Wie illegale Schatzsuche unser kulturelles Erbe zerstört!

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  • Drusus
    Heerführer


    • 31.08.2005
    • 3464
    • München, Bayern
    • Goldmaxx, was sonst?? ;)

    #91
    Zitat von Hangwind
    Hört sich für mich an als wäre es egal das man was illegales macht,solang was gutes raus kommt.
    Das klingt so verdammt bedeutend – ist es aber nicht. Dem Großteil der Bevölkerung ist es schlicht und einfach vollkommen egal, was die Sondengänger tun – es ist sogar egal, was die Archäologen tun. Beide Personengruppen neigen dazu, ihr Tun und dessen Folgen zu überschätzen. Archäologie ist streng genommen nur eine Halbwissenschaft, welche hauptsächlich die Archäologen selbst und eine handvoll interessierte Laien (wie uns) begeistert. Der Menschheit bringen die Erkenntnisse der Archäologie – mal ganz hart gesagt – gar nichts. Wenn die Geschichte uns eines gelehrt hat, dann dass die Geschichte uns nichts lehrt (hab vergessen, wer das mal gesagt hat).

    Viele Grüße,
    Günter
    Quis custodiet ipsos custodes?

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    • Ackerschreck
      Heerführer


      • 12.11.2008
      • 1453
      • Evergreen Terrace
      • Cibola SE

      #92
      Zitat von Hangwind
      Hört sich für mich an als wäre es egal das man was illegales macht,solang was gutes raus kommt.
      Wenn sie nix gefunden hätten aber erwischt worden wären dann wäre das also schlecht gewesen oder was?
      Wenn ich also ohne KFZ Führerschein meine Schwangere Nachbarin ins Krankenhaus fahre und sie da ihr Kind bekommt ist es was gutes was ich gemacht habe aber wenn ich einfach zum einkaufen ohne Führerschein fahre und erwischt werde ist das schlecht?
      Deutschland es tun sich Abgründe auf!
      ;-)
      MFG Hangwind
      Hmm, das erinnert mich irgendwie an DAS hier:



      Hangwied, es tun sich Abgründe auf!

      P.S.:

      Zuletzt geändert von Ackerschreck; 10.09.2010, 13:21.
      - FEL TEMP REPARATIO -

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      • Archaeos
        Landesfürst


        • 07.08.2000
        • 793
        • Luxemburg, L-2345 Luxemburg

        #93
        Jörg,
        Wahrscheinlich habe ich den einen oder anderen Hieb gegen die Archäologie ein bisschen zu persönlich genommen. Sorry.
        Wenn ich über meine guten und schlechten Erfahrungen in der Genehmigungspraxis von Sondengängern spreche, dann soll dies zum beiderseitigen Verständnis etwas beitragen. Ich kann Dir versichern, dass ich mir für jeden Antragsteller und für jeden genehmigten Sucher sehr viel Zeit nehme, um ihnen die wichtigsten Informationen mit auf den Weg zu geben, sie im Umgang mit topographischen Karten, online Kartenviewern und GPS zu unterrichten und ihnen Hilfestellung zu geben.
        Aber die überwiegende Mehrheit aller Sondengängerneulinge hat leider absolut null Ahnung von Geschichte, Archäologie oder Recht. Angelockt von grottenschlechten Berichten in Funk, Fernsehen und Printmedien und so zur Schatzsuche verführt, kaufen sie sich ein Suchgerät und legen los, besonders dort, wo sie sich wertvolle oder alte Funde versprechen, d.h. besonders auf BD (ob eingetragen, ob bekannt oder nicht) . Sehr viele Schatzsucher laufen im Wald herum und räumen archäologische Fundstellen leer, die nicht im Mindesten durch landwirtschaftliche Geräte oder durch chemischen Dünger bedroht sind. Sie missachten, meist ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein, Denkmalschutzgesetze, Eigentumsgesetze, Strafgesetze, Waffengesetze, Naturschutzgesetze usw. Deshalb schreibe ich von einer "grundsätzlich schädlichen Aktivität/Beschäftigung".

        Jörg, Du schreibst:
        Nach Deinen Auslassungen (und z.B. des Mellers ...) ist der Fund der Himmelscheibe einfach nur als "Denkmalschädigend" zu werten. Weil die Fundumstände nicht stimmen.
        Nicht der Fund der Scheibe ist denkmalschädigend, sondern die Schatzsuche so wie sie die beiden Finder betrieben haben ist denkmalschädigend, angefangen bei der ungenehmigten Suche auf einem BD (danke, dass Du diese Unwahrheit in Beitrag # 86 richtig gestellt hast!!!), über die unfachmännische und undokumentierte Bergung hin bis zum Verkauf an einen Hehler.

        Der Fund des Schlachtfeldes am Harzhorn ist zum Glück besser verlaufen. Obwohl die Finder offensichtlich nach archäologischen Hinterlassenschaften suchten (so die Presseberichte) ohne im Besitz einer NFG zu sein und ohne die notwendigen Kompetenzen/Kenntnisse zu haben, haben sie zur rechten Zeit aufgehört und die richtigen Personen davon in Kenntnis gesetzt.

        Jeder Archäologe ist froh und glücklich, wenn ihm ein Sensationsfund oder eine neue, noch unbekannte Fundstelle gemeldet wird, vorausgesetzt, es wurde kein (zu grosser) Schaden dabei angerichtet. Dabei ist er in der Regel bereit, ein Auge zuzudrücken, wenn die Fundumstände nicht ganz korrekt sind. Der Fund neulich in England hätte mich allerdings in Rage gesetzt, denn Finder Terry Herbert hat 5 Tage lang (!) wie eine Wildsau gebuddelt ehe er die Denkmalpflege von seinem Fund in Kenntnis gesetzt hat.

        Meine Meinung zum Sondengehen-Schatzsuche kurz und bündig: Die Archäologie braucht keine (neuen) Schatzsucher oder Sondengänger, die Archäologie braucht geschulte ehrenamtliche Mitarbeiter, die auch mal einen Metalldetektor gezielt einsetzen können. Dass bereits vorhandene Sondengänger zu wertvollen ehrenamtlichen Helfern der Denkmalpflege werden können beweist folgendes Buch: Nicolas Gaspar: Les fibules gauloises et gallo-romaines du Titelberg, Luxembourg, Musée national d’histoire et d’art, 2007. Der Autor ist langjähriger Sondengänger und ehrenamtlicher Mitarbeiter des Luxemburger Nationalmuseums.

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        • Sorgnix
          Admin

          • 30.05.2000
          • 26234
          • Pöhlde - (=> Süd-Nds.)
          • Große Nase, Augen, Ohren, Merlin, Whites XLT, Tesoro, Nokta Impact, Rutus, Minelab XTerra, OGF-L, UW 720C, Mariscope Spy, Chasing M2 Pro ...

          #94
          Zitat von Archaeos
          Aber die überwiegende Mehrheit aller Sondengängerneulinge hat leider absolut null Ahnung von Geschichte, Archäologie oder Recht. Angelockt von grottenschlechten Berichten in Funk, Fernsehen und Printmedien und so zur Schatzsuche verführt, kaufen sie sich ein Suchgerät und legen los,
          ähh, genau das ist ja teilw. Thema diese Threads bzw. dieses Forums ...
          Es kommt halt nur darauf an, wie ich mit der Situation umgehe.
          Total verteufeln und kriminalisieren - oder vielleicht ein wenig aufklärend wirken ...
          in sachlicher und konstruktiver Diskussion

          Zitat von Archaeos
          Jörg, Du schreibst: Nicht der Fund der Scheibe ist denkmalschädigend, sondern die Schatzsuche so wie sie die beiden Finder betrieben haben ist denkmalschädigend, angefangen bei der ungenehmigten Suche auf einem BD (danke, dass Du diese Unwahrheit in Beitrag # 86 richtig gestellt hast!!!), über die unfachmännische und undokumentierte Bergung hin bis zum Verkauf an einen Hehler.
          ... nun ja. Man mag ja über die Fundsituation geteilter Meinung sein.
          Aber was für das Ding nun an wissenschaftlicher Forschung, Messung, Untersuchung und sonstawas angestellt wurde, läßt für mich im Ergebnis einfach nur einen Schluß übrig. Was da an physischen und physikalischen Dingen zu ergründen war IST ergründet. Jedes Körnchen anhaftendem Boden, jede Metalllegierung, Handelswege etc.
          Ob der Meller das Teil nun selbst dem Boden entrissen hätte oder nicht - das Ergebnis wäre kein anderes gewesen ... Da ist nun glaub ich schon genug "dokumentiert" worden.
          So gesehen kann ich gerade bei diesem Fund das Gerede vom "Fundzusammenhang" nicht mehr hören.
          ... noch dazu, weil man ja scheinbar immer noch nicht direkt mit den Findern über die Fundsituation geredet hat, halt nur über Dritte ...


          Zitat von Archaeos
          Der Fund des Schlachtfeldes am Harzhorn ist zum Glück besser verlaufen. Obwohl die Finder offensichtlich nach archäologischen Hinterlassenschaften suchten (so die Presseberichte) ohne im Besitz einer NFG zu sein und ohne die notwendigen Kompetenzen/Kenntnisse zu haben, haben sie zur rechten Zeit aufgehört und die richtigen Personen davon in Kenntnis gesetzt.
          ... die Kompetenzen und Kenntnisse dieser - und auch anderer - Sondengänger(!!) gingen dann aber scheinbar aber doch so weit, daß sie z.T. an der weiteren Suche beteiligt wurden ...



          Zitat von Archaeos
          Die Archäologie braucht keine (neuen) Schatzsucher oder Sondengänger, die Archäologie braucht geschulte ehrenamtliche Mitarbeiter, die auch mal einen Metalldetektor gezielt einsetzen können.
          Tja. Nun sind wir beim guten alten Don Quichote angekommen ...
          Wollen wir jetzt alle die Luft anhalten??
          Die Zeit stoppen?
          Selbst mit totalem Sondenverbot wird das die Situation nicht mehr ändern. Die Dinger sind da. Es gibt sie. Und sie werden benutzt.
          Die vollständige Löschung aus dem Gedächtnis wird nicht funktionieren.
          Genauso wenig, wie bei Landminen, Kriegswaffen, Blödmännern und anderem, was die Welt eigentlich nicht baucht. Es gibt das alles. Man muß damit leben - und das Beste draus machen ...

          Gruß
          Jörg
          Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hat
          zu tun mit der Blödheit ihrer Bewunderer ...

          (Heiner Geißler)

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          • Archaeos
            Landesfürst


            • 07.08.2000
            • 793
            • Luxemburg, L-2345 Luxemburg

            #95
            Jörg,
            Du schreibst von "Aufklärung". Schön und gut, aber wie kommt man (= das Denkmalamt) an die Tausenden von Detektorbesitzern ran, die ihr Gerät über den Versandhandel oder im Geschäft gekauft haben ??? Die sind doch nirgends registriert.

            Zu den forensischen Analysen, die an der damals noch mutmasslichen Fundstelle getätigt wurden: sie sollten dazu dienen, festzustellen, ob die Scheibe und der Rest der Bronzefunde überhaupt dort gelegen hat! Den Aussagen der Beteiligten konnte man damals nur wenig Glauben schenken. Die genaue Lage des Bronzedepots und die Position der einzelnen Gegenstände hätten Aufschluss geben können, wie die Niederlegung des Depots erfolgte (Ausrichtung, Reihenfolge, ...) Wo möglich hätten die Archäologen den Bronzedepot mit der Scheibe en bloc geborgen und erst im Labo herauspräpariert. Die beiden Raubgräber haben den Befund sehr wohl zerstört.

            Jörg, Du nennst mein Vorgehen in der Bekämpfung der Raubgräberei einen "Kampf gegen die Windmühlen". Darauf antworte ich Dir: Es ist nie zu spät, einen Mißstand zu bekämpfen, egal wie schlimm er ist und wie lang er andauert!

            Du meinst sicher (wie auch andere Vertreter der Sondengängerei) , dass die Schatzsuche mit Metallsuchgeräten aufgrund ihrer langen, fast 40 jährigen Bestanddauer eine Daseinsberechtigung erlangt hat. Das erinnert mich an einen Satz von Georges Clemenceau (1927): "Toute tolérance devient à la longue un droit acquis." Übersetzung: "Jede Toleranz wird auf Dauer zu einem verbrieften Recht."
            Soll man vor unhaltbaren Situationen kapitulieren, nur weil es sie lange genug gibt? Soll man etwa aufhören, den Faschismus und Rechtsradikalismus zu bekämpfen? Soll man sich sogar mit rechtsradikalen "Volksvertretern" in ein Parlament setzen, nur weil es den Rechtsradikalismus schon seit Ewigkeiten gibt?? Soll man Verstösse gegen elementare Menschenrechte hinnehmen, nur weil es sie seit Menschengedenken gibt?

            Ich bin kein Feind des Metalldetektors und ich habe seinen Nutzen in der modernen Archäologie längst erkannt. Auch in den Händen von ausgebildeten, geprüften und zuverlässigen Privatleuten/Laien kann das Metallsuchgerät einen hohen Nutzen haben. Ich bin jedoch der Auffassung, und da stehe ich nicht alleine da, dass ein Detektor nicht in jedermanns Hände gehört und schon gar nicht in unbefugte Hände.
            Gruß,
            André

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            • masterTHief
              Landesfürst

              • 27.11.2001
              • 985
              • In einer Höhle in der Erde
              • Schlumberger Titan

              #96
              Mittlerweile hat man ja im "Meller-Land" Fundprämien als Ablieferanreiz in das Denkmalschutzgesetz aufgenommen
              - verniedlichend von der Archäologie nahestehenden Grüppchen auch
              (klitze-)"kleines Schatzregal"(chen) genannt - .

              (Aneignung bleibt Aneignung und der "Staats-Monopol-Kapitalismus" wird insoweit in den Bundesländern der aufgehenden Sonne fortgesetzt.)

              Das war vor dem "Fall Himmelsscheibe" noch nicht "der Fall"!

              Man hat daraus dochirgendwas(?) gelernt,...
              ... aber das Schatzregal abschaffen und dem Beispiel der drei flächengroßen Bundesländer folgen, wäre schon wieder zuviel des "Guten".

              Man ist aber auf dem richtigen Weg - weiß es nur nicht oder will es nicht wissen!

              Gruß

              masterTHief
              Zuletzt geändert von masterTHief; 10.09.2010, 17:52.
              - nur echt mit "TH" -

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              • Gimbli
                Moderator

                • 27.09.2008
                • 6849
                • Essen/Ruhrgebiet
                • Tesoro Tejon/Minelab Safari

                #97
                Ich rechne Dir das hoch an André, das Du als Archi hier ganz offen mit diskutierst.
                Aber diesen Satz von Dir "Es gibt in Kontinentaleuropa keinen ernsthaften Landesarchäologen, Kreisarchäologen oder Stadtarchäologen, der das Sondengängerhobby als willkommene Unterstützung der Bodendenkmalpflege ansieht." möchte ich nicht so stehen lasssen!
                Wenn also ein Archi den Kontakt zu Sondengängern mit Genehmigung nützt, um aus diesem Kreis ernstzunehmende und vertauenswürdige Personen als Ehrenamtliche Helfer und Unterstützung für seine eigene Arbeit zu rekrutieren, ist er als Archäologe nicht ernst zunehmen?
                Ich glaube damit tust Du einigen Deiner Kollegen Unrecht.
                Ich lebe in einer Deutschen Großstadt, in der ich auch geboren bin und besitze unter anderem eine Nachforschungsgenehmigung für Flächen in meiner Heimatstadt.
                Unser Stadtarchäologe ist völlig alleine für eine Stadt mit einer Fläche von 210 Quadratkilometern zuständig.
                Hier gibt es fast täglich an einer Ecke Kanalbauarbeiten, in letzter Zeit viele Großbaustellen und ähnliches.
                Der Mann verfügt noch über ein Jahres Etat von 20.000€ und wenn der jetzt das Angebot ihm zuhelfen, wenn er verwendung für einen lernwilligen, sich selber finanzierenden, an der Geschichte seiner Heimatstadt interessierten Menschen hatt annimmt und sich vieleicht sogar noch darüber freut, ist er für mich immer noch ein ernsthafter Archäologe!
                Ich würde gerne mehr lernen und Kurse oder Lehrgänge besuchen, auch wenn mich jetzt einige für beklo... halten, ich wäre sogar bereit für eine solche Fortbildung eine Gebühr zu bezahlen.
                Aber mir ist in meiner Zeit als registrierter Sondengänger noch von keiner Seite in irgend einer Form etwas in dieser Art angeboten worden.
                Hier müßte ich jetzt selber aktiv werden, nachfragen und recherchieren wo, wann und ob überhaupt so etwas möglich ist.
                Warum nutzt die Archäologie hier nicht das vorhandene Potenzial und bietet von sich aus Möglichkeiten zur Fortbildung?
                Hier würde sich auch schnell herausstellen, wer wirklich ernsthaft interessiert ist.

                Gruß Michael
                Zuletzt geändert von Gimbli; 10.09.2010, 18:15.
                Der Weg ist das Ziel
                No DSU inside!

                Kommentar

                • Sorgnix
                  Admin

                  • 30.05.2000
                  • 26234
                  • Pöhlde - (=> Süd-Nds.)
                  • Große Nase, Augen, Ohren, Merlin, Whites XLT, Tesoro, Nokta Impact, Rutus, Minelab XTerra, OGF-L, UW 720C, Mariscope Spy, Chasing M2 Pro ...

                  #98
                  Zitat von Archaeos
                  Jörg,
                  Du schreibst von "Aufklärung". Schön und gut, aber wie kommt man (= das Denkmalamt) an die Tausenden von Detektorbesitzern ran, die ihr Gerät über den Versandhandel oder im Geschäft gekauft haben ??? Die sind doch nirgends registriert.
                  ... Millionen von Schußwaffen sind auch nicht registriert - geschweige denn deren Besitzer ...
                  Genau für dieses Problem - wie auch das der Sondengängerei und dem Denkmalschutz - gibt es Gesetze.
                  Fällt einer mit so einem Teil etwas unschön auf, sagt ihm das Gesetz, was er dafür erntet ...
                  SO gesehen ist doch alles in Butter ...
                  Die Frage, ob Strafen oder Überwachung ausreichend sind, steht auf einem anderen Blatt. Aber auch dafür gibt es eine Exekutive. DER sollten wir doch das überlassen.
                  (der Leser suche sich aus, ob ich grad über Waffen oder Sonden schrieb ... )


                  Die "Tausende" von Detektorbesitzern, die müssen auch nicht unbedingt registriert sein.
                  Erstens Mal ist die Frage interessant, WIE VIELE sind es wirklich?
                  (ich habe da neulich sehr verläßlich Daten eines ehem. Händlers genannt bekommen. Da war ich selber baff - hatte mit mehr gerechnet. Seine gepflegte Kundendatenbank bewegte sich im unterhalb des mittleren Tausenderbereichs - für bald 20 Jahre ... Und es handelte sich nicht um einen "Gurkenhändler" ...)

                  Zweitens SIND doch (fast) alle Sondenbesitzer registriert ...

                  HIER.
                  und in den anderen themenverwandten Foren.

                  Die Funde bzw. die Sucher sind doch somit alle unter "Kontrolle". Wenn hier was Sensationelles auftaucht, taucht auch schnell die Abteilung (bei mir) auf, die da gesteigertes Interesse dran hat ...
                  So gesehen ist vom Großteil der Internet-Sondengänger nicht die Riesengefahr aus ...
                  Ganz ehrlich gesagt würde ich mir mehr Gedanken um die Detektorbesitzer machen, die NICHT im Internet unterwegs sind. Zumindest einen Teil derer ...
                  Die sind vielleicht eher die Ansprechpartner für die meisten Kritiken. Zumindest wenn es um echten Grabraub und Raubgräberei geht ...


                  Warum machst Du Dir derart Gedanken um die "Versandhauskäufer". Oder ebay wg. mir. 90 % derer kaufen absoluten Schrott ( ), verlieren schnell wieder das Interesse an der Suche. Weil ja nun das Gold auch wirklich nicht breit gestreut rumliegt ...

                  also würde ich mich von Zahlen wie 50.000 bis 100.000 Sucher einfach verabschieden. Es mögen so viele Detektoren in Umlauf sein. Aber genau wie bei den nichtregistrierten Waffen: Nicht alle sind in "Gebrauch" ...
                  Von denen, die übrig bleiben, sagen wir UNTER 10.000 (weit drunter ...) sind nun auch nicht alle die Gefahr, vor der immer gewarnt wird.

                  Lohnt der Aufwand dann noch??
                  Besser "jagen"? Oder doch lieber die Hand reichen und etwas gemeinsam versuchen?
                  Wir sollten immer schön unterscheiden zwischen echten Kriminellen - und wg. mir salopp gesagt "Ordnungswidrigen" ...


                  Zitat von Archaeos
                  Jörg, Du nennst mein Vorgehen in der Bekämpfung der Raubgräberei einen "Kampf gegen die Windmühlen". Darauf antworte ich Dir: Es ist nie zu spät, einen Mißstand zu bekämpfen, egal wie schlimm er ist und wie lang er andauert!
                  Nun, so persönlich auf Dich war das jetzt nicht gemünzt.
                  Paßt wg. mir aber auch.
                  Natürlich ist es nie zu spät.
                  ... deshalb sind WIR ja auch noch hier ...

                  Nur, wie im Absatz oben schon gesagt, die "Ansprechpartner" für die echten Raubgrabungen findest Du weniger in den Sondengängerforen ...

                  Wg. mir sage, hier treibt sich die "Grauzone" rum. Die einen finden vielleicht mit der Zeit auf den rechten Weg, die anderen gleiten auf den falschen Weg ab ...
                  Alle durften hier lesen und lernen. So sie wollten. MEHR können wir allerdings auch nicht bieten. Wir sind halt keine Zwangsveranstaltung - wir bieten nur etwas an ...
                  Wir - also auch DU - wir bieten die Möglichkeit, sich zu informieren, an z.B. solchen wilden Diskussionen hier teilnzunehmen, sich eine Meinung zu bilden, vielleicht neue Sichtweisen zu finden.
                  Das ist ja schon mal etwas mehr, als einfach nur das Fallbeil aufzustellen ...

                  Zitat von Archaeos

                  Ich bin kein Feind des Metalldetektors und ich habe seinen Nutzen in der modernen Archäologie längst erkannt. Auch in den Händen von ausgebildeten, geprüften und zuverlässigen Privatleuten/Laien kann das Metallsuchgerät einen hohen Nutzen haben. Ich bin jedoch der Auffassung, und da stehe ich nicht alleine da, dass ein Detektor nicht in jedermanns Hände gehört und schon gar nicht in unbefugte Hände.
                  Gruß,
                  André

                  Tja, und der Weg dorthin ist u.U. steinig. Mit Zwang geht auch nicht alles.
                  Es hat zwar auch fast jeder Angler nen Angelschein - trotzdem gibts auch weiterhin Schwarzangler. Wie in allen anderen Bereichen auch.

                  Im Grunde wollen wir ja alle scheinbar dasgleiche ...


                  Gruß
                  Jörg
                  Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hat
                  zu tun mit der Blödheit ihrer Bewunderer ...

                  (Heiner Geißler)

                  Kommentar

                  • Kunstpro
                    Banned
                    • 05.02.2005
                    • 1999
                    • Dortmund / Bielefeld
                    • Hab ein Detector gebaut

                    #99
                    Zitat von Sorgnix
                    ...
                    Im Grunde wollen wir ja alle scheinbar dasgleiche ...


                    Gruß
                    Jörg
                    Von wegen...

                    Im Jahr 2000 wurden wurden die ersten Funde am Harzhorn gemacht, 8 Jahre haben die Hobbysucher geschwiegen, erst im Sommer 2008 haben Hobbyarchäologen der Northeimer Kreisarchäologie einige Fundstücke zur Begutachtung vorlegten. Wenn alles stimmt, was im Video gezeigt wird fresse ich einen Besen.
                    Weitere Infos:




                    Beachtet bitte mal, was die Hobbysucher gefunden haben und offen zugeben, was es war !
                    "Roms vergessener Feldzug – Die Entdeckung eines antiken Schlachtfeldes am Harzrand in Niedersachsen"
                    Dokumentarfilm von Thomas Claus (2008)
                    Wir leben im Zeitalter grenzdebiler Wissenschafts- und Expertengläubigkeit.

                    Kommentar

                    • aquila
                      Heerführer


                      • 20.06.2007
                      • 4522
                      • Büttenwarder

                      #100
                      Dispute über Glaubensfragen und Absichten und Notwendigkeiten bringen uns, leider, nicht weiter.

                      Warum wird immer nur diskutiert? Über Genehmigungen, über unbürokratische Entscheidungen, über Zusammenarbeit.

                      In Niedersachsen funktioniert diese Art der Zusammenarbeit sehr gut.

                      Wenn es konkret wird, schweigt der Wald, die Wasser schwinden und die Heide deckt sich mit trübem Kleide.

                      Ich sage hier ganz ehrlich, dass ich bald keine Lust mehr habe, meine Freundschaft zur Landesarchäologie nur im Zahlen eines Beitrages erkennbar zu machen.

                      Wohl wahr, die Aussichten waren herrlich! Doch nun naht der Winter und überhaupt und - vielleicht nächstes Jahr.

                      Das mag daran liegen, das ich kein gebürtiger Niedersachse, mithin in der Landesgeschichte nicht verwurzelt bin. Schöne Migration.


                      Mein offenes Angebot wird nicht angenommen. Schade.

                      LG Aquila
                      Ich sehe verwirrte Menschen.

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                      • Siebken
                        Heerführer


                        • 12.01.2005
                        • 6470
                        • Nicht von dieser Welt.
                        • XP Deus

                        #101
                        Ich will jetzt nicht auf Eure Beiträge eingehen, ich wohne gleich um die Ecke vom Harzhorn und kenne beide Sondler persönlich.
                        Aber was Ihr alle zuwissen glaubt und so "fachsimpelt", das ist schon der Hammer.
                        "Man muss etwas machen, um selbst keine Schuld zu haben. Dazu brauchen wir einen harten Geist und ein weiches Herz. Wir haben alle unsere Maßstäbe in uns selbst, nur suchen wir sie zu wenig."
                        Sophie Scholl/Jacques Maritain

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                        • BastiSDL
                          Heerführer


                          • 01.02.2008
                          • 2508
                          • Antiqua Marchia
                          • Teknetics G2

                          #102
                          Nabend Spulenschwingergemeinde!

                          Vorweg: Der beste Tread zu diesem Thema, den ich bisher gelesen habe! Daher möchte ich mich jetzt auch mal auslassen...
                          Obwohl ich nicht der Archäologenzunft angehöre, muss ich jetzt mal ne kleine Lanze für Archaeos und seine Kollegen brechen. KEINEM Berufsstand gefällt es, wenn Laien, in diesen eindringen. Das ist bei den Medizinern, die ihre „Kollegen“ der alternativen Medizin mit Argwohn begegnen, genauso, wie auch bei dem Lehrer, der sich über Eltern ärgert, die meinen sie hätten ebenso viel Ahnung, da sie ja schließlich einmal selber eine Schule besucht haben. Meiner Meinung nach ist das der ENTSCHEIDENDE Grund für die ablehnende Haltung der Archäologen! Wer lässt sich schon gerne von fachfremden Personen ins „Handwerk“ pfuschen? Dies soll kein Vorwurf sein, sondern vielmehr ein Erklärungsansatz, weshalb die Landesdenkmalämter und ihre Mitarbeiter so ablehnend, bzw. negativ, den Hobbyforschern gegenüber eingestellt sind. Stichwort Berufsethos!! Mal darüber nachdenken, was damit gemeint sein könnte...
                          Sorgnix hat es ja weit ausgeführt: Die Sonden sind nun einmal da! Da können keine Archäologen und auch keine Gesetze etwas dran ändern!! Es gilt einen Konsens zu finden, Missverständnisse auszuräumen und eben, was auch schon angesprochen wurde, das beste aus der Situation zu machen! Das dies den zuständigen Institutionen/Personen schwer fällt, ist nur allzu menschlich...
                          (Vorbemerkung zum nächsten Absatz: Ich gehe von der Suche auf [industriell-] landwirtschaftlich genutzten Flächen aus.)
                          Auf der anderen Seite wissen alle Sondengänger sehr wohl, dass sie auf dem Gebiet der Archäologie nur Amateure sind und es so gut wie immer bleiben werden! Sie wissen die Arbeit und die Wissenschaftlichkeit der Archäologen durchweg zu schätzen und zu würdigen! Niemand von ihnen möchte Archäologe spielen. Dem gemeinen Sondler geht es um das Bauchkribbeln, wenn der „Messapparat“ piep macht und er eine halb vergammelte Münze, Schnalle oder was weiß ich was, dem gestörten Boden entlocken konnte. Bei jedem dieser Funde denkt er darüber nach, wer dieses Objekt einmal benutzt oder gebraucht hat. Wie sah dieser jemand aus, wie dachte er und wie lebte er? Das sind die Gedanken mit denen sich die überwältigende Mehrheit der Sondengänger beschäftigen. Da steht der Fund an sich meist sogar an zweiter Stelle. Der gemeine Sondler legt es nicht darauf an, eine Himmelsscheibe, das Bernsteinzimmer (Mist, dat piept ja gar net, oder?), den Nibelungenhort oder das Reichsbankgold zu finden. Er genießt die frische Luft und das kleine bisschen Abenteuer. Wer holt diese Zeugnisse der Geschichte außer ihnen aus den Ackerflächen? Niemand! Also. Der gemeine Sondler schätzt und freut sich über jeden dieser Funde, als ein Teil der tatsächlichen Vergangenheit!!! Das ist sein Antrieb und seine Motivation!

                          Grüße

                          PS: Ich liebe Grundsatzdiskussionen!
                          Zuletzt geändert von BastiSDL; 11.09.2010, 02:10.
                          Es ist gut, daß die Menschen unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen, denn wenn sie es täten, glaube ich, gäbe es eine Revolution noch vor morgen früh.
                          (Henry Ford)

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                          • Excalibur3
                            Ritter


                            • 22.08.2009
                            • 362
                            • Städteregion Aachen
                            • Tesoro Tejon V2 pro,Fisher F2,(für interessierte zum testen)Neodym Magnet "The Beast".

                            #103
                            Das ist es !! !Aber genau das!!! Dieses Kribbeln zieht mich und 99% der Kollegen hinaus
                            bei Wind und Wetter, Hitze und Kälte. Genau das ist es was die Medien mal scheiben
                            sollten !!! Und nicht jede Gelegenheit nutzen um uns vor der Welt als Verbrecher zu zählen.!!

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                            • flecki_le
                              Ritter


                              • 27.10.2008
                              • 431
                              • Sachsen

                              #104
                              Zitat von Archaeos
                              Du meinst sicher (wie auch andere Vertreter der Sondengängerei) , dass die Schatzsuche mit Metallsuchgeräten aufgrund ihrer langen, fast 40 jährigen Bestanddauer eine Daseinsberechtigung erlangt hat. Das erinnert mich an einen Satz von Georges Clemenceau (1927): "Toute tolérance devient à la longue un droit acquis." Übersetzung: "Jede Toleranz wird auf Dauer zu einem verbrieften Recht."
                              Soll man vor unhaltbaren Situationen kapitulieren, nur weil es sie lange genug gibt? Soll man etwa aufhören, den Faschismus und Rechtsradikalismus zu bekämpfen? Soll man sich sogar mit rechtsradikalen "Volksvertretern" in ein Parlament setzen, nur weil es den Rechtsradikalismus schon seit Ewigkeiten gibt?? Soll man Verstösse gegen elementare Menschenrechte hinnehmen, nur weil es sie seit Menschengedenken gibt?

                              Ich bin kein Feind des Metalldetektors und ich habe seinen Nutzen in der modernen Archäologie längst erkannt. Auch in den Händen von ausgebildeten, geprüften und zuverlässigen Privatleuten/Laien kann das Metallsuchgerät einen hohen Nutzen haben. Ich bin jedoch der Auffassung, und da stehe ich nicht alleine da, dass ein Detektor nicht in jedermanns Hände gehört und schon gar nicht in unbefugte Hände.
                              Gruß,
                              André
                              Ausgebildete Laien??? ist schon klar
                              Der vergleich mit Rechtsradikalismus ist aber der absolute Hammer sonst noch alles klar?
                              Na dann, auf gute Zusammenarbeit.......nee lieber nicht, wenn solche zusammenhangslose Argumente kommen
                              ja dann bin ich lieber ein nicht, ausgebildeter Laie!

                              Aber eine ausgeprägte Engstirnigkeit gab es ja schon immer in der Fachwelt!
                              Schon Heinrich Schliemann wurde belächelt der Amateur, immer gegen ihn gehetzt, jeder Fund in frage gestellt, von "Altertumsforschern" die sich gegenseitig bestätigt haben, als Hochgelehrte.
                              Nach den immer gleichen Motto wir haben Recht, Ihr seit Laien!
                              Archäologie...?Was ist das eigentlich?Woraus ist Archäologie entstanden?
                              Könnten das die Vorgänger von uns doofen Laien gewesen sein?
                              Den vergleich mit Faschismus und Sondlern sagt mir nur eins,nicht jeder der mit Geschichte zu tun hat, lernt aus der Geschichte!

                              Meine Meinung Flecki
                              Keiner hat was....!

                              Aber jeder sucht dafür, ein gutes Versteck !

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                              • Sorgnix
                                Admin

                                • 30.05.2000
                                • 26234
                                • Pöhlde - (=> Süd-Nds.)
                                • Große Nase, Augen, Ohren, Merlin, Whites XLT, Tesoro, Nokta Impact, Rutus, Minelab XTerra, OGF-L, UW 720C, Mariscope Spy, Chasing M2 Pro ...

                                #105


                                mal langsam!

                                Niemand vergleicht das Sondengehen mit Rechtsradiaklismus
                                ... bzw. setzt diese gleich.
                                Es ging einfach nur um das Verständnis dafür, ob man sich mit Dingen abfindet, weil sie da sind, oder ob man trotzdem versucht, eine Entwicklung zu beeinflussen.
                                Dafür darf man auch mal ein BEISPIEL bringen.
                                Das hat nichts mit Gleichsetzung zu tun.

                                Auch ich zog Vergleiche z.B. zum Umgang Waffen. Kommst Du da auch auf die Idee, mir den Hammer zu unterstellen??

                                Manchmal kommt es scheinbar wirklich darauf an, WAS man aus Worten herauslesen WILL.
                                Vielleicht, um einen kleinen Nebenkriegsschauplatz aufzumachen, um sich nicht weiter mit dem eigentlichen Problem auseinandersetzen zu müssen??

                                Lesen wir doch einfach Beiträge mehr unter dem Motto "Im Zweifel für den Angeklagten" - das würde manchmal viel "Dampf" aus Diskussionen nehmen

                                => Nur ein kleiner Einwand von der Seite, der jetzt NICHT weiter thematisiert werden sollte.
                                Das eigentliche Thema dieses Threads ist angesagt!

                                Jörg
                                Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hat
                                zu tun mit der Blödheit ihrer Bewunderer ...

                                (Heiner Geißler)

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