Konservierung mit Inhibitoren

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  • C-4
    Heerführer

    • 01.08.2002
    • 2106
    • D

    #1

    Konservierung mit Inhibitoren

    Mal ein kleiner Test zur Wirksamkeit der Korrosionsinhibitoren, hier im Falle des BTA (1 H-Benzotriazol) bei der Konservierung von Münzen.
    Diese Münzen hier (ja, die gute alte DM….) stammen aus einem Satz von Kursmünzen, der unvollständig schon eine Weile bei mir rumlag. Sie sind in der Qualitätsstufe Spiegelglanz, also ‚mehr als neu’, quasi.
    Die oberen beiden Stücke habe ich mit Paraffin und Zusatz von BTA behandelt, die unteren nicht. Anschließend lagen beide Münzlose drei Wochen in meiner Dachrinne…

    Das Ergebnis: bei den unbehandelten tritt schon Korrosion auf, die auf den inneren Eisenkern zurückzuführen ist. Bei beiden unbehandelten Münzen sind deutliche Rostspuren zu sehen.
    Die behandelten Stücke weisen keinerlei Korrosion auf, man könnte sie säubern und in die Sammlung einreihen.
    Der Effekt ist also ziemlich beachtlich.

    PS: Ja, ich weiß..schade um die Münzen. Aber Opfer müssen ab und an halt sein..
    Angehängte Dateien
  • Reiner_Bay
    Heerführer


    • 24.09.2002
    • 3089
    • Regensburg
    • Whites Spectra V3i

    #2
    Wie immer von Dir, sehr interessanter Beitrag!
    Hast Du damit auch beruflich zu tun, oder ist es ein selbst angelerntes Hobbie? (Chemie/Korrosionsschutz)

    Machen ist wie wollen, nur krasser.

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    • C-4
      Heerführer

      • 01.08.2002
      • 2106
      • D

      #3
      Beruflich sowohl früher als auch heute wieder...das Hobby quasi mal wieder zum Beruf gemacht.

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      • Sorgnix
        Admin

        • 30.05.2000
        • 26454
        • Pöhlde - (=> Süd-Nds.)
        • Große Nase, Augen, Ohren, Merlin, Whites XLT, Tesoro, Nokta Impact, Rutus, Minelab XTerra, OGF-L, UW 720C, Mariscope Spy, Chasing M2 Pro ...

        #4
        Ääähhhh ...

        ... kleiner Tip für den Schatzsucher mit Hang zu ungewöhnlichen Fundplätzen:

        Leute, kauft Euch Leitern uns sucht in Dachrinnen!!


        ... Olaf. dieser Versuchsaufbau ist mal wieder beeindruckend. Auf die Idee muß man erst mal kommen ...

        Die dumme Frage am Rande:
        Hat das nun Einfluß auf den Wert bzw. sammelwürdigen Zustand solch behandelter Münzen??
        Versteh ich richtig, das Zeug ist dann auch wieder zu entfernen? Rückstandslos?
        Bzw. wäre die Reinigung ohne Qualitätseinbuße durchzuführen?? z.B. PP is ja nunmal PP ...

        Is das auch für "Großfunde" der nichtmünzlichen Art anwendbar bzw. praktikabel?
        ... und was sagen die Kosten?

        Jörg
        beeindruckt
        Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hat
        zu tun mit der Blödheit ihrer Bewunderer ...

        (Heiner Geißler)

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        • C-4
          Heerführer

          • 01.08.2002
          • 2106
          • D

          #5
          Hm..für die Dachrinne brauchste keine Leiter.
          Das paraffin läßt sich leicht entfernen, die Schicht ist ja nur hauchdünn, einlegen in Lösungsmittel reicht aus. Das schadet dem Metall nicht, die Oberfläche wird ja von den org. Lösungsmitteln nicht angegriffen. Allerdings verbleiben die mit dem Metall gebildeten Komplexverbindungen aus dem Inhibitor und dem Metall auf der Oberfläche, was aber egal ist, denn diese sind nicht sichtbar. Zum Konservieren von Münzsammlungen also eine sehr bequeme Methode, vor allem natürlich für Bodenfunde. Aber auch Silbermünzen können damit vor dem Anlaufen geschützt werden, es sei denn, das ist gewollt.
          Wenn die Behandlung entsprechend vorsichtig gemacht wird (das heißt, ohne spitze Gegenstände und Dreck) dann wird auch die weiche Oberfläche der Feinsilber-Münzen in PP nicht beeinflusst. Jedenfalls ist diese Methode schonder als das lackieren, denn der Lack ist nicht wasserdampfdicht und viel schwerer zu entfernen.
          Geht nat. auch für große Funde, da gibt es keine Grenze. Ein gängiges Verfahren in der Museumstechnik. Es ist auch vorteilhaft, eine dicht schließende Vitrine zu haben, in diese kommt dann etwas von dem Inhibitor mit hinein, so dass die Funde dessen Dämpfen ausgesetzt sind und hervorragend konserviert sind.
          Die Methode ist preiswert, denn es werden pro Fläche nur geringe Mengen gebraucht.

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