ich habe den von dir erwähnten Fernsehbericht auch gesehen. Es ging um das sagenhafte Grab des Gotenkönigs Alerich im Flussbett des Busento bei Cosenza.
Der eigentliche Sinn einer Flussbettbestattung ist die erhöhte Sicherheit gegen Plünderungen. Diese wäre bei einer Landverbergung - ob mit Flusskieseln oder nicht - nicht gegeben. "Unter dem Flussbett im übertragenen Sinne" ist zu kompliziert, zu subtil um meiner Meinung nach vielversprechend zu sein. Außerdem wäre die Geschichte von der Flussumleitung unnötig.
a) Vergrabung in einer Höhle ohne Flussumleitungssage - ok.
b) Vergrabung unter umgeleiteten Flussbett - dafür spricht die Plündersicherheit, dagegen Geheimhaltungsgründe und der Aufwand. Insgesamt noch halbwegs plausibel, sofern keine religiösen Gründe dagegen sprechen (wer will schon in einem feuchten Flussbett ruhen?).
c) Aber in einer Höhle bestatten und dann Sagen von Flussbettbestattungen, sogar mit Flussumleitungen, in die Welt setzen - nein. Anderseits stammt die Sage vielleicht gar nicht von den Verbergern, sondern entstand erst viel später. Dann wären wir wieder bei a).
Wenn ich bei Cosenza leben würde und wenn ich mich tatsächlich mit der Schatzsuche beschäftigen würde, so würde ich mir die Topographie des Geländes ansehen. Kann man den Fluss irgendwo mit realistischem Aufwand in ein neues Bett leiten und wenn ja, wo? Gibt es vielleicht einen Altarm, der sich als Parallelpfad anbietet? Ach ja, und wenn die Höhle die einzige weit und breit ist sollte man trotzdem ein paar Tage buddeln, staatliche Genehmigungen hin oder her...
Zu Angaben im übertragenen Sinne: Wenn wir selbst die wenigen überlieferten Angaben nicht wörtlich nehmen, sondern als Sinnbilder, verschwimmt für meinen Geschmack alles zu einer konturlosen Masse die erst recht keine gezielte Suche ermöglicht. Diese Vorgehensweise ist sinnvoll, wenn man wie Nostradamus oder ein moderner Horoskopautor etwas prophezeien will, das Ähnlichkeit mit zukünftigen Ereignissen haben soll, die man natürlich nicht im Detail kennt. Und sie mag auch zu der Attraktivität von fiktiven Schatzsuchergeschichten beitragen. Jemand, der eine Verbergung beschreiben will, würde jedoch so nicht vorgehen. Weil die wenigsten Menschen verstehen würden, warum man Flussbett sagt wenn man Höhle meint. Und wenn man schon etwas für die breite Masse niederschreibt, dann auch allgemeinverständlich.
Viele Grüße
Rabbit

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Siegfriedskeller – warum sollte er ihn nicht dahin (zurück-)gebracht haben, wo auch Siegfried ihn vor dem Transport nach dessen Tod nach Worm(er)s(dorf) aubewahrt hatte. Er hätte ihn eigentlich dann gar nicht der Krimhild geklaut, diese nur über die Rückführung im Ungewissen gelassen. Damit würde doch niemand rechnen oder gerade dort nachsehen.

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