VEB Budenkombinat

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • 2augen1nase
    antwortet
    Das mit dem Format könnte vielleicht des Rätsels Lösung sein...

    Warum?

    Das Treppenhaus und der erste Teil des linken Flügels wurden 1875 errichtet - und damals noch mit einem relativ großen Format, ich vermute ein Klosterformat dahinter, muss aber nochmal genauer messen.

    Der in den Bildern zu sehende Baukörper ist 1884 errichtet worden. Vielleicht wurden ja Ziegel, die durch den Anbau angefallen sind (zum Beispiel vom runterbrechen der Laibungen, da daraus ja Türen wurden) wiederverwendet - und passten nur hochkant rein bzw. mussten mit hochkant gesetzten Reichsformatziegeln ergänzt werden... ?

    Das würde erklären, warum sich das Thema überall an der Fassade zeigt... Da ja auch der ehemalige Giebel abgerissen wurde, fiel sicher einiges an Material an.

    Man darf ja eines nicht vergessen: man spart ja nicht nur den Einkauf neuer Ziegel, sondern auch den Transport - die alten liegen ja schon vor Ort auf dem Geschoß, wo sie benötigt werden...

    Mal sehen ob ich die Nuss knacken kann Danke jedenfalls für die Anregung!

    Einen Kommentar schreiben:


  • Sorgnix
    antwortet
    Moin!

    ... nun laßt doch mal den Maurer Maurer sein ...

    "Betrunken" bzw. Planlos sieht im Normalfall GANZ anders aus ...

    Es wird schon einen Grund gehabt haben.
    Die Maurer haben seinerzeit zumindest ja eine GERADE Wand hinbekommen
    Und das sieht man auch in den Schichten, den horizontalen Fugen. Da kippen nur sehr wenige
    Steine. Also "kippen" über das übliche und zulässige Maß hinaus.

    Beim Verband kann man sich allerdings schon seine Gedanken machen
    Blockverband, Binderverband, ein wenig Kreuzverband - in Summe nennt man das auch "Wilder Verband" - eben von allem etwas ...

    WENN der Maurer allerdings in einer Wand die Steine von ein- und demselben Format (!) (NF bzw. damals eher Reichsformat genannt)
    auf einmal HOCHKANT vermauert, dann hat das im Normalfall wohl auch einen Grund
    Aus reiner Langeweile kommt niemand auf die Idee ...
    Da der Stein hochkant vermauert ist, ist er nach hinten halt nur 7,2 cm tief, eben nicht die üblichen 11,5 cm.
    Sprich, es bleiben bei ner 24er Wandstärke nach hinten schon mal knapp 4 cm "Luft".
    Für was auch immer.
    wenn das bei ner 24er Wand auf BEIDEN Seiten gemacht wird, hat es in der Mitte schon ne Nische von 9,6 cm ...

    => wie wäre es mit einer Tasche für irgendwelche Maueranker? Eben um den steinernen Fensterrahmen
    mittels Anker einzulassen?
    EINE Idee, es gibt aber noch andere Dinge. Was u.U. Einfluß auf die Innenseite der Wand hat. Vielleicht liegt
    die Lösung dort (noch unter Putz verdeckt)

    Wie von Till schon gesagt - es wird es uns berichten, wenn er einen Bereich mal aus Neugier aufgestemmt hat ...
    Mich würde es jetzt auch interessieren ...

    Ansonsten, falls einer da mit dem Mauerwerksbild "Probleme" hat:
    Es geht in erster Linie um die Anforderungen an die Wandqualität, die Oberflächengüte.
    Wenn ich Sichtmauerwerk haben will, dann nehme ich natürlich hochwertige und maßhaltige Steine.
    Wird die Wand so oder so verputzt, kann der Maurer auch mal mehr Wert auf TEMPO legen, als
    sich in feingliedriger Detailarbeit zu vergnügen. Denn eine Sichtmauerwerkswand, JEDEN Fehler vom Handwerker,
    den schaut sich der Bauherr und die Welt ein GANZES Leben lang an ...
    Wenn´s verputzt wird, sieht´s eben keiner. Und beim Arzt kommen Blumen auf die "Fehler" drauf.
    (beliebter Vergleich während der Frühstücksrunde in der Baubude ...)
    ... und heute pappen die Bauträger alles mit Raufaser und Farbe zu - der Kunde sieht heute
    weitaus MEHR nicht als damals, was er, um ruhig zu schlafen, am besten auch gar nicht wissen sollte ...

    Und mit das ERSTE, was ich in der Lehre vom Seniorchef des (damals) 200 Leute-Unternehmens
    eingetrichtert bekam war: 2 Halbe sind auch ein Ganzer!!!
    (bei später nicht sichtbarem Mauerwerk)

    Seinerzeit ging eben nicht so viel in den Container ...
    Und alles, was in der Wand verarbeitet wurde, sparte eben auch Geld - und sammelte sich
    selbstverständlich in des Cheffens Schatulle ...


    Vor dem Hintergrund mache ich mir beim Anblick der Fassade von Tills Burg absolut keine Gedanken ...
    Vielleicht sollte er uns nochmal ein Bild mit einem größeren Ausschnitt der Fassade spendieren.


    Gruß
    Jörg
    (... der in solchen Diskussionen desert-eagle schwer vermißt, der ja auch vom Fach war!)

    Einen Kommentar schreiben:


  • furchenmolly
    antwortet
    Hallo Till,

    auch nach Betrachten der vielen vorherigen Fotos, dieser vom Putz befreiten
    Außenwandfläche, entsteht der Eindruck, als ob der Maurer schon damals überfordert war.

    Die ersten Schichten unter der Fensteröffnung verlaufen noch waagerecht. Ab Fensteröffnung wird der linke Mauerpfeiler leicht " freimaurerisch"....

    Dein aktuelles Foto zeigt das " Können " diese Maurers aus 2 = 1 zu machen,
    der Putz wird es schon überdecken.

    Ich würde die Steine so belassen, wie Du schon richtig erkannt hast, dahinter werden sich keine Balkenlöcher etc. verstecken.

    Den "Klassiker" gibt es ja heute noch , 11,5 KS mit Griffloch hochkant....

    Weiterhin frohes Schaffen !

    Gruß FM

    Einen Kommentar schreiben:


  • ghostwriter
    antwortet
    hmh,
    gibt ja eigentlich nur zwei gründe:

    statik und/oder optik



    aber ich bin ja nicht vom fach!?

    trotzdem gefällt der thread!!
    Zuletzt geändert von ghostwriter; 26.09.2021, 10:05. Grund: zusatz

    Einen Kommentar schreiben:


  • 2augen1nase
    antwortet
    Danke!


    Ja, sowas dachte ich mir auch schon - aber dafür kommt das insgesamt zu häufig vor - so schlecht kann keiner mauern...

    Als ich im Inneren mal eine nachträglich eingebrachte Wand abgerissen habe, habe ich auch vorher den Putz entfernt und da war das ähnlich. In der Wand wurden allerdings Backsteine und Natursteine gemischt - da dienten die hochkant gestellten Steine zum Ausgleich zwischen dünneren Steingewändeteilen und dem normalen Ziegelformat - aber in der Außenwand kann ich mir das irgendwie nicht vorstellen. Die wäre zu der Zeit entweder komplett aus Naturstein erstellt worden, oder eben komplett in Ziegel...

    Ich werde es ja sehen, wenn ich mal einen Stein entferne... Ich glaube auch nicht wirklich an Mischmauerwerk, da es im OG solche Stellen auch gibt und früher eigentlich nur im EG mit Natursteinen gebaut wurde - außer bei sehr großen Gebäuden, da gibt es auch Ausnahmen.

    Naja.. Vielleicht hat ja noch jemand eine Idee

    Einen Kommentar schreiben:


  • mun_depot
    antwortet
    Bin kein Fachmann, aber unten an der Wand sieht es so aus, als sei damals ein "Individualist" als Maurer drangewesen. Vielleicht zu viel Dorscht (hessisch) gehabt?

    Weiter oben in Höhe Fenstersturz sieht die Sache wieder gerader aus. Die Mauerlinie wurde dort am Fenster regelrecht begradigt und gerade weiter gemauert.

    Bei dieser Gelegenheit ... ein leises, immer mitlesendes "wow!" ...

    Einen Kommentar schreiben:


  • 2augen1nase
    antwortet
    Ich danke euch für euer Feedback - und sicherlich bin ich einerseits froh, dass der Thread nicht mit zu vielen Nebenthemen und sinnlosen "Wow"-Kommentaren verwässert wird - trotzdem ist es ein komisches Gefühl, wenn man über Wochen postet und nicht wirklich was zurückkommt. Wobei das ja auch nichts ist, was mich total verwundert - was will man auch sagen, bei einem Projekt (Sockel) was sich über Wochen und Monate hinzieht So gesehen: Alles gut!


    So... und da heute wunderschönes Wetter war, das Gerüst steht und ich heiß drauf war loszulegen, habe ich mit der Fassade angefangen. Im ersten Schritt habe ich alle noch aufliegenden Putzreste an den Gewänden entfernt, hunderte Eisenteile inkl. Holzdübel ausgebohrt und den restlichen Altputz komplett entfernt. Somit ist der Weg frei für den nächsten Schritt: die Reinigung. Erst nach der Reinigung kann ich die Schäden im gesamten Ausmaß beurteilen und eine erste Materialauswahl treffen für die Ersatzstücke.

    Das Gerüst ist wirklich perfekt und die Abdeckung mit Seekiefertafeln hat das anschließende Beräumen richtig leicht gemacht - ein bequemes Gerüst ist das A und O - ich sags immer wieder... Schade, dass ich aktuell so wenig Zeit habe

    Was mir aufgefallen ist: An der Fassade habe ich ganz viele Stellen, an denen hochkant eingesetzte Ziegel vorhanden sind. Das ist mir schon mal aufgefallen, allerdings dachte ich zu Anfang, dass dort vielleicht früher ein Gerüst (aus Holz) eingebracht war - allerdings sind die Stellen so verteilt, dass diese Annahme mittlerweile keinen Sinn mehr macht. Dann dachte ich, dass vielleicht die Deckenbalken weit auskragen - aber auch das macht keinen Sinn, da sich solche Ziegel auch mitten im Geschoß befinden...

    Ich werde irgendwann mal einen herausnehmen und schauen, was sich dahinter verbirgt. Aber was denkt ihr? Hat das eine Bewandnis deren Zeck ich nicht kenne?
    Angehängte Dateien

    Einen Kommentar schreiben:


  • furchenmolly
    antwortet
    Genauso ist es....

    Hallo Till, Du musst hier unbedingt weiter berichten und Fotos einstellen. Mindestens bis zur Fertigstellung, auch wenn es noch Jahre dauert....

    Ich lese immer wieder regelmäßig mit und kann nur staunen, welche Plackerei Du dir neben deinem Hauptjob aufgeladen hast.
    Dazu deine unaufgeregte Art und Weise, deine Arbeit und die Ergebnisse vorzustellen. Dann noch den Nerv zu haben, hier regelmäßig den Baufortschritt zu posten einschließlich toller Aufnahmen !

    Also unbedingt dranbleiben !

    Gruß FM

    Einen Kommentar schreiben:


  • oliver.bohm
    antwortet
    Das ist nicht langweilig.. die Klicks auf diesen Thread bestätigen das.


    Sei froh, das der Thread nicht fünfzig Wow´s oder Ähnlichen verwässert wird..

    Einen Kommentar schreiben:


  • 2augen1nase
    antwortet
    @Trilobit: Danke, ich hab einen sehr guten und gewissenhaften Baumpfleger der meine Bäume regelmäßig begutachtet.

    @U.R.: Danke für deine Worte... Ich hatte die ganze Zeit eher den Eindruck, dass es die letzten Monate ziemlich langweilig für euch war - und ich glaube der Eindruck täuscht nicht. Aber das mit dem Sockel war eine ziemlich langwierige Sache und auch wenn der Rest ähnlich wird, so denke ich, dass das doch wieder etwas vielfältiger wird so von den Aufgaben her.

    Es wird weitergehen...wie bisher... Stückchen für Stückchen

    Das mit dem Gerüst ging ja nu mal fix, auch mal ein schönes Erlebnis.

    Einen Kommentar schreiben:


  • U.R.
    antwortet
    ....und Danke, das Du uns praktisch "Live" auf dem laufenden hältst!

    Man hat das Gefühl, man arbeitet bei dir mit auf der Baustelle........

    und lernt gerne dazu...


    Macht einfach Spaß deinen Baufortschritt mit erleben zu dürfen!

    Bitte weiter machen..... +
    Gruß Uwe

    Einen Kommentar schreiben:


  • trilobit
    antwortet
    Zitat von 2augen1nase
    Hat ein Dach...ja :-)

    Muss aber auch neu gedeckt werden...irgendwann


    Moin till,

    Wenn du mal hilfe beim baumschnitt brauchst oder fällarbeiten anstehen gib laut!

    Gruss trilobit

    Einen Kommentar schreiben:


  • 2augen1nase
    antwortet
    Das Haus ist auch komplett aus dem Porphyr gebaut, aber eigentlich auf eine Art und Weise, die Verputz erfordert. Ich denke, der war historisch auch dran, wurde nur irgendwann abgekloppt oder so. Auf dem Sturz ist noch ein Name zu lesen, der Erinnerung nach war es auch zu einem Steinmetzen oder Kaufmann zugehörig, heute ist es wohl eine Leichenhalle.

    Ist für euch "im Norden" vielleicht etwas ungewöhnlich, da je bei euch eher mit Ziegeln oder Findlingen gebaut wurde. Ansonsten ist das eher der Normalzustand, in Gegenden die Steinbrüche hatten. Mein Elternhaus ist ebenfalls (zumindest in den Giebelseiten) komplett aus Sandstein gebaut worden, also das rohe Mauerwerk. Ist wirklich nix ungewöhnliches - außer eben das Farbspiel, was bei dem hiesigen Stein natürlich besonders schön und vielfältig ist.


    Zurück zu meinem Häuschen.

    Das Gerüst haben wir heute soweit als möglich komplettiert (mir fehlen noch Bordbretter). Dazu gehörte auch das Auslegen der ersten Lage mit Seekiefertafeln. Die konnte ich mir für ne Kiste Bier von ner Baustelle abgreifen und schützen das darunterliegende Gesims vor herabfallendem Schutt und gleichzeitg halten sie den Graben unter dem Gerüst möglichst frei von Schutt. Wird bestimmt ganz praktisch sein, zu kehren sind ja die Stahlböden ziemlich mies.

    Dann haben wir noch den Aufzug montiert, ich habe meine Treppe aus Konsolen nochmal etwas gerichtet (man will es ja bequem haben) und dann gabs noch jede Menge Material wegzuräumen, umzuräumen usw.

    War ein erfolgreicher Tag und ich freue mich total drauf, endlich loslegen zu können
    Angehängte Dateien

    Einen Kommentar schreiben:


  • oliver.bohm
    antwortet
    Besteht Haus auch aus Naturstein..? Oder fehlt da nur der Putz?
    Angehängte Dateien

    Einen Kommentar schreiben:


  • 2augen1nase
    antwortet
    Hat ein Dach...ja :-)

    Muss aber auch neu gedeckt werden...irgendwann
    Angehängte Dateien

    Einen Kommentar schreiben:

Lädt...