Rationen für deutsche Soldaten WK 1 Verdun

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  • Peace007
    Lehnsmann


    • 06.05.2006
    • 41
    • Hessen
    • kommt noch! :)

    #1

    Rationen für deutsche Soldaten WK 1 Verdun

    Kann mir jemand weiterhelfen? Ich suche Informationen über deutsche Truppenversorgung in WK 1 (speziell Schlacht von Verdun).

    1. Wie wurde die Truppe verpflegt (Feldküche? etc)
    2. Welche Essens- Rationen trug der deutsche Soldat bei sich (Dosen? etc)
    3. Gab es Getränke in Glasflaschen für die Soldaten (es liegen Unmegen von weißen und grünen Glasflaschen auf dem Schlachtfeld (meißt kaputt)? Vom Aussehen und vom Guß sind sie in diese Zeit einzuordnen doch was war drin???

    Ich habe eine heile Flasche (Seltersflasche???) gefunden Foto folgt

    LG Peace007
  • Simon
    Heerführer


    • 05.02.2004
    • 2275
    • Linsengericht
    • Helix 10 , Helix 12

    #2
    Das sind einerseits natürlich Wasserflaschen,ein paar sind Weinflaschen.

    Diese Flaschen wirst du da in Unmengen finden.

    mfg

    Simon

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    • fleischsalat
      Moderator

      • 17.01.2006
      • 7795
      • Niedersachsen

      #3
      Also ich denke mal, von der Truppenküche war mehr als die zu der Zeit sehr "beliebte" Steckrübensuppe nicht wirklich zu erwarten. Schreib mal das "In flanderns fields" Museum in Ypern/Belgien an. Die sind ziemlich fit in Sachen 1. WK.
      An mitgeführter Verpflegung denke ich nich an etwas wie Konserven. Im Grabenkrieg mit vollen Taschen rumzurennen war bestimmt nicht so gut. Jeder der sich beim Bund mal mit ner packung Dosenbrot in der Tasche in die Stellung geschmissen hat, weiß wovon ich rede... Und selbst wenn es dort etwas EPA-ähnliches gab, bestand es bestimmt nicht aus viel mehr als Brot.
      Die Deutschen und Franzosen hatten unter Garantie nicht so gutes Essen, wie zum Beispiel die Engländer und Amerikaner.
      Willen braucht man. Und Zigaretten!

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      • Peace007
        Lehnsmann


        • 06.05.2006
        • 41
        • Hessen
        • kommt noch! :)

        #4
        @ Fleischsalat


        Danke für die Info

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        • Peace007
          Lehnsmann


          • 06.05.2006
          • 41
          • Hessen
          • kommt noch! :)

          #5
          So Hier ist die Flasche. Nichts besonderes in mancher Augen aber ich finde den Guß schön und die Facetten und Schlieren und auch Lufteinschlüsse die man im Gegenlicht gut erkennen kann. Es mögen viele Flaschen auf den Feldern liegen aber gut erhaltene findet man bei dem immer mehr wachsenden "Schlachtfeldtourismus" eher selten. Manche machen diese auch mutwillig kaputt, weil sie nichts damit anfangen können. Schade!







          Hat jemand nun eine Idee was für eine Flasche das war???
          Die leichte Wölbung (Zum Druckausgleich) nach innen könnte auf einen Flascheninhalt mit Kohlensäure hinweisen. Vielleicht Mineralwasser mit Quellkohlensäure? Oder irre ich mich da gewaltig. Gabs das damals überhaupt schon-ich meine Kohlensäure?
          Zuletzt geändert von Peace007; 04.06.2006, 11:56.

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          • fleischsalat
            Moderator

            • 17.01.2006
            • 7795
            • Niedersachsen

            #6
            Kann ich leider nicht sagen, obs da schon Kohlensäure gab. Habe mal eine Flasche mit der Aufschrift "Struversche minerwass Anstalt Hannover" gefunden. Hab ich zum historischen Museum geschleppt. Die sagten das Ding ist aus der Zeit von 1830 - 1840. Mineralwasser. Aber ob da schon Kohlensäure drin war?
            Willen braucht man. Und Zigaretten!

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            • Ganymed
              Heerführer


              • 08.11.2004
              • 1364
              • Erkrath

              #7
              1823 verflüssigte Faraday zum erstenmal Kohlensäure.

              Schon im 18. Jahrhundert wußte man, wie Kohlensäure entsteht, nämlich durch Gärung (Bier und Sekt und Most usw).
              Durch eine Verbindung von Kohlenstoff und Sauerstoff kann Kohlensäure gewonnen werden. Das war alles am Ende des 18. Jahrhunderts bekannt. Man stellte damals schon künstliches Sauerwasser her. Sauerwasser ist mit dem heutigen Selterwasser identisch.
              Die Kohlensäure war also schon seit Jahrhunderten bekannt, nur nicht unter dieser Bezeichnung.
              Es gibt keine bösen Völker,nur böse Individuen

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              • fleischsalat
                Moderator

                • 17.01.2006
                • 7795
                • Niedersachsen

                #8
                Wo haste denn das her? Wusste ich bis jetzt noch nicht.
                Willen braucht man. Und Zigaretten!

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                • Peace007
                  Lehnsmann


                  • 06.05.2006
                  • 41
                  • Hessen
                  • kommt noch! :)

                  #9
                  Danke für Die Info!!!

                  Leider bringt mich das bei der Flasche aber noch nicht ganz so weiter wie erhofft. Es gab einige dieser Flaschen auf dem Feld (mehr oder minder zerstört).
                  Charakteristisch sind auch 2 Ringe auf dem Flaschenboden. Kann da jemand weiterhelfen?

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                  • fleischsalat
                    Moderator

                    • 17.01.2006
                    • 7795
                    • Niedersachsen

                    #10
                    Also ich tippe mal auf ne Weinflsche oder ähnliches.
                    Willen braucht man. Und Zigaretten!

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                    • Peace007
                      Lehnsmann


                      • 06.05.2006
                      • 41
                      • Hessen
                      • kommt noch! :)

                      #11
                      Zitat von fleischsalat
                      Also ich tippe mal auf ne Weinflsche oder ähnliches.
                      Verdammt klein für ne Weinflasche! ca. 0,5 l Flascheninhalt. Oder ist das französisches Maß?

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                      • Ganymed
                        Heerführer


                        • 08.11.2004
                        • 1364
                        • Erkrath

                        #12
                        Zitat von fleischsalat
                        Wo haste denn das her? Wusste ich bis jetzt noch nicht.
                        Das Internet ist eine sooo grosse Bibliothek,die man nur nutzen muss
                        Kennste Kaisernatron? Klar,wer mal Sodbrennen hatte kennt es sicher.
                        Meine Mutter hat uns Kindern früher(in den 60ern),wenn es sehr heiss war im Sommer und wir gerade kein Sprudelwasser im Haus hatten, damit auch immer ne Sprudel gemacht.
                        3/4 Teelöffel mit Natron in ein Glas,paar Tropfen Essig Essenz drauf(musste ausprobieren mit der Dosis),Leitungswasser rein,fertig.
                        Schmeckte zwar nicht ganz so gut wie gekauftes und war ein bisschen säuerlich,aber löschte den Durst

                        @Peace007
                        Den Hersteller kann man mit Sicherheit nichtmehr nachvollziehen.
                        1)Die Zeitspanne die dazwischen liegt
                        2)Niemand weiss,ob das eine französische oder deutsche Produktion ist
                        Freu dich einfach drüber.
                        Falls ich noch was finde in den Weiten des Inetzes,lass ich es dich wissen
                        Es gibt keine bösen Völker,nur böse Individuen

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                        • Ganymed
                          Heerführer


                          • 08.11.2004
                          • 1364
                          • Erkrath

                          #13
                          Update

                          Wenn man sich deine Flasche betrachtet,trifft dieses zu


                          Nach etwa 1880 wurden bereits aufklappbare Metallformen verwendet. Die in Metallformen hergestellten Flaschen werden als "in der Form geblasen" bezeichnet. Sie sind daran zu erkennen, dass sie seitlich je eine Naht ("Gussnaht") aufweisen und meistens mit Relief-Inschriften versehen sind. Für diese Relief-Schriften konnten in die Metallformen auswechselbare Schriftformen eingelegt werden.
                          -------------------------------------------------------------
                          Die Ringe am Boden,scheinen keine Herstellerzeichen zu sein,sondern eher Produktionsbedingt


                          Ab 1910 nahmen die Glashütten die ersten Halbautomaten in Betrieb. Mit Halbautomaten hergestellte Flaschen wirken im Glas wolkig. Sie sind auch sehr schwer. Sie weisen am Boden meist rauhe Stellen auf, die vom Abschneiden der Glasmasse mittels einer Schere herrühren.

                          Von 1910 bis 1920 wurde die Flaschenherstellung mehr und mehr automatisiert und damit auch perfektioniert. Für den Sammler und Glasliebhaber sind diese in Massenproduktion hergestellten Flaschen nicht mehr sehr interessant. Das ändert sich erst wieder mit dem Aufkommen der Einbrand-Etiketten.
                          ---------------------------------

                          Das Alter der Flasche muss also irgendwo in der Mitte liegen,also zwischen 1880 und 1920.

                          Bei genauerem betrachten des Mündstückes und des Bodens,denke ich,das die Pulle halbautomatisch hergestellt wurde,denn wer blässt schon 1000de Flaschen mit dem Mund?

                          ------------------------------------------------------------------
                          ------------------------------------------------------------------

                          Im Bundesgesetz über Mass und Gewicht vom 3. Juli 1875 (Vorgänger 1851/1868) spielen die Glasflaschen eine untergeordnete Rolle. Immerhin ist im Art. 14 festgehalten: "Die Bierflaschen sind nicht eichpflichtig, doch ist es den Kantonen unbenommen, specielle Vorschriften über eine allfällige Angabe des Inhalts der Flasche auf der Flasche selbst oder deren Etiquette zu erlassen."

                          Ebenfalls im Art. 14 ist noch festgehalten, dass Flüssigkeiten, welche per Liter verkauft werden, nur in geeichten Flaschen in den Verkauf gelangen dürfen, weil diese Flaschen als Verkehrsmasse zu betrachten seien. Den Eichmeistern war vorgeschrieben, bei der Nachschau festzustellen, ob derartige Flüssigkeiten (genannt wurden Petroleum, Wein und Spirituosen) in den Depotstellen tatsächlich nur in geeichten Flaschen zum Verkauf bereitgehalten würden. Nur 1-Liter-Bierflaschen mussten also geeicht sein.

                          Im Bundesgesetz von 1909 über Mass und Gewicht ist auch die Definition der Hohlmasse, als Basis der Liter, wie folgt umschrieben: "Der Liter ist das Volumen eines Kilogrammes destilierten und luftreinen Wassers bei der Temperatur des Dichtigkeitsmaximums (4 °C) und unter dem atmosphärischen Normaldruck."

                          In der Verordnung vom 12. Januar 1912 zum Bundesgesetz über Mass und Gewicht von 1909 sind wichtige Präzisierungen festgehalten. Im Art. 11 wurden nun auch die Inhalte der nicht eichpflichtigen Flaschen festgehalten. Das Randvollmass für Weinflaschen wurde mit mindestens 70 cl für die ganze Flasche und 35 cl für die halbe Flasche festgelegt. Für Bierflaschen wurde das Randvollmass mit 60 cl für die ganze Flasche und 30 cl für die halbe Flasche bestimmt. Alle Flaschen über 80 cl sind gemäss dieser Verordnung eichpflichtig. Im Laufe der Zeit wurde diese Bestimmung mehrmals überarbeitet, ohne allerdings die Bestimmungen über Bierflaschen grundsätzlich zu beeinflussen.

                          Wenn also weder auf dem Flaschenboden noch auf dem Flaschenhals eine Inhaltsangabe zu finden ist, kann das ein Hinweis auf das Alter der Flasche sein.

                          Neben der Form kann auch Gewicht und Glasfarbe ein Hinweis auf das Alter einer Flasche sein. Mit Ausnahme von ganz alten Flaschen sind die in freier Drehung geblasenen Flaschen leichter als die mit den Halbautomaten gefertigten, deren Glas überdies wolkig wirkt.

                          Formfehler, dicke, von der Glasmasse eingeschlossene Luftblasen, dunkle, noch kaum durchscheinende Farbtöne in Grün oder Braun, aber auch Schlieren, die heute eine Flasche zum Ausschuss verurteilen, deuten auf sehr alte Flaschen hin. Sie sind erste Zeugnisse einer noch unvollkommenen Massenproduktion.

                          Vor 1890: Die ältesten Flaschen sind "in freier Drehung" geblasen, und als Verschluss haben Korken oder Hartgummizapfen gedient. Diese Flaschen haben keine seitliche Formnaht. Die ältesten Flaschen haben auch keine Eigentumshinweise. Später wurde ein Stempel mit dem Brauereinamen aufgedrückt, noch spätere Flaschen haben sandgestrahlte Aufschriften. Bei den "in freier Drehung" geblasenen Flaschen waren Relief-Schriften nur im Flaschenboden möglich.

                          Nach 1890: Nach 1890 hergestellte Bierflaschen wurden mit dem heute noch bekannten Bügelverschluss verschlossen, d.h. sie weisen auch die dafür typische, verdickte Flaschenmündung auf. Die Flaschen sind auch durch die seitlichen Nähte - entstanden durch die beiden Formhälften - erkennbar.

                          Die Schriften sind bei den "in Form geblasenen" Flaschen meist in Reliefform angebracht, selten mittels Sandstrahlung.

                          In diesem Zeitraum haben sich zwei grundlegende Bierflaschenformen herausgebildet. Die erste Form verengt sich vor dem Flaschenhals, bildet damit eine eigentliche Flaschenschulter und erweitert sich nochmals im Flaschenhals. Sie hat also einen "geblähten Hals". Die zweite Form verjüngt sich von der Schulter an zum Flaschenhals bis zur Flaschenöffnung. Mehrheitlich überwiegt die Flaschenart mit dem geblähten Hals. Aus der Flaschenfarbe kann nicht auf das Alter einer Flasche geschlossen werden. weil sowohl grüne als auch braune Flaschen verwendet wurden, wobei das grüne Glas deutlich vorherrschte.

                          Etwa 1910-1920: Mit der Einführung der ersten Halbautomaten verschwinden die in freier Drehung geblasenen Flaschen vollständig. Die grünen Flaschen sind immer mehr vorherrschend, und die Flaschenform mit dem geblähten Hals wird langsam aus dem Sortiment verdrängt.

                          Etwa 1920-1940: Ab 1920 sind die meisten Flaschen datiert. Das Datum befindet sich in der Regel nicht mehr auf der Flasche, sondern im Flaschenboden, zumeist verbunden mit dem Hinweis auf den Hersteller, der mit Kennbuchstaben (z.B. B = Glashütte Bülach, W = Glashütte Wauwil, SP = Glashütte St-Prex) angegeben wurde. Die Herkunft ist nicht einfach herauszufinden, weil Brauereien ihre Flaschen zum Teil aus dem Ausland bezogen, denn die Beschaffung von Bierflaschen bot auch in der Nachkriegszeit Schwierigkeiten. Gemäss einer Vorschrift zum Schutze der einheimischen Industrie mussten zwei Drittel, später die Hälfte des Bedarfs aus inländischen Fabriken bezogen werden. Die Qualität des inländischen Glases befriedigte aber anfänglich nicht. Vor allem diejenigen Brauereien, die braune Flaschen verwenden wollten - weil sie davon überzeugt waren, dass braunes Glas das Bier besser vor Lichteinflüssen schützen würde -, mussten widerwillig auf grüne Flaschen ausweichen, weil in der Schweiz keine braunen Flaschen hergestellt wurden. Die schweizerischen Glashersteller verbesserten allerdings ihre Einrichtungen laufen, und bereits im August 1925 wurden alle Einfuhrbeschränkungen aufgehoben. Allerdings dauerte es bis 1937, bis erstmals von der Glashütte St-Prex braune Bierflaschen industriell in der Schweiz hergestellt wurden. Die Flaschen der frühen zwanziger Jahre zeichnen sich noch durch ein dunkles, kaum transparentes Grün aus, während die Flaschen Ende der zwanziger Jahre infolge der zunehmenden Technisierung der Herstellung auch in der Glasfarbe immer gleichmässiger werden.

                          Die Brauerei-Bezeichnung befindet sich jetzt meist nicht mehr auf dem Flaschenbauch, sondern verläuft im oberen Teil rund um die Flasche herum.

                          Etwa 1940-1970: Allmählich werden Relief und Etiketten durch Einbrand-Etiketten ersetzt. Für Sammler von Bierflaschen mit Brauerei-Bezeichnungen ist das wohl der Höhepunkt. Die Flaschen mit ihren vielfältigen, farbenprächtigen Einbrand-Etiketten wirken ausserordentlich dekorativ. Es werden immer noch individuell grüne und braune Flaschen verwendet.

                          Ab etwa 1964: Die Normflasche mit Papieretikette verdrängt die Einbrandflaschen. Einbrand-Etiketten-Flaschen werden allerdings vorerst weiterverwendet. Der Einbrand wird mit der Papieretikette einfach überklebt. Das ist solange möglich, als der Bügelverschluss verwendet wird. Der Bügelverschluss ermöglicht es, die Flaschen so zu richten, dass die Papieretikette genau über die Einbrand-Etikette angebracht werden kann. Mit dem Ersetzen des Bügelverschlusses durch den Kronenkorken - damit liess sich die Leistungskapazität der Abfüllstrassen wesentlich steigern - konnte man die Flaschen mit Einbrand-Etiketten nicht mehr verwenden. Sie wurden ausgeschieden.

                          Die Normflaschen brachten bedeutende Erleichterungen. Es gab nur noch zwei Rücknahme-Flaschentypen, eine 60-cl-Flasche und eine 30-cl-Flasche. Jede Brauerei konnte die Flaschen beliebig verwenden und mit ihren Etiketten versehen. Ein Flaschenaustausch war nicht mehr nötig.

                          Die Flaschenfarben werden seit der Normierung nicht mehr wahllos verwendet. Braune Flaschen sind Rücknahmeflaschen mit Flaschenpfand. Grüne Flaschen sind Einwegflaschen, die von den Brauereien nicht zurückgenommen werden, sonder via Glassammelstelle zur Wiederverwertung in die Glashütten gelangen.

                          Die Normierung wirkte sich über Jahre hinweg günstig auf Kosten und Arbeitszeiteinsparung aus. Handel und Konsumenten empfanden aber mit der Zeit das Angebot an Schweizer Bieren - alle in gleichen Flaschen - als langweilig. Ausländische Biere seien viel ansprechender aufgemacht und hätten schönere Flaschen als die Schweizer Biere, hiess es. Die Schweizer Brauer waren mit diesen Argumenten in ihrem Stolz verletzt. So beschloss man unter einem gewissen Druck von Handel und Konsumenten, bei den 30-cl-Rücknahmeflaschen verschiedene Modell zu gestatten. Heute sind deren 6 zugelassen. Bei den 60-cl-Rücknahmeflaschen kennt man nach wie vor nur einen Flaschentyp. Die grünen Einwegflaschen sind nicht reglementiert. Jeder Brauerei steht es frei, eigene Flaschenmodelle herstellen zu lassen. Einzig die Flaschengrössen sind vorgeschrieben. Der Inhalt muss 25, 29, 30, 33 oder 50 cl betragen.



                          Quelle: Paul Knobel: Geschichte der Bierflasche (Brauerei Hürlimann 1988)
                          Zuletzt geändert von Ganymed; 05.06.2006, 01:20.
                          Es gibt keine bösen Völker,nur böse Individuen

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                          • DerFeldgraue
                            Geselle


                            • 08.10.2005
                            • 97
                            • Großherzogtum Hessen-Darmstadt
                            • Keine

                            #14
                            Kannst Du eine Großaufnahme der Öffnung machen? Bis jetzt sieht es nach einer Weinflasche aus, es sei denn, die Flasche ist sehr klein. Die Größe ist schwer zu erkennen. Auf jeden Fall zeitgenössisch, erkennbar an der erwähnten Naht, den Unebenheiten und den Luftblasen im Glas, der Glasdicke und am Gewicht. Wer schon mal eine Sektflasche von dort und aus der Zeit in der Hand hatte, weiß was ich meine. Die wiegt leer fast so viel wie eine moderne Sektflasche in vollem Zustand. Ich finde, dieses alte Glas von dort (mit Geschichte) ist wunderschön. Es gab damals auch schon Wasser mit Kohlensäure, dieses wurde aber in Flaschen mit Bügelverschluß abgefüllt. Kronkorken gab es auch schon, aber meistens nur für Wasser ohne Kohlensäure. Alles andere hatte Korken. Der Flaschenhals zeigt, was es war. Flaschen gibt es dort an den richtigen Stellen hundertfach. Selten sind welche mit Prägung, was damals vor allem bei Bierflaschen oft vorkam, aber die nimmt dort jeder mit.

                            Was die Verpflegung angeht, wurde schon fast alles gesagt. Es gab aber in Verdun hinter der Front drei deutsche Abfüllanlagen für Mineralwasser. Die Flaschen hatten meistens Kronkorken und faßten etwa 500 ml. Sie wurden kurz vor der vordersten Front an die Truppen verteilt und jeder steckte sich ein paar dieser Flaschen in die Rocktaschen oder den Tornister/Brotbeutel. Diese kleinen Seltersflaschen werden auch öfters in der zeitgenössischen Literatur erwähnt. Weiterhin wurde natürlich auch Beutegut (Wein, Wasser, Bier etc.) verwendet.
                            Zuletzt geändert von DerFeldgraue; 05.06.2006, 11:14.
                            Besuchen Sie unsere Verdun-Seiten (siehe Link im Profil).

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                            • Peace007
                              Lehnsmann


                              • 06.05.2006
                              • 41
                              • Hessen
                              • kommt noch! :)

                              #15
                              @ Ganimed
                              Danke für diese Ausführung.
                              Die Flasche scheint also doch aus einer Massenproduktion zu stammen. Außer dem Relief (die 2 Ringe) sind keine weiteren Prägungen vorhanden und auch kein Eich-Maß. Die Flasche wirkt etwas schwerer als eine leere 0.5l Bierflasche. Wie jeder schon richtig gesehen hat besteht die Flasche aus 2 Hälften, hat Lufteinschlüsse, Schlieren und wirkt wolkig. Der Flaschenhals könnte auf einen Kronkorken hinweisen.


                              @DerFeldgraue


                              Danke für die Hinweise!

                              Bilder vom Flaschenkopf folgen in Kürze!

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