VEB Budenkombinat

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  • 2augen1nase
    antwortet
    ...und weiter geht´s....

    Bild 11: Absetzen der letzten Fläche

    Bild 12-14: Jetzt erst beginnen die eigentlichen Profilierungsarbeiten, d.h. dass nun größere Teile der entstehenden Flächen "erhalten" bleiben. Auf bild 1 sieht man den Bleistiftstrich der von dieser Fläche als einziges erhalten bleibt.

    Bild 15-17: Nun wird der Grund manuell bearbeitet - in diesem Fall scharriert. Der Grund ist ja später sichtbar und da alle Bestandsoberflächen scharriert sind, darf dieser Hieb natürlich nicht fehlen. Ich mache das immer, sobald es möglich ist, da das Stück insgesamt von der Stärke her schon sehr grenzwertig ist für eine manuelle Bearbeitung - jetzt ist es eben noch stabil genug.

    Bild 18: Da ich das Werkstück mit Hilfe von unterfütterten Balken noch aufstellen kann und sich der obere Teil so besser bearbeiten lässt, erfolgt jetzt das Aufarbeiten des Gefälles bzw. die Herstellung des oberen Profilstücks

    Bild 19: Nach dem Ausarbeiten des oberen Bereiches erfolgt die Ausarbeitung der Unterseite - zunächst mit der Herstellung einer weiteren Fase.

    Bild 20: Nun erfolgt das Einarbeiten der Hohlkehle. Da diese die Fase "untersticht", kann diese nicht vorher erstellt werden. Ich habe also die Lehrschläge gezogen und weil ich eh gerade am Fummeln war gleich noch die "äußere Wiederkehr" ausgearbeitet - ein totaler Fummelkram, bei dem es aber sehr darauf ankommt ganz vorsichtig und genau zu arbeiten
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  • 2augen1nase
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    Herstellung einer Vierung - Sohlbank -

    So, Freunde der Sonne!

    Heute habe ich mir gedacht, ich zeige euch mal in allen Einzelschritten die Anfertigung einer Vierung. Vierungen sind normalerweise kleine Ersatzstücke, die aus Stein hergestellt und an der Schadstelle eingebaut werden.

    Bei den Sohlbänken im Hinterhaus wurde das vorstehende Profil abgekloppt - und man hätte natürlich auch nur dieses Profilstückchen austauschen können, durch den extrem bunten Stein ist das aber kaum "unsichtbar" hinzubekommen. Um den alten Fugenschnitt beizubehalten und die Optik zu wahren, habe ich mich also dazu entschlossen die Vorderseiten der Sohlbänke als Vorplattung neu herzustellen.

    Bild 1+2: Das Werkstück wird aufgebänkt, alle Maße und die Winkligkeit geprüft und gemäß Zeichnung angerissen. Auf der Flexscheibe habe ich die benötigte Einschnittiefe bereits markiert.

    Bild 3: Mittels der großen Flex wird in mehreren Arbeitsschritten alles nicht benötigte Material grob herausgeschnitten.

    Bild 4: Nach dem Schneiden wird der Grund erstmal bis auf den Riss runtergeschliffen

    Bild 5+6: Anschließend wird mittels Drucklufthammer die erste Fläche sauber und winklig auf das Sollmaß abgesetzt

    Bild 7-9: Hier zeige ich anhand der Köpfe wie man dabei vorgeht: Zuerst werden die sogenannten "Schläge" gezogen. Diese orientieren sich am Riss, werden mittels Winkel ganz genau gearbeitet und geben damit den Grund der Fläche vor. Überschüssiges Material ("Bossen") wird anschließend bis auf den Grund runtergezahnt und zum Schluss mit dem Scharriereisen vollends eingeebnet.

    Bild 10: Anschließend wird die nächste abzusetzende Fläche angerissen.

    Anzumerken ist: Von den jetzt hergestellten Flächen wird später nur ein Bruchteil benötigt. Gerade bei den Kopfseiten bleibt schlussendlich nur eine Kante stehen - dennoch ist es sehr wichtig, die Flächen extrem sauber zu arbeiten - korrigieren ist nicht, was weg ist, ist weg
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  • 2augen1nase
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    @Lucius:

    Das mag ja sein - aber wenn der Fachmann dann drauf guggt, findet er bei "selbst gelernt" eben doch sehr häufig Sachen die gar nicht gehen bzw. absolut untypisch sind... Ganz konkret hast du bei deinen Pfeilern schlichtweg den falschen Verband angewendet (zumindest ist mir das neulich bei deiner Terrasse aufgefallen). Es gibt einen Pfeilerverband und einen Schornsteinverband - ein Maurer weiß das halt (hoffe ich). Sieht ja trotzdem schön aus was du da zauberst...

    Zu guter letzt wird sich privat niemand "quälen" und manche Dinge verlangen eben Übung, Übung und wieder Übung. Darauf zu bauen, dass das Wissen privat erhalten bleibt - sicher nicht...

    @Ogri:

    Ich kenne deine Erzählungen ja auch, hatte aber bisher noch keinen einzigen Praktikanten der auch nur halbwegs so doof / drauf war. So gesehen bin ich da dennoch guter Dinge - sollte es irgendwann mal finanziell möglich sein.


    So... und nu widme ich mich wieder dem Thema, aber gesondert, da brauch ich bissl Zeit. Bis gleich!

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  • Lucius
    antwortet
    Zitat von ogrikaze
    in Kurzform: Kollege Bergedienst liegt da schon in Richtung..
    Wer will es ihnen auch verdenken. Ich würde meinen Kindern auch von einem Handwerksberuf abraten. Die "goldener Boden"- Zeiten sind lange vorbei. Und das sage ich als Handwerksmeister.
    Wer alte Künste am Leben erhalten WILL, schafft das auch ohne entsprechende Lehre. Denn im entsprechenden Lehrberuf lernt man sowas nicht und man kann auch später definitiv nicht von leben.
    Bestes Beispiel ist mein Mauerhobby, wo schon Bauunternehmer fragten, welche Firma meinen Zaun gebaut hätte, da sie jemanden mit diesen Fähigkeiten suchten..

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  • ogrikaze
    antwortet
    Zum Thema Lehrlinge könnt ich nach einigen Versuchen hier jetzt voll einsteigen.. in Kurzform: Kollege Bergedienst liegt da schon in Richtung..
    Lass es Till...und bleibe beim Thema Budenkombinat...

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  • 2augen1nase
    antwortet
    Ach... Das weiß ich nicht ob ich da überhaupt jemanden finden würde, ich denke allerdings schon... Hätte Corona keinen Strich durch die Rechnung gemacht, wäre Anfang November eine Praktikantin zwei Wochen bei mir gewesen - und die hatte definitiv Bock auf den Beruf - und das reicht ja aus.

    So uninteressant ist richtiges Handwerk bei den jungen Leuten jedenfalls nicht - nur der Kurs der HWK ist aus meiner Sicht nicht der richtige. Mittlerweile wird ja dazu aufgerufen die Betriebe zu digitalisieren und das ist aus meiner Sicht die "Entfremdung 2.0" im Handwerk. In vielen Gewerken wird dem Grunde nach ja nur noch montiert - mit Handwerk hat das oft nix mehr zu tun.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich dankbare Lehrlinge finden würde - einfach weil in meiner Firma auch wirklich viele Dinge gemacht werden, die heutzutage im Steinbereich eher unüblich sind. Die meisten anderen Betriebe schneiden Platten zu, polieren die Kanten und ballern dann hunderte lfdm. Treppenstufen / Fensterbänke und anderen Quatsch raus - oder beschriften Steine aus China und stellen se aufn Friedhof - dafür braucht man das eigentliche Handwerk gar nicht mehr lernen.

    Die Attraktivität ist bei dem was ich zu bieten habe schon hoch - nur wirtschaftlich kann ich mir das wohl einfach nicht erlauben. Was für viele auch abschreckend ist, sind die Berufsschulen zu denen man weit fahren muss (Stichwort "überbetriebliche Ausbildung") - aber das kann ich nicht beeinflussen, das ist halt wie es ist.

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  • Bergedienst
    antwortet
    Zitat von 2augen1nase

    Echt schade, dass ein Lehrling so viel Geld frisst, sonst würd ich da selber gute Steinmetzen "nachzüchten" - Als Soloselbständiger aber ein nahezu unmöglich zu erfüllender Traum...
    Und du glaubst echt du findest jemanden der schwere körperliche Arbeit lernen will? Jutuber, "was mit Medien" oder Ista-Star die die aktuellen Berufswünsche, die etwas helleren "Spieledesigner". Steine stapeln die nur virtuell

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  • 2augen1nase
    antwortet
    In den Löchern sind ganz weiche Einschlüsse drin, Kohlestückchen, Lehmbatzen usw. Die werden entsprechend ausgehackt und dann mit farblich passendem Restauriermörtel geschlossen. Das mache ich dann aber immer erst nach dem Versetzen, da man ohnehin an so einer Fassade immer relativ viel anzutragen hat.

    Macht halt bei dem bunten Stein wirklich viel Aufwand - bei der Hausfassade haben wir mit 13 verschiedenen Farben unzählige Farbnuancen gemischt - mit dem Ergebnis, dass man die wenigsten Atragungen auf den ersten Blick wahrnimmt - was ziemlich gut ist. Aber macht halt schon viel Aufwand, kann man sich ja vorstellen.

    Achso und wegen dem "Können":

    Sowas sollte ein Lehrling bereits ab Mitte zweiten Lehrjahres herstellen können - da sind wir also noch weit weg von wirklich meisterlicher Arbeit. Leider werden aber in den wenigstens Betrieben heutzutage die Lehrlinge so intensiv am Stein ausgebildet, dass die das auch wirklich können - und die Folge ist, dass mancher Geselle sowas schon nicht mehr bringt...

    Was ich da in den letzten Jahren so alles erlebt habe... grausig.

    Echt schade, dass ein Lehrling so viel Geld frisst, sonst würd ich da selber gute Steinmetzen "nachzüchten" - Als Soloselbständiger aber ein nahezu unmöglich zu erfüllender Traum...

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  • Robbells († 2021)
    antwortet
    Zitat von 2augen1nase
    Dafür konnte ich heute die Verdachung schon fertig hauen und bin froh, dass mir das so gelungen ist - denn der Stein ist leider nicht gerade von bester Qualität und hat leider ein paar Stiche.

    Respekt! So etwas muss man erst einmal können. Du bist halt n Handwerker der sein Job beherrscht. 👍

    Was passiert mit den "Löchern" ..ein Tischler würde wahrscheinlich 2K Spachtel nehmen..

    Gruß Robbells

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  • 2augen1nase
    antwortet
    Oli: Ich hab keine Ahnung was du meinst..

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  • oliver.bohm
    antwortet
    Sieht sehr schick aus...

    Ich mal bei rotem Backstein sowas gerne: Hier sieht es etwas übertrieben aus..

    Gibt es einen Namen für diese Art Stil oder Zierputz?


    Quelle : https://www.bauen.de/a/sockelputz-selbst-erneuern.html
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  • Bergedienst
    antwortet
    Zitat von 2augen1nase
    Hachja... irgendwie machts gerade richtig Freude mal wieder in der Werkstatt zu stehen und ganz klassische Seinmetzarbeit zu machen.
    Wenn du grad so ne Freude hast, ich hätte da noch was zum probierenDer würde sich prima im Vorgarten machen! Neben Sven seiner Feuerschale.....
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  • 2augen1nase
    antwortet
    @ Lucius:

    Kein Ding, hat keine Eile. Ich hab auch noch die Hakenleisten aufgehoben, die müsste man nur mal sandstrahlen und neu verchromen lassen - falls der Bedarf hat...

    @all:

    Winterzeit ist ja immer die "saure Gurken Zeit" aufm Bau: Es geht nicht sehr viel wegen dem Wetter, die Kraft ist nicht so da wie im Sommer und so richtig motiviert bekomme ich mich bei der Kälte auch nicht wirklich. Also die optimale Zeit um sich in der Werkstatt zu verkrümeln und vorzubereiten was fürs Jahr vorzubereiten geht.

    Vor längerer Zeit hatte ich mal Bilder gepostet von den Gesimsstücken des Hinterhauses - die hatte ich noch in der alten Werkstatt gefertigt. Damals habe ich auch jede Menge Rohstücke zurechtgeschnitten - bin aber nie dazu gekommen die Sachen fertig zu hauen. Das habe ich pünktlich zum 31.12. erledigt - siehe Bild 1. Das sind die letzten Gesimsteile für das Gurtgesims Hinterhaus.

    Durch die Feiertage hat sich mein Rhythmus gerade ziemlich verschoben und durch das diesige Wetter war ich auch nicht wirklich motiviert die warme Bude zu verlassen... Gestern wollte ich eigentlich nur fix das Stück anreissen, musste dazu aber noch eine Fläche absetzen und ach - ich fand mal wieder kein Ende. Dafür konnte ich heute die Verdachung schon fertig hauen und bin froh, dass mir das so gelungen ist - denn der Stein ist leider nicht gerade von bester Qualität und hat leider ein paar Stiche.

    Die Verdachung war im Sturz des mittleren Fensters im 1.OG des Hinterhauses eingearbeitet und wurde leider auch weggekloppt. Ich ersetze mit der Vierung quasi den kompletten vorderen Bereich des Sturzes.

    Als nächstes haue ich dann noch die 3 Sohlbankvorplattungen und ich hoffe, dass ich das diese Woche noch gut durchbekomme. Da kommt noch mehr, aber das ist dann eher für die anderen Fassaden - gemach gemach

    Auf Bild 2 sieht man den Zwischenstand, also noch ohne Profilierung. Ist eigentlich unüblich das so zu hauen, mir blieb aber keine andere Wahl, da die Hohlkehle hinterschnitten ist. Bleibt also nur: Leerschläge ziehen und friemeln...

    Hachja... irgendwie machts gerade richtig Freude mal wieder in der Werkstatt zu stehen und ganz klassische Seinmetzarbeit zu machen. Man kommt so langsam wieder richtig gut rein und da geht dann vieles schneller von der Hand. Für diese Verdachung habe ich jetzt ca. 10h gebraucht, für die zuletzt gehauene (die etwas größer und aufwendiger war) brauchte ich knapp 4 Tage. Die Gesimsteile gingen schneller, da schaffte ich pro Tag 2 Stück, was etwa 1,7-2,3 lfdm ausmacht. Ich hab spaßeshalber mal ausgerechnet was nur die kleine Verdachung kosten würde - inkl. Material und Einbau sind das mind. 1000€... hochrechnen dürft ihr selber
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  • Lucius
    antwortet
    OK, danke, ich leite es weiter. Der ist aber nicht der Entscheidungsfreudigste, kann also ein paar Tage dauern, bis ich eine verbindliche Antwort habe.

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  • 2augen1nase
    antwortet
    Sodele, hier nun ein schnelles Foto der beiden Türen. Die vorderste ist leider nicht mehr so super in Schuß, da müsste unten am Winkelrahmen etwas ergänzt werden und das Blatt wieder etwas gerade gebogen werden. Die zweite ist etwas besser in Schuß.

    Die Maße sind ca. 1.57 x 0.63 - aus den Fotos zu entnehmen.


    Ich nehme an, dass die beiden Türen aus der gleichen Fabrik stammen wie die Kühlhaustür und ich bin mir zumindest bei dem einen Raum relativ sicher, dass es sich um eine Räucherkammer handelte. Immerhin gab es ein Rohr, welches von der Kammer im Schornstein mündete (an der Gewölbekappe noch zu sehen).
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