Leder restaurieren

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  • Thorsten

    #1

    Leder restaurieren

    Kürzlich habe ich ein Bajonett nebst Koppelschuh ausgegraben. Zwei Fragen zur Restaurierung:
    1. Der lederne Koppelschuh ist optisch noch relativ gut erhalten, aber steinhart und die Nähte fast weggefault. Gibt es eine Möglichkeit, den Zustand zu erhalten bzw. das Leder wieder weich zu machen (Koppelschuh muß zur Restauration der Scheide entfernt werden)? Auch soll Rost möglichst schonend von der Lederoberfläche entfernt werden, ohne die Farbschicht zu beschädigen.
    2. Außen zwar stark verrostet, ist die Klinge des Bajonetts teilweise doch in neuwertigem Zustand, hat aber an verschiedenen Stellen starke Rostverkrustungen, da die Scheide durchgerostet ist. Wie kann ich diese entfernen, ohne die neuwertige Brünierung auf dem Rest der Klinge zu vernichten?

    GugF, Thorsten

    [Dieser Beitrag wurde von Thorsten am 13. Juli 2000 editiert.]
  • Ritter

    • 31.05.2000
    • 377
    • NRW
    • Minelab E-Trac

    #2
    Hallo Thorsten!

    Das Leder kannst du einige Wochen in Ballistolöl legen, es wird dann wieder weich und geschmeidig.

    Gruss

    Heimdall
    Gruss & Gut Fund
    Heimdall

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    • Harry

      #3
      Den Rost auf der Klinge würde ich mittels Elektrolyse versuchen zu entfernen, aber sehr sachte, soll heissen:

      Wenig Strom (nur bis 250 mAh), geringe Konzentration des Elektrolyten (2-5 Prozent NaOH, dafür länger drinlassen.

      ------------------
      Bis dann

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      • Thorsten

        #4
        Und die Brünierung bleibt tatsächlich dran? :

        cu, Thorsten

        Kommentar

        • Harry

          #5
          Wenn du wirklich vorsichtig mit der Stromstärke bist, denke ich schon. Aber vielleicht kann Heimdall oder wer anders noch was zu sagen?


          ------------------
          Bis dann

          Kommentar

          • Kalle

            #6
            Hallo,
            Ich habe einmal von einer Methode gehört, wie man verhindern kann, das Leder, wenn es trocknet, schrumpft. Das Lederstück wird in Zuckerwasser eingelegt, und bleibt dort mehrere Wochen drin. Dann herausnehmen und trocknen lassen. Die Zuckerkristalle verhindern, das das Leder verschrumpelt oder schrumpft. Das Leder ist dann aber ziemlich hart. Eine andere Methode ist die mit Ballistol. Diese muß aber ständig erneuert werden.
            Mit der Elektrolyse wäre ich vorsichtig. Oder Du brünierst nach. Oder Du schleifst die Roststellen vorsichtig mit einem Minifräser (Dremel, Proxxon) ab, schmirgelst die Stellen glatt und brünierst diese dann.
            Gruß, Kalle

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            • Cowboy

              #7
              Da der Link nicht "funzt" machen wir's doch mal so...

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              • die Undes

                #8
                Danke

                Das mit dem Balistol werd ich gleich mal ausprobieren, hoffentlich verfärbt sich das Leder dabei nicht.

                Tschau Torsten

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                • Jay_Dee
                  Bürger

                  • 05.07.2001
                  • 119
                  • Berlin
                  • Klappspaten

                  #9
                  Hi!


                  Also ich behandele meine Affen immer mit normalen Leder (Frosch) Fett.

                  Das Leder wird dann wieder schoen geschmeidig.
                  Ist das mit dem Balistol wirklich so eine gute Methode?
                  Der Saeureanteil ist doch relativ hoch.

                  Hat jmd. noch andere Vorschlaege?
                  Habe naemlich dass Gefuehl, dass nach der Fettbehandlung, die Lederiemen wieder schoen weich sind, aber nicht mehr so rissfest.



                  Gruss..
                  Jay_Dee



                  www.Militaerfahrzeugforum.de

                  Kommentar

                  • goliath
                    Geselle

                    • 27.06.2001
                    • 81
                    • Bamberg

                    #10
                    Hallo,

                    Leder aufarbeiten ist wirklich ein kleines Problem, wenn man Leder ordentlich fettet oder einölt wird es zwar geschmeidig, aber auch u.U. so weich, daß es die Form verliert. Zudem schmiert es ab, wenn es an der Wand hängt, im Regal liegt oder auf der Uniformpuppe sitzt.

                    Es gibt aber auch was anderes: Probiert doch mal aus, was uns der Reitfachhandel anbietet! Es gibt Sattelseife und Lederweichmacher für Zaumzeug, das hart geworden ist. Entsprechende Shops sind in den Gelben Seiten zu finden.

                    Ich verwende seit einem Jahr ein Mittel namens "Effasit" oder so ähnlich. Macht Leder wieder weich, fettet nicht nach und ist ergiebig. Kostet ca. 10,- DM für 250 ml. Man kann das Leder richtig darin tränken. Auch gut für Leder mit Beschlägen, Holzteilen o.ä.

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                    • Jay_Dee
                      Bürger

                      • 05.07.2001
                      • 119
                      • Berlin
                      • Klappspaten

                      #11
                      Ah, guter Tip, danke!

                      Ich denke mal, es kommt auch darauf an, um was es sich fuer Leder handelt, wie alt es ist, und wie es die letzten Jahre verbacht hat (Erde, Keller, Wasser, etc..)

                      Die Teile, um die es sich bei mir dreht, sind Sachen, die auch noch eingesetzt werden, wie Stiefel, Affen, Koppel, Y-Riemen usw.
                      Da ist ein abfetten auf dem Klufthemd (ja einige liebe Pfafinder laufen noch mit Affen rum )halt doof.

                      Irgendwo in Siegburg (bei Bonn) ist ein ziemlich exellenter Sattler, den werde ich auch mal konsultieren, denn vielleicht kann er gerissene Trageriemen erneuern.
                      Evtl. hat er ja auch noch einen Geheimtip zum Erhalt.


                      Gruss..
                      Jay_Dee



                      www.Militaerfahrzeugforum.de

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                      • Thorsten

                        #12
                        Original geschrieben von Jay_Dee
                        Ist das mit dem Balistol wirklich so eine gute Methode?
                        Der Saeureanteil ist doch relativ hoch.
                        Echt jetzt? Ich war immer der Meinung, daß gerade Ballistol weitestgehend säurefrei ist? Man wirbt doch mit absoluter Verträglichkeit etc. Mir fällt allerdings seit geraumer Zeit auf, daß Ballistol die Bronzelager meiner Modellmotoren geringfügig auflöst, da immer wieder türkise Verfärbungen beim Abwischen mitgehen.:

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                        • Jay_Dee
                          Bürger

                          • 05.07.2001
                          • 119
                          • Berlin
                          • Klappspaten

                          #13
                          Das ist Gruenspahn, und sowas passiert bei Bronze nunmal.
                          Von welcher Reaktion dies hervorgerufen wird, entzieht sich meiner Kenntniss.
                          Aber ob Balistol bei Kupfer ueberhaupt hilft??
                          Naja, zum Konservieren von Bruehnierungen etc. ist es gut, solnage die Waffe gelagert wird, aber bei Deinem Lager spielt ja Bewegung eine grosse Rolle, da wuerde ich ein Fett aus dem Motorsport verwenden

                          Kann ja nicht fuer alles gut sein

                          best..
                          Jay_Dee



                          www.Militaerfahrzeugforum.de

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                          • Jay_Dee
                            Bürger

                            • 05.07.2001
                            • 119
                            • Berlin
                            • Klappspaten

                            #14
                            Hi!

                            Ich habe soeben von einem Sammler eine kleine Anleitung zum Lederrestaurieren bekommen.
                            Sie ist ein Artikel aus seiner Zeiner Zeitschrift "Knobelbecher", herausgegeben von Uwe Jelinksi Militaria@UweJelinski.de

                            Mit seiner Genehmigung zum posten hier der Artikel:



                            Der praktische Tip - Lederreinigung

                            Allen Ausrüstungssammlern ist der Zustand von Lederstücken häufig ein
                            besonderer Greul. Wie reinigt man am besten, ohne noch mehr zu zerstören?
                            Ein wahres Zaubermittel ist dabei Sattelseife (erhältlich im
                            Reiterfachhandel). Leichte Verstaubungen und Verschmutzungen wischen Sie am
                            Besten mit einem feuchten Tuch und Sattelseife ab. Nach dem Trocknen
                            polieren oder ggf. auch mit Lederfett nachbehandeln. Einzelne Fett- oder
                            Ölflecken reinigen Sie am besten mit Reinigungsbenzin oder auch mit
                            Terpentinersatz. Wesentlich schonender ist Schlämmkreide (Drogerie).
                            Anfeuchten, auftragen und nach dem Trocknen einfach abbürsten. Die Kreide
                            zieht das Öl aus dem Leder. Anschließend fetten.
                            Stark verschmutzte oder verölte Ledersachen waschen Sie in einem handwarmen
                            Bad mit viel Sattelseife. Als Hilfe benutzen Sie einen Schwamm und für
                            hartnäckige Verschmutzungen eine weiche Bürste. Anschließend spülen Sie kurz
                            mit klarem Wasser. Trocknen Sie nun mit einem Frottiertuch gut ab. Bringen
                            Sie die Lederteile in Form, polstern Sie Taschen aus, fixieren Sie Klappen
                            und Riemen, damit sich diese beim Trocknen nicht verziehen. Trocknen Sie das
                            Teil nun an einem gut belüfteten Ort ohne zusätzliche Wärme oder
                            Sonnenstrahlung. Nach dem Trocknen verwenden Sie eine gute Schuhcreme oder
                            bei sehr trockenem Leder ein gutes Lederfett (evtl. in der Lederfarbe
                            getönt). UJ

                            Übrigens: Lederfett ist nicht gleich Lederfett. Erkundige Dich in einem
                            Reiterfachhandel - die haben am meisten Ahnung.



                            best..
                            Jay_Dee



                            www.Militaerfahrzeugforum.de

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                            • goliath
                              Geselle

                              • 27.06.2001
                              • 81
                              • Bamberg

                              #15
                              ...Sach ich ja.
                              Geht in den Reitfachhandel, die haben die meiste Ahnung.

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