Restauration einer Victoria Fahrradlaterne der Deutschen Reichspost
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Hallo,
ja, bis auf wenige, besondere Probleme (wie bei den Rübölbrennern), muß man das alles auch nicht ganz so verbissen sehen. Gerade bei sehr alten Lampen.
Eben weil damals weniger genormt (und vielleicht auch verfügbar war) verdauen die alten Lampen schon ziemlich viel. Da gibt es eher Schwierigkeiten mit ungeeigneten Dochten.
Da ich früher sehr oft im Bereich der alten U-Anlagen im Bereich Verdun unterwegs war, hatte ich immer diverse Petromax/Geniol-
Laternen dort im Einsatz. LED-Technik war damals noch nicht. Dazu den Enders-Bw-Kocher (für Benzin, Benzol und deren Gemische). Die ursprünglich für Petroleum vorgesehenen Petromäxe habe ich alle auf Benzinbetrieb umgebaut, bis 1960 waren die Bw-Petromax sowieso für Benzin vorgesehen. nach so einem Muster habe ich mir die Vergaser selbst an der Drehbank gebaut. Hintergrund: weniger Geruch, bessere Sprit-Verfügbarkeit europaweit.
Verwendet habe ich damals stets Ottokraftstoff von der Tanke. Völlig problemlos, wenn die Lampe nicht länger als 1 Jahr steht. Das Zeug wird sonst irgendwann braun und zündet nicht mehr.
Aber: so eine Benzin-Petromax läuft immer (auch) noch mit Petroleum, oder besser mit Grillanzünder! Man muß nur länger vorheizen. Damals schon "Mulifuel" wenn man so möchte.
Heute habe ich den Enderskocher und eine 150HK - Geniol mit Wundbenzin gefüllt für Notfälle in Reichweite. Weil dieser Sprit jahrelang haltbar ist (keine Additive, kein Biosprit). Außerdem ist er leichter zu entzünden als Ottokraftstoff.
Gerade bei Benzin gibt es ja sogar heute noch größere Unterschiede, was Haltbarkeit, Geruch, Flammpunkt, Verwendungszweck usw. angeht.
Am Zündfreudigsten und leichtflüchtigsten dürfte Wundbenzin sein, besser als Feuerzeugbenzin. Letzteres ist ähnlich wie Fleckbenzin. Wasch- oder Testbenzin streut leider sehr stark, zündet manchmal sehr schlecht, ist dann schon langkettiger und an der Grenze zu Petroleum, denke ich.
In letzter Zeit bekomme ich manchmal "Liebesgaben" von einem Kumpel aus einem Farbdosenspray-Werk. Bremsenreiniger - da gibt es welche auf Waschbenzinbasis, die Funktionieren als Lampenkraftstoff super. Schon etliche Liter davon verleuchtet und im Coleman-Kocher verkocht.
Viele Grüße,
DierkSi Dēus pro nobis, quis contra nos?
Funde, wollt ihr ewig liegen?Kommentar
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In meinen Wetterlampen mit elektrischer Zündung funzte jahrelang der Coleman oder Primus Sprit für Benzinkocher. Seit letztem Jahr habe ich damit aber Probleme. Dauert ewig, bis nach viel Qualm endlich eine Flamme erscheint. Bin also reumütig zu Baumarktwaschbenzin zurück. Und auch noch gleich zur Seippel mit Cereisenzünder. Zuverlässig, und unverwüstlich.
"The Man Who Saved the World" -S. J. Petrow-Kommentar
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So.
Heute habe ich mal angefangen mit dem Teil. Der ganze Innenraum und der Tank waren völlig mit einer teerartigen Masse verharzt - der Hauptnachteil von Rüb- und Rapsöl. Hier ein paar Eindrücke von vorher:
IMG_6960.jpg IMG_6961.jpg IMG_6967.jpg
IMG_6966.jpg
Der Brenner war im Tank derart verklebt, daß ich ihn mit der Flamme anwärmen mußte, damit ich ihn gelöst bekam.
Ich habe mit verschiedenen Lösungsmittel gearbeitet, Abbeizer und Bremsenreiniger. Rein mechanisch war da überhaupt nix zu reissen. Also erst einweichen, dann mit Messing-Spachtelchen abkratzen, dann mit Bremsenreiniger nachspülen. Hat praktisch den 3/4 Tag in Anspruch genommen.
Nun, so gut es eben geht, sauber:
Img_1576.jpg Img_1575.jpg IMG_6968.jpg
Einen passenden Docht hatte ich da. Beide Reflektoren konnte ich aufpolieren, nachvernickeln ist nicht nötig. Das Dach habe ich auf einem Drechseleisen wieder in Form gedengelt:
IMG_6963.jpg
Die grünschwarzen Brocken habe ich aus dem Gehäuse gepuhlt...
Dort, wo später mal (hoffentlich) der Rahmen für das Frontglas montiert wird, war das Blech zerknittert und gebrochen:
IMG_6965.jpg
Zunächst In Form gebracht, dann weich verlötet:
IMG_6969.jpg
Geht gleich noch etwas weiter...Angehängte DateienZuletzt geändert von Adebar; Heute, 20:34.Si Dēus pro nobis, quis contra nos?
Funde, wollt ihr ewig liegen?Kommentar
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Noch die Vorbereitung für den Ersatz des einen, seitlichen Glases.
Mutmaßlich hatte das Glas das gleiche Muster wie das der anderen Seite:
Img_1570.jpg
Glasreste von alten Fenstern und Bilderrahmen hebe ich auf. Ab und zu braucht man so ein Stück:
IMG_6971.jpg
Links (ob. Bild), bzw. rechts (unt. Bild) ist der Rahmen, wo das Stückchen später rein soll. Hier nun zugeschnitten:
IMG_6972.jpg
Um das Muster nachzuahmen möchte ich die klaren Anteile des Glases abdecken, dann vorsichtig sandstrahlen. Ich versuche es mal mit Schablonier-Pappe als Abdeckung. Die läßt sich präzise schneiden. Hoffentlich hält sie dem Sandstrahl lang genug stand. Sonst nehme ich Plastik...
Zunächst das intakte Glas fotografiert, Kontrast erhöht und im Maßstab 1:1 ausgedruckt. Als Hilfe zum Aufkleben der Pappe:
Img_1573.jpg
Aufgeklebt. Trocknet nun auf der Heizung. Freitag versuche ich mein Glück mit'm Strahlen.
Img_1574.jpg
Demnächst geht es weiter.
Viele Grüße,
Dierk
Si Dēus pro nobis, quis contra nos?
Funde, wollt ihr ewig liegen?Kommentar
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…was, wenn ich deine Arbeit betrachte, die absolut richtige Entscheidung war.…
bei der letzten Weihnachtsfeier schenkte mir Columbo diese Fahrradlaterne,…
Es ist einfach eine Freude zu sehen, mit welcher Akribie du dich dieser Lampe widmest, Hut ab.
Danke auch für die Fototdoku.

😘 1Kommentar
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... ein wenig pedantisch für so´n olles Ding ...
=>
Die Sache mit der Glasscheibe, so ein kleines Detail - macht ganz schön Arbeit ...
aber unter dem Fimmel leide ich auch - die Werkstatt ist überfüllt mit Dingen, die
man vielleicht irgendwann mal brauchen könnte ...
Klasse Arbeit!
JörgDie Berühmtheit mancher Zeitgenossen hat
zu tun mit der Blödheit ihrer Bewunderer ...
(Heiner Geißler)😀 1Kommentar

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