzen. Das ganze Dingen wird mit Zwei Reglern eingestellt, einer dient zum Einschalten und für die Grobabstimmung, der Andere für das Feintuning. Als Einschaltkontrolle gfibt es noch eine fette 10mm LED auf der Frontseite. Um das Ganze unter Wasser bei sich zu tragen, liegt ein einstellbares Gurtband um den Hals, ein Weiteres um den Bauch. Spulendurchmesser ist 21 cm. Die Empfindlichkeit liegt bei rund 30cm bei einem 10 pf Stück.

            Gruß,
            Swordfish
            Angehängte Dateien
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            • Swordfish
              Bürger


              • 03.08.2009
              • 118
              • NRW
              • So Dies und Das

              #7
              Aprpos Eigenbau

              Irgendwie will mir die Idee nicht aus dem Kopf mal ein Präzession Protonen-Magnetometer oder Gradiometer selber zu häkeln. Die Dinger sind gekauft recht teuer, obwohl relativ einfach in Aufbau und Funktion. Sollte jemand Schaltpläne oder sonstige Ideen dazu haben, immer her damit. (Internet ist von mir schon bis zum erbrechen abgegrast). Zwei Toroide Spulen auf Rack-A-Stack Basis nach Jim Koehler sind fertig gewickelt (schwitz). Jetzt fehlt nur noch die Elektronik.

              Beste Grüße,
              Swordfish
              Mit dem Glück ist es wie mit dem Pupsen.
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              • Holck
                Heerführer


                • 16.09.2004
                • 2323
                • sachsen,in der nähe von dresden
                • Whites XLT,Ebinger 720

                #8
                Tolles Teil! alle Achtung,ist die Spule auch ein Eigenbau? Hast du schon UW_Funde gemacht damit

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                • sirente63
                  Banned
                  • 13.11.2005
                  • 5348

                  #9
                  Hallo
                  Prima Sache der Kopfhörer!Sieht auch brauchbar aus, für etwas tiefere Sucheinsätze als nur am Rand.Für mich persönlich wäre für die UW-Suche bei einem PI-Gerät ein Vibraarlarm im oder am Griff am optimalsten und bequemsten.Kein zusätzliches Kabel am Körper beim tauchen und die Fundmeldung ist auch eindeutig.
                  M.f.G

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                  • Swordfish
                    Bürger


                    • 03.08.2009
                    • 118
                    • NRW
                    • So Dies und Das

                    #10
                    Ja, sicher, die Spule ist ebenfalls ein Eigenbau. Sie besteht aus drei PVC-Scheiben die miteinander mit Tangit verklebt wurden. Eine mittlere Dicke von 5mm und zwei im Durchmesser etwas Grössere aber nur 2 mm dicke Scheiben. Nachdem der Kleber ausgehärtet war habe ich drei Dreiecke zur Gewichtsreduzierung ausgefräst. Danach habe ich den Kupferdraht in die Lücke gewickelt. Als alle Windungen aufgebracht waren habe ich Isolierband außen um die Spule gewickelt, die Spule hochkant gestellt und 2-Komponentenkleber in den verbleibenden Zwischenraum laufen und aushärten lassen. So wurde die ganze Sache stabil und wasserdicht. Wenn der Kleber hart ist, kann man das Isolierband wieder entfernen. Sieht dann besser aus. Auf diese Art lassen sich für alle möglichen Sonden eigene Spulen herstellen. Ist natürlich wichtig, genau zu wissen, welche Drahtstärke, wie die Spule aufgebaut sein muss, Windungszahl u.s.w. Am besten vor dem endgültigen vergießen erst mal testen. Nach dem Vergießen ist nichts mehr zu ändern.
                    Zur Fundanzeige wäre zu sagen, dass ich persönlich ein akustische Signal einem Zappelalarm im Handgriff vorziehe. 1. es ist nicht immer warm im Wasser, also trage ich schon mal dicke Neoprenhandschuhe, die schützen auch beim buddeln vor scharfen Muschelschalen. 2. ein zusätzliches Kabel stört mich nicht, da es ja nicht fest mit mir verbunden, sondern lediglich unter die Kopfhaube geschoben wurde. 3. es passiert regelmäßig, dass die Sonde beim buddeln aus der Hand zur Seite gelegt wird. Beim wiederaufnehmen müsste man also, wenn die Fundstelle weiter untersucht werden soll, die Sonde immer wieder umständlich am Griff gefasst werden. so kann man einfach mal fix zugreifen. Jeder weiß, dass je nach Tauchtiefe, die Grundzeit abhängig von der Nullzeit ist, bzw. in einem akzeptablen Verhältnis zur Dekozeit stehen sollte.
                    Stichwort Funde: Da ich mich nicht so sehr mit Altertümern befasse, sondern ehr der Spaß an der Sache im Vordergrund steht, reichen mir als Erfolgserlebnisse ein ca. 80 cm langer eiserner Stockanker neueren Datums, so wie zwei Bullaugen mit Deckel, das Stück zu ca. 55 kilo reinsten Messings, ein etwas kleiners ca 35 cm durchmessendes Messingbullauge, eine ca 60 cm durchmessende Schiffsschraube; ebenfalls Messing (vermutlich von einem Fischkutter verloren), so wie noch weitere Kleinigkeiten, die ehr modenem Schrott mit lediglich ideellem Erinnerungswert zuzuordnen sind.
                    Z.Z. baue ich ein ca.7 Meter langes Motorboot aus, welches als Basis für weitere Tauchexkursionen in der Nordsee dienen soll. Sobald das Dingen im Wasser liegt, wird ein Proton-Magnetometer angeschafft, um in Verbindung mit einer bestehenden Wrackdatenbank auch einmal größere Dinge in Angriff zu nehmen. Aber alles mit dem Anspruch „Nur zum Spaß“

                    Mit besten Grüßen,
                    Swordfish

                    What lost must be found!
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                    • Holck
                      Heerführer


                      • 16.09.2004
                      • 2323
                      • sachsen,in der nähe von dresden
                      • Whites XLT,Ebinger 720

                      #11
                      Da bist ja ein Elektroniker,alle Achtung! Bis zu welcher Tauchtiefe hält denn die Sonde durch??

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                      • Swordfish
                        Bürger


                        • 03.08.2009
                        • 118
                        • NRW
                        • So Dies und Das

                        #12
                        Keine Ahnung, in welcher Tiefe sie zum Selbstzerleger wird. Hab sie einfach mal stabil gebaut. Wenn sie platt ist, werd ich es wissen. :-)
                        Mit dem Glück ist es wie mit dem Pupsen.
                        Wenn du es erzwingst, wird es Sch.....

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