Schon länger her! Güterzug mit Granaten explodiert in Hannover.

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  • luckychris 21
    Ritter


    • 24.11.2009
    • 574
    • Hannover

    #1

    Schon länger her! Güterzug mit Granaten explodiert in Hannover.

    Fand ich ganz interessant, weil ich davon nichts wusste.

  • Straubinger
    Heerführer


    • 06.09.2009
    • 2378
    • Straubing/Niederbayern

    #2
    Und noch mehr..

    Schlimme Explosionen gab es immer wieder mal in Deutschland:

    Explosion des Oppauer Stickstoffwerkes



    Kesselwagenexplosion in der BASF


    Zugunglück von Langenweddingen


    Großbrand von Herborn


    Hier die Gesamtübersicht:
    Zuletzt geändert von Straubinger; 22.12.2010, 22:21.

    Kommentar

    • luckychris 21
      Ritter


      • 24.11.2009
      • 574
      • Hannover

      #3
      Ist mir schon bewusst, war auch mehr für die Leute die sich für Hannover interessieren. Der letzte Link ist aber echt gut von dir.
      Zuletzt geändert von luckychris 21; 22.12.2010, 22:24.

      Kommentar

      • Straubinger
        Heerführer


        • 06.09.2009
        • 2378
        • Straubing/Niederbayern

        #4
        Zitat von luckychris 21
        Ist mir schon bewusst, war auch mehr für die Leute die sich für Hannover interessieren.
        Achso

        War mal wieder zu übereifrig

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        • Red Air
          Heerführer


          • 09.01.2007
          • 1703
          • Niedersachsen

          #5
          Habe die Explosion damals selber gehört, ich spielte gerade mit meinen Freunden in unserer Straße Fußball. In der Hennigesstraße die mindestens 10 KM Luftlienie entfernt ist, war die Erschütterung noch so groß das die Druckwelle zu spüren war und Fensterscheiben klirrten. Von dem Rangierer der versucht hatte den Wagon noch in letzter Minute abzukoppeln wurde nichts mehr gefunden. Wir waren früher oft am Fischerbahnhof auf dem Schrottplatz an der Brücke, zum spielen in den alten Autos. Mercedes 170 V , Buckeltaunus und so waren sehr beliebt, Uhren,Tachos und Lenkräder für unsere Seifenkisten haben wir dort ausgebaut. Von da aus war die Unglücksstelle höchstens 600 Meter entfernt in Sichtweite. Gut das wir den Tag nicht da waren, mal wieder Schwein gehabt. Gruß RED

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          • Andrew.derLuchs
            Landesfürst


            • 02.11.2009
            • 693
            • 30449 Hannover-Linden

            #6
            Nochmal kurz das Ereigniss:

            Am 22. Juni 1969 kam es gegen 8:05 Uhr zum Zugunglück von Linden. Bei einer Explosion von Bundeswehr-Munition, ein Güterzug führte vier Waggons mit je 216 Granaten für die Haubitze M 107 der Bundeswehr mit, wurden vier Bundesbahnbeamte und acht Angehörige der Feuerwehr Hannover getötet.

            Kommentar

            • luckychris 21
              Ritter


              • 24.11.2009
              • 574
              • Hannover

              #7
              Zitat von Andrew.derLuchs
              Nochmal kurz das Ereigniss:

              Am 22. Juni 1969 kam es gegen 8:05 Uhr zum Zugunglück von Linden. Bei einer Explosion von Bundeswehr-Munition, ein Güterzug führte vier Waggons mit je 216 Granaten für die Haubitze M 107 der Bundeswehr mit, wurden vier Bundesbahnbeamte und acht Angehörige der Feuerwehr Hannover getötet.
              Am 22. Juni 1998 .. hast dich vertippt denke ich mal

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              • Andrew.derLuchs
                Landesfürst


                • 02.11.2009
                • 693
                • 30449 Hannover-Linden

                #8
                So, ist es richtig...

                Am 22. Juni 1968 kam es gegen 8:05 Uhr zum Zugunglück von Linden. Bei einer Explosion von Bundeswehr-Munition, ein Güterzug führte vier Waggons mit je 216 Granaten für die Haubitze M 107 der Bundeswehr mit, wurden vier Bundesbahnbeamte und acht Angehörige der Feuerwehr Hannover getötet.

                Kommentar

                • Andrew.derLuchs
                  Landesfürst


                  • 02.11.2009
                  • 693
                  • 30449 Hannover-Linden

                  #9
                  Quelle Wikipedia:

                  Beim Zugunglück von Linden explodierte am Sonntag, dem 22. Juni 1969 gegen 8:05 Uhr im Bahnhof Hannover-Linden ein in Brand geratener Güterwaggon der Deutschen Bundesbahn, der mit Munition für die Bundeswehr beladen war. Bei dem Unglück kamen 12 Personen um Leben; etwa 30 weitere Personen wurden verletzt.

                  Unfallhergang


                  Der Güterzug führte insgesamt vier Waggons mit je 216 Granaten vom Kaliber 17,5 cm für die Haubitze M107 mit. Gegen 8 Uhr wurde auf freier Strecke ein Heißläufer, der sich durch Qualm bemerkbar machte, bei einem Güterwagen festgestellt. Der Zug fuhr noch bis in den Bahnhof Linden und die Feuerwehr Hannover wurde verständigt. Ein 26-jähriger Betriebsaufseher bemerkte an dem zwischenzeitlich in Brand geratenen Munitionswaggon einen klein angebrachten Gefahrenzettel mit einer explodierenden Granate, koppelte den brennenden Waggon ab und veranlasste den Lokomotivführer, weiterzufahren.

                  Der Bundesbahnbeamte lief dem gerade eintreffenden Löschzug 4 der Berufsfeuerwehr Hannover entgegen, um die Feuerwehrleute zu warnen. In diesem Moment explodierten die Granaten. Da die Feuerwehrfahrzeuge parallel zur Eisenbahnstrecke standen, waren sie der Druckwelle nahezu schutzlos ausgeliefert. Lediglich ein Fahrzeug stand teilweise im Schatten einer Lagerhalle. Neben dem Betriebsaufseher kamen drei weitere Bundesbahnbeamte und acht Feuerwehrbeamte ums Leben; vom Löschzug überlebten nur zwei Feuerwehrmänner. Ein Feuerwehrmann überlebte, weil der Einsatz während des Schichtwechsels erfolgt und er hinter einem Fahrzeug seine Schuhe gegen Feuerwehrstiefel wechselte, ein anderer, weil er sich im Fahrzeug zufällig bückte.

                  Die Feuerwehrfahrzeuge wurden von Eisenteilen, Schotter und Granatsplittern durchlöchert, der Einsatzleitwagen durch die Luft geschleudert. Es entstanden zwei Krater, die Schienen und die Oberleitung wurden schwer beschädigt. Ein Autozug, der im Bahnhof stand, kippte teilweise um. In der Umgebung kam es an Fahrzeugen und Lagerhallen zu Bränden. Splitter wurden noch in drei Kilometern Entfernung gefunden und Scheiben zerstört. Der Sachschaden betrug etwa 40 Millionen Deutsche Mark.

                  Unfallfolgen

                  Aufgrund des Unfalles wurde für Eisenbahnwagen, die massenexplosionsfähige Güter transportieren, am 1. Mai 1970 vorgeschrieben, dass die Waggons unter anderem zur Verminderung der Heißläufergefahr mit Rollenachslagern sowie gegen möglichen Funkenflug mit Schutzblechen am Wagenboden ausgestattet sein müssen. Ferner dürfen nur kleine Gruppen von Munitionswagen mitgeführt werden und die Wagen mussten mit zwischengereihten Schutzwagen fahren. International wurden für Munitionswagen lediglich Rollenachslager und Funkenschutzbleche vorgeschrieben. Außerdem wurde ein spezielles Warnzeichen eingeführt, das aber inzwischen wie auch die Schutzwagenvorschrift nicht mehr in den internationalen Bestimmungen enthalten ist.

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                  • Andrew.derLuchs
                    Landesfürst


                    • 02.11.2009
                    • 693
                    • 30449 Hannover-Linden

                    #10
                    Also wann war das nun?

                    22. Juni 1968 oder 22. Juni 1969?

                    Die Quellen sind nicht eindeutig!

                    Ich glaube aber es war 1969!
                    Zuletzt geändert von Andrew.derLuchs; 23.12.2010, 15:48.

                    Kommentar

                    • Andrew.derLuchs
                      Landesfürst


                      • 02.11.2009
                      • 693
                      • 30449 Hannover-Linden

                      #11
                      "Es war keine Sabotage", Zeit vom 1. Mai 1970 (Artikel unvollständig)

                      © ZEIT Online-Archiv

                      Am 22. Juni 1969 explodierte in Hannover ein Eisenbahnwaggon, der mit Munition für die Bundeswehr beladen war. Zwölf Menschen wurden getötet und vierzig verletzt Die Recherchen der Polizei dauerten sieben Monate. Es entspann sich ein verbissener Kampf zwischen Bundeskriminalamt und Bundesbahn. stern-Reporter Löhde, der die Auseinandersetzungen schildert, kommt zu dem Ergebnis: Schuld an diesem Unglück ist die Bundesbahn. Es war keine Sabotage

                      Das Protokoll einer polizeilichen Untersuchung Von Wolfgang Löhde Hannover

                      Mehr als drei Dutzend Eisenbahnwaggons mit hochbrisantem Sprengstoff rollen Tag für Tag über die Schienen der Bundesbahn durch die Stadt und Bahnhöfe der Bundesrepublik. Jeder einzelne von ihnen ist eine rollende Bombe, die sich jeden Augenblick zwischen Flensburg, Passau und Konstanz entzünden kann. Wenn die Bremsen der Waggons blockieren, prasselt ein glühend heißer Funkenregen gegen die Waggorrböden, und es entstehen Temperaturen, wie sie bis heute kein Mensch für möglich gehalten hat.

                      Diese Erkenntnisse, in fast einem Dutzend Leitzordnern zusammengetragen, rollten dieser Tage im Kofferraum eines schwarzen Mercedes, Limousine Typ 200, von Bad Godesberg über die Autobahn nach Hannover. Die Aktendeckel mit dem Aktenzeichen 21 Js 38469 sind das Ermittlungsergebnis der Sicherungsgruppe des Bundeskriminalamtes zu dem schweren Explosionsunglück in Hannover vom 22. Juni vergangenen Jahres, bei dem acht Männer der Feuerwehr und vier Beamte der Deutschen Bundesbahn getötet, 40 Personen verletzt und tausend Geschädigte registriert wurden. Die Schadenssumme dieses Munitionsunglücks auf dem Güterbahnhof Hannover Linden ist auf fast 40 Millionen Mark geklettert.

                      Die Ursache des Explosionsunglücks ist geklärt. Nach neunmonatiger Arbeit hat die Abte mg E (Ermittlungen) der Sicherungsgruppe des Bundeskriminalamtes unter der Leitung von Regierungskriminaldirektor Karl Schütz (genannt „Kugelblitz") zusammen mit der Landeskriminalpolizeistelle Hannover, der Munitionserprobungsstelle 91 Meppen, dem Chemisch Technischen Institut (CTI) — Außenstelle Sehleebusch, der Bundesbahnversuchsanstalt in Minden und dem Bundesamt für Materialprüfung (BAM) in Berlin herausgefunden, was bisher allen Fachleuten unbekannt war.

                      Oberregierungsrat Dr. Ing. Haedecke vom Materialprüfungsamt: , daß bei angelegten Bremsen eine solche Hitze entstehen kann, haben wir bis heute selber nicht gewußt "

                      Mit diesem Ermittlungsbericht muß nun der Erste Oberstaatsanwalt Dr. Ernst Uecker in Hannover die Strafanzeige bearbeiten, die damals vom 1. Kommissariat der Landeskriminalpolizeistelle Hannover „wegen Verdachts des Sprengstoff Verbrechens" ausgeschrieben wurde.

                      Wagen 35 mit der Waggonnummer 01 88 135 3117 7 Glms des Güterzuges Dg 7767, beladen mit 216 Granaten des Kalibers 17 5 cm, ohne Zünder, für die Panzerhaubitze M 107, im Gesamtgewicht von 15 Tonnen, war in die Luft geflogen, nachdem gerade die Wagen Nr. 36, 37, 38 und 39, ebenfalls mit Munition beladen, abgekoppelt worden waren. Die Explosion des einen Waggons „verwandelte den Güterbahnhof Hannover Linden in eine Kraterlandschaft (Frankfurter Rundschau).

                      Am Nachmittag des Unglückstages trafen Bundesverteidigungsminister Schröder und dei Generalinspekteur der Bundeswehr, de Maiziere in Hannover ein. Fast gleichzeitig landeten zwei Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes in der heimgesuchten Stadt an der Leine. Ihnen entstiegen der Vizepräsident des Bundeskriminalamtes Heindl und der Leiter der Abteilung Kriminaltechnik des BKA Wiesbaden, Seiler. Kurze Zeit darauf wurde durch den Vizepräsidenten des BKA die Ermittlungsabteilung der Sicherungsgruppe über Funk in Bereitschaft gesetzt, was acht Beamte der Sonderkommission in Lebach veranlaßte, in Saarbrücken in aller Eile die Koffer zu packen und gen Norden zu brausen.
                      Zuletzt geändert von Andrew.derLuchs; 23.12.2010, 16:19.

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                      • niemandsland
                        N/A
                        • 17.08.2003
                        • 1679

                        #12
                        Auf dem Gelände der Feuerwache I (Hannover, Feuerwehrstraße 1) und auf dem Gelände des ehem. Güterbahnhofs Hannover-Linden existieren bzw. existierten Gedenksteine/-tafeln.

                        Anbei ein Foto vom 25.07.2005. Es zeigt die Gedenktafel auf dem Bahnhofsgelände (am alten Standort) "Bahnhof Hannover-Linden". Heute ist der Platz verwaist, nach dem Umbau bzw. Neubau des Bahnhofs erhielt die Tafel einen neuen Standort. Der mir bisher unbekannt ist. Irgendjemand sagte mal, das die Tafel jetzt unter der Brücke angebracht worden sein soll?! Hab sie aber dann noch nicht dort gesehen.

                        Der Text auf der Tafel lautet:

                        -- Linke Seite --

                        Am 22-6-1969 starben in treuer Pflicht-erfüllung für die Deutsche Bundesbahn und die Feuerwehr der Haupt-Stadt Hannover auf dem Bahnhof
                        Han - Linden

                        --------

                        -- Rechte Seite --

                        Ihr Einsatz bleibt unvergessen

                        --------

                        Beuleke, Frieda
                        Gieseler, Hans
                        Hennies, Frieda
                        Hermann, Helmut
                        Nickel, Gernot
                        Rast, Gerhard
                        Reiche, Wolf
                        Scheetz, Erwin

                        Ketzlick, Josef
                        Liedtke, Dieter
                        Nolting, Karl-H.
                        Paul, Rudolf

                        ----

                        Alte Position der Gedenktafel via google maps : - click mich-
                        Angehängte Dateien
                        Zuletzt geändert von niemandsland; 23.12.2010, 20:55.

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                        • niemandsland
                          N/A
                          • 17.08.2003
                          • 1679

                          #13
                          Zitat von Andrew.derLuchs
                          Also wann war das nun?

                          22. Juni 1968 oder 22. Juni 1969?

                          Die Quellen sind nicht eindeutig!

                          Ich glaube aber es war 1969!
                          Es war 1969. Meine Mutter erzählte mir, das ich da noch immer im Krankenhaus Linden (Von Alten Allee) gelegen habe, und ich bin Jahrgang 1969. Da sollen wohl auch viele Fensterscheiben noch in einier Entfernung zu bruch gegangen sein. Und dort in der Entbindungsstation hat es wohl auch ordentlich gescheppert. Aber hey.. ich kann das nur so weitergeben. Ich war da 1 Monat + 1 Tag alt. Nein, da hab ich mal keine Erinnerung dran.

                          Gruß
                          Wolf

                          Kommentar

                          • alex102
                            Lehnsmann


                            • 17.01.2010
                            • 29
                            • Münster
                            • ace250

                            #14
                            sehr interessant! danke

                            Kommentar

                            • Red Air
                              Heerführer


                              • 09.01.2007
                              • 1703
                              • Niedersachsen

                              #15
                              Andrew,dir auch erst mal ein schönes Weihnachtsfest. Das Datum habe ich mir natürlich nicht gemerkt, aber wir sind natürlich den nächsten Tag dort aufgetaucht um den Schaden aus der Ferne zu begutachten.

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