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  • 2augen1nase
    antwortet
    Podest

    Unter der Woche habe ich es geschafft, den Träger nochmal richtig zu streichen und Freitagabend habe ich erstmal riesige Staubwolken produzieren müssen - denn ich wollte noch den etwas kühleren Abend nutzen um die Drecksarbeit zu erledigen - und zu Arbeitstagbeginn hab ich meist auch keine Lust mit schweren Maschinen viel Krach und Dreck zu machen.

    Achja - warum das Ganze: Ich brauche ja ein Auflager für die Platten in der Wand. Deswegen der Dreck

    Joa - und weil man ja dann neugierig ist, ob das alles so geht wie man es sich vorgestellt hat, hab ich dann gleich noch die erste Platte hinaufgehievt.

    Samstag ging es dann erstmal mit der zweiten Platte weiter - denn: Ich musste die ersten beiden Platten erstmal sauber legen um dann messen zu können für den Zuschnitt der letzten Platte. Aus "Messen" wurde dann fix "Schablone" - weil einfacher zu handhaben und zu prüfen - man will ja nicht so ne große Platte vergurken.


    Joa - und dann hab ich meine große Flex so richtig quälen müssen. Immerhin mussten 16cm Granit durchtrennt werden, was ja nur Schrittweise geht - also erstmal einen Teil klassisch abgespaltet, den Rest dann "sauber" runtergeschnitten.

    ...und dann gings auch schon dran die letzte Platte hochzuhieven, durch die verbliebene Lücke zu ziehen - nur um dann festzustellen, dass der Plan eben nicht aufgeht, den Keil seitlich einfach hineinzuschieben. Also Platte nochmal anlupfen, die beiden anderen Platten etwas wegrücken, 3. Platte wieder runter und der erste Versuch sie einzupassen. Natürlich musste ich am Mauerwerk nochmal etwas nachnehmen - das ist immer so bei solchen Sachen. Murphys Law lässt grüßen.

    Aber: mit ein wenig Nacharbeit war auch das dann geschafft und ich konnte alle 3 Platten nochmal richtig ausrichten. Auf alles andere hatte ich dann keine Lust mehr. Morgen stopfe / gieße ich noch mit Mörtel aus und wenn das fest ist, schneide ich alle Platten nahezu bündig zum Träger ab - denn: Ich muss ja dann noch die Plattenkanten profilieren, damit die nächste Stufe sich auch schön anschmiegen kann. Mal sehen wie das dann wird.

    Aus jetziger Sicht habe ich damit die kniffeligsten Sachen an der Treppe hinter mir. Der Anfang war müßig und bei dem Podest hatte ich ein bisschen Sorge, ob ich die Platten wirklich alleine da draufgesetzt bzw. unter dem Träger durchgefummelt bekomme. Aber ging ja, wie man sieht.

    Morgen wird es also vermutlich nicht viel zu sehen geben, ein Post wird sich da wohl nicht lohnen. Bissl Mörtelgematsche und wenn noch Zeit ist, richte ich vielleicht noch ein paar Stücke zu, mal sehen. Ich werde es entspannt angehen.

    Die beiden großen Platten wiegen je so um die 400kg. Ich denke das Podest wird insgesamt wohl so ca. 1to wiegen.

    Viel Spaß mit den Bildern. Und wie ich nach der Flex.Aktion aussah, könnt ihr euch ja selber ausmalen


    Achja - und der Imker hat seinen Stand komplett vollgemacht. Ihm ist nach dem Winter nur ein Volk geblieben, er hat also teilweise neue kaufen müssen, aber eben auch selbst Ableger gemacht - nun brummts richtig bei mir im Garten
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  • U.R.
    antwortet
    So oder So, ich drück dir die Daumen....




    Gruß Uwe

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  • 2augen1nase
    antwortet
    @mun-Depot:

    Als Einzelunternehmer wird ja alles was reinkommt/abgeht für die Abgaben herangezogen, so gesehen: das ist der Betrag von dem ich tatsächlich meinen Lebensunterhalt bestreite, also netto.

    War vor Corona mal bei 800€, ich musste aber massiv einsparen, sonst hätte ich das alles nicht überstanden. Es reicht auch nicht immer aus, kommt immer bissl drauf an. Aber: mehr ist eigentlich auch nicht drin und mir wars wichtig das einfach mal zu erwähnen in dem Kontext der ganzen tollen Schlagworte wie "Freiheit" usw.

    @Sorgnix: ich habe nicht gesagt, dass ich weniger machen will - ich will nur nicht mehr so viel machen MÜSSEN. Als Angestellter hast du eben 17 Uhr FEIERABEND - da setzte dich nicht noch ins Büro und ackerst weiter. Gut, in Stoßzeiten und wenn man engagiert ist vielleicht schon, aber es wird wohl eher die Ausnahme, denn die Regel sein. Sprich: Die Abende gehören wieder voll und ganz MIR und dann kann ich mich immer noch entscheiden WAS ich in der freien Zeit dann mache. Im eigenen Haus ackern oder doch lieber noch für jemanden ein Türgewände herstellen um die Kohle dann ins Haus stecken zu können.

    Und ja, klar: dass ich im Moment einiges im Haus wuppen kann liegt natürlich auch daran, dass ich relativ viel Leerlauf habe - aber eben auch daran, dass ich in letzter Zeit häufiger auch mal bis 22 Uhr dort rackere und sowieso das ganze Wochenende durchballere. Und ich meine auch, dass ich trotz vieler Raucherpausen und einigermaßen gemütlicher Herangehensweise schon ganz schön was an Arbeit "wegschrubbe" - muss ja auch was werden in der wenigen Zeit die mir dafür bleibt.

    Und was das VOB-Thema angeht / generell Vertragswesen / Angebote usw.: Ich weiß, dass ich einige Dinge "falsch" mache - aus Sicht derer, die meinen die Leute abzocken zu müssen. Aber: Ich bin so halt nicht drauf und ich will so auch nicht drauf sein. Ich habe keine Lust 10% auf ein Angebot draufzuschlagen, nur das der AG dann 5% runterhandeln kann und ich immer noch vor Lachen nimmer kann. Das ist doch einfach Scheiße - und da bin ich raus.

    Wenn ich mein Zeug machen könnte, wärs ja auch alles kein Thema - aber dieser ständige Leerlauf und diese unnötigen Debatten, der ganze zusätzliche Schreibkram drumherum - es nervt mich einfach nur noch an.

    Und aktuell bin ich laut VOB sogar im Recht - denn ich könnte weiterarbeiten, wenn der AG ein Gerüst stellen würde bzw. wenn mir die (im Angebot schon geforderten) Maße zugearbeitet würden. Der eine verweigert, der andere liefert nicht und meldet sich nicht... Und nun? Klar, Baubehinderungsanzeige - aber was dann? Wieder warten - und im Zweifelsfall so lange, bis ich schwarz werde - denn ohne Fertigstellung keine Abnahme, ohne Abnahme keine Schlussrechnung und kein Gewährleistungsbeginn und letztlich auch keine Kohle - denn der Rest (mein eigentlicher Gewinn) wird ja erst ganz am Ende mit der Schlussrechnung fällig. Klar - irgendwann könnte ich den Vertrag auch kündigen, aber das ist doch alles völliger Schwachsinn und hält am Ende auch nur auf und vor allem: es sorgt bei beiden Seiten für absolut unnötigen Ärger...


    Wie gesagt - mir ist das mittlerweile einfach zu blöd. Ich liefere gute Qualität zu einem absolut fairen Preis. Ich liefere schnell und zuverlässig und bin immer schnell zur Stelle. Und ich mach auch mal nen Handschlag mehr, wenn es das Projekt "braucht" - auch ohne Stundenzettel und Nachtragsgedöns und ohne großen Wind darum zu machen. Und man kann auch mit mir reden - ist doch alles kein Ding.

    Aber: ich erwarte dafür halt auch pünktliche Zahlung und einen möglichst reibungslosen Ablauf - denn nur so geht das auch auf.


    Und richtig - das Ladegerät ist derzeit leicht überhitzt - bei dem was ich dieses Jahr geschrubbt habe auch nicht verwunderlich. Und das wird auch keine Kurzschlussreaktion - ich sage ja: die nächste GUTE Gelegenheit wird genutzt - und bis dahin mache ich weiter, eventuell mit kleineren Anpassungen.


    So. Und nun gehts weiter. Ich war gestern Nacht und heute nämlich fleißig....

    Bericht folgt später.

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  • bummi
    antwortet
    Zitat von U.R.

    Wenn das Tal, das du gerade durchläufst, noch tiefer ist als ich aus der Ferne Beurteilen kann, solltest du dir Hilfe suchen......


    Gruß Uwe
    Ich denke du suchst Hilfe. Hier. Umsonst schreibst du doch nicht Persönliches von dir.
    Meinen Respekt von deinem Können und Schaffen hast du. Grundsätzlich!
    Du hast erkannt das du nicht mehr so weitermachen kannst und willst. Ein erster Schritt für Veränderung. Gut und weiter so. Nur du allein kannst es ändern. Sieh dich um und mach was du für dich persönlich als gut empfindest. Dazu gehört auch Bienen gucken und ... .
    Es geht doch um dein persönliches Glück, ein lebenswertes Leben!
    Können wir dir Helfen? Nö, vielleicht. Ein paar Tipps bekommst du hier, welche dir helfen, gut sind, entscheidest du.
    Ich musste selber erkennen das 100% und Vollgas nicht ewig gehen. Der Kopf sagte du musst, der Körper zog die Notbremse. Aber es wird wieder. Tag für Tag, Jahr für Jahr.

    liebe Grüße A.

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  • ghostwriter
    antwortet


    ich hatte mal einen schlauen arbeitskollegen,
    der seine krankheitstage im voraus im stundenkalender stehen hatte!?
    bis der meister halt auch mal reinschaute …

    also wie gesagt, ich hatte …

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  • Grubenmolch
    antwortet
    Krankheitstage (so sie anfallen) kommen noch obendrauf

    Ganz dünnes Eis!

    Meint Grubenmolch.

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  • U.R.
    antwortet
    Auf dem Weg zum Erfolg muss man viele Treppen Erklimmen, das ist so.
    Denke mal an die Zeit, warum du diesen Job gewählt hast?

    Hattest du nicht vor, mit deinen Händen "Bleibendes" zu erschaffen, da war der Akku noch voll Power. Komme was da wolle. Wo ist das hin....?
    Es scheint, dein "Ladegerät" ist zur Zeit überhitzt , gönn ihm eine Schöpferische Pause dann sieht die Welt gleich ganz anders aus.

    Wenn das Tal, das du gerade durchläufst, noch tiefer ist als ich aus der Ferne Beurteilen kann, solltest du dir Hilfe suchen......


    Gruß Uwe

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  • mun_depot
    antwortet
    Zitat von 2augen1nase
    MEIN Weltbild stimmt nicht?!

    Also - zugegeben: Ich habe keine Ahnung wie es in so einem Amt abläuft und ganz gewiss wird es auch da extrem nervtötende Dinge geben, an die man sich gewöhnen muss und auch ganz viel, in was man sich einfügen muss - was mir ganz sicher auch nicht leicht fallen wird.
    Ich finde, Dein Weltbild (oder Deine Meinung) gar nicht mal so schlecht. Die Kritik hier kann ich aber auch - jedenfalls teilweise - nachvollziehen. Es gibt immer Aspekte, die man bei einer derartigen Entscheidung beachten sollte.
    Wenn Du frustriert bist, dann mache das mal was Du vor hast - kann doch eigentlich nicht großartig schaden. Nur so kannst Du dir Deine eigene Meinung über das Angestelltenverhältnis bilden. Wenn Du diese Erfahrung gemacht hast, dann kannst Du immer noch über Deinen weiteren Weg entscheiden, hast aber mehr selbsterlebte Erfahrung.

    Zitat von 2augen1nase
    ich zahle mir monatlich ein Gehalt von 550€ aus.
    Ist das Brutto?
    Ist das die Berechnungsgrundlage für Deine Rentenzahlungen?

    Zitat von Bergedienst
    Unter Umständen solltest du dir klar machen das du wohl an einigen Ecken im Leben falsch abgebogen bist.
    Das wäre möglich, aber Zeit für eine positive Korrektur ist ja nun immer noch ...

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  • Bergedienst
    antwortet
    Zitat von Sorgnix
    Mich dünkt, das Du da nicht die Führungsposition belegst, die Deiner Statur doch so angemessen wäre ...

    Gruß
    Jörg
    Ist das jetzt schon wieder Adipositasrassismus?

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  • Sorgnix
    antwortet
    Mich dünkt, das Du da nicht die Führungsposition belegst, die Deiner Statur doch so angemessen wäre ...

    Gruß
    Jörg

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  • Bergedienst
    antwortet
    Zitat von 2augen1nase

    Und mal unter uns: ich zahle mir monatlich ein Gehalt von 550€ aus. Davon bestreite ich Miete, Energie und Essen - der Rest läuft über die Firma. Also das Märchen von den goldenen Zeiten im Handwerk - kannste echt vergessen. Und ja - die nächste (zum Glück) angesagte Krise macht mir Angst.
    Ganz ehrlich? Nee ich lass es. Sicher dir macht die Arbeit Spaß aber zu H4 Satz den Buckel kaputt schuften? Oma sagt immer

    "Wer sich zum Esel macht, dem werden Säcke aufgeladen"

    Unter Umständen solltest du dir klar machen das du wohl an einigen Ecken im Leben falsch abgebogen bist.

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  • Bergedienst
    antwortet
    Zitat von Sorgnix
    Ach so.
    Ja, klar. DA läuft das natürlich anders. Da wird man für Anwesenheit gezahlt. Man kann sich
    zur Not auch mit sich selbst beschäftigen, die eigenen Vorschriften und Paragraphen verwalten ...

    Jörg
    Aha. Meine Anwesenheit besteht aus 10h bei 38 Grad auf schattenloser Fläche bei betonhartem Lehm und nem Grabungsleiter der ständig "Fläche machen, Fläche machen ruft und morgens lieber Corvid Tests verteilt als Wasserflaschen. Irgendwie muss es verschiedene öffentliche Dienste geben....::Bussl

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  • Sorgnix
    antwortet


    ... manchmal liebe ich des Lucius KURZstatements. Meist trifft er es ja mitten rein.
    Ich neige da im Gegenzug doch eher zu etwas längeren Kommentaren ...


    =>

    ... ach ja, "nebenberuflich" neben dem Hauptberuf.
    Sagt grad der, der doch WENIGER tun wollte, weil er keine Zeit mehr hat ...
    Da schaust Du am besten erstmal in Deinen kommenden Arbeitsvertrag, ob man Dich
    das überhaupt läßt ...

    ... und wer hier derart ausführlich über seine Nebenbeibaustelle berichten und schreiben kann,
    der hat scheinbar ne Uhr am Handgelenkt, die über den Tag Zeit für 27 h gibt ...


    Was Du schon des Öfteren hier zu hören bekommen hast:
    Du scheinst entweder in der falschen Gegend zu leben - oder ziehst Dir permanent die FALSCHEN
    Aufträge an Land ...
    Dazu wäre u.U. ein Kurs in VOB nötig. Was mir mittels dieses kleinen Regelwerks von Auftragnehmern
    an den Kopf geschmissen wird, läßt eben MICH auf der Gegenseite verzweifeln
    Wer es da drauf anlegt, hat das Geld schon in der Tasche, ohne auch nur einen Finger gerührt zu haben.
    Aktuell hab ich einen Tischler, der fordert bei einer Auftragssumme von 1/2 Mio mittlerweile
    über 100.000,-- für Mehrkosten wg. Materialpreiserhöhung und Verzögerung seines Starttermins. (halbe/halbe)
    Und auf der Baustelle ist bis dato noch KEIN Handschlag gemacht ...
    Alles schön mit Zahlen belegt. Und am Ende kriegt er es ...


    Und wenn man mit 13 Monatsgehältern zufrieden ist, dann bist Du auch nicht auf dem neuesten Stand.
    Komm zu mir/uns - da kriegst Du 15 ...
    Dafür klage ich übrigens genauso wie Du, wenn es um Zufriedenheit und Zeit geht ...
    Selbst die schönste Entschädigung empfindest Du irgendwann nicht mehr als Entschädigung.
    Deshalb bin ich langsam soweit, wieder in die Selbständigkeit zurück zu wechseln.
    Hab ich ja immerhin auch 20 Jahre mal gemacht ...

    ich kenne da übrigens einen uns beiden bekannten Freiberufler in Eigenregie, der würde
    für meine Kohle nicht vor die Tür gehen. Der liebt seine im wahrsten Sinne des Wortes
    Selbständigkeit. AUCH wenn er ab und an massive Zeitnot hat - er erinnert sich
    aber scheinbar immer gern an die "freieren" Zeiten des Jahres ...
    Manchmal ist es scheinbar nur eine Frage des Standpunktes ...



    Jörg

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  • Lucius
    antwortet
    Zitat von 2augen1nase

    Zudem: Es wird nicht anders gehen, als dass ich nebenberuflich selbständig bleibe. Es könnte ja doch mal ein Gewährleistungsfall kommeni
    Am Arsch...

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  • 2augen1nase
    antwortet
    MEIN Weltbild stimmt nicht?!

    Also - zugegeben: Ich habe keine Ahnung wie es in so einem Amt abläuft und ganz gewiss wird es auch da extrem nervtötende Dinge geben, an die man sich gewöhnen muss und auch ganz viel, in was man sich einfügen muss - was mir ganz sicher auch nicht leicht fallen wird.

    Aber: Ich kenne dort Leute, die dürfen 2 Monate für einen Antrag brauchen - und die brauchen Sie. Immer. Prinzipiell. Weil´s eben so ist und auch so sein darf. Ich kenne aber auch das genaue Gegenteil: richtig engagierte und tolle Leute, die genau wissen was sie tun, gute Ideen haben UND umsetzen UND auch zeitnah liefern / sich kümmern - und obendrein auch supernett sind.

    Ich sehe da folgendes: es ist völlig egal ob du dort nen guten Tag hast oder nicht, ob du bummelst oder dich engagierst - am Ende geht eben beides und vermutlich ist es dort auch völlig ok mal so oder mal anders unterwegs zu sein.

    Mit anderen Worten: es kommt wohl sehr auf einen selbst an, was man daraus macht. Und ich kenne mich und gaube nicht, dass ich mein Engagement und mein Interesse verlieren und nur noch Dienst nach Vorschrift machen würde, dafür bin ich einfach nicht der Typ Mensch.

    Und wenn es einem irgendwann doch mal auf den Keks gehen sollte und man feststellt, dass es nix für einen ist: zurück geht ja immer. Genau so wie ein Wechsel. Aber ich vermute: man wird sich da schon einrichten können.


    Und zu meiner Realität (!) als Selbständiger:

    Ich stehe mit Corona Erkrankung über Ostern auf der Baustelle um fertig zu werden, auch weil ich die Kohle brauche. Ich sitze nach einem vollen Arbeitstag nochmal 4 Stunden im Büro, nur um Schriftstücke zu verfassen, die eigentlich unnötig sind, wenn die Bauleitung / Planung funktionieren würde - und mache damit gleichzeitg kostenfrei eine Zuarbeit. Dafür werde ich am Ende noch böse angegangen. Genauso wie ich böse angegangen werde, wenn ich "mal eben fix" was anfertigen soll und die "Frechheit" besitze, nach 3 Tagen Fertigung mal nachzufragen, wann der schriftliche Auftrag eingeht. Ich werde auf die Baustelle zitiert ("Sie können loslegen, es ist alles frei") nur um dann mit gepacktem Auto dort anzukommen und festzustellen, dass dem eben nicht so ist und sich alles ins Ungewisse verschiebt. Ich habe den letzten Urlaub vor mittlerweile 7 Jahren gemacht. Ich habe noch NIE am eigenen Haus mal länger als 3-4 Tage am Stück arbeiten können. Ich stehe mit Erkältung im Winter auf der Baustelle um Stücke zu versetzen, obwohl es die Temperaturen eigentlich nicht hergeben. Ich bin als Solo-Selbständiger in der Gesellschaft der letzte Dreck: zuletzt in der Corona-Pandemie vergessen, die Werkstatt wurde mir ersatzlos von der Politik kaputt gemacht, die Banken interessieren sich ein Scheiß für dich und wenn ein Kunde nicht bezahlt, ist das ein riesengroßes Problem. Jedes Mal vorm langen Winter zittern, weil da "saure Gurken Zeit" ist und im Frühjahr wieder bei Null oder gar im Minus loslegen und Projekte vorfinanzieren - in der Hoffnung das Geld auch zu bekommen. Im Herbst generell Stress und zwar immer genau dann, wenn das Wetter richtig mistig wird.

    UND: ES IST VÖLLIG AUSSICHTSLOS DASS DA IN ABSEHBARER ZEIT MAL EINER AUF DEM HOF STEHT DER SAGT: "ICH BIN DEIN MANN - FÜR DICH WILL ICH ARBEITEN UND ICH BIN EIN GUTER STEINMETZ"

    Ich hab neulich ein Infoschreiben von der Rentenkasse bekommen - und ich hab noch volle 30 jahre (!!!) zu ackern, bis ich in Rente gehen kann. Ich laufe seit Monaten mit einer kaputten Schulter herum, habe häufig mit dem Rücken zu tun und absolut keine Perspektive, dass sich das (z.B. mit einem guten Helfer) mal deutlich verbessert. Gleichzeitig werden die Aufgaben immer größer, weil gute Leute fehlen.

    Und: es wird in jedweder Hinsicht immer schlimmer auf dem Bau...

    Keine Frage - die Freiheit in Leerlaufzeiten sein eigenes Ding zu machen gibts als Angesteller nicht - da gibts keine Leerlaufzeiten. Aber: dafür ackere ich dann aber auch "nur" 38h pro Woche und nicht annähernd doppelt so viel wie jetzt. Die Freiheit die Dinge so zu machen wie ich sie für richtig halte ist vermutlich eingeschränkt. Klar. Wobei das jetzt eigentlich auch so ist - es sei denn, ich machs aus eigener Tasche.

    Sorry - ich für mich kann eigentlich keine Freiheiten mehr erkennen. Eigentlich fühlt es sich gerade gegenteilig an.

    Gut, ich habe echt wenig Erfahrung als Angestellter... Ich war ja bisher nur ein Jahr in Vollzeit beschäftigt. Ansonsten immer nur Nebenjobs oder eben selbständig unterwegs. Meinetwegen übersehe ich das jetzt Dinge.

    ein spannendes Arbeitsgebiet, Verantwortung, 30 Tage Urlaub im Jahr, ein 13. Monatsgehalt, automatisch steigender Lohn, Homeoffice, eigenes Sachgebiet, 50 /50 Verhältnis zwischen Büro / Praktischer Tätigkeit, Gleitzeit,... So die Bedingungen bei der ausgeschriebenen Stelle.


    Keine Frage: man neigt dazu, nur das positive sehen zu wollen.

    Es gibt auch Mobbing, neidische / eifersüchtige Kollegen, Tratsch, Geklüngel, Gehetze und Maskenpflicht. Ja. Aber: da wo ich mich beworben habe kenne ich die Leute die da sind - und denke, dass ich damit klar käme. Mit vielen arbeite ich auch amtsübergreifend schon lange zusammen, ich könnte mir das wirklich gut vorstellen.


    Und mal unter uns: ich zahle mir monatlich ein Gehalt von 550€ aus. Davon bestreite ich Miete, Energie und Essen - der Rest läuft über die Firma. Also das Märchen von den goldenen Zeiten im Handwerk - kannste echt vergessen. Und ja - die nächste (zum Glück) angesagte Krise macht mir Angst.

    Verrückt ist an der ganzen Geschichte nur eines:

    Würde mir die Wertschätzung und Respekt entgegengebracht werden ODER würde ich damit wirklich gutes Geld verdienen - ich würde es wohl weiter mitmachen. Aber beides ist eben nicht der Fall - deswegen denke ich da gerade ein wenig um.

    Zudem: Es wird nicht anders gehen, als dass ich nebenberuflich selbständig bleibe. Es könnte ja doch mal ein Gewährleistungsfall kommen und es gibt ja doch den ein oder anderen guten Auftraggeber, den man gerne weiter unterstützt. Dann kann man vielleicht auch mal wieder mehr für Vereine machen, wo das Geld immer knapp ist und einfach was bewegen. Und halt noch ne Mark extra verdienen - was ich ja auch am Haus brauche.

    Ach - ich rechne mal fix: Das Jahr hat ungefähr 109 Samstage und Sonntage, plus bis zu 13 Feiertage plus 30 Tage Urlaub / Jahr: Macht Summa Summarum: 152 freie (!) Tage pro Jahr - und Krankheitstage (so sie anfallen) kommen noch obendrauf.

    SO viel Zeit hätte ich als selbständiger niemals - und obendrein auch noch "bezahlt" - also sorry... Was stimmt nochmal an meinem Weltbild nicht?

    Mal sehen - es steht ja noch in den Sternen ob das überhaupt was wird. Kann auch genauso gut nix werden - aber: es geht ja doch der ein oder andere in Rente, daher ist das kein Fehler da schon mal vorzufühlen und Interesse zu bekunden. Ich spreche ja von "Perspektive" und nicht von "jetzt sofort".

    Wie immer kann sich ja auch morgen wieder alles ändern - aber so richtig dran glauben tu ich da nimmer...

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