Wir haben im letzten Sommer einen der österreichischen Seen intensiv betaucht, wobei das eigentliche Ziel das Auffinden von Pfahlbaurelikten wie auch von Resten versenkter Fischerboote war (erstere waren, wie in älteren Quellen, zB. Berichte kaiserl Akademie d. Wissenschaften Mitte 19. Jahrh./Wien beschrieben, auch aufzuspüren, aus einem der letzteren konnte ich eine aus zwei Hälften zusammengeschweißte und noch dicht verkorkte Phiole mit Resten eines trotz hohen Alters noch sehr aromatischen Fruchtschnapses bergen).
An einigen Stellen war aber altes Kriegsgerät von Karabinermunition deutscher und italienischer (SMI) Provenienz über Panzerfäuste (60 oder 100m) Gewehr (HL40)- und Flakgranaten bis hin zu groß- (8,8) und größtkalibrigen Granaten und Artilleriemunition in einem solchen Ausmaß verstreut, daß man den Eindruck erhielt, mitten durch eine Deponie zu schwimmen.
Vereinzelte derartige Funde in österreichischen Seen sind an sich nicht weiter beeindruckend- dieses Ausmaß aber schon, zumal sich mehrere zunächst für „Pfähle“ gehaltene Strukturen bei näherem Hinsehen – bei lokaltypischen Sichtweiten von 1-1,5m - als kopfüber im Schlamm steckende Granaten entpuppten und ich beim Ertasten eines sehr feschen Bajonettes mit Frosch und Scheide im Schlamm – in einer gewaltigen Sedimentwolke – plötzlich feststellte, daß ich auf einem regelrechten Granatenhügel saß. Wir haben uns dann zu anderen Tauchplätzen hin orientiert.
Zudem liegen die Relikte vereinzelt in bescheidenen Tiefen – eine Granate zB in auf 1,5m im Bereich eines Privatstrandes, eine andere in 4m Tiefe im Bereich eines Strandbades (beide wurden markiert, polizeilich gemeldet und komplikationslos durch Entminungsdienst geräumt).
Das Vorhandensein derartiger, wenig „handhabungssicherer“ Überreste ist nichts neues und das Tauchen in den entsprechenden Arealen gestattet, wenn auch mit wasserpolizeilichen Kontrollen zu rechnen ist und jeder Kollege selbst wissen muß, was er da unten anfassen möchte und was nicht - allerdings stellt sich die Frage, wie das Material in die seichten Uferbereiche gelangt und weshalb einiges an Material beim späteren Markieren nicht mehr vorhanden war.
Mich würde interessieren, was Forumsmitglieder, die den Platz kennen (es ist DER See), selbst schon betaucht haben, oder aus der Gegend sind, über illegales Ertauchen, das offenbar in nennenswertem Ausmaß stattfindet und entsprechende Gegenmaßnahmen der Behörden wissen. Immerhin geht von den Altlasten sowohl im See, umso mehr aber nach der Bergung, ein erhebliches Risiko aus...
(anbei ein Beispielbild eines solchen Fundes, Bildqualität sedimentbedingt schlacht, Länge: ca. 30cm)
Grüße C
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