Reisebericht Cabo de Palos (9.2) ..letzter Teil

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  • diverhans
    Ridderkreuzträger &
    Ritter


    • 03.11.2005
    • 444
    • BW

    #1

    Reisebericht Cabo de Palos (9.2) ..letzter Teil

    Fortsetzung von 9.1


    (...)

    Mit etwas hier-noch-und-da-noch sind wir gegen 10.30 Uhr vorm Tor 1 des
    Marseiller Hafens und begehren Einlaß.

    Ich spuhle meinen Spruch mit Fähre und Tunesien und eilig und so ab .. doch
    der Junge verweist mich an seinen Kollegen am Tor 2 ; von konkret hier aus
    sei es (heute) nicht möglich zur Drehbrücke zu gelangen, welche auf die Mole
    führt. Die Schranke Nullacht-fuffzehn sei zu, er habe keinen Schlüssel.
    Kollege am Tor 2 ist nicht deutschfreundlich, sagt gar nichts, zeigt 180° in
    die andere Richtung, was wohl subjektiv übersetzt heißen soll(te): `Verpißt
    euch!`
    Da stehe ich wieder bei dem freundlichen jungen Mann. Er lächelt
    dauer-freundlich, greift zum Dienst-Handy , und danach weist er mich an,
    Kollege XY läßt mich durch .. an der Zahlbox zur Fähre nach Tunesien und ich
    könne so die besagte geschlossene Schranke umgehen.
    Zuvor teilte ich ihm selbstverständlich mit, daß ich gar nicht mit der Fähre
    nach Tunesien möchte, sondern den Bus mit Tauchzeug beladen hätte, zuzüglich
    Sprengstoff und Haftminengehäusen, da ich im Hafenbecken tauchen und diese
    kleinen Biester anbringen muß .. an diversen Fähren .. hätte mein Boss mir
    aufgetragen und er wisse doch wie es um einen steht, wenn man seine Arbeit
    nicht termingerecht macht und u.U. vielleicht sogar unverrichtetetr Dinge
    vor die Augen seines Bosses tritt.
    Er hat scheinbar Mitgefühl .. ein sehr ausgeprägtes sogar und so gelange ich
    bei einem dritten Anlauf, eskortiert von seiner hübschen jungen Assistentin
    (im Opel Corsa) bis fast vor die Brücke.
    Beim Losfahren drücke ich ihm noch einen deutschen Kugelschreiber großzügig
    in die Hand .. er ist sichtlich erfreut.

    Mein Gott .. es hat wiedereinmal geklappt in diesen "Hochsicherheitstrakt" :
    >Hafengelände Marseille< reinzukommen.
    Und das Wetter ist klasse, blauer Himmel, die Sonne brennt ..und was am
    wichtigsten ist .. es ist nahezu windstill. Denn das ist (ohne Boot)
    zwingend erforderlich bei einem Landtauchgang zum alten Briten, der
    "Chilton"!

    Ich habe mal wieder (wie zuvor im Frühjahr auch) meinen plan zu Hause liegen
    gelassen, welcher die genaue Einstiegsposition aufzeigt.
    Ich muß mein Hirn einschalten und ein Jahr zurückdenken....

    Egal ... ich laufe oben auf der Mauer und zähle die in Betracht kommenden
    Scheißhäuser, besser die Fundamente. Dann immer wieder Blickrichtung
    Hafenbecken .. welches war es nochmal .. verdammt!
    Ich glaube nunmehr die mögliche Einstiegstelle eingeschränkt zu haben.
    Leichter Wind kommt auf. Noch überlege ich bei der Suche nach einem
    geeigneten Einstieg in das Wasser, ob ich heute mal meine Freundin mitnehme.

    Ich finde einen Einstieg, der sich augenscheinlich etwas leichter gestaltet,
    als der im Frühjahr an der falschen Stelle. Der Wind frischt weiter auf, es
    ist nun Eile geboten, denn die Ausrüstung ist noch nicht zusammengerödelt
    und meine Freundin "soll" mit. Sie freut sich!
    Der Weg über die riesigen Felsblöcke ist zwar diesmal etwas leichter , doch
    noch hinreichend beschwerlich, zumal ich erst die Ausrüstung meiner Freundin
    an`s Wasser bringe... vollständig.
    Jetzt mache ich vor (ohne Ausrüstung), wie sie mit Ausrüstung die letzten 2
    Meter bewältigen soll. Danach helfe ich ihr beim Anlegen und gehe jeweils
    gebückt (ohne Ausrüstung, aber mit 7mm HT bekleidet) einen Schritt voraus
    und fordere sie auf, sie möge sich beim Abrutschen und/oder Stolpern einfach
    auf mich werfen .. ich überlebe das schon .. hoffe ich zumindest mal!
    Es geht gut, sie soll abknien und sich bäuchlings ins Wasser gleiten lassen,
    was auch wiederum gut geht.
    Danach hüpfe ich wie ein junger Gott über die Spitzen Felsen, rödel mich an
    und krabbel ebenfalls ins Wasser.
    Die See ist erstaunlich klar .. glasklar! Kaum zu glauben.
    Die Felsblöcke UW fallen 45° bis auf nahezu 30m ab. Die Sicht ist
    fantastisch! Herrlich einfach! Oben minimal eingetrübt, aber nach knapp 10m
    Tiefe ist eine Horizontalsicht von ca. 25 Metern und eine Vertikalsicht von
    mindestens 30m zu verzeichnen! Traumhaft.
    Beim Abtauchen sehe ich eine Unregelmäßigkeit am Sandboden, welche nicht im
    Zusammenhang mit Gestein steht, und gleich darauf kann ich feststellen, daß
    es sich dabei um ein Wrackteil handeln muß.
    Begeistert gebe ich meiner Fraundin ein Zeichen, daß wir scheinbar an der
    richtigen Stelle sind. Sie taucht leicht hinter mir, oberhalb versetzt.

    Rechts sehe ich bei dieser traumhaften Sicht einen Schatten, sofort schwenke
    ich ein: Es ist die "Chilton"! Ich habe den Briten nun endlich vor mir ..
    endlich!

    Der Zustand ist recht traurig; die Back (Oberdeck Vorschiff) liegt östlich
    etwa 50m entfernt vom Hauptteil. Das Vorschiff als solches fehlt gänzlich;
    nur etwa 2/3 des Schiffes (achtern) liegen hier. Wo ist der Rest?
    Auch sind keinerlei Aufbauten , geschweigedenn Trümmer zu finden.
    Alles sieht danach aus, als ob ein Teil des Dampfers UW abgewrackt worden
    ist.
    Das Achterschiff ist in seiner Struktur in soweit erhalten, auch befindet
    sich die Schraube noch an ihren Platz. Die Schraubenwelle ist zu sehen,
    jedoch keine massive Dampfmaschine. Die welle hört einfach auf! Wo ist das
    alles nur hin?
    Mitschiffs entdecke ich zu meiner Freude einen verfangenen recht großen ,
    fast neuen Faltanker mit 4 Flunken und die noch daran angeschäkelte Kette
    (Vorfach) mit der Schwimmleine... ja Schwimmleine... welche scheinbar
    absichtlich letztendlich mal durchtrennt wurde.

    Hier hat ein Angler wohl versucht die Fische am Wrack zu angeln und mußte
    den Anker aufgeben. Wohl kein Profi in Seemannschaft, gemessen allein an der
    Tatsache, daß er Schwimmleine als Ankerleine verwendet hat.
    In Betracht der Tatsache, daß beim Einstieg ins Wasser schon nennenswerte
    Wellen gegen die Felsen schlugen, verstaue ich den Anker unter einem
    Wrackteil und versuche erst gar nicht ihn zu bergen. Das hebe ich mir für
    nächstes Jahr auf, denn hier taucht keiner!

    Den TG gestalte ich in weiser Voraussicht äußerst kurz; nach 31 min. und
    30,5m Tauchtiefe sind wir in der nahezu tobenden See... an der Oberfläche.
    Ich weise meine Freundin an, das Wing ordentlich anzublasen und sich
    deutlich entfernt von den Felsen treibend in der See aufzuhalten.
    Ich derweilen kletter mit meiner Ausrüstung an Land , lege diese ab und
    kehre mit Flossen und ohne Blei zu ihr zurück, dabei lasse ich sie nicht aus
    den Augen.
    Kopfsprung ins Wasser, Maske auf und Flossen angelegt!
    Sofort schwimme ich zu meiner Freundin, lege ihr Jacket mit den Bleitaschen
    an.
    Kurz vor erreichen der Felsen soll sie sich wenden, auf den Rücken legen und
    mit den Füssen voran einen eventuellen Wellenschlag gegen die Felsblöcke
    somit abwehren. Das klappt hervorragend und sie ist im nu aus dem Wasser.
    Jetzt ich noch zum wiederholten male mit einer Ausrüstung. Meine Freundin
    ist in Sicherheit, und somit sind 99% der Anlandung als geglückt zu
    verbuchen.
    Wohlbehalten wird das Gerödel vorm Bus zum Trocknen abgelegt. Der Fööhrer
    hat zum Eintopp geladen .. wiedereinmal.. hmm.

    Der Rest des Nachmittages wird zum Einkaufsbummel.

    Am folgenden Tag verschlafen wir den Termin mit Jean-Michel zur
    Tauch-Ausfahrt mit seinem neuen Schiff.. egal.. es ist eh beinahe Sturm.

    (...)
    (...)


    *** E N D E ***


    (c) Rene Heese, 2005

    rechtlicher Hinweis:
    (nicht auf Rechtschreibung geprüft. Die Schilderungen sind grundsätzlich
    übertrieben und Ähnlichkeiten mit lebenden Personen rein zufällig, dieser
    Bericht soll
    lediglich unterhaltenden Charakter tragen und zur Belustigung dienen- kein
    Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Die Tauchgänge sind
    grundsätzlich
    gefährlich und sind nicht zur Nachahmung empfohlen)
    ..man kann nicht alle Wracks dieser Welt betauchen, aber .. man kann`s versuchen!
  • A4 Rakete
    Heerführer


    • 14.03.2005
    • 1432
    • NRW

    #2
    So fertig,habe alles durchgelesen.

    Ein guter Bericht. Klasse!!

    Gruss A4 Rakete
    semper prorsum - numquam retrorsum

    Kommentar

    • René 80
      Ratsherr

      • 16.03.2003
      • 205
      • Sachsen Anhalt/Wernigerode
      • Minelab Sovereign Elite

      #3
      Sehe ich auch so, nur ein paar UW Fotos mehr wären nicht übel

      Gruß
      René

      Kommentar

      • diverhans
        Ridderkreuzträger &
        Ritter


        • 03.11.2005
        • 444
        • BW

        #4
        @Rene 80

        ..Ich müll dich zu .. mit den Dinger! ;-) ..aber wat sagen die annern dazu! (?)

        Lg. , Rene .. der demnächst noch `n paaa postet..
        ..man kann nicht alle Wracks dieser Welt betauchen, aber .. man kann`s versuchen!

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        • René 80
          Ratsherr

          • 16.03.2003
          • 205
          • Sachsen Anhalt/Wernigerode
          • Minelab Sovereign Elite

          #5
          Zu Fotos sagt hier bestimmt keiner nein, die sind immer gern gesehen. Mußt es ja nicht übertreiben oder Fisch und Pflanzenbilder hochladen, Wrackfotos passen eher in dieses Forum, egal ob Flugzeug oder Schiff.

          Gruß
          René

          Kommentar

          • BunkerHase
            Lehnsmann


            • 13.08.2004
            • 38
            • Pfalz
            • keine

            #6
            Ja Fotos würden mich auch brennent interresieren.

            Kommentar

            • diverhans
              Ridderkreuzträger &
              Ritter


              • 03.11.2005
              • 444
              • BW

              #7
              Ja, .. ich schick noch welche .. aber nich die Erwartungen zu hoch schrauben; ich sagte bereits: nix spektakuläres dabei.. und alls urheberrechtlich geschützt!

              Lg. , Rene
              ..man kann nicht alle Wracks dieser Welt betauchen, aber .. man kann`s versuchen!

              Kommentar

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