Unter dem Eis/Rätsel aus dem Mittelalter

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    Unter dem Eis/Rätsel aus dem Mittelalter

    Unter dem Eis
    Rätsel aus dem Mittelalter
    15. Dezember 2010 | von Ove Jensen
    Funde unter dem Eis der Schlei geben Forschern Rätsel auf. Mit Hilfe von Tauchern soll geklärt werden, was es mit den Hölzern unter dem Eis aus dem 13. Jahrhundert auf sich hat.
    Freut sich auf viele Gespräche: Dr. Martin Segschneider, Mitarbeiter des Archäologischen Landesamtes.. Foto: Wagner
    Im Atlantik vor Lissabon ist das Wasser derzeit 16 Grad warm. Dort ist Joao Nuno Borges da Silva zu Hause. Am Dienstag aber sprang der Student der Unterwasser-Archäologie in die ein Grad kalte Schlei. Sein Auftrag: Versunkene Schiffe und die Reste einer Steganlage finden. Ein Baggerschiff hatte am Morgen die Eisschicht aufgebrochen. Eigentlich ist das Schiff vor Ort, weil es die Fahrrinne vor dem kürzlich erweiterten Schleswiger Stadthafen vertiefen sollte. Doch bei den Aushubarbeiten kam nicht nur Schlamm zum Vorschein, sondern auch Bootsplanken und angespitzte Eichenpfähle.
    Eines der Hölzer ließ sich auf das Jahr 1206 datieren. Dass Schleswig zu jener Zeit eine blühende Hafenstadt war, wissen Historiker. Aber eine Steganlage mehr als 100 Meter von der damaligen Uferlinie entfernt? Oder war es eine Brücke, die die Möweninsel mit dem Festland verband? Die Wissenschaftler stehen vor einem Rätsel, und Joao Nuno Borges da Silva und drei weitere Taucher sollen helfen, es zu lösen. Fast eine halbe Stunde lang tastete der Taucher am Dienstag den Grund ab. Hin und wieder stiegen Luftblasen zwischen den Eisschollen auf und ließen erahnen, wo sich der Taucher gerade befand.
    An Land hielt Dr. Jens Auer den Funkkontakt. An der süddänischen Universität in Esbjerg arbeitet er als Tauchlehrer und Archäologie-Dozent in Personalunion. Die Studenten seines internationalen Studiengangs kommen aus ganz Europa. Das Archäologische Landesamt in Schleswig fordert sie gern an, wenn irgendwo an Schleswig-Holsteins Küsten der Meeresboden erkundet werden soll. Zuletzt untersuchten sie in der Ostsee vor Kiel die "Hedvig Sophia", einen 1715 gesunkenen Groß segler. Das war im Sommer bei deutlich angenehmeren Temperaturen. Diesmal aber konnten die Archäologen nicht auf besseres Wetter warten. Die Bauarbeiten am Schleswiger Hafen sollen weitergehen, sobald die Witterung es wieder zulässt. Einen Vorteil immerhin habe das Tauchen im Eis: Das Wasser ist klarer als im Sommer, die Sichtverhältnisse deutlich besser. Im trüben Schleiwasser konnten die Taucher am Dienstag trotzdem nicht viel erkennen. Sie waren auf ihren Tastsinn angewiesen. Nach einer Weile des erfolglosen Suchens funkte Joao Nuno Borges da Silva nach oben: "Ein ziemlich großes Stück Holz!" Der Stumpen, den er in der Hand hielt, als er wieder auftauchte, war eher klein. Aber zuvor hatten die Taucher bereits eine Bootsplanke von rund einem Meter Länge an die Oberfläche befördert. Genau einordnen konnte Dr. Martin Segschneider vom Archäologischen Landesamt den Fund noch nicht. Doch das Bild, das die Hölzer ihm vermittelt hatten, die bei den Bagger arbeiten entdeckt wurden, rundete sich ab. "Hier müssen mehrere Boote verstreut liegen", sagte er. Die Verarbeitung des Holzes deute auf unterschiedliche Schiffstypen hin. Aber warum sich so weit draußen in der Schlei eine Steganlage befand, das kann er noch immer nicht sagen. Das gehobene Holz soll nun im Labor datiert werden. Dann entscheidet sich, ob auf die Eistaucher aus Dänemark eine größer angelegte Ausgrabung folgen wird.

    Quelle:http://www.schenefelder-tageblatt.de...ttelalter.html
    Gruß Sven

    Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum.
    Eventuell vorhandene Rechtschreibfehler sind beabsichtigt und dienen der Unterhaltung.

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